In Kürze ist Dein Job WEG! Martin Jäger über KI, Faulheit und die Arbeitslosigkeit der Zukunft

Shownotes

Macht Dich Dein Chef fertig? Zerbricht die Gen Z am ersten Feedback? Und wird KI Dir wirklich den Job wegnehmen?

Ich habe den Hunter Coach Martin Jäger zu Gast, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Martin sagt, was sich viele Unternehmer nicht trauen: Er rechnet knallhart mit der Kuschel-Kultur im Business ab und erklärt, warum die ständige Suche nach Applaus auf Social Media unsere Mitarbeiter wehrlos macht. Wir sprechen über die Lügen in Stellenanzeigen, warum wir dringend wieder echte Leader brauchen, die auch mal Grenzen setzen, und was das alles mit Narzissmus zu tun hat.

Besonders spannend wird es, wenn Martin Jäger die Zukunft in 5 Jahren skizziert. Er verrät, warum kleine Unternehmen große Firmen locker an die Wand fahren können und wie humanoiden Robotern schon bald unser Büroalltag gehört. Außerdem: Warum meine Legasthenie und mein fehlendes Studium zu einer Superkraft wurden.

Wenn du wissen willst, wer lügt, wer Gas gibt und was du JETZT tun musst, um nicht von der nächsten KI-Welle überrollt zu werden, dann hör rein. Martin Jäger liefert schonungslosen Input für alle Manager, Angestellten und Gründer. Du bist gewarnt. Jetzt einschalten!

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⭐️ Bulletpoints:

  • Visionäre als kompromisslose Leader
  • Erfolg durch ehrliches Feedback
  • Jobverlust und Gründungsmöglichkeiten
  • Sonnenstrahlen und Startup-Träume
  • Arbeitslosigkeit und unternehmerische Chancen
  • KI und Unternehmerische Zukunft
  • Schlechte Standardisierung im Recruiting
  • Legasthenie
  • Kreativität durch persönliche Herausforderungen
  • KI verändert Bildungsansätze radikal
  • Radioqualität: Moderation oder Musikproblem?
  • TikTok: Reichweite und Überraschung
  • Selbstoptimierung und Lebensbalance

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🔎 Martin Jäger:

Webseite: Martin Jäger Webseite

LinkedIn: Martin Jäger LinkedIn

TikTok: Martin Jäger - Ehrlicher Unternehmer Content

📧 E-Mail von Fiverr CEO Micha Kaufman an seine Belegschaft

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🔥 Social Media Martin Geißler:

Instagram: martin.geissler.hearwego

LinkedIn: Martin Geißler

TikTok: martin.geissler.hearwego

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🚀 Webseiten von Martin Geißler:

Martin Geißler: www.martin-geissler.com

hearwego: www.hear-wego.de

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Martin Jäger: Die laden ein Selfie von sich hoch und kriegen 500 Mal Applaus. Der Kumpel sagt was, die Freundin sagt was, irgendein Promi aus Detroit sagt Amazing, unrealistic, beautiful. Und dann kommst du ins Arbeitsleben und da sagt jemand das erste Mal, hey, Das, was du machst, ist nicht perfekt. Du kannst als Fünf-Mann-Firma eine 50-Mann-Firma locker an die Wand fahren. Content ist nicht die Realität, nur das, was wir sehen. Den Skinny-Jeans-tragenden Dubai-Millionär, den gibt's ja nicht. Weil der, der ein Dubai-Millionär ist, geht nicht auf TikTok und verkauft mir Kurse. Der ist einfach nicht mehr Dubai.

Martin Jäger: Letztes Jahr hat mich 1 2 Tage lang gebucht, nur damit ich ihm zuhör und ihm sage, dass er nicht geisteskrank ist.

Martin Geißler: Martin Jäger oder auch bekannt als der Hunter Coach aus Böblingen oder auch bei TikTok als ehrlicher Unternehmer-Content unterwegs. Und genau da hat mich auch seine absolut direkte Art und Weise vollkommen begeistert. Er sagt das, was sich nur wenige trauen und steckt den Finger direkt und ganz tief in die Wunde. Und das mit 1 sehr, sehr bildhaften Sprache. Grund genug, finde ich, ihn hierhin einzuladen. Deshalb lasst uns direkt loslegen. Bitte nicht vergessen, diesen Podcast teilen, liken und kommentieren. Damit helft ihr mir, richtig gute Gäste hier an den Start zu bekommen und den Podcast natürlich größer zu machen.

Martin Geißler: So, jetzt aber. Let's go mit 1 neuen Episode von

Martin Jäger: Here We Go Again.

Martin Geißler: Wir machen es jetzt mal so. Du bist der Auserwählte und du hast die Möglichkeit, in eine Zeitmaschine zu steigen und 50 Jahre zurück zu reisen. Und einen jungen, dynamischen, erfolgshungrigen Menschen zu finden, den wir in die heutige Zeit katapultieren. Und den musst du natürlich ein bisschen anwerben und sagen, was wir alles so geiles gerade am Start haben. Aber du müsstest ihnen auch 3 Punkte aufzeigen, die gerade so richtig wehtun. Und da holen sie doch mal bitte ab. A, was ist gut und B, wo tut es gerade richtig weh?

Martin Jäger: Egal wen.

Martin Geißler: Was dir da gerade so spontan so aus dem Hintergrund kam.

Martin Jäger: Genau mein Nachbar Edgar gesagt. Boah, ich glaube, ich würde den guten alten Helmut Schmidt wiederholen. Der müsste so in den zeitlichen Rahmen passen. Da müsste der in seiner Prime gewesen sein. Ich glaube, ich würde ihm sagen, dass hier momentan jemand wie er gebraucht wird, aufgrund von sozialen Spannungen, von Arbeitsverwerfungen, von Politikverdrossenheit, aber auch von unglaublich vielen Optionen. Also ich meine, viele kümmern sich ja die dunkle Seite des Planeten momentan in Deutschland, aber man kann ja auch auf die Sonnenseite des Systems gehen. Und Die ganze Welt freut sich momentan eigentlich über ganz viele Optionen. Aber wenn man natürlich ganz oben steht, hat man viel zu verlieren.

Martin Jäger: Und wenn man unten steht, hat man viel zu gewinnen. Und ich glaube, dass es wichtig wäre, wieder jemanden vorne stehen zu haben, der uns zeigt, was es trotzdem noch alles zu gewinnen gibt oder was es zu erobern gibt. Und ich glaube, dass das wäre etwas, was ich mir zumindest von der Person wünschen würde, wenn ich ihn wieder in die Position bringen könnte zum Bundeskanzler. Ich weiß nicht, ob das die Art der Antwort war, die du dir darauf hast. Ich habe

Martin Geißler: es dir ja relativ offen gelassen. Aber ich hatte eigentlich so mehr den Business-Kontext im Fokus, was ja auch so dein Hauptthema ist, ein bisschen drauf zu gucken. Mitarbeiter, Angestellte, Geschäftsführer, dieses Verhältnis, wenn man sich das genauer ein bisschen anschaut.

Martin Jäger: Ja, ich glaube, das Problem ist, glaube ich, dass gute Geschäftsführer, also sehr erfolgreiche, Steve Jobs, Elon Musk, also egal, ob vergangen oder in der heutigen Zeit immer Narzissten sind. Das ist so. Große Visionäre dürfen nicht drauf achten, wer in seiner Firma welche Wehwehchen hat, weil sonst ist man kein Visionär. Also du musst schieben und dann wirst du auch kleinere Steine überfahren und wirst über Hubbel fahren und das muss das Konstrukt aushalten. Und ich glaube, dass da werden wir wieder hinkommen. Ich glaube, in der Business Welt werden wir wieder sehr stark die Menschen missen oder eben in den Vordergrund stellen. Über Leichen gehen ist jetzt wahrscheinlich ein bisschen ein zu harter Terminus, aber wir brauchen halt wieder Leader. Also wir brauchen Leute, die sagen, jo Leute, ist cool, jetzt haben wir 2, 3 Tage darüber diskutiert Und das ist jetzt der Weg.

Martin Jäger: Aber das

Martin Geißler: ist ja oft schon das Problem, wenn du Feedback gibst, dann ist ja bei ganz vielen der ganze Lebensinhalt dahin und man ist krank und man kommt nicht mehr, weil man das glaube ich auch gar nicht mehr gewohnt ist in irgendeiner Art und Weise Feedback zu bekommen. Was ja gar nicht gemeint, gegen eine Person selber gemeint ist, sondern einfach, hey pass auf, das ist nicht richtig gelaufen, lass uns doch in Zukunft so und so besser machen. Da zerbrechen ja viele mittlerweile schon.

Martin Jäger: Da zerbrechen auch Beziehungen dran. Ich glaube halt, dass... Aber... Also man muss generell sagen, der Unternehmer ist ja so ein bisschen der Papa oder die Mama. Und erst mal musst du als Papa oder als Mama akzeptieren, du kannst nie der beste Freund sein. Also du kannst etwas Ähnliches sein, aber du kannst dein Kind nicht erziehen mit mach was du willst und wir sind immer Besties. Sondern es muss halt auch Bereiche geben, wo du einfach sagst, da ist eine Grenze gekommen, du musst jetzt dein Zimmer aufräumen. Also jetzt blödes Beispiel.

Martin Jäger: Natürlich wird es dann jetzt einige geben, die haben mit der Analogie ein extremes Problem. Aber es geht ja das Sinnbild. Und dann kommt es darauf an, wie beginnt denn die Geschichte. Und die Geschichte beginnt ja auf der Arbeitgeberseite oft mit 1 Lüge. So, du machst eine Stellenausschreibung und wenn ich dir Stellenausschreibungen lese und auf der anderen Seite die Firma erkenne, sage ich, alles was ich in der Stellenausschreibung lese ist pure Scheiße. Hier ist kein Wischiwaschi, Kumbaya und total familiäres Umfeld, sondern hier ist Chaos. Weißt du, dann schreib das doch rein. Also du beginnst mit 1 Lüge Und dann kommen die Leute rein und bei uns gibt es eine strukturierte Einarbeitung und dann sagen die hier ist ein Sharepoint hast eine Woche Zeit melde dich mal nächste Woche wieder.

Martin Jäger: Und dann sitzen die Leute da. Und so erzieht sich ja dieser Kosmos von alleine. Wenn du jetzt sagst du arbeitest die Leute ein wie es sich gehört, gehört es ja dazu dass du sagst pass mal auf heute ist Tag 1. Deine Erwartungshaltung, meine Erwartungshaltung. Das ist eigentlich schon mal ganz wichtig. Und meine Erwartungshaltung an dich ist, du musst Vertrieb machen. Das bedeutet das, das und das. Und dann wird es Bereiche geben, Wenn du diese Ziele nicht erreichst, dann werden wir Gespräche miteinander führen.

Martin Jäger: Die findest du nicht cool, die finde ich nicht cool. Aber wir müssen wieder den Weg des Erfolgs finden. Diese Gespräche finden kaum statt, weil die Chefs Angst haben. Oder weil sie es nicht verstehen, dass das für eine Mitarbeiter ja auch eine ganz wichtige Sache ist von vornherein zu sagen es gibt Grenzen und es wird Situationen geben da werden wir beide ins Bett gehen und werden uns doof finden. Wichtig ist ja dass wir am nächsten Tag wieder in 1 normalen Situation miteinander miteinander klarkommen und ich glaube nicht dass der Mensch per se vergessen hat oder verloren hat, Feedback zu bekommen, sondern wir sind es nicht gewöhnt, gerade die Gen Z, über die ja so viel geredet wird, das darf man auch nicht vergessen. Ich mag mir nicht vorstellen, was ich für ein Arschloch gewesen wäre, wenn ich dieses ganze Social Media Umfeld mich rum hätte. Also wir dürfen nicht vergessen, die wachsen in der Welt auf. Die laden ein Selfie von sich hoch und kriegen 500 Mal Applaus.

Martin Jäger: Der Kumpel sagt was, die Freundin sagt was, irgendein Promi aus Detroit sagt amazing, unrealistic, beautiful. Und dann kommst du ins Arbeitsleben und da sagt jemand das erste Mal, hey, das, was du machst, ist nicht perfekt. Also ich kann mir nicht vorstellen, wie mein Leben gewesen wäre, wenn...

Martin Geißler: Du wärst dann voll gegen eine Wand gefahren. Logischerweise, ja klar.

Martin Jäger: Und deswegen dürfen wir natürlich nie vergessen, wo kommen die Leute her. Und ich habe noch eine Ausbildung gemacht und ich weiß nicht, ob du das nachvollziehen kannst, aber ganz viele Dinge, die mein Ausbildungsleiter gesagt hat, habe ich erst 10 Jahre oder manche sogar erst 20 Jahre später verstanden.

Martin Geißler: Bin ich bei dir.

Martin Jäger: Ja. Und sowas fehlt halt auch. Also mein Ausbildungsleiter war Zuckerbrot und Peitsche. Der hat mir ganz viel Spielraum gegeben. Ich war schon rotzebesoffen auf der Arbeit und habe mich ins Lager gelegt auf irgendeine Palette hinter die Zähne.

Martin Geißler: Was hast du gelernt?

Martin Jäger: Großen Außenhandelskaufmann, aber im Baustoffhandel. Also wir hatten es dann auch

Martin Geißler: mit Handwerkern

Martin Jäger: zu tun.

Martin Geißler: Ich bin gelernter Kaufmann im Möbel und Einrichtung.

Martin Jäger: Ja, da siehst du, das ist ja geil. Du kennst auch einen guten Abschluss, vielleicht mal ein Schnäppchen, oder ein Bierchen trinken, irgendwie feiern. Und im Handwerk ist das ja auch nicht ganz unüblich. Aber ich wusste ganz genau, wenn ich eine Grenze erreicht habe, hab ich auch gesagt, es tut mir leid und dann musst du es dir auch eingestehen.

Martin Geißler: Also ich zu der Zeit, wo ich die Ausbildung gemacht habe, ich glaube das war 2002. Kann das sein? Lass mich kurz nachdenken. Ja, das ja kommt hin. Da war auch, dass der ganze Arbeitsmarkt ein komplettes Bekommen haben. Also das ist ja ganz anders wie heute. Und da war auch ein ganz anderer Respekt, finde ich, den Vorgesetzten gegenüber. Also das kriege ich Jetzt hier in meiner Firma nicht so mit, aber bei anderen, dass da der Umgang und die Erwartungshaltung von den Mitarbeitern schon so dermaßen drüber ist, dass es weh tut. Also das war damals ganz anders.

Martin Geißler: Was ich sehr cool fand damals war, es war ein Familienunternehmen, das war aufgebaut in 3 Filialen. Es war einmal Möbeleinrichtungen, absoluten Hochsegment. Da wo ein Stuhl, der hat 6000 Euro gekostet, da sind Leute reingekommen, hat gesagt, den hätte ich gern dreimal und der hat ihn sofort mit. Dann gab es den mittleren Weg, da wo einfach die Mittelschicht zu Hause war. Und dann gab es das SB Sparmobil, da wo Leute Einkaufen gekommen sind. Da gab es einen Schuhschrank für 25 Euro und er hat mich noch auf 20 Euro runter gehandelt. Und die ganzen Menschengruppen kennenzulernen hat mir unheimlichen Spaß gemacht. Und das habe ich erst 10 Jahre später gecheckt, wie viel mir das in meinem Leben gebracht hat, mit diesen verschiedenen Menschentypen umgehen zu können und alle kennengelernt zu haben, zu wissen, der tickt so, der tickt so, den muss ich so und so haben.

Martin Geißler: Mega geil. Das fehlt glaube ich heute ganz vielen, weil die nur noch in ihrer eigenen Bubble unterwegs sind, sei es jetzt Social Media oder auch im Freundeskreis und gar nicht mehr über die Grenzen hinaus gucken, was ist denn in der Welt da draußen überhaupt los?

Martin Jäger: Ja, ich glaube, dass viele bei absoluter Ahnungslosigkeit sehr wissend sind. Also wenn ich so den, aber wir dürfen ja nicht vergessen, Content ist ja nicht die Realität. Content ist ja nur das, was wir sehen. Weißt du, also den Skinny Jeans tragenden Dubai Millionär, den gibt's ja nicht. Weißt du, weil der, der ein Dubai Millionär ist, der geht nicht auf TikTok und verkauft mir Kurse. Der ist einfach Millionär in Dubai. Also die richtig erfolgreichen Leute siehst du nicht. Und ich glaube, da gibt es schon auch noch gute Azubis und so.

Martin Jäger: Also keine Frage. Aber wir haben halt ein falsches Weltbild gezeichnet. Also das Weltbild, auch wenn du so, also da musst du nicht zu den Jungen. Da kannst du auch auf LinkedIn gucken. So diese Kuschelwelt, 3 Tage Woche, 30 Stunden Mental Health und ganz, ganz speziell. Und das wurde ja als normal dargestellt. Also wir müssen uns nicht mehr Wertschöpfung, wir müssen uns nicht mehr den Kunden kümmern, sondern sich selbst kümmern. Homeoffice und so weiter.

Martin Jäger: Das ist halt eine Fake-Welt. Dein Kunde gibt dir oder deiner Firma kein Geld, damit deine Mitarbeiterin entspannt zu Hause ist. Sondern dein Kunde gibt dir Geld, damit du das erledigst, was er bei dir gekauft hat. Wenn du das hinkriegst, dass deine Mitarbeiterin entspannt zu Hause ist, cool. Aber das geht halt nicht immer. Also, weißt du, die Welt ist kein Wunschkonzert. Und ich glaube, umso jünger du bist, umso eher hast du die Fantasie, warum? Weil du natürlich gebrainwashed bist durch dieses ganze 10k im Monat mindestens und so, beim Chai Latte nebenbei kurz mal einen Kundenabfell sparen, dass du ja Diskussionen hast, 1500 Euro im ersten Ausbildungsjahr sind nicht genug. Wo ich mir denke, Alter, 1500 Euro brutto gleich netto, dich bildet jemand aus, du darfst zur Schule gehen, du machst massiv viele Fehler, da steht ein Ausbildungsleiter, der hilft dir den ganzen Tag.

Martin Jäger: Und generell so diese Platitude, wenn mein Chef mit mir Plus macht, muss ich auch am Gewinn beteiligt werden. Sobald ein Euro mit meiner Personalie verdient ist, will ich aber auch am Umsatz beteiligt werden. Und das ist ja so ein bisschen mein Social Media Aufhänger. Ja, dann machs doch. Dann mach dich selbstständig. Weißt du, gestern auch wieder 1, ja, aber im Osten gibt es ganz viele Leute, die im Mindestlohn arbeiten müssen. Deine Chance. Werde Unternehmer, sag denen bei mir, kriegst du 18, 50 Euro.

Martin Jäger: Machs! Also, wenn das die Information ist, die du hast, dass da draußen ganz viele zum Mindestlohn arbeiten, aber total gute Arbeit machst, dann zahlst du mehr. Ja, aber ich will nicht. Ja, aber wie funktioniert Wirtschaft? Wirtschaft funktioniert nicht, dass 1 draußen steht, gegen die Scheibe klopft und meckert, sondern Wirtschaft funktioniert, indem du dein eigenes Haus baust und es besser machst als ich. Und das ist halt was, wo ich sage, da an dem Punkt werden wir kommen. Bis dahin werden wir extrem viel verloren haben. Also bis die Menschen verstehen, jede Generation hat ja seine Startups, ob das jetzt Microsoft ist, ob das Apple ist, ob das Google ist. Das war ja so unsere Generation. Weißt du, wir haben gesehen, da gibt es Lücken.

Martin Jäger: Die Alten verstehen das nicht. So da gab es dann 20 jährige, die gesagt haben, ich mache Paypal. Also da gibt es einen digitalen Zahlungsmarkt. Die Alten haben das nicht verstanden. Elon Musk und Theon und so haben gesagt, okay, da gibt es einen Markt und haben das Risiko gemacht. Und heute, was gibt es heute? Also ich rede jetzt mal von Europa oder Deutschland. Da gibt es niemanden. Weißt du, es gibt nicht denjenigen, der sagt, ich attackiere da jetzt was, weil ich verstanden hab, die alte Struktur versteht das nicht, sondern die setzen sich hin und gehen streiken.

Martin Jäger: Und sagen, der, mein böser Chef, muss doch verstehen, dass das jetzt so laufen muss, wie ich das im Kopf hab. Nein, mach was. Gründe, werb alle guten Mitarbeiter ab. Gib denen allen 150.000 Euro, setz die alle ins Homeoffice. Jeden Tag kommt das Chai-Latte-Mobil und gib denen morgens noch einen Kaffee in die Hand. Aber hör doch auf zu meckern. Mach. Weißt du, und das fehlt uns.

Martin Jäger: Und das wird kommen. Das wird aber in dem Moment kommen, wo so viele Arbeitsplätze weg sind, dass du nicht mehr kompensieren kannst. Wir haben ja momentan einen Verfall von über 100.000 Industriestellen pro Jahr. Du musst dir mal überlegen, wie viel Umsatz muss ich haben, bis ich die nächste Planstelle kriege, also bis es so viel wird, dass ich sage, okay ich muss den Druck verteilen, aber ich habe auch die finanziellen Mittel eine neue Stelle zu bezahlen. 100.000 pro Jahr, weißt du, und da sitzen alle und sagen, ja, ich hab jetzt schon 18 Bewerbungen geschrieben und hab immer noch keinen Job bekommen. Ja, echt? Ja, wenn es denn so einfach ist, dann gründe doch, also gib doch Gründungszuschuss, kriegst 6 Monate lang, kriegst 2.100 Euro, mach doch, wenn es so einfach ist. Und in den ersten 6 Monaten gleich die ersten 10 Stellen schaffen.

Martin Geißler: Mach. Weißt du, und Ja, ja, das ist

Martin Jäger: Und da könnte ich immer die Decke hochgehen, wenn ich dann so die Leute reden höre und dann demografischer Wandel und ist ja alles so easy peasy und dann denke ich mir, wenn alles so einfach wäre wie das die Menschen in Deutschland denken würden, dann würde ja jeder selbstständig sein. So wie viele Briefe kriegst du vom Finanzamt, wo du sagst, Alter, ihr seid eine Serviceabteilung. Eigentlich seid ihr eine Serviceabteilung, die einen richtig schlechten Job hat. Und damit musst du zurechtkommen. Und damit kommen die Leute nicht zurecht. Und deswegen müsste man eigentlich sagen, jemand der Arbeitsplätze schafft, der muss auch in unserer Gesellschaft einen ganz anderen Stellenwert haben als dieses, der beutet Menschen aus, bla bla bla.

Martin Geißler: Man ist immer der böse Unternehmer.

Martin Jäger: Geht's dir schlecht, hast du falsch gewirtschaftet. Geht's dir gut, bezahlst du deine Leute zu schlecht. Also du bist immer in der Mitte zwischen, wenn du selber ein großes Auto fährst, ja, warum hat deine Halbtageskraft nicht auch einen Porsche? Die könnte doch auch einen Porsche von dir bekommen. Da könntest du doch auch mal eine Gewinnbeteiligung geben. Nee. Nee. Warum? Weißt du? Und das ist, glaube ich, was, da müssen wir halt wieder hinkommen, weißt du, da macht es auch Unternehmern wieder Spaß. In Amerika ist das ja was ganz anderes.

Martin Geißler: Ich wollte gerade auch jetzt mal ein bisschen auch wieder die Sonne scheinen lassen, weil Was ich auch auf TikTok zum Beispiel beobachte, sind junge, also ich habe jetzt gerade eine Unternehmerin im Kopf, die hat eine Socken Startup für Laufsocken, weil sie sagt, sie läuft gerne, sie hat ein Problem entdeckt, sie ist da voll Dran, gibt da Gas. Und es ist so, jetzt aus meiner Sicht so lustig ein bisschen zu beobachten, liebe Grüße gehen da raus an die Amelie, die dann aber alle mitnimmt, ihre ganze Community da mitnimmt und sagt, ja, ich gehe jetzt meinen Gewerbe anmelden. Scheiße, ich hab nie gedacht, dass das so kompliziert ist. Und ich denke mir in dem Moment, also wenn du meinst, dass ein Gewerbeanmelden kompliziert ist,

Martin Jäger: viel Spaß,

Martin Geißler: dann freue dich auf die nächsten 5 Jahre. Ja, denn das wird das geringste Problem von allen sein. Aber die ist dran. Die haut raus, die designt, die ist auf Messen, die gibt sich die Zeit, die hat sich da auch ein Budget vorher zusammengearbeitet. Mega. Also die Personen gibt es zum Glück auch noch, die da vorwärts gehen.

Martin Jäger: Und man darf nie vergessen, du musst und das habe ich gelernt. Grüße gehen bei mir raus an den Derek Zechmeyer, bei dem ich ja viel lernen durfte. Der war unser alter CEO, wo ich dann die rechte Hand, wenn man es so mag, oder eine Stabstelle war. Der hat immer gesagt, wenn du Dinge neu beginnst, musst du blauäugig sein. Du musst davon ausgehen, dass es einfach funktioniert. Und dann bekommst du ganz viele Prüfungen und nach der Prüfung denkst du dir, okay, jetzt läuft's und dann kommst du wieder zu. Aber du darfst diese Kraft nicht verlieren. Also du musst im Kopf haben.

Martin Jäger: Natürlich funktioniert das. Und wenn du dich hinsetzt und sagst, ja, aber das noch und hier noch und dann habe ich bei TikTok gesehen, dass dann das Finanzamt, weißt du, also wenn du dich mit den Hürden beschäftigst, kommst du nie ins Tun. Du musst einfach davon ausgehen, das wird. Und dann kotzt du bei jedem Schrieb, ob das von der Berufsgenossenschaft ist, von der IHK. Und du denkst dir immer, oh Gott. Aber wenn du wüsstest, was in den 5 Jahren alles für Scheiße kommt, fängst du nicht

Martin Geißler: an. Nee, würde man nicht glauben.

Martin Jäger: Deswegen nie desillusionieren lassen, immer anfangen zu laufen.

Martin Geißler: Und dann

Martin Jäger: fällst du halt dreimal hin, und dann musst du halt mal Pause machen, und dann musst du halt mal Pause machen und dann musst du halt mal neue Schuhe kaufen und das kostet Geld. Wie wichtig ist da das Umfeld?

Martin Geißler: Ich habe heute ein Video von dir gesehen, da geht es darum, dass man ja von seiner Nachbarin der Uschi und sonst irgendwen immer eint, Wieso machst du das jetzt? Das kann doch gar nicht funktionieren. Und oh Gott, jetzt stellst du Leute ein. Was ist, wenn du morgen pleite bist? Also es gibt ja immer diese, die einfach alles schlecht reden.

Martin Jäger: Ja, if, what if? Also ich persönlich bin ein anderer Typ Mensch. Ich hab auch zwischen Denken und Handeln keinen Filter. Also, es gibt ja Leute, die sagen, okay, ich will das machen, und dann zerlegen die das und machen sich eine Mindmap. Und ich sag, wenn ich das machen will, mach ich das. Und das ist bei mir, dann mach ich's jetzt. Also nicht, ich mach das übermorgen oder ich mach mir mal Gedanken, sondern wenn ich was machen will, mache ich es jetzt. Und ich glaube, dass die erfolgreichen Menschen aus Scheiße Dünger machen und die unerfolgreichen Menschen aus Scheiße Stickstoff, dass sie erstickt. Also wenn du jetzt an Dünger denkst.

Martin Jäger: Und ich fand das immer geil, den Leuten zu beweisen. Und weißt du was, ich zeig dir das. Immer wenn zu mir jemand gesagt hat, das schaffst du nicht, das machst du nicht. War das

Martin Geißler: ein Antrieb für dich?

Martin Jäger: Ja, war es mich, meine Kumpels irgendwie. Du traust dich nicht bei dem Mädel das und das zu sagen oder da und da

Martin Geißler: hin zu gehen.

Martin Jäger: Und Ich hab das immer gemacht. Ich hab das gemacht nüchtern, bedrungt, mir war das immer egal. Weil das Leben ist doch viel zu kurz. Das Leben ist eine tägliche Herausforderung. Und am Ende der Zeit geht's doch irgendwie schon ein bisschen auch ums Spaß haben. Was hab ich dir mitgebracht? Kinderspielzeug. Ich war letztens, das heißt, letztens auch schon ein paar Tage her, wenn ich bei mir einen Workshop mache, mache ich immer einen Spieltisch. Da sind Flumis drauf, weißt du, so Quarkfrösche, die du springen lassen kannst.

Martin Jäger: Und dann mache ich Bottle Flip und so. Und bis zur Mittagspause hat das keinen interessiert, aber nicht, weil es die Leute nicht interessiert hat, sondern da war der Profi. Weißt du, kann ich mich ja nicht an den Spültisch setzen. Und in der Mittagspause hat dann der Geschäftsführer und der Prokurist habe ich Bottle Flip in der Mitte einen Strich gemacht und habe die Bottle Flip Flasche in 1. Also Ich habe quasi mit Klebeband eine Flasche geklebt. Und kennst du das, wenn man als Kind selbst Regeln erfunden hat? Dann hat es richtig Spaß gemacht. Weißt du, wir spielen jetzt nicht Poker, sondern wir machen das mit 12 Karten. Und dann sagt der Geschäftsführer, Nee, nee, wir machen jetzt Bottle Flip in die Flasche.

Martin Jäger: Also in die Weißt du? Und dann auf einmal kam der Nächste. Dann haben die Flomi gespielt und gesagt, jetzt geh mal raus auf den Parkplatz. Dann haben die den Flomi maximal Dann denk ich mir immer, wann wird aus diesen tollen Kindern, die wir ja alle waren, wir haben die Welt betrachtet Wo

Martin Geißler: ist der Switch?

Martin Jäger: Wenn ich dir durch dieses Geschenk, was da oben in deinem Büro ist, auch nur einen schönen kindlichen Moment schenken könnte, oder wäre vielleicht…

Martin Geißler: Das hast du schon geschafft. Ich hab das in der Hand gehabt und hab gedacht, wie geil ist das denn?

Martin Jäger: Nein, aber wirklich und da müssen wir wieder hinkommen. Und da macht das glaube ich auch Spaß. Also weg mit dieser ganzen Candidate Journey, Hiring Chain, Supply Chain Management, weißt das alles. Ey, wir müssen den Kunden was Geiles geben. Warum nennen wir das nicht so? Der Kunde, wenn ich heute einen Kunden anrufe, was sagt der zu dir? Dann will ich das. Jeder sagt, der sagt, boah, nie wieder will ich woanders hin. Ja, weiß ich nicht. Ja, halt dein Maul und mach es besser.

Martin Jäger: Weißt du, also dann lass uns nicht drüber reden. Und ich habe noch nie zwischen drüber nachdenken und handeln. Wenn du mir die Frage stellst und ich mir unsicher wäre, ich würde sofort mein Handy in die Hand nehmen und würde sagen, hey wie sieht es aus, wie kann ich es geiler machen. Ich plane das nicht. Und ich glaube, dass ganz viele Leute, Wenn sie, wie gesagt, das ist natürlich eine Eigenschaft, die ein Mensch hat oder nicht hat, dass ganz viele Menschen einfach tun müssen. Weg mit der Angst. Mach, weißt du, 35 Euro Gewerbeanmeldung, gründe doch nebenberuflich, guck, dass du 1, 2 Kunden bekommst.

Martin Geißler: Ja, baust du halt erstmal nebenbei auf.

Martin Jäger: Ja, frag nach Feedback, weißt du, sag, komm, ich mach's umsonst, gib mir dein Logo für die Homepage, gib mir ein ehrliches Feedback. Tauch einfach mal rein, viel noch mal. Und dann einfach schauen. Und Probleme mit dem Schrieb vom Finanzamt und so, die hast du Die hast

Martin Geißler: du auf der Neonas. Ja, das ist

Martin Jäger: Das Finanzamt geht dir ja früher oder später auf den Sack. Also dagegen kannst du nichts tun.

Martin Geißler: Das gehört mit zum Game dazu.

Martin Jäger: Don't hate the player, hate the game. Das ist so.

Martin Geißler: Jetzt hätte ich eigentlich mal einen Plan, dann in die Zeitkapsel noch mal einzusteigen und 5 Jahre in die Zukunft zu gucken. Das hast du ja jetzt schon getan. Also so wie der Weg geil ausschauen würde. Aber was meinst du, wie wird es tatsächlich in 5 Jahren aussehen?

Martin Jäger: Wenn wir

Martin Geißler: mal von dem heutigen Stand aus ausgehen. Also ich

Martin Jäger: bin mir ziemlich sicher, in 5 Jahren wird jeder einen Roboter von uns zu Hause haben. Na ja, jeder ist übertrieben, kostet auch Geld. 40 Prozent.

Martin Geißler: Was meinst du, also wir haben jetzt zum Beispiel schon einen Staubsauger-Roboter.

Martin Jäger: Ja, einen richtigen Roboter, also einen humanoiden Roboter. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder Unternehmer einen humanoiden Roboter haben wird. Macht Sinn. Kostet 15.000 Euro. Weißt du, dem sage ich, lad mal mein Auto auf, räum mein Büro auf, hilf mir mal beim Kunden hier Equipment, mach mal die Steckdosenleiste sauber. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Menschen sich zurückwünschen würden, welche Probleme hatten wir damals und wie gern hätte ich die wieder. Also ob das jetzt und ich meine war 1 meiner prominentesten Videos, wo ich gesagt habe, ich wette, alle ZF Angestellten oder Bosch Angestellten wünschten sich zurück von vor 5 Jahren und würden aufhören zu meckern. Also weißt du, wenn du dir vorstellst, jedes Jahr Streik, ich habe nicht genug, noch bessere Arbeitsbedingungen.

Martin Jäger: Und jetzt hört das auf. Weißt du, wie viele Leute wissen überhaupt nicht zu schätzen, was sie haben. Also ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in 5 Jahren einen sehr großen Korpus haben werden mit Menschen, die keine Tätigkeit haben. Was nicht bedeutet, sie haben kein Geld. Vielleicht gibt es ein bedingungsloses Grundeinkommen. Aber die Tätigkeit ist ja wichtig für uns Menschen. Also nur vor sich hin zu siechen, das mögen ein paar können, und ein paar finden das auch ein paar Monate cool. Das wird aber, glaube ich, sehr romantisiert.

Martin Jäger: Auch dieses Thema Arbeitslosigkeit wird, glaube ich, viel zu sehr romantisiert. Klar, was will ich sagen, wenn ich sag, ich bin seit 8 Monaten arbeitslos, bin depressiv, und keiner will mich einstellen, ich krieg nur Ablehnung. Das ist ja jetzt nicht so, dass du sagen kannst, boah, das ist aber geil. Das ist aber besonders erstrebenswert. Und ich glaub, dass wir halt aus der unternehmerischen Sicht, die Leute, die jetzt Gas geben, ganz viel vom Kuchen bekommen. Du kannst halt als 5-Mann-Firma eine 50-Mann-Firma locker an die Wand fahren. Mit Automatisierung, KI, wie nutze ich das, wie verstehe ich das, wie schnell verstehe ich das, weißt du? Und das, was gestern noch nicht geht, geht heute. Wie viele Dinge sind vor einem halben Jahr für mich noch, geht irgendwie nicht, wo du heute sagst, ah ok, funktioniert.

Martin Jäger: Also ich glaube, dass in 5 Jahren, wie gesagt, die Roboter, also die humanoiden Roboter Alltag werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir eine sehr, sehr große Arbeitslosigkeit haben, weil Menschen sich momentan zu stark in Deutschland zumindest oder Mitteleuropa dagegen wehren. Und viele kleine Unternehmen werden extrem erfolgreich werden, wenn sie verstehen, wie man KI und Automatisierung, Algorithmik, alles was da noch kommt, agentische KI, ist ja jetzt gerade erst am Entstehen sozusagen. Jetzt kommt die Innovations Ebene. Also es gibt ja 5 Schritte. Erste ist Copy Paste. Das zweite ist Reasoning, also Nachdenken, wenige Fehler. Das dritte ist die agentische KI.

Martin Jäger: Die ist jetzt. Das agentische ist auch immer wichtig. Ich habe gerade mit einem Studenten geredet, der mich als Sparings Partner haben will und der sagt ja er schreibt über agentische KI, meint aber damit nicht agentische KI. Also agentische KI an sich ist etwas was multimedial bedient werden kann. Das heißt ich sage zu dem schreibt mir einen LinkedIn Post, das heißt er schreibt den Post, geht auf LinkedIn, postet den, geht in einen Google Sheet, sagt, ich habe den gepostet, das ist der Link, geht in mein Outlook, sagt, hier ist eine E-Mail. Also der wechselt verschiedene Medien. Genau, die Plattformen. Und kann dort tun, was natürlich krass ist für Assistenzfunktionen, HR, alles was so die Überschrift Sachbearbeitung hat.

Martin Jäger: Ich war letztens bei einem Kunden, Weltmarktführer, der sagt, er beschäftigt 20 Mitarbeiter in der Auftragsannahme. Die machen nichts anderes außer Fax oder E-Mail zu System. Wahnsinn. Was das für Geld ist. Nummer 4 ist Innovation und Kreativität. Das sehen wir auch jetzt gerade in der Marketing Ebene, dass vieles im Marketing auf einmal verschwindet. Warum? Weil es nie kreativ war.

Martin Geißler: Handwerk statt Kreativität.

Martin Jäger: Genau. Und die fünfte Stufe ist, die KI gründet eigene Firmen und Organisationen. Und da müssen wir als Unternehmer natürlich sagen, okay, wenn ich jetzt eine 24 Stunden arbeitende KI als Konkurrent habe, der auch eigene Mitarbeiter und andere Agenten einstellt, also so 2, 3 Jahre weiter gespunden, wo ist mein Platz in dem Ganzen? Und ich glaube, wenn du das gut beantworten kannst, hast du halt unglaublich viel vom Kuchen. Und wenn du sagst, dann hätte ich ein echtes Problem. Dann müsstest du einfach überlegen, also die Möglichkeit haben wir ja heute noch. In 2 Jahren ist es halt zu spät. Wo finde ich jetzt Platz? Kill your own business, sagt man in Amerika. Also du musst immer gucken, könnte jemand anders mein Business killen? Ja, da muss ich selber tun.

Martin Jäger: So, und die KI wird jeden, also auch mein Business, 100 Prozent.

Martin Geißler: Also geht ja uns im Soundsektor genauso.

Martin Jäger: Genau, aber jetzt musst du dir die Frage stellen, wo finde ich statt? Also wenn jetzt mein Konkurrent ist, ein KI-Unternehmen mit 20 Agents und mit 5 Festangestellten, die halt das Tonstudio sauber machen oder humanoide Roboter oder was weiß ich, wo finde ich entweder in diesem neuen Kosmos meinen Platz? Oder wie kann ich meine Qualität so erhöhen, dass es immer noch genügend Menschen gibt, die sagen, ich nehme aber nicht das von der KI. Und ich glaube, dass vor dieser Wahrheit ganz viele Unternehmer die Augen verschließen oder es den Leuten auch gar nicht bewusst ist, dass das kommen wird. Aber bei diesen 5 Stufen ist sich eigentlich die Wissenschaft ziemlich einig, dass wir jetzt in Stufe 3 bis 4 sind. Und Stufe 1 bis 2 hat 2 Jahre gedauert, 2 bis 3 hat ein Jahr gedauert. Und eigentlich sind wir jetzt schon im Sprung auf Stufe 4. Weil wir auch merken, wie kreativ die KI schon sein kann. Also wenn du sie richtig promptest. Worst case ist, nächstes Jahr gründet die KI ein Voice-Unternehmen oder ein Stimmunternehmen hier in deiner Nachbarschaft.

Martin Jäger: Und dann ist die Frage, bist du darauf vorbereitet?

Martin Geißler: Krass, okay. Aber was ich auch raus höre, wenn ich jetzt so ein bisschen darüber nachgedacht habe, ist, dass ich es als kleineres Unternehmen leichter habe, in die ganze Sache einzusteigen, als wie jetzt ein großer Konzern. Weil was ich auch bei unseren Kunden erschreckenderweise feststelle ist, also ich denke da jetzt ganz speziell an einem Kunden, da ist es, da ist allein der Datenaustausch von einem Podcastformat ein riesen dramatisches Problem, denen das zukommen zu lassen, dass die das applauden können und so weiter, weil das an so viel Vorschriften und Compliance was gebunden ist, wo ich mir denke, wo soll das alles hinführen und wie willst du solche Prozesse überhaupt verbessern? Weil du müsstest ja an der Basis anfangen. Ja, muss platt machen. Also, ja, okay.

Martin Jäger: Nein, nein, also du musst den Prozess platt machen.

Martin Geißler: Also hast du einen scheiß Prozess und du digitalisierst ihn, hast du einen scheiß digitalisierten Prozess. Ich weiß nicht, ob es dann so einfach ist, für die Großen da auch so schnell nachzuziehen und ob sie sich der Problematik bewusst sind.

Martin Jäger: Nee, also ich glaube, dass sich viele der Problematik bewusst sind, aber das ist halt wie wenn du 55 bist und 250 Kilo, Rainer Kallmund. Was willst du machen? Du bist 55 und wiegst 250 Kilo. Also weißt du, abnehmen, klar geht, aber du hast immer noch alles an dir dran. Und das ist tatsächlich Das Bittere, dass ich ja auch in größeren Strukturen unterwegs bin und wir kommen immer wieder darauf zurück, dass ich jetzt sage, ihr müsst einmal alle ehrlich sein. Also A zu euch selber, du musst morgens in den Spiegel gucken und musst sagen, wie KI ready bin ich? So und wenn du sagst, naja, vielleicht, eventuell 0. So, also verstehe ich das, verstehe ich die Optionen.

Martin Geißler: Ist ja auch okay.

Martin Jäger: Ja, nee, ist überhaupt nicht schlimm. Aber weißt du, da fängt es ja an. Nicht delegieren, das ist kein Thema, was du irgendwo in deine, an deinen IT-Leiter delegierst. Hat in der IT ganz wenig zu suchen eigentlich KI. KI ist eher im Business Development meiner Meinung nach viel besser angesiedelt. IT ist ja nur die Struktur der Körper, aber eigentlich ist ja der Impact von KI in der Gesamtorganisation. Und du musst höchstwahrscheinlich wirklich einmal Reset drücken. Ansonsten herzliche Einladung an jeden, den es da draußen gibt.

Martin Jäger: Guckt dir Unternehmen an, zwischen 100 und 250 Mitarbeiter in deiner Region. Schreibt da mal eine Bewerbung. Guckt dir mal den Prozess an. Wann kriege ich ein Feedback? Wie sieht das Feedback aus? Sehr geehrte Bewerberinnen, sehr geehrte Bewerber, vielen Dank für Ihre Bewerbung. Weiß ich schon mal, okay, die nutzen keine KI, die benutzen keine Automatisierung. Weißte, wann kriege ich das Feedback? Nach 4 Wochen. Okay, da sitzt ein Mensch, guckt sich das an. Und dann musst du sagen, okay, ich mache das geil.

Martin Jäger: Ich mache das statt mit 250 Mitarbeiter mit 25.

Martin Geißler: Also da habe ich jetzt selber die Erfahrung gemacht, weil 2 Personen in meinem näheren Umfeld sich gerade neu beworben haben, wie komplex es den Leuten gemacht wird. Das ist unfassbar. Und dann wundern sich tatsächlich auch Unternehmen, dass keine Bewerbung kommt oder dass die Stelle nicht besetzt werden kann, weil da Prozesse aufgelegt sind, die ich weiß nicht bei wie vielen Accounts man sich da am Ende des Tages auch angemeldet hat.

Martin Jäger: Ja, aber weil halt der Prozess, da bin ich ja im Internet echt gehasst mittlerweile, weil der Prozess immer aus diesen akademischen Bullshit-Elfenbeinturmen heraus produziert wird von Menschen, die dann Prozessorganigramme und Hiringchain und Candidate Journey und weißte, die sitzen den ganzen Tag in irgendwelchen tollen Meetings und malen tolle Powerpoints. Und jetzt, witzigerweise, sind ja viele aus dem Personalumfeld selber betroffen, weil sie sehr schnell ersetzbar sind. Warum? Weil sie halt nur in der Theorie Dinge gemacht haben. Theorie kann die KI für 0 Euro besser. Ähm, und jetzt merken sie, ach du Scheiße, das ist richtiger Dreck. Richtiger Dreck. Du kommst nicht nach vorne. Und es gibt keine Abteilung im Unternehmen, die mehr Menschen verurteilt und in Schubladen einkategorisiert in wenigen Sekunden als Personalwesen.

Martin Jäger: Die haben alle ganz viel, Wir machen Diversity und Zuhören und Change Management. Und der Mensch steht im Mittelpunkt. Selbst in der dreckigsten Produktion ist mehr Menschlichkeit als in Personalwesen. Die finden sich alle gegenseitig geil, die finden alle ihre englischen Zauberbegriffe toll und gehen alle auf die Zukunft Personal. Und was du kannst schon mit WhatsApp ist das auch DSGVO konform. Da kann man auch bewerben zu und absagen. Mensch das ist ja toll. Die haben alle keine Ahnung.

Martin Jäger: Also nicht alle, alle. Aber Du kannst mit Sicherheit, wenn du eine 10 Mann starke Personalabteilung hast, kannst du 9 rauswerfen und wenn du davor anfängst deine Prozesse zu automatisieren, merkst du das nicht mal. Da hast du 9 mal 60, 65.000 Euro. Ich hab gerade

Martin Geißler: im Kopf hochgerechnet, die Personalkosten.

Martin Jäger: Und das krasse ist, dass da erst auffällt, wie schlecht der Output ist. Also du hast dann teilweise Personalerinnen oder Rekruter, die wirklich eine Stellenausschreibung und 5 E-Mails pro Tag schreiben. Und die Stellenausschreibung liegt ja irgendwo in der Schublade, die wird ja nie neu erfunden, was auch richtig schlecht ist. Weißt du, ein Vertriebler will doch was Geiles lesen. Der will nicht lesen, wir sind ein produzierendes Unternehmen von der Schwäbischen Alb. Mit 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erkunden wir den Weltmarkt. Weißt du, sondern er will doch hören, Alter, bei uns geht's richtig ab, bei uns geht's ab, noch eine Mille los, bei uns kriegst du 3 Prozent Provision, kannst dir selber mal ausrechnen, da ist die Telefonnummer. Weißt du, also du wirst ja auch niemandem gerecht durch diese Standardisierung von allem.

Martin Jäger: Und Personalwesen ist eine absolute Katastrophe, wenn du da reinguckst. Also Sales genauso. Bei ganz vielen ist Sales… Das sind

Martin Geißler: auch so deine 2 größten Baustellen, die du da im KI-Bereich mit betreust?

Martin Jäger: Also die, die am einfachsten mit unglaublich wenig Geld abzufangen sind. Also wenn du, also ich sag mal, wenn du, musst du ja nicht mir geben, jemand anders 20.000 Euro gibst, kannst du 80 Prozent von allem im Personalumfeld automatisieren. Also gibt's ja, hab jetzt den Namen vergessen, IBM hat ja quasi, wie viele Stellen waren's? Über 500 Personalstellen weltweit an einen Chatbot abgegeben. Und es funktioniert zu 92 Prozent. Weil Urlaubsantrag, wo kann ich mich krank melden? Also du hast ja viele Standardisierungen. Und wie gesagt, da mag sich jetzt keiner angegriffen fühlen, der gut ist. Aber es gibt halt ganz viele, die einfach im unteren Feld mitschwimmen. Die haben eine schöne Visitenkarte, haben irgendeinen schönen akademischen Titel.

Martin Jäger: Keine Ahnung.

Martin Geißler: Also was den Vertrieb da betrifft, das war ein Podcast, den habe ich schon vor 2 Jahren gehört. Das war ein Test von Tesla, dass jemand auf der Landingpage war Und der ist dann von der KI angerufen worden und hat gefragt, was er auf der Webseite gesucht hat und für welches Modell er sich interessiert. Hat auch schon ja da Einwände weggebügelt und am Ende des Tages war das Ergebnis, er hat einen Probefahrttermin mit ihm ausgemacht. Wie geil ist das denn? Also irre.

Martin Jäger: Ja, aber das auch hier. Wir haben im Vertrieb ganz viele Leute, die warten auf E-Mails vom Kunden und schreiben eine E-Mail zurück, haben dann noch irgendeine Back-Office-Abteilung, wo dann Angebote geschrieben werden. Einfach nur eine Katastrophe. Aber man darf nie vergessen, das Kernproblem liegt im Wissen des Managements. Das Wissen, also Die meisten Manager ahnen nicht mal, was hinter dieser Tür steht. Aber das ist ja deine Aufgabe als Manager. Wir reden jetzt nicht von einem 5-10 Mann Unternehmen. Da ist die Aufgabe, wir müssen gucken, dass wir überleben.

Martin Jäger: Aber wenn du jetzt eine 500 Mann Firma bist, dann ist ja das Management fürs Übermorgen verantwortlich, das Management fürs Morgen, die direkte Führungsstruktur fürs Heute. Und du musst doch diese Tür für die KI mal öffnen. Da gehst du mal auf eine Konferenz oder Buchst dir bei irgendjemand mal einen Tages- oder Zweitagesworkshop und sagst mal okay und da musst du merken, ach du scheiße, wir bezahlen hier 50 Leute, die sind 25 Tage krank, 30 Tage Urlaub, jedes Jahr wollen 6% mehr, weil die Kerrygoldbutter teurer geworden ist. Wir müssen was machen. So und dann musst du auch ehrlich an dein Personal und ich kann nur jedem empfehlen, können wir vielleicht in die Show Notes mit rein machen. Micha Hoffman, der CEO von Fiverr, der hat eine E-Mail geschrieben, also die ist auch auf X zu finden, also auf ehemals Twitter, mit 7 Punkten. Also ich behaupte, das ist die perfekte Idee. Du könntest genau diese Mail nehmen und in deine Organisation rein copypasten.

Martin Jäger: Müsste halt den Namen ändern. Und da ist kein Wort zu viel und keins zu wenig. Da steht drin, wenn in den nächsten 2 Jahren, meine ich, diese 7 Punkte nicht erfüllt, wird sein Job verlieren. Ganz klar. Das steht ganz klar drin. Und da steht halt drin, du musst selbstständig lernen können. Nicht nur auf warten, wenn ich dir eine Schulung bezahle. Du musst dich zusammen mit mit Kolleginnen und Kollegen über Prompts unterhalten.

Martin Jäger: Du musst neugierig sein. Also es sind 7 Punkte, wirklich. Also jetzt nicht riesig viel Text. Und genau an sowas scheitert es, dass das Management überhaupt eine Idee hat, was passiert. Und dann muss das Management klar kommunizieren. Also auch sagen, was passiert, wenn du nicht mitkommst auf diese Reise. Das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Dann zu sagen, jetzt muss ich natürlich Ressourcen investieren, damit auch ich aus der Management-Ebene diese 7 Punkte möglich machen kann.

Martin Jäger: Und die, die nicht mitkommen, kommen nicht mit. Also wenn du auf Mount Everest gehen willst und da kommt eine mit Pöms und kurzen Rock, da musst du sagen, Schätzchen du bleibst hier. Das ist eine gefährliche Reise, die wir machen. Weißt du, genauso der Peter, der in Lackschuhen kommt. Da musst du sagen, Kollege, das ist nett gemeint, aber du bleibst hier unten im Basiscamp. Du kannst da nicht mitkommen. Da oben ist die Luftklappe. Und diese Ehrlichkeit brauchen wir wieder.

Martin Jäger: Wir brauchen wirklich ganz klar, und deswegen ja auch am Anfang des Podcasts, wir werden wieder dahin kommen, dass wir eine gewisse autoritäre Führung bekommen, weil für diesen ganzen Spaß ist gar keine Zeit mehr. Wie auch immer deine

Martin Geißler: Pronomen sind, willst du mitkommen

Martin Jäger: oder nicht? Also weißt du, das ist eine ganz einfache Frage. Und wenn deine Pronomen wichtiger sind als die Reise, dann musst du da bleiben. Und wenn deine Kinder wichtiger sind als der Kunde in deiner Arbeitszeit, dann musst du dich deine Kinder kümmern. Und das hört sich dann immer so hart an und so kaltherzig. Ich bin selber Vater von 2 Kindern. Aber es geht nicht, dass du sagst, ja, aber ich muss 14 Uhr meine Kinder abholen. Ja, aber Arbeitszeit ist doch bis 17 Uhr. Ja, aber Vereinbarkeit mit Familie und Beruf.

Martin Jäger: Ja, und wo ist der Beruf in der Gleichung? Also wenn der Kunde uns nicht mehr bezahlt, haben wir alle keinen Job. Können wir alle Care Arbeit machen den ganzen Tag. Und diese Deutlichkeit, das fehlt mir manchmal. Jemand, der sich das leisten kann, cool, Aber das zahlt alles der Kunde. Weißt du, warum kosten Mercedes 80 und BYD 40? Ja, klar. Und diesen Luxus können wir uns nicht mehr leisten. Mein klares Statement. Dafür leiste ich mit meinem Namen deinen Joachim Hib.

Martin Geißler: Sehr schön. Jetzt würde mich interessieren, da du ja jetzt in dem Kreditsektor zu Hause bist, wie bist du da vom Kaufmann hingekommen? Aufgrund meiner Legasthenie. Okay, das ist spannend.

Martin Jäger: Also ich bin Legastheniker und hatte immer das Problem gerade in der Selbstständigkeit, wenn du teure Angebote hast und ein Geschäftsführer das liest und da sind in den ersten 4 Sätzen 3 Rechtschreibfehler drin, sagt der, okay der muss ein bisschen bescheuert sein, den gehe ich ja keine 20.000 Euro. Und ich habe dann immer meinen Schwager, Grüße gehen raus, der ist Germanist, meine Angebote querlesen lassen, aber der hatte natürlich auch mal ein paar andere Sachen zu tun, da musste ich halt warten. Und auch witzigerweise, auch der hat nicht alle Rechtschreibfehler rausgefunden. Und du konntest, egal welches Rechtschreibprogramm hat, ist und ist, seit und seit, tot und tot nicht aus dem Kontext verstanden. Sondern der hat gesagt seit und seit, der hat nicht den Satz gelesen, sondern der hat gesagt, ah gibt 2 Deutungen. Und das habe ich schnell gemerkt und habe mir gedacht, ach du Scheiße, das ersetzt diesen riesengroßen Manus, kann ich damit komplett kostenfrei, also ich habe am Anfang auch Chachibity einfach nur kostenfrei genutzt. Und der zweite große Impuls war, dass ein Kunde gesagt hat, die Konzernmutter aus Texas braucht das Angebot auf Englisch. Jeder, der Legasthenie hat, hat auch andere Sprachprobleme.

Martin Jäger: Also mein Englisch ist auch nicht das Beste. Und da habe ich gesagt, hier, Kunde, bla bla bla, der will das auf Englisch. Der sitzt in Texas, guckt dir mal die Firma an. Damals noch mit Plugin, dass es ins Internet konnte, das weiß ich noch. Und dann hat der Ansprechpartner mich angerufen und gesagt, die Zentrale war total begeistert, woher ich denn diese texanischen Slang-Wörter kennen würde. Also ich war da immer relativ offen und habe gesagt, ich mache das mit KI. So kam das eine zum anderen. Irgendwann hat ein Kunde gesagt, Mensch, zeig mir doch mal, wie du das machst.

Martin Jäger: Du erzählst ja immer mal wieder. Und so bin ich eigentlich da reingeschlittert, wie die junge Frau zum Kinder. Also ich bin weder ein Techniker noch ein Programmierer, sondern ich bin halt auf dieser Tun-Bubble unterwegs, aber nicht auf der 0&1-Bubble. Und das ist aber eigentlich eine ganz spannende Mischung, weil du in diesem Change-Management hast du halt entweder so die richtig kranken Theoretiker, Akademiker, oder du hast die Programmierer, 001en. Und ich sitze dann halt in der Mitte und sage, ja, der hat schon recht, aber ich erkläre es ihnen jetzt mal in 1 normalen Metapher und dann sagt der, ah, okay, da macht das Sinn. Und das ist dann so ein bisschen dieses Geschenk, was ich mitbringe, eine gewisse Hemdsärmlichkeit und dass ich halt verstehe, deswegen Ich mache auch ganz wenig Content über so Video Generatoren und Bild Generatoren, weil ich sage, es bringt dem Unternehmer nichts. Also ist cool. Ich nutze es auch.

Martin Jäger: Das ist auch ganz schön und kreativ.

Martin Geißler: Aber ich wollte gerade noch die Zwischenfrage wegen Legasthenie. Wie kreativ würdest du dich einstufen? Weil ich kenne auch viele Personen, die Legasthenie haben und die sind in ihrem Beruf so am Start und designen und sind kreativ. Das ist dann die andere Stärke.

Martin Jäger: Wir können uns trotz Besoffen irgendwo hinsetzen und irgendjemand will mit mir über weiß ich nicht was diskutieren und ich finde irgendeinen Weg, mit dem zu diskutieren. Also das ist tatsächlich, aber Elon Musk, also es gibt ja viele berühmte Menschen mit Legasthenie, nicht dass ich mich da einreihen möchte, aber Also es gibt ganz viele Dinge in meinem Leben, die fand ich alle richtig kacke. Legasthenie, ich hab ja auch diese Pigmentverschiebungen und so. Und immer im Nachgang bin ich Gott froh, dass ich das alles hab. Also ohne die Legasthenie wäre ich nie kreativ, wäre ich nie so schlagfertig, wäre ich, ne? Ich weiß noch damals, mich hat das richtig gestört, hier wegen meiner Pigmentverschiebung, hat mal 1 gesagt, ja, wir wussten nicht mehr, wie sie heißen, aber jeder konnte sich noch an die Pigmentverschiebung erinnern. Und wenn man das hat, ist das total beschissen. Die reduzieren mich jetzt darauf und irgendwann habe ich verstanden, wie geil, die anderen haben alle nur einen Namen. Ich habe auch noch eine Big Man verschieben.

Martin Geißler: Wann kam dieser Switch bei dir? Mitte 30. Bist du von alleine drauf gekommen?

Martin Jäger: Ja, ja. Also wirklich durch so Momente. Aber du fühlst dich ja getriggert. Zum Beispiel mich hat immer getriggert, dass ich nicht studiert habe. Bis ich irgendwann, war Ich selber Teamleiter und ich weiß, also das weiß ich wirklich noch, es war, also nichts was mit der Sache zu tun hat, aber es war türkischstämmig. Und der hat gesagt, ja, er hat nicht studiert, hat dann jetzt aber studiert und hat aber nicht das Studium und der hat sich voll in die Rechtfertigung weg gerechtfertigt. Und ich hab gesagt, ich hab sie nie nach ihrem Studium gefragt. Also das geht mir immer am Arsch vorbei.

Martin Jäger: Da war es zum Beispiel so ein Moment, wo ich mir gedacht hab, boah krass, ich bin genau dieser Typ. Ich hab immer gedacht, dass mein fehlendes Studium was Negatives ist. Und jetzt sitze ich in Runden, bin der Einzige, der nicht studiert hat und komme auf so kranke Ideen wie, ruft doch mal einen Kunden an. Ja, aber Whiteboard und Excel-Tabelle. Ne, jetzt sitzen hier 10 Leute. Jetzt nimmt jeder sein Telefon, geht spazieren und jeder von euch ruft 5 Kunden an und wir fragen denen, was er von unserer Idee hält. Ja nee, aber wir können das noch nicht machen. Warum nicht? Als Vodafone gerade kein Netz oder, also wieso nicht? Weißt du? Und dann bin ich derjenige, der erste in dieser breiten Masse an BWL-Studierten MBAs, die auf die geisteskranke Idee kamen, den Kunden anzurufen.

Martin Jäger: Und dann kommen die alle wieder und sagen, ja, das hätte der Hammer. Also die fanden unsere Idee schlecht, aber das und das haben die gesagt, ja, das können wir doch machen. Weißt du, und dann ist auf einmal der Raum voller Ideen. Weißt du, dann sind wir weg von Excel und sind auf einmal bei Ideen. Und gleich in der Umsetzung.

Martin Geißler: Und Feedback.

Martin Jäger: Und 2 Wochen später, was ist eigentlich aus der Idee geworden? Wir haben ja darüber, also weißt du, und du bist wieder in der Interaktion mit Menschen. Und ich habe jetzt, also jetzt, jetzt bin ich 41, ich verstehe, dass das eine Superkraft ist, in einem Umfeld, wo jeder Akademiker ist, keiner zu sein, ist eine Superkraft, das ist kein Manko, was ich mitbringe. Weißt du, und das ist glaube ich was, Also ich könnte es meinem 18-jährigen Ich jetzt auch sagen und würde sagen, ja halt dein Maul. Das ist halt wie mit Rauchen aufhören. Entweder du verstehst das, aber von außen kann dir das keiner sagen.

Martin Geißler: Fühle ich zu 100 Prozent, weil ging mir lange genauso. Bis zu einem Tag Und zwar hat uns die Bayerische Akademie der Wissenschaft beauftragt, ein Sound Logo und ein Sound Branding, also Musik Brand zu entwickeln. Und am Ende des Tages sind wir dann nach München reingefahren. Und da hieß es dann ja, wir sollen das präsentieren und auch verargumentieren. Was ich nicht wusste, dass das in 1 riesigen Bibliothek bei denen stattfindet und 10 Professoren da hocken. Und ich stand dann da vorne und dachte mir so, fuck, du hast nicht studiert Und jetzt erklärst du Professoren, was du ihnen da gedenzt hast. Und das war total abgefahren, weil die damit so gut wie nichts haben anfangen können und haben dann auch ganz leidenhaft gesagt, sagen Sie mal Herr Geisler, jetzt aber mal ganz im Ernst, die Wissenschaft, ihre Musik, die ist viel zu geradlinig. Da müssen Disharmonien rein, das muss falsch gespielt werden.

Martin Geißler: Da dachte ich mir, wie interessant ist das denn? Und dann sind wir auch mit dem Feedback hier zurück ins Tonstudio. Und das hatte damals noch eine Kollegin übernommen und der ist es nicht gelungen, falsche Harmonien dieses Musikstück 1, weil da der Perfektionismus da war. Und ich habe es dann am Ende des Tages dann verbogen und verschieden. Und was da rausgekommen ist, ist so unik und so abgefahren und so geil. Aber zurück zu der Situation. Ich erkläre Professoren, was Sache ist. Und ich habe nie studiert. Und das war dann das Hack X bei mir, wo ich dachte, okay, das ist auch eine super Kraft, die man haben kann.

Martin Geißler: Mic Drop. Ja,

Martin Jäger: ja, aber das ist halt was. Also ich glaube generell haben viel zu viele Menschen, Also wenn du Akademiker bist, darfst du stolz darauf sein. Du bist aber nicht was besseres. Und ich glaube aber, dass das Problem ist, also jetzt mit der KI und da möchte ich von der, was hat Augsburg? Nicht Uni, Oder?

Martin Geißler: Doch Uni.

Martin Jäger: Grüße gehen an den Dekan, weil mit dem durfte ich nämlich mal, der hat vor mir einen Theorieimpuls gegeben und ich habe nach ihm einen Praxisimpuls zum Thema KI gegeben. Ist bestimmt schon 2 Jahre her. Und das fand ich richtig geil. Der hat nämlich gesagt, wenn Sie einen Hauptschüler mit einem Handy und Chat-GPT, ein Fachplenum, 10 Fragen und jeder hat 5 Minuten Zeit die Antworten vorzubereiten. Ich gegen den Hauptschüler mit dem Handy. Ich habe keine Chance. Und das fand ich so unfassbar ehrlich, dass ich mir dachte, ach du Scheiße, das ist jetzt mal richtig ehrlich. Und der hat gesagt, wir müssen uns davon lösen, dass dieses, wir haben ganz viel Theoriewissen, das nichts mehr wert.

Martin Jäger: Das nichts mehr wert. Nein, aber weißt du, und das Geile ist, dass ja die, und das fühlen bestimmt viele, die keinen akademischen Grad haben, die denken immer, sie sind so ein bisschen dümmer, als die Gruppe der Akademiker. Und das ist halt so nicht. Und da gibt es beides schlaue und dumme und arrogante und nicht arrogante und Praktiker und Theoretiker. Aber Grüße gehen raus an jeden, der sich da angesprochen fühlt. Macht einfach euer Scheiß.

Martin Geißler: Du, am Ende des Tages sind auch nur Menschen, weil, kleine Anekdote, weil jetzt sinkt das Niveau gleich so richtig. Ja, sehr gut.

Martin Jäger: Jetzt bin ich dabei.

Martin Geißler: Jetzt wird's gut. Ich bin auch von einem Professor gestanden. Wir haben eine Umfilmierung hinter uns hier. Jetzt sag mal, here we go. Vorher waren wir die MGP Studios, Martin Geissler Productions. Aber natürlich kam auch die Frage 1 Professoren auf, ja was heißt denn eigentlich MGP? Und ich hab ihn dann angeschaut, was soll das heißen? Natürlich, Megakroßer Pimmel. Geil. Ja? Stille? Ja, Aber damit hatte man sie dann, ne?

Martin Jäger: Das ist, Jeder kocht nur mit Wasser. Als ich Personalberater war, hatte ich's ja wirklich nur mit den oberen Also, ja, nur mit Konzernen. Nur mit CIO, CEO, CFO, CHO und Und wenn die Türen zu waren, waren das die geilsten Leute. Du hast mir die dreckigsten Witze erzählt. Aber weißt du, klar, Anzug, Krawatte, hier Offizierskantine und so. Immer der Schein muss gewahrt sein. Aber am Ende der Zeit Also, ich mag ja die Hanseaten, hab die richtig lieben gelernt. Ich war 5 Jahre dafür verantwortlich.

Martin Jäger: Die haben mir auch teilweise gesagt, Sie, Herr Jäger, ich mag Sie nicht. Hab ich gesagt. Ist

Martin Geißler: okay, ja.

Martin Jäger: Das ist geil, da muss ich nicht rumdoktern, wir müssen uns nicht verstellen. Bin ich nicht Ihr Ansprechpartner, Ist doch geil. Und das fehlt mir auch manchmal so ein bisschen, diese brutale Ehrlichkeit, weißt du? Auch dieser Humor, dieses Bodenständige. Und umso mehr Millionen die Menschen haben, umso entspannter sind die Also diese ganzen, wir haben die damals in der Personalberatung mehr Frettchen genannt, weißt du, die nach oben beißen, nach unten beißen, unkalkulierbar, eine gewisse Grundnervosität an den Tag legen. Das sind ja die Unerfolgreichsten. Die Leute, die entspannt sind, die jedem mit Augenhöhe begegnen, ich tue dir nichts, du tust mir nichts, Das sind ja die richtig Erfolgreichen.

Martin Geißler: Das habe ich auch gemerkt, als ich da bei Antenne Bayern im Radio-Business am Start war, dass die wirklich großen Künstler. Sowas von entspannt waren und du konntest mit denen auch ein normales Gespräch einfach auf Augenhöhe führen. Und die waren auch froh, weil die ja sonst auch immer angehimmelt worden sind. Sondern man hat sich einfach über das Musikbusiness ausgetauscht. Oder was weiß ich, aber es war einfach ein normales Gespräch, wie mit jemandem auch. Und dann hast du die Newcomer gehabt, die die Nase so weit oben hatten und die Manager waren noch wichtiger. Und Leute entspannt euch mal wieder alle und atmet mal alle durch. Und am Ende des Tages.

Martin Jäger: Ja, ich habe aber eine Frage an dich, wenn du aus dem Radio kommst, die konnte mir noch keiner beantworten. Wo ist das Hit Radio Antenne 1 Land? Wer ist dort Bundeskanzler? Und vor allen Dingen, wer Gottes willen kümmert sich da die Digitalisierung?

Martin Geißler: Boah, das ist ein riesiger Topf, den du da aufmachst. Wer kümmert sich im Radio die Digitalisierung? Ich glaube, das ist jetzt auch eine ganz harte These, aber ich glaube, das Radio schafft sich selber ab. Weil sie meinen, Und das glaube ich ist auch so ein Irrglaube, den ganz viele da draußen haben, dass KI eine One-Click-Lösung ist. So ich gebe einen Prompt ein und da wird für mich alles erledigt. Und so macht das Radio gerade in vielen Bereichen auch. Wir hatten auch gerade eine Anfrage aus Österreich von so einem Radiosender, wo es darum ging, dann noch kleine Sound Elemente zu produzieren und alles andere wird von der KI moderiert und gesteuert. Ja, also unmenschlicher geht es nicht mehr. Ja, warum? Weil ich glaube, die im Radiosektor einfach auch die ganzen Budgets nicht mehr haben.

Martin Geißler: Also wenn man sich allein die Hörerzahlen anschaut. Ich habe nur den Blickpunkt, als ich damals dort eingestiegen bin und kann mir die Hörerzahlen anschauen, als ich da raus bin. Die haben sich halbiert.

Martin Jäger: Von was reden wir?

Martin Geißler: Also das waren von 1, 2 Millionen Hörer in der Stunde zu 600.000 Hörer. Im Durchschnitt pro Stunde?

Martin Jäger: Ja. Also auch mit nachts alles mit inkludiert? Alles inkludiert. Ja.

Martin Geißler: Und das über einen Zeitraum über 8 Jahre. Und dann weißt du ja auch, wo die Reise hingeht. Auch bei den Jungen ist ja Radio kein Thema. Ja, weil und da ist die Entwicklung hingegen auch damals vor, Also als ich damals angefangen habe, ich glaube, das ist mittlerweile 12 Jahre her, da sind halt noch Storys erzählt worden. Du wolltest das Hörer mitgenommen. Es war Herzblut in den ganzen Produktionen, in den ganzen Aktionen drin. Und jetzt ist es nur, Wie können wir mit möglichst wenig Input am meisten Output generieren? Und das auf Programmebene, auf Budgetebene, auf Personalebene. Und dass das langfristig natürlich vollkommen nach hinten losgeht, ist doch klar.

Martin Jäger: Aber wie… Also wir reden jetzt über das Ist, nicht über deine Zeit, weil du weißt, du bist schon alt. Ich denke mir immer, wie werden diese Menschen gescoutet? Ein schlechter Witz nach dem anderen, ein englisches, 2 deutsche Wörter. Ich denke mir immer, wer tut sich das an? Und dann immer so, Peter, Grüße gehen raus an den Maximilian. Dann denke ich mir immer, wie schlecht das alles geworden ist. Dann spiel doch nur Musik, Da moderierst du nicht. Wie werden diese Menschen gescoutet? Also wie wird man Moderator von so 1 Morningshow auf Italien, wo du dann sagst, ich höre mir das da manchmal an, weil meine Tochter Radio hören will und dann denke ich mir, oh grausam. Also das Produkt Radio, Sie haben Produkt, ist von der Moderation, ich meine die Musik ist die Musik, weißt du, ob ich Öla Paloma Blanca da höre oder da höre oder auf Spotify höre, aber das Produkt Radio ist so schlecht geworden oder kommt mir das nur so vor?

Martin Geißler: Nö, bin ich bin ich komplett bei dir. Das ganze Produkt. Ich weiß nicht mehr, ob zeitgemäß auch oder nicht zeitgemäß die richtigen Worte sind, weil wir leben Heute ganz anders. Also wenn ich Musik konsumieren will, dann sage ich der Alexa, was sie spielen soll. Oder höre mir die Playlist auf Spotify an, die ich hören will. Also ich suche mir das ist genauso wie mit Netflix. Ich schaue mir meinen Film oder meine Serie nicht 20.15 Uhr, wenn du mich vor den Fernseher ziehst, sondern wenn ich die Lust und Zeit dazu habe. Das hat sich halt komplett gewandelt.

Martin Geißler: Und dann reden wir ja immer von dem großen Wort Authentizität. Und über dieses Wort denke ich schon ganz lange nach, weil wenn wir wirklich alle authentisch wären, dann hätten die auch im Radio 5 Uhr in der Früh keinen Bock auf eine Hey geht's euch allen gut? Ja, sondern Hey, bin wieder im Start. Also wäre eine ganz andere Ansprechhaltung. Und ich habe das auf 1 Reise in Südafrika erlebt, was es heißt, authentisch zu sein. Weil da gibt es genau aus meiner Sicht gab es da 2 Parteien. Wir waren im Restaurant und wir haben eine Stunde gewartet, bis jemand bei uns an den Tisch kam und eine weitere halbe Stunde, bis wir Wasser an den Tisch hatten, weil die einfach keinen Bock hatte. Und das hast du ihr auch angesehen. Und das hat die auch gelebt.

Martin Geißler: Und Am liebsten wäre sie auch nach Hause gegangen. Und die hat einfach alles angekotzt. Die war authentisch. Ist das wirklich das, was wir am Ende des Tages auch wirklich alle wollen? Fragezeichen. Und dann gibt es natürlich im Radio gewisse Guidelines. Wie wollen wir als Radiosender wahrgenommen werden? Wie sind unsere Moderationen aufgebaut? Sprechen wir die Leute per Sie an oder per Du?

Martin Jäger: Wie ein CI halt.

Martin Geißler: Ja und an dieses Konstrukt halten sich dann halt auch alle, weil natürlich alle auch so gebrieft werden. Da gibt es dann auch die Abteilung der Programmgestaltung, die das dann auch festlegt, die auch Moderationen zum größten Teil festlegt, wie diese gesprochen werden und

Martin Jäger: wie die Menschen so zu sein haben. Wie? Ja schrecklich. Also aber das ist ja auch von den Einschaltquoten, denke ich mir, dann so ein mittelmäßiges TikTok kriegt das ja auch schon hin. Also von der Reichweite wie so ganze Shows. Und bin da auch immer wieder schockiert teilweise, wie schnell du da auf 1000000 oder auf eine halbe Million oder auf 40.000, ne. Also ich habe am Wochenende glaube ich 5 Videos gehabt, die über 50.000 Impressionen erzeugt haben und dann denkt man sich halt, krass, das sind 2, 300000 Leute mit 3 Videos, die du da erreicht hast und das halt irgendwie halb Stuttgart. Also so 5, jeder zweite in Stuttgart müsste dann hey. Und Das ist halt dann schon teilweise interessant und natürlich auch als Unternehmer, da so ein bisschen wieder zurückzukommen, halt auch erschreckend, wie viele das einfach liegen lassen.

Martin Jäger: Also dass du

Martin Geißler: das ist ja auch was im Radio sagt, komplett liegen. Also dieses ganze Social Media Game. Und da kann ich guten Vergleich ziehen. Der Hannes Zwetschge, über den wir uns auch kennengelernt haben am Community Day, der hat in der letzten Weihnachtszeit auch eine Spendenkampagne über TikTok gemacht und hat da genauso viel, wenn nicht sogar mehr, eine Spendensumme eingeholt über TikTok. Mehr als wie ein bekannter lokaler Rundfunksender hier, Radiosender in Augsburg. Und das ist dann schon beachtlich, wenn man dann als Alleiniger...

Martin Jäger: Und der hat das jetzt glaube ich nur über TikTok-Lives, ne? Ja genau! Der ist glaube ich paar Abende... Ja, aber das ist diese Community-Denke, ne? Und die vielen kleinen Leute, die halt viel ausmachen. Also 1000000 einzelne Personen oder eine Firma mit 1 halben Million. Das ist halt 1000000 mal eine Person mehr. Und das wird halt brutal unterschätzt. Also auch wie viele Termine ich über TikTok habe. Die Leute sagen immer Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Und dann sage ich Aber wie hast du mich denn kennengelernt? Ach so stimmt.

Martin Jäger: Ja, ich hab dich auch über TikTok. Und dann sage ich Aber du bist da war am Freitag in Grüße Grüße gehen raus bei Frankfurt Pharma Firma. Und das war so geil. Kriege ich einen Termin Dienstag für Donnerstag. Also ich habe immer 24 Stunden Puffer, dass mir niemand für morgen mal kurz einen Termin eintragen kann. Und dann war der Manager im Urlaub, die ich glaube Produktmanagerin hat das organisiert gehabt und dann so, ja Martin, ich kenn dich, du kennst mich nicht, aber ich verfolge dich schon seit

Martin Geißler: einem Jahr.

Martin Jäger: Du, was ist denn dein Tagessatz? Ja das und das. Ja, dann kommst du mal 2 Tage vorbei. Ja, über was soll es gehen? Ja, da finden wir dann schon ein Thema. Weiß er nicht, denkt mir. Ja, gekauft hat er schon mal, aber so was weiß er noch nicht. Und ja, auch diese Marke dann zu schaffen, so diesen Wunsch, auch mit jemandem zusammenzuarbeiten. Letztes Jahr hat mich 1 2 Tage lang gebucht, nur damit ich ihm zuhöre und ihm sage, dass er nicht geisteskrank ist. Das hätte ich nie gedacht.

Martin Jäger: Der hat so viel Scheiße mit seinen Mitarbeitern. Die betrügen, die lügen, die machen deutsches Kündigungsschutzgesetz oder ich sag ja immer Low-Performer-Schutzgesetz. Du kannst ja niemanden mehr was antun. Und ich war da 2 Tage und hab gesagt, nee, du bist kein Geisteskranker. Du hast wirklich recht. Aber dafür zahlen die Leute teilweise Geld. Also es ist wirklich, wirklich. Und das zeigt ja nur in welcher Verfassung die Manager teilweise sind.

Martin Jäger: Also es ist, die sind lei den hunderttausendsten EY, PWC, BWL, NBA Typen da zu haben, der dann ein Controlling Board an die Tafel wirft. Die haben aber auch keinen Bock mehr auf diese ganze Saga, du als Manager bist immer schuld. Und eigentlich reite ich ja dieses Pferd. Also, ich hab mir nie gewünscht, dieses Pferd zu reiten. Mein TikTok-Debüt war ja einfach nur, ich muss das, was mir erzählt wird, irgendwo lassen. Okay. So, und zu Hause lassen ist immer blöd, weißt du selber. Meine Frau hat da auch nicht den Einblick, ist auch nicht ihr Business.

Martin Jäger: Und ich habe gedacht, ja, ich erzähle das jetzt auf TikTok und damit ging es mir ganz gut und urplötzlich kommen dann die Leute und sagen, na endlich sagt es mal 1. Ja, genau so ist es bei mir auch. Bla, bla, bla. Und dann merkt man erst, ach du Scheiße, ist das marode. Weißt du, da gibt's so viele Leute, die ihren Chef betrügen, belügen. Also wirklich alles an krimineller Energie. Und dann gibt's halt die Gesetze, die sagen,

Martin Geißler: der Mitarbeiter ist ja aus der Probezeit raus.

Martin Jäger: Den hast du jetzt auf Lebenszeit an der Backe. Oder du zahlst halt richtig viel Geld und noch mal ein halbes Jahr Gerichtsprozess und noch mal 6 Monate Freistellung. Und wenn wir dann wieder so in diese KI-Welt kommen, muss man halt ehrlich sagen, wie gut sind wir juristisch auf die KI-Welt vorbereitet? Einmal die Antwort sehr gut, weil Deutschland eine der wenigen Staaten ist, witzigerweise, die Stufe 5 machbar haben. Also wir können in Deutschland, könnte die KI juristisch Firmen gründen. Also dafür gibt es schon Vorkehrungen. Verrückt, würde man nicht denken. Und auf der anderen Seite muss man sagen...

Martin Geißler: Ich hätte jetzt hier beinahe gefragt, warum das denn?

Martin Jäger: Naja, das ist tatsächlich interessant. Und auf der anderen Seite muss man sagen, wir sind ja schnelllebig. Also früher hast du einen guten Angestellten Gast und hast dir ja gewünscht, dass der 40 Jahre seinen Job gut macht. Und heute musst du sagen, ja, ich habe heute einen, ich sag's mal, Chet-GBT-Experten. In 2 Jahren ist aber Chet-GBT voll out und wir nutzen alle was auch immer. Dann müssen wir switchen. Und wenn der dann sagt, ja, Moment, in meinem Arbeitsvertrag steht, ich bin jetzt GPT-Experte, dann sagt die Gewerkschaft, ja, ja, das ist und der muss ja keiner Vertragsveränderung zustimmen. Ja, nee, also das ist dann der berühmt berüchtigte Kurbel-Einbauer in der Automobilindustrie, der sich 30 Jahre wehren konnte, Knöpfe einzubauen.

Martin Jäger: Verrückt. Gibt's. Okay. So, und da muss man halt ehrlicherweise sagen, da müssen wir halt ran. Also, wir müssen diesen Kündigungsschutz lockern, ansonsten wirst du, also, wir reden nicht von dir und mir, wir stellen irgendwie 3, 4, 5, 10, 15 Hansel ein. Du brauchst ja Unternehmen, die sagen so, ich bin jetzt in Mecklenburg-Vorpommern Tesla, ich brauche jetzt mal 4000 Leute. So Firmen brauchst du ja. Die kriegst du nicht mit.

Martin Jäger: Ja, wenn der einmal seine Probezeit hinter sich hat, kriegst du den ein Leben lang nicht mehr raus. Weißt du, du musst auch

Martin Geißler: über diesen Druck,

Martin Jäger: dass jemand sagt, wenn ich nicht am Zahn der Zeit bleibe, kann ich meinen Job verlieren, musst du die Leute in Bewegung halten. Das geht gar nicht anders.

Martin Geißler: Also absolute Leistungsbeweitschaft?

Martin Jäger: Ja, also was ja nicht High und Fire bedeutet wie in Amerika, dass du in 2 Wochen deinen Job verlierst. Aber jetzt mal ganz ehrlich, also ich habe ja viele Freunde in den großen Industrien, Region Stuttgart. Wenn die sich nicht bewegen wollen, bewegen die sich nicht. Und da kann denen keiner was. Weißt du? Also wie geht denn das? Da kriegst

Martin Geißler: du 6.000... Das ist eigentlich ein Unding. Ja, da kriegst

Martin Jäger: du 7, 8, 9, 10.000 Euro. Weiß Gott, weißt du, hast noch irgendwie die Struktursitze im Homeoffice und Triebrad und Rullala. Ja, aber ich muss ja nicht das machen, was mein Chef will. Ich muss das machen, was in meinem Arbeitsvertrag steht. Und da steht drin, ich muss E-Mails lesen. Da steht nicht drin, ich muss antworten. Pech gehabt. Das ist ein Unding.

Martin Geißler: Ich glaube, wir können noch Stunden lang weiter sprechen.

Martin Jäger: Meine Uhr ist immer noch im Schlafmodus.

Martin Geißler: Aber mal ein Punkt jetzt bei dieser Podcast Episode drauf zu machen. Wenn wir uns, oder nein, lass uns vorher noch einen kleinen Werbeblock machen, Weil was ist denn jetzt, wenn Leute sagen, das was der Martin Jäger hier von sich gibt, das klingt spannend. Ich glaube, das sollte man sich meinen Unternehmern auch mal angucken lassen. Wo findet man dich? Immer zur Konkurrenz gehen. Immer zur Konkurrenz. Gut. Ist immer

Martin Jäger: gut, wenn die erstmal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Nein, also ich bin überall zu finden. Ob jetzt auf LinkedIn LinkedIn war mal mein stärkster Kanal, mittlerweile ist TikTok. Also alles auf huntercoach.de. Hunter, Jäger, Coach, Berater. Eigentlich irgendwie durch den Namen denken alle, ich bin Headhunter. Aber gut, vielleicht rebrande ich auch irgendwann mal.

Martin Geißler: Bei mir hat es auch ein bisschen gedauert, aber irgendwann kam dann der...

Martin Jäger: Ah ja, ja, ja. Nö, und ansonsten, wie gesagt, viele folgen mir auf TikTok. Viele sind aber, das finde ich auch ganz interessant, sind Multimedia... Nee, nicht Multi... Multichannel. Multichannel. Mit... Ich habe wirklich ganz viele, die sagen, ja, ich hab mal ein YouTube-Video von dir gesehen, da hast du was erklärt, dann bin ich dir auf Instagram gefolgt, wo ich nur 2000 Follower hab.

Martin Jäger: Instagram ist widerlich. Also ich find, das ist ein ganz schreckliches Medium, aber man ist halt da. Und dann bin ich irgendwie auf LinkedIn und so gekommen. Wichtig ist halt die Kunden, die zu mir kommen, die müssen, sollten in dem Schmerzpunkt sein, in die Veränderung gehen zu wollen. Also mir bringt keiner was, der sagt, ich brauche dich mal, ich zahle dir gerne 10.000 Euro. Mach mal eine nette Analyse, mit der sich irgendwie das Management danach wohler fühlt. Ich habe halt Bock auf Veränderung. Ich habe Bock auf Impact.

Martin Jäger: Ich habe Bock auf Komm lass machen. Warum hängt es da? Wo ist der Schraubenzieher? Also lass in die Umsetzung gehen. Dieses ganze schicki schicki Whiteboard Excel Tabelle, das ist halt nichts für mich. Also nicht, dass ich das nicht bedienen kann, auch nicht, dass da nicht Informationen drin zu finden sind, Aber ich will in der Struktur arbeiten. Da fühle ich mich eigentlich immer am wohlsten. Perfekt. Packt mal auch alles in die Schauhands natürlich.

Martin Geißler: Wenn wir uns in einem Jahr hier wieder zusammensetzen würden, was ist bei dir da persönlich beruflich passiert? Beruflich?

Martin Jäger: Also ich will nächste, heute in einem Jahr möchte ich 5 Mitarbeiter haben, dann möchte ich einen Cut machen. Ich habe jetzt 3. Ein Cut machen heißt? Ich will nicht mehr als 5 Mitarbeiter, weil ich mir ziemlich sicher bin, also ich könnte mehr Mitarbeiter einstellen, dann bin ich aber nicht mehr gezwungen, selber zu optimieren. Also weißt du, durch den Mangel möchte ich mich da auch selber ein bisschen leiten lassen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich heute in einem Jahr vielleicht schon irgendwo in prominenteren Formaten war. Das finde ich ganz cool.

Martin Geißler: Du warst ja schon so ein Teil, ne?

Martin Jäger: Ja, ich war jetzt auch mit dem Richard David Precht und so auf 1 Keynote. Das befriedigt aber mein Ego. Das hat jetzt nichts mit der Firma zu tun.

Martin Geißler: Ist auch okay, ne?

Martin Jäger: Ja, ja, ich find das einfach nur cool und witzig. Ähm Und ich hoffe, dass ich als eigenes Unternehmen nicht den Anschluss verliere. Du kennst den Dunning-Kruger-Effekt. Ich bin so stark in diesem Game drin, dass ich auch weiß, das sind Tage manchmal ganz entscheidend. Ich hab ein neues Joint Venture heute tatsächlich bekanntgegeben. Das ist Meister Telefon. Das ist ein Joint Venture zwischen mir und dem europäischen Marktführer für Telefon-KI-Bots. Wo wir speziell für Handwerker eine Telefon KI anbieten, die quasi den Handwerkern so ein bisschen das Telefon abnimmt und Angebote schreiben kann.

Martin Geißler: Super für die. Ja.

Martin Jäger: Und das, das möchte ich tatsächlich nach vorne peitschen. Und das korreliert jetzt natürlich ein bisschen mit meinem Privatleben. Ich möchte tatsächlich weg von diesem Zeit für Geld. Also, dieses ganze Thema Coaching und so ist alles geil, und mir macht das auch total viel Spaß. Aber wenn du dann halt 3, 4 Tage von deiner Familie weg bist, dann hast du immer irgendwann so dieses ja, jetzt irgendwie den Faschingsauftritt von meiner Tochter verpassen, das find ich schon immer sehr einschneidend. Also, was nicht bedeutet, ich mach das nicht, und ich lass mir das gut bezahlen, und meine Familie lebt damit, und der Kühlschrank muss mit mehr als nur mit Träumen und Wünschen gefüllt werden. Aber ich fände es natürlich cool, dass wir mehr Automatisierungen machen, mehr operative Unterstützung, Meistertelefone. Also da arbeite ich momentan auch an der Diversifizierung von meinem Portfolio, eben zu sagen, ich fahre halt nur, weiß ich nicht, 2 Wochen im Jahr irgendwo hin.

Martin Jäger: Das lasse ich mir dann noch teurer belohnen.

Martin Geißler: Und dann passt es auch. Top! Klingt super. Danke. Martin, danke für deine Zeit und deinen Input.

Martin Jäger: Vielen Dank. Untertitel

Martin Geißler: im Auftrag des ZDF, 2021

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