Affen im Kopf! Warum wir alle davon betroffen sind | mit Paul Johannes Baumgartner
Shownotes
hearwego & Let's Go! In dieser Episode ist niemand Geringerer als Paul Johannes Baumgartner bei mir zu Gast: erfolgreicher Radiomoderator bei Antenne Bayern, Coach, Autor und gefragter Speaker auf den großen Bühnen im deutschsprachigen Raum. Wir sprechen in dieser Episode über die Kunst, die sprichwörtlichen „Affen im Kopf“ zu zähmen, die Kraft von Glauben und Humor, aber auch über persönliche Herausforderungen wie Veränderungen und innere Unruhe.
Freut euch auf einen inspirierenden und zugleich sehr persönlichen Austausch darüber, wie wir mit mehr Stärke, Positivität und Lebensfreude durchs Leben gehen können und warum manchmal ein bisschen Selbstfürsorge und das Feiern von kleinen Erfolgen genauso wichtig sind wie große Visionen. Natürlich gibt es auch Anekdoten aus der Radiowelt, ehrliche Einblicke in Pauls neues Buch sowie viele praktische „Monkey Mind Hacks“, die ihr direkt für Euch mitnehmen könnt.
Lehnt euch zurück, lacht mit und lasst euch motivieren!
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⭐️ Bulletpoints:
- Vom DJ zum Radio-Profi
- Affen im Kopf
- Finger weg vom positiven Denken
- Von Visionen zu Zielen
- Think Big und Pragmatismus
- Glaube als Energiequelle
- Humor in schwierigen Zeiten
- Bühnenpräsenz und Erfolg
- Das Bedürfnis nach Feedback
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Das Buch "Wie du die Affen in deinem Kopf zähmst: 20 Monkey-Mind-Hacks für mehr Stärke, Positivität und Lebensfreude" ist hier erhältlich
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Paul Johannes Baumgartner: Naja, also Entschuldigung, das war eine andere Nummer. Nur ganz kurz zur Einordnung, liebe Hörerinnen. Also folgendes. Ich stelle mir vor, ihr denkt an einen Menschen und genau dieser Mensch, noch bevor der Gedanke an diesen Menschen zu Ende gedacht ist, ruft euch an. Siehst im Display, Geißler ruft an. Entschuldigung, da kannst du doch nur gedanklich in den Graben fahren. Ihn herum sind relativ viele Monitore, laufen ihm die Nachrichten. Wenn du mal genau hingeguckt hast, was da auf diesen Bildschirmen läuft, dann dachtest du, in spätestens 5 Minuten geht die Welt unter.
Paul Johannes Baumgartner: Aber Leo saß wie ein Fels in der Brandung. In diesem Wahnsinn ist seiner Arbeit nachgegangen, scheinbar unbeeindruckt. Und dann habe ich zu ihm gesagt, sagt man, macht das denn nichts mit dir? Und er hat zu mir gesagt, das macht nichts mit ihm. Er zieht große Kraft, große Energie aus seinem Glauben. Dann dachte ich mir, wie schön ist das denn? Also, du hast die, du hast die geliefert. Das fand ich total schön. Also ich glaube, es war eine meiner Fähigkeiten, das Gold in anderen Menschen zu sehen. Und ich habe wahnsinnig viel Gold in dir gesehen und in deinen Ideen und wie du dir vorstellen kannst, wie deine Keynote ablaufen soll.
Martin Geißler: Paul Johannes Baumgartner. Er ist erfolgreicher und bekannter Radiomoderator von Antenne Bayern. Coach. Er ist auf großen Bühnen im deutschsprachigen Raum unterwegs und ergibt Firmen und Unternehmen Impulsvorträge, die richtig begeistern. Und er hat ein neues Buch rausgebracht, wie du die Affen in deinem Kopf zähmst. 20 Monkey Mind Hacks für mehr Stärke, Positivität und Lebensfreude. Und über all Genau diese Themenbereiche haben wir uns ausgetauscht, viel gelacht und es wurde an der einen oder anderen Stelle auch sehr persönlich. Deshalb, lasst uns loslegen mit 1 neuen Episode von Here we go again! Für mich schließt sich heute ein Kreis, der sich über 25 Jahre erstreckt.
Martin Geißler: Und zwar bin ich vor 25 Jahren mit 15, 16, jetzt kann sich jeder selber ausrechnen, mit meiner Mom am Frühstücksdisch gesessen und ich habe Radio gehört und habe deine Stimme auf Anhänger geführt.
Paul Johannes Baumgartner: Gottes Willen. Und es ist trotzdem was aus dir geworden.
Martin Geißler: Ja. Und hättest du den damaligen 15, 16-jährigen Martin gesagt, 25 Jahre später sitzt der Paul bei dir in deinem Podcast und du interviewst ihn, Hätte der nie geglaubt. Never ever.
Paul Johannes Baumgartner: Das ist aber sehr nett. Das ist ein schöner Einstieg in das Gespräch. Ehrt mich. Freue mich.
Martin Geißler: Jetzt wäre die Frage von meiner Seite an dich gewesen, wie konnte es so
Paul Johannes Baumgartner: weit kommen, dass doch noch was aus uns geworden ist. Aber das, was du beschreibst, das hat auch viel mit Begeisterung zu tun. Als Teenager warst du offensichtlich vom Medium begeistert, bewusst oder unbewusst. Sonst wärst du jetzt nicht in diesem Medium gelandet, hättest du nichts mit Audio zu tun. Und bei mir war es genauso. Ich habe damals als 14-Jähriger, ich war ein Jahr jünger, du warst 15 hast du gesagt? 15. Ja genau, ich war 14. Da war ich großer Fan von Thomas Gottschalk und Günter Jauch, die beide bei Bayern 3 moderiert haben und diese Übergaben, die fand ich immer so dermaßen faszinierend.
Paul Johannes Baumgartner: Das war immer so nach der Schulzeit, als ich bin nach Hause gekommen, habe den Schulranzen in die Ecke gepfeffert und bin bewusst zum Radio gegangen und habe diese Übergaben von Günther Jauch auf Thomas Gottschalk gehört. Das hat mich damals infiziert und insofern kann ich jetzt nach mittlerweile über 30 Jahren bei Antenne Bayern auch sagen in der Moderation, wie ist es so weit gekommen, wie konnte das passieren. Also unsere Wege sind sich relativ ähnlich.
Martin Geißler: Also ich hatte gar nicht so das Medium Radio auf dem Schirm tatsächlich, sondern meine damalige Freundin hat gesagt, ich war als DJ unterwegs und hab Musik produziert und so. Du, wenn wir zusammenziehen wollen, also irgendwie so ein richtiger Job wäre. Und ich habe damals das Studium gemacht zum Audioingenieur und bin dann über EGO FM dann auch bei Antenne Bayern gelandet. Da sind wir dann auch wir uns zum allerersten Mal über den Weg gelaufen.
Paul Johannes Baumgartner: Aber ich glaube nicht, dass deine damalige Lebensgefährtin der ausschlaggebende Grund war, mach was Vernünftiges. Wenn sie sagt mach was Vernünftiges, wieso machst du dann Audio? Wieso gehst du dann
Martin Geißler: in den Medienbereich? Also Medienbereich war ja klar. Ich bin dann mit 6 Jahren in einem Tonstudio gelandet und nie wieder von diesem Thema begeistert. Ja, siehst du, Begeisterung. Ja, genau. Definitiv Begeisterung. Nein, aber es war ja dann die Überlegung, wie vereinst du Hobby und Job auf eine gesunde Basis? Und dann war halt, ist schon das Thema Radio immer 1 gewesen und dann hat man sich aber auch angeschaut, wie ticken so Radio-Sender. Ich war ja komplett grün hinter den Ohren, bevor ich dann ein Praktikum bei Ego FM angefangen habe und da dann aber auch gemerkt hab, hey mir macht das unheimlich Spaß, du erreichst Leute auf einmal mit dem, was du da auch audiomäßig produzierst und hab dann da ein Praktikum gemacht und die hatten diese Stelle eigentlich gar nicht. Ich hab dann aber schnell auch überrissen, wie Radio funktioniert und Ich war 3 Monate da und ich habe lauter Benchmarks in das Programm einproduziert, die dann täglich erschienen worden sind und sie konnten mich am Ende des Tages einfach gar nicht mehr gehen lassen, weil sie dann einen Produzenten gebraucht haben.
Martin Geißler: Ja,
Paul Johannes Baumgartner: mach dich unersetzlich und du wirst viel Freude haben.
Martin Geißler: Also das war mein Weg in die Radiowelt, bis dann der Anruf von Herrn Schöpf gekommen ist und gesagt hat, möchtest du nicht mal bei uns vorbeischauen.
Paul Johannes Baumgartner: Herr Schöpf, für alle Podcast-Hörer und Podcast-Hörer, Stefan Schöpf, 1 der größten Produzenten unter dieser Sonne, Produktionschef bei Antenne Bayern und eine tolle Persönlichkeit noch dazu, Sehr, sehr netter Mensch.
Martin Geißler: Kann ich zu 100 Prozent unterschreiben. Grüße gehen raus an Stefan.
Paul Johannes Baumgartner: Grüße.
Martin Geißler: Also normalerweise ist es ja so, Du hast es vorhin auch in einem Vorgespräch gesagt, du hast dich überhaupt nicht auf dieses Gespräch vorbereitet. Und so ist es. Ich stelle
Paul Johannes Baumgartner: mir die
Martin Geißler: Einstiegsfrage, die bereite ich immer vor und dann lasse ich es einfach immer laufen. Was ich jetzt aber tatsächlich vor 2 Tagen hatte, ist deine berühmten und aktuellen Affen im Kopf, dass ich nachts aufgewacht bin und sage, was frage ich denn Paul? Wie, wie gehe ich an dieses Gespräch ran? Und dabei, da bin ich tatsächlich zum allerersten Mal vor einem Podcast nervös geworden. Weil auch, das muss man jetzt auch mal dazu sagen, es ist jetzt Episode 7 und es ist eine Premiere heute. Du bist nämlich der allererste Mann, der in meinem Podcast zu Gast ist. Sonst waren es bisher nur die Damen, die gesagt haben ja Martin, ich bin am Start, lass uns loslegen.
Paul Johannes Baumgartner: Diversifikation, Diversity, auch bei Here We Go, das freue mich sehr, dass auch Männer Gehör finden in deinem Podcast.
Martin Geißler: So, jetzt, das ist nicht das erste Buch, was du geschrieben hast. Wie kamst du dazu?
Paul Johannes Baumgartner: Zu dem Buch kam es durch das Vorgängerbuch. Im letzten Jahr kam das Buch raus. Oma wär ein verdammt guter CEO. 10 handfeste Regeln für Führungskräfte habe ich zusammen geschrieben mit dem ehemaligen DAX-Vorstand, mit dem Holger Mandl. Und daraufhin hat der Verlag sich gemeldet und gesagt, Mensch, das Buch, das macht so viel Freude Und da könntest du dir nicht vorstellen, denn ein Buch schreiben, das aber nichts mit B2B, also mit Business to Business zu tun hat, nicht im Leadership-Kontext stattfindet, sondern Menschen wie dich und mich betreffen. Und Es hat mich zum einen sehr geehrt, dass der Verlag nachgefragt hat und zum anderen dachte ich mir, ja genau, ich glaube es ist ein wichtiges Buch, weil ganz ganz viele Menschen momentan Affen im Kopf haben. Affen im Kopf, ganz kurz erklärt, ein buddhistischer Mönch hat mal gesagt, erst wenn du die Affen in deinem Kopf zähmst, siehst du klar. Also die Affen im Kopf, das sind die Gedankenspiralen, die man nachts hat, wenn man nicht schlafen kann, wenn man sich Sorgen macht zum Beispiel über die geschäftliche Situation, über die Inflation, über die geopolitischen Verwerfungen, die man in den Nachrichten gesehen hat.
Paul Johannes Baumgartner: Also Wie kann man es schaffen, trotzdem wieder Ruhe in den Kopf zu bekommen? Wie kann man die Affen bändigen? Und so ist das Buch entstanden. Und insofern hat es auch wahnsinnig viel Spaß gemacht, weil jeder von uns, glaube ich, hat Affen im Kopf. Bei dir sind es die Affen im Kopf gewesen. Was frage ich den Baugärtner? Bei mir sind es oftmals Affen im Kopf, wo geht die Reise hin, will ich es weiter machen oder ich bin jetzt umgezogen und habe auch da festgestellt, dass ich ganz ganz viele Monkey Mind Hacks für mehr Stärke, Positivität und Lebensfreude aus meinem Buch bei mir selber anwenden konnte, Weil man glaubt es nicht in dem Moment, wenn sich etwas verändert, wie schnell die Affen im Kopf sehr laut werden. Und je stiller es wird, also wenn man in der Nacht da liegt und es eigentlich ruhig ist, desto lauter werden die Affen im Kopf, desto lauter werden die Sorgen und desto schneller dreht sich die Gedankenspirale. Ich hätte zum Beispiel nie für möglich gehalten, dass ein einfacher Umzug, ich bin jetzt 20 Jahre München-Schwabing gewesen, bin jetzt ein bisschen außerhalb Münchens, aber immer noch nach München umgezogen, der einfache Umzug sich anfühlt wie eine komplette Systemumstellung. Hätte ich nicht für möglich gehalten. Aber klar, der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Paul Johannes Baumgartner: Am Anfang ging es schon los, oh Mensch, ich verlasse das gewohnte Terrain, haben die Affen. Wie kannst du nur? Du hast doch alles in Schwabing. Du hast deine Infrastruktur aufgebaut, dein Freundeskreis wohnt in nächster Umgebung. Wieso gehst du denn? Da kamen die anderen Affen, die gesagt haben, aber eigentlich nervst dich doch schon mittendrin. Eigentlich willst du gar nicht mehr mittendrin sein. Eigentlich hast du gar keinen Bock mehr. Und dann fangen die Affen untereinander zu reden an. Du denkst nur die ganze Zeit, halt die Schnauze da oben.
Paul Johannes Baumgartner: Ich will einfach Ruhe für mich. Ich will jetzt einfach in Ruhe eine Entscheidung treffen. Und wenn man so eine Entscheidung trifft, ich habe die Wohnung jetzt gekauft, das ist alles ein bisschen ländlich, ein bisschen ruhiger. Ist ja auch gut so, das will ich ja auch so haben. Aber da waren Affen im Kopf, kleine Affen im Kopf, große Affen im Kopf, die wirklich schwer zu bändigen waren teilweise, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber wir sind Menschen, wir sind keine Roboter, ich glaube jeder von uns hat Affen im Kopf.
Martin Geißler: Absolut, also vor allem wenn man das ganze Weltgeschehen betrachtet, was da draußen alles passiert, glaube ich, da ist bei ganz vielen. Sobald sie wirklich zur Ruhe kommen, merke ich, dass bei ganz vielen Leuten, da werden sie auf einmal nervös. Ja, also wenn Ruhe dann eintritt, dann fangen die alle miteinander an zu sprechen. Ich habe ja dieses Jahr, das wissen die Leute, die so ein bisschen näher an mich dran sind, dieses Jahr auch eine wilde Reise hinter mir, was Persönlichkeitsentwicklung mit sich bringt, also so mit Kindheitsgeschichten sich auseinandersetzen und so weiter. Und ich habe hier in diesen 20 Monkey Mind Hacks 3 gefunden, die mich getriggert haben, ja mit denen ich mich auch auseinandergesetzt habe und da würde ich gerne ein bisschen tiefer einsteigen, wenn du möchtest. Und zwar ist es, wo glaube ich, jeden, den ich davon oder jeden, den ich diese Überschrift gegeben habe, war die erste Reaktion, nein, wieso denn das? Finger weg von positiven Denken. Das finde ich ist ein spannender Ansatz. Kannst du es nochmal abholen?
Paul Johannes Baumgartner: Na klar. Also Finger weg vom positiven Denken heißt nicht Finger weg vom positiven Gedanken. Ich mache da einen gravierenden Unterschied. Schau mal, Es gab 2011 eine Studie von Gallup, da wurde das Mindset von insgesamt 80.000 Menschen weltweit erhoben. Also wirklich männlich, weiblich, divers auf allen Kontinenten. Und da hat Gallup herausgefunden, dass es ein großes Missverständnis gibt bei uns Menschen, dass wir etwas missverstehen. Und zwar hat ein Großteil der befragten 80.000 Menschen gesagt, jawohl ich stimme der These zu, Menschen können sich in allem entwickeln, wenn sie nur wollen. Das stimmt aber nicht.
Paul Johannes Baumgartner: Das stimmt aber nicht. So nach dem Motto, ich muss es mir nur lang genug vorstellen, muss nur oft genug positive Affirmationen mir vorsprechen und dann tritt das gewünschte Endergebnis ein. Optimalerweise noch ohne mich anstrengen zu müssen.
Martin Geißler: Das ist so. Ja natürlich. Also wenn ich jetzt sagen würde, ich nehme mir jetzt vor in 3 Jahren werde ich Formel 1 Weltmeister.
Paul Johannes Baumgartner: Genau. Oder wenn ein Vierjähriger zu dir kommt und sagt Papa, ich will oder Mama, ich will Posaunisch spielen. Dann geht das nicht. Ein Vierjähriger, das ist physisch nicht möglich, körperlich nicht möglich. Ein Vierjähriger, der kann Blockflöte lernen oder Blödflocke, wie wir zu Hause gesagt haben. Überhaupt kein Problem. Geige kann er auch lernen, sehr zufreundete Nachbarn. Aber er kann keine Posaune lernen.
Paul Johannes Baumgartner: Das kann er sich noch so oft vorstellen, also das kann er noch so wollen, auf gut deutsch gesagt, das kann er noch so oft imaginieren mit seinen 4 Jahren. It's never gonna be happen. Es geht einfach nicht. Wenn ein Zehnjähriger sagt, ich will Fußballprofi werden, Stürmerstar werden, trifft aber nur in 20 Prozent der Fälle das Tor, dann wird das nichts. Selbst wenn Cristiano Ronaldo oder Zlatan Ibrahimovic das Ziel ausgegeben hat und sich nur vorstellen will, dann wird es schon nichts. Es wird nicht funktionieren. Es gibt limitierende Faktoren. Wie zum Beispiel das Alter.
Paul Johannes Baumgartner: Ich bin vor kurzem 30 geworden. Mir wurde nachgesagt, dass ich kein Teenie-Star mehr werden kann. Es gibt limitierende Faktoren und das anzuerkennen ist ganz ganz wichtig. Also nach dem Motto, ich muss es mir nur lang genug so positiv ausmalen, dann wird das schon eintreten. Das ist eben nicht. Und ich habe eben im Karriere-Coaching, im Orientierungs-Coaching, habe ich ganz ganz viele junge Menschen, die massiv enttäuscht sind, weil ihnen im Internet vorgegaukelt wird Von irgendjemandem. Weißt du was du kannst? Alles. Naja, aber wenn es limitierende Faktoren gibt, wie mangelndes Talent oder andere Stärken.
Paul Johannes Baumgartner: Oftmals haben wir diese Menschen ganz andere Stärken, aber sie verrennen sich. Und wenn Aber Menschen glauben, dass sie alles können, wenn sie nur wollen und dann feststellen, oh Gott, ich bin offensichtlich der Einzige, dem es nicht gelingt. Allen im Internet gelingt es. Dann ist das toxisch und das führt dann oftmals dazu, dass junge Menschen Karrierewege einschlagen, die überhaupt nicht zu ihnen passen. Also das Geheimnis des Könnens habe ich auch lange Zeit gesagt. Als ich angefangen habe vor 20 Jahren mit dem Thema vom Kunden zum Fan, da ging es nur Vertrieb, habe ich oftmals gesagt, und das war maximal unseriös, aber das wusste ich erst im Nachhinein, Das Geheimnis des Könnens liegt immer im Wollen. Das ist wie Menschen können sich in allem entwickeln. Das stimmt aber nicht.
Paul Johannes Baumgartner: Das Geheimnis des Könnens liegt schon auch im Können. Also wenn ich die Skills nicht mitbringe, wenn ich die Fähigkeiten nicht habe, Dann kann ich noch so positiv denken und mir es vorstellen und ausmalen. Es wird nicht passieren. Also man muss schon auch gucken, was ist da, worauf kann man den aufbauen.
Martin Geißler: Also ist es da eher die Lösung rationaler zu denken?
Paul Johannes Baumgartner: Also manchmal wäre es schon geholfen beim positiven Denken in der Reinform, dass man sagt, okay, positives Denken allein wird nicht reichen, sondern ich muss auch schon etwas investieren. Ich muss Zeit investieren, ich muss mit Widerständen rechnen, ich muss vielleicht auch die Widerstände schon mal antizipieren, Was könnte alles passieren auf dem Weg zum Ziel? Also wie gesagt, positive Gedanken sind wichtig, aber rein positives Denken. Ich muss nichts tun und ich imaginiere mir jetzt, so wie man sich den Parkplatz gerne mal imaginiert, beim Universum bestellt. Der Klassiker. Manchmal funktioniert es ja auch, dann dankt man dem Universum. Aber manchmal wäre es auch vielleicht ganz gut, wenn man erst in die Nebenstraße fahren würde, weil da ist gerade ein Parkplatz frei und bevor man dem Team den Mitbewerber jetzt überlässt, wäre es schön gewesen zu sagen, okay, eine in der Nachbarstraße ist viel cooler, da gibt es viel mehr Parkplätze. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich, wenn ich da hinfahre, den Parkplatz eher kriege, ist wesentlich höher als in genau der Straße, in der ich mir jetzt den Parkplatz imaginiere.
Martin Geißler: Es gibt ja auch diesen Buch, dass ich auch denke nach und werde reich, der ist ja falsch bis zu dem Punkt, also ich denke der größte Game Changer von allen ist auch erstmal ein Machen. Natürlich. Wenn es so runterbricht, sagst du ja jetzt, nur darüber nachzudenken oder sich es vorzustellen alleine bringt am Ende des Tages nichts. Vielleicht auch auf den Weg festzustellen, es ist gar nichts für mich, ist ja auch schon wie eine Bereicherung, sich dann neu zu justieren.
Paul Johannes Baumgartner: Genau, es kann ja auch sein, dass das Ziel sich ändert, dass man dann sagt, okay, aber man muss es probiert haben, man muss einfach den Wunsch formuliert haben, Man muss sich schon mal imaginieren, auch gar nichts, überhaupt nichts, spricht überhaupt nichts dagegen, den Outcome mal zu imaginieren, wo soll denn die Reise hingehen. Aber die Obstacles, die Hindernisse, da gibt es zahlreiche Studien dazu, auch von 1 großen Psychologin, deren Nachname mir nicht mehr einfällt, Gabriele heißt sie mit Vornamen, die hat diese Whoop-Methode, Wish, Outcome, Obstacles, Also dass man sagt, okay, pass auf, was können die Hindernisse sein und was brauche ich, diese Hindernisse überwinden zu können auf meinem Weg zum Ziel.
Martin Geißler: Cool, okay. Dann hätten wir ja mal Punkt 1 von 3 schon.
Paul Johannes Baumgartner: Ja, und alle, die positiv denken, hassen mich jetzt vielleicht auch nicht mehr so aufgrund dieser doch sehr steilen These Finger weg vom positiven Denken. Es ist halt einfach, es hat immer was mit mitmachen zu tun und weniger mit Hoffen.
Martin Geißler: Ich glaube am Ende des Tages bist du ja enttäuscht, wenn es dann nicht so funktioniert und wenn du nicht mehr wieder reindenkst, umso größer wird die Enttäuschung und dann kommt man glaube ich in dieses toxische Gebiet. Bei mir selber war es ja so, ich habe mir zum Beispiel bei der Zielsetzung, ich habe mir keine Ziele gesetzt, sondern ich habe immer in 1 Vision gedacht. Und eine Vision schneller näher zu kommen ist relativ schwierig. Das dauert einfach länger. Ist was größeres. Ja und dementsprechend war ich mal schnell enttäuscht davon, dass ich meine Ziele nicht erreicht habe, obwohl ich auf meine Visionen hinzugearbeitet habe. Jetzt habe ich gelernt, das in kleinere Teilstücke runterzuholen.
Paul Johannes Baumgartner: Sagrada Familia, Antony Gaudi. Sagrada Familia in Barcelona, diese wunderbare Kirche, die wahrscheinlich nie fertig wird. Als Antony Gaudí die Pläne, also die Kirche entwickelt hat in seinem Kopf, wusste er genau, er würde die Fertigstellung nie erleben. Genauso war es auch. Also die bauen seit über 100 Jahren, bauen die an diese Kirche hin. Kein Mensch wird oder ganz wenige werden nur 150. Und deswegen hat er was gemacht. Er hat einfach die kompletten Pläne gezeichnet, aber er hat Teilpläne gemacht.
Paul Johannes Baumgartner: Diese Teilpläne hat er gezeichnet auf dem Weg zu seiner Sagrada Familia und hat diese Teilpläne immer an die Architekten an die nachfolgenden Architekten weitergegeben. Das ist also seine Vision, von denen genau so umgesetzt wird optimalerweise, wie er sich das vorgestellt hat. Also er hat nichts anderes gemacht, als ein großes Ziel die Sagrada aufzuteilen in kleine erreichbare Teilziele. Und damit ist oft schon vielen geholfen.
Martin Geißler: Hilft mir auch unheimlich. Weil da sonst immer die Enttäuschung sofort da war und dann hast du das nicht mehr so verfolgt, wie eigentlich die Begeisterung am Anfang dann da war. Genau, da ist es sehr frustrierend, dann sagt man,
Paul Johannes Baumgartner: warum komme ich nicht weiter, ich erreiche mein Ziel nicht, ich erreiche meine Vision nicht. Naja, auf dem Mond ist man auch nicht von heute auf morgen geflogen.
Martin Geißler: Weil es ja auch immer heißt, Think Big.
Paul Johannes Baumgartner: Ja, man muss halt, es gibt halt immer noch, ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass es keine Zwischentöne mehr gibt. Also klar, Think Big, ist ja auch völlig in Ordnung. Du brauchst ja eine Idee, eine Vorstellung von der Zukunft. Wo soll die Reise hingehen? Und die Idee darf auch größer sein. Also wenn du nicht nach den Sternen greifst, glaube ich hat Patrick Space, der Schauspieler, gesagt, wenn du nicht nach den Sternen greifst, wirst du nicht bis zum nächsten Kirchturm hinaus oder nicht über den Kirchturm hinauskommen. Das ist auch richtig. Aber immer noch ein gesunder Pragmatismus und viel Menschenverstand auch bitte in Kombination mit so Think Big oder Think Positive, dass man auch was tun muss oder dass man Ideen entwickeln muss, wie man denn letzten Endes zu diesem Big kommen kann oder zu diesem Positiv kommen kann.
Martin Geißler: Cool. Verstanden.
Paul Johannes Baumgartner: Ja, aber wichtig darüber zu sprechen. Voll.
Martin Geißler: Der nächste Punkt, der mir aufgefallen ist, das war das Thema Glauben, den du mit aufgenommen hast. Glaube an einen Gott oder whatever. Also bei mir ist es so, ich bin jetzt kein gläubiger Mensch in Sachen, ich denke jetzt an irgendeine Gottheil oder sonst irgendwas, sondern was für mich wichtig ist oder woran ich mich orientiere ist Energie, ich gehe in einen Raum rein, ich kann dir sofort sagen, was da für eine Stimmung ist. Ich fühle das immer vorher, deshalb ist es auch wahrscheinlich meine empathische Gabe, dann mit Musik die so zu komponieren und produzieren, sodass sie dann auch draußen einen Impact hat. Da habe ich mich gefragt, als ich die Überschrift gelesen habe, habe mich das überhaupt nicht abgeholt. Aber wie erreicht mich dieses Thema denn trotzdem? Wenn ich jetzt so wie ich, sage ich mal, eher da nicht an irgendeiner Gottheit folge oder anbiete oder wie auch immer.
Paul Johannes Baumgartner: Der Glaube. Was ich versucht habe in dem Buch, wie du die Affen in deinem Kopf zähmst, Ich habe versucht so viele Facetten wie nur irgendwie möglich reinzubringen. Auch Facetten, die ich selber nicht habe. Und dieses Kapitel mit dem Glauben, das ist entstanden 1 Samstagmorgens bei Antenne Bayern. Ich hatte Sendung und bin aus dem Studio raus und am Verkehrsplatz, also in der Verkehrsredaktion, in der Serviceredaktion, saß ein junger Kollege, der sich so ein bisschen sein Studium mitfinanziert hat und der eben die Lage im Blick hatte. Und ihn herum sind relativ viele Monitore. Du kennst das ja aber für alle die uns zuhören die noch nie in so 1 Redaktion oder in so einem Radio Studio waren, da hängen wahnsinnig viele Monitore und überall laufen oder auf vielen Monitoren laufen eben die Nachrichten. CNN, also alles was sie dir vorstellen, ganz älter, Sierra, NTV.
Paul Johannes Baumgartner: Und wenn du mal genau hingeguckt hast was da auf diesen bildschirmen läuft und dachtest du in spätestens 5 minuten geht die welt unter und ich bin auch so 1 ich kriege wahnsinnig viel mit stimmungen mit atmosphären mit manchmal leider auch zu viel das belastet mich auch mal mehr dann kommen meine aften im kopf wieder aber leo so heißt der junge kollege saß wie ein Fels in der Brandung, in diesem Wahnsinn, ist seiner Arbeit nachgegangen, scheinbar unbeeindruckt. Und dann habe ich zu ihm gesagt, mach das denn nichts mit dir? Du sitzt jetzt, du wirst jetzt vergiftet. Seit mehreren Stunden sitzt du schon da. Du kriegst das ja auch mit. Macht das denn nichts mit dir? Und er hat zu mir gesagt, er macht nichts mit ihm. Er zieht große kraft große energie aus seinem glauben und dann dachte ich mir wie schön ist das denn leo noch keine mitte 25 glaube ich oder war mitte 25 zu dem zeitpunkt der eine facette mitbringt die mir sehr fern steht also ich wäre es nicht darauf gekommen dass ich sagen könnte ich könnte vielleicht aus dem Glauben Energie rausziehen oder meine Affen im Kopf zähmen, bändigen, so wie er das kann. Und dann dachte ich mir, diese Geschichte muss unbedingt ins Buch. Und ich habe den Leo dann interviewt, hat wirklich ein paar tolle Antworten gegeben.
Paul Johannes Baumgartner: Die kurze Version steht, ich habe es Gast Monkey Mind Hacks genannt, ich habe noch mehr Gäste befragt in dem Buch, die die spannende Sicht weisen, wie sie ihre Affen im Kopf zähmen, wie ihnen das gelingt. Und die kurze Version steht im Buch auch vom Leo und die lange dann im Bonus Monkey Mind Hack Bereich auf meiner Website, den man natürlich nur freischalten kann, wenn man das Buch gekauft hat und den QR-Code gescandert, die einen direkt nach dem und dann seine E-Mail-Adresse hinterlassen. Also, Marc, das lohnt sich auf alle Fälle. Da sind nochmal ganz, ganz viele tolle, spannende Aspekte drin in diesen Interviews.
Martin Geißler: Cool. Jetzt haben wir ja auch ein Podcastprojekt zusammen in München schon umgesetzt für Alex Partners. Rausgehen mal die Grüße an die liebe Anne. Hallo.
Paul Johannes Baumgartner: Hallo Anne.
Martin Geißler: Und da sind wir nach der Aufnahme bei einem Café zusammengesessen und da hast du gesagt, Martin, sag mal, bist du auch so getrieben wie ich. Und ich habe damals, weiß ich noch, mit vollem Stolz gesagt, ja, ich ziehe auch ohne Ende durch und bin nur am Rödeln und nur am Machen. Und dann hast du einen Punkt aufgeführt in dem Buch, der so gut wie lautet, wie mach mal eine Pause, erhol dich mal und das habe ich auch dieses Jahr gelernt.
Paul Johannes Baumgartner: Ist es Selbstfürsorge, also dass du dich mehr dich kümmerst, dass du das weg... Das wäre ein total spannender Aspekt. Du musst dich dich selber kümmern. Also das heißt ja nicht, dass du die anderen verkümmern lässt, aber Du musst dich dich selber kümmern. Es ist auch im Buch mit drin, nur mal das Gedankenspiel. Vielleicht dann unsere Zuhörerinnen und Zuhörer adressiert. Stell dir einfach mal vor, ihr sitzt im Flugzeug in 10.000 Metern Höhe. Das Flugzeug gerät in Turbulenzen, was wir alle nicht wollen, aber die Sauerstoffmasken fallen von der Decke.
Paul Johannes Baumgartner: Wem hilfst du als erstes? Deinem kleinen Kind, das neben dir sitzt oder dir selber? Und Ich mache dieses Gedankenspiel immer wieder in den Führungskräften-Workshops. Ein Teil sagt, natürlich helfe ich erst meinem Kind, dem soll es ja gut gehen. Und ein anderer Teil sagt, ich helfe mir selber. Du musst dir selber als erstes den Sauerstoff zuführen, weil nur wenn du handlungsfähig bleibst, hat auch dein Kind eine Chance zu überleben. Also im Kontext dann bei Führungskräften gesprochen oder auch für uns, egal ob Führungskraft oder nicht, Nur wenn du, also es ist ja keinem geholfen, wenn du umkippst.
Martin Geißler: Naja klar und ich kann auch niemandem mehr helfen am Ende des Tages.
Paul Johannes Baumgartner: Also wenn du umkippst, dann ist dir nicht geholfen, dann ist deinem Unternehmen nicht geholfen, deiner Familie ist nicht geholfen, es ist keinem geholfen. Und deswegen ist es wichtig immer wieder mal Pause zu machen. Inhalte stellen nenne ich es. Einfach mal Inhalten, auch aufs Erreichte zurückblicken, was man erreicht hat. Also nur getrieben zu sein, klar jeder oder viele sind ehrgeizig und das finde ich auch völlig in Ordnung. Wünsche ich mir an der einen oder anderen Stelle von dem einen oder anderen auch ein bisschen mehr, dass ein bisschen ehrgeiziger vielleicht ist, aber auch mal Inhalt nur mit Stolz auf das Erreichte zurückblicken. Also ich sage auch immer wieder macht weniger To-Do-Listen, macht mehr Ta-Da-Listen. Auch mal zu gucken, mal aufzuschreiben am Abend.
Paul Johannes Baumgartner: Nehmt euch mal 3, 4 DIN A4 Blätter, schreibt mal auf, was ihr alles geleistet habt. Und selbst die kleinsten Erfolge zählen. Ich habe Steuer gemacht oder ich habe Feuer gemacht. Ich habe ein Projekt erfolgreich zu Ende gemacht. Ich habe die Kinder ins Bett gebracht. Schreibt alles auf und ihr werdet feststellen, Wie viel ihr an einem langen Tag leistet, ohne dass es bislang sichtbar gemacht habt.
Martin Geißler: Kann ich so nur unterschreiben. Mache ich nämlich jetzt aktiv seit 4 Wochen. Es ist abartig, was da alles sich anhäuft an geilen Dingen, die man jeden Tag erlebt und wofür man dann merktbar ist.
Paul Johannes Baumgartner: Ja und man vergisst auch so ein bisschen, wenn man gerade getrieben ist, man übersieht dann auch die gelingenden, die positiven Aspekte. Also man guckt dann auch, man ist auch, dann läuft man auch Gefahr, wenn man recht getrieben ist, dann läuft man auch Gefahr, dass man den großen Schwerpunkt darauf legt, was nicht läuft, was noch optimiert werden muss, wo noch nachgelegt werden muss. Ist auch wichtig, aber es gibt immer noch Grautöne. Es ist ein sowohl als auch Natürlich in gesundem Maß ein bisschen getrieben zu sein, schadet überhaupt nicht. Aber auf der anderen Seite dann auch mal gucken, okay, was habe ich denn schon erreicht und wofür kann ich dankbar sein, wo kann ich mir auf die Schulter klopfen. Macht eine Pause.
Martin Geißler: Weil was ich cool finde, ist ja einerseits, dass man sich das an dem Abend, also ich mache es immer abends, dass man sich bewusst wird, was war denn heute eigentlich und man schaut nochmal zurück. Aber der eigentlich geile Hack ist ja, wenn man mal schaut, was war denn vor 4 Wochen und dann liest du das durch, dann liest du den noch die nächste Woche durch und denkst dir so, ah, was, Wahnsinn, was da alles los ist.
Paul Johannes Baumgartner: Und man könnte es sogar noch erweitern, man kann es auch am Morgen machen. Was wird heute alles
Martin Geißler: gelingen, was wird
Paul Johannes Baumgartner: heute alles gut, schon ein bisschen in die Zukunft zu gehen. Was werde ich heute alles erreichen, sich positiv aufzuladen.
Martin Geißler: Was ist denn dein liebster Punkt in dem Buch?
Paul Johannes Baumgartner: Also mein Monkey Mind Hack, werde ich bei jedem Podcast gefragt, mein Monkey Mind Hack, mein Lieblings Monkey Mind Hack ist der mit Humor. Also da geht es Humor. Weil manche Situationen sind wirklich nur mit Humor zu ertragen. Und wenn ich darf und natürlich darf ich, weil ich ja der Gast bin hier bei dem Podcast. Es ist Monkey Mind Hack Nummer 10. Ich möchte kurz das Buch zitieren. Also der Hack lautet von Weihnachtsbäumen im Sommer und Fluggästen, die vor der Landung aussteigen möchten. Humor als Überlebensstrategie.
Paul Johannes Baumgartner: Und ich habe große Teile des Buches in Berlin geschrieben. Also große Teile im Zug, weil ich muss in Bewegung sein.
Martin Geißler: Du hast ja sehr viel Zeit.
Paul Johannes Baumgartner: Ja, manchmal Kriegt man auch noch Zeit geschenkt von der Bahn?
Martin Geißler: Ja, ja,
Paul Johannes Baumgartner: kommt. Aber ich bin in meiner Genie-Zone, wenn ich in Bewegung bin, also wenn ich mich am Schreibtisch im Office festnagelst, dann kann ich nicht kreativ sein. Und ich habe große Teile des Buches nicht nur im Zug, also wirklich München-Leipzig, Leipzig-München an einem Tag oder München-Berlin, Berlin-München geschrieben, sondern habe auch ganz bewusst 3 Wochen in Berlin verbracht. Im Hotel habe ich mich kaserniert und habe da geschrieben und im Monkey Mind Hack. Der beginnt dann so Ich sitze an meinem Schreibtisch in Berlin. Draußen ist es grau. Die Nachrichten flimmern im Hintergrund. Es scheint, als hätte sich die Welt zum Ziel gesetzt, uns den Humor zu rauben.
Paul Johannes Baumgartner: Und dann denke ich an eine Szene aus dem Film Das Leben ist schön. Lavita Ebel, Roberto Benigni, in der Guido seinem Sohn mitten im Grauen, spielt er im KZ, im Konzentrationslager, in der Guido seinem Sohn mitten im Grauen erklärt, dass alles nur ein Spiel sei. Und ich muss lächeln, weil ich verstehe, Humor ist nicht Flucht, Humor ist Widerstand. Also vielleicht sollten wir Humor öfter nutzen, gezielt, bewusst, als Gegenmittel zu all dem, was uns belastet und in diesem Monkey Mind Hack darf gelacht werden. Und zwar herzlich. Humor baut Stress ab. Gemeinsames Lachen verbindet. Auch in Coaching und Therapie hat Humor seinen Platz.
Paul Johannes Baumgartner: Eckart von Hirschhausen mit den Klinik Clowns. Humor macht die Kinder fröhlicher, bringt sie in eine gehobene Gestimmtheit. Und Oscar Wilde hat mal gesagt, das Leben ist zu wichtig, es ernst zu nehmen. Und in diesem Monkey Mind Tag habe ich einfach ein paar Geschichten reingepackt, von denen ich mir vorstellen kann, dass es die Leserin oder den Leser einfach erheitert, dass der vielleicht gerade auch ein paar Affen im Kopf hat, wenn er das Buch liest, so habe ich mir das beim Schreiben vorgestellt und dann liest er diese Geschichten und muss selber lachen und wird für einen kurzen Moment einfach abgelenkt und die Gedanken bekommen eine neue Richtung. Ich bin einmal, das würde ich heute nicht mehr so machen, ich fahre es heute immer, wenn ich nach Frankfurt fahre, fahre ich immer mit dem Zug, weil München Frankfurt, da muss man nicht fliegen. Also das ist auch nicht sonderlich nachhaltig. Aber ich bin vor vor 15 Jahren war das glaube ich, bin ich mal nach Frankfurt geflogen und wir waren kaum in der Luft. Dann ging es wieder nach unten.
Paul Johannes Baumgartner: Aber kurz bevor es nach unten ging, höre ich, also noch so in 8000 Metern Höhe, höre ich wie sich ein Passagier hinter mir abschneidt. Klack. Wie er aufsteht. Wir sind immer noch in der Luft, wie er aufsteht, wie er das Gepäckfach öffnet über sich, wie er seinen Remover-Koffer geräuschvoll rauszieht und freudig strahlt nach vorne geht, so als ob er aussteigen möchte. Wir waren aber noch in der Luft und wir waren alle irritiert, was ist jetzt mit dem los? Und da war es aber total interessant, weil dann kam eine Flugbegleiterin ihm entgegen, lächelt ihn freundlich an, als ob es die natürlichste Sache der Welt wäre, lächelt ihn an und sagt, gehen Sie schon. Brüllendes Gelächter im Flugzeug. Und das fand ich so toll. Oder ein Speaker-Kollege, werde ich auch nie vergessen, ich war bei Lebkuchen Schmidt in Nürnberg eingeladen, hab einen Vortrag gehalten vom Kunden zum Fan.
Paul Johannes Baumgartner: Und jetzt muss man dazu sagen, in 1 Lebkuchen-Fabrik ist 12 Monate lang jeden Tag Weihnachten. Also da ist Weihnachtlich dekoriert. Das heißt, wenn du in den Besprechungsraum oder in dem Fall in das Auditorium reinkommst, in den Vortragsraum, da stehen da links und rechts, stehen da an der Bühne, steht da ein Weihnachtsbaum, sind Weihnachtssterne aufgebaut.
Martin Geißler: Genau meine Welt.
Paul Johannes Baumgartner: Und Den Vortrag habe ich gehalten Mitte August. Und jetzt muss man so sagen, Mitte August war ein August, den man wirklich vorzeigen konnte. Draußen 35 Grad, Sonnenschein, blauer Himmel, Kaiserwetter Und dementsprechend warm war es auch drinnen. Es war Hochsommer. Und ich habe einen Vortrag gehalten und nach mir kam ein Referent. Und der geht auf die Bühne und sagt, Mensch, hey, freut mich, dass ich heute bei euch sein darf. Und ich komme gerade vor dem Vortrag in Wien, habe gestern Abend noch einen Vortrag in Wien gehalten, bin jetzt mit dem Zug hierher gefahren, habe ein bisschen geschlafen im Zug und dann schaue ich so rechts an den Bühnenrand, wo ein riesen fetter Weihnachtsbaum steht, habe geschlafen im Zug und schaue den Weihnachtsbaum an und sage, habe ich so lange geschlafen? Das sind halt Geschichten, wenn ich an die zurückdenke, dann muss ich selber wieder lachen. Da merke ich selber, dass sich meine Gedanken wieder verändern, dass die Affen im Kopf leise werden.
Paul Johannes Baumgartner: Und deswegen dachte ich mir Humor ist eine ganz, ganz wichtige Waffe. Kapitel 10. Manche meint Nummer 10.
Martin Geißler: Wunderbar. Geil. Also was man jetzt erstmal merkt, das ist genau dein Ding. Da leuchten deine Augen. Ich liebe halt gute Geschichten. Das kommt noch dazu. Jetzt so wie ich dich kennengelernt habe, hast du einmal, du schreibst Bücher, dann gibst du ja auch Coachings, also wir hatten ja auch dieses Jahr ein Coaching, wo du mich super fit gemacht hast für die Bühne beim Hannes Zwetschge Community Day, wo wir eine Keynote aus dem Boden gestampft haben, die wirklich richtig geil funktioniert hat.
Paul Johannes Baumgartner: Das ist ein Ordnung, Martin, weil liebe Zuhörerin, liebe Zuhörer, ich musste ja nicht viel machen. Es war ja alles da. Also du hast ja geliefert. Und das fand ich total schön. Also ich glaube schon eine meiner Fähigkeiten ist, das Gold in anderen Menschen zu sehen.
Martin Geißler: Doch das unterschreibe ich zu 100%.
Paul Johannes Baumgartner: Und ich habe wahnsinnig viel Gold in dir gesehen und in deinen Ideen und wie du dir vorstellen kannst, wie deine Keynote ablaufen soll. Und das einzige, was du dann noch aus meiner Sicht super gemacht hast, war einfach, du hast dich geöffnet, du hast da mitgemacht. Du hast auch gesagt, du hast was nicht so gut fandst, aber das Gold, das ich gesehen habe, war da und letzten Endes haben wir dein Gold genommen und haben daraus wirklich...
Martin Geißler: Echt, weil ich habe es tatsächlich so aufgenommen, wie wenn du mir einen Blumenstrauß präsentiert hast an Möglichkeiten. Vielleicht war ich aber auch vom Kopf her eher so, ah nee, wir müssen das so machen, weil ein Keynote ist so. Und ich hatte irgendwie einen Blumenstrauß an Möglichkeiten da. Und ich kann mich an eine Situation erinnern, wo wir unsere Nibelle einfach nur noch hin und her gespielt haben und es immer größer und verrückter geworden ist.
Paul Johannes Baumgartner: Dein Abgang von der Bühne, der
Martin Geißler: ist immer größer und verrückter geworden. Und dann haben wir dann gesagt, okay, jetzt
Paul Johannes Baumgartner: ist es geil. Das hat richtig Spaß gemacht.
Martin Geißler: Das fand ich, wie du sagst, das hat richtig Spaß gemacht. Das war jetzt kein, oh, jetzt müssen wir gucken, wie diese Keynote klappt, sondern ich hab mich da auf jedes Coaching, ich glaube 3, 4 mal haben wir uns
Paul Johannes Baumgartner: da war gar nicht so oft.
Martin Geißler: Also hat super gematcht. Also Buch, das ist Coaching, dann bist du ja auch selber auf der Bühne unterwegs für große Unternehmen Und dann gibt es noch das Thema Radio. Sagst du, du kriegst deine Erfüllung raus nur durch diese vielen Bestandteile? Oder hast du da auch, sagst du, wenn dann nur noch das, das wäre auch eine...
Paul Johannes Baumgartner: Nein, nein. Ich bin heilfroh, dass ich diese Aufteilung habe. Ich bin heilfroh, dass auch Antenne Bayern nach wie vor Bock auf mich hat. Ich stehe mal im Studio in der Samstagshow, habe es letztes Mal dem Kollegen gesagt und habe zu ihm gesagt, weißt du was ich jetzt gerade in diesem Moment vermisse? Das unmittelbare Feedback von den Zuhörern. Aber das kriege ich bei den Vorträgen, bei den Seminaren.
Martin Geißler: Das Thema hatte ich, die Dani Heiss von Radio Energy war glaube ich in 3, 4 Podcast Episoden und da habe ich genau dieses Thema besprochen, dass du kein direkter, das fand ich auch immer als Produzent komisch, wenn du da eine epochale Produktion rausgehauen hast und alles hat ineinander gegriffen und ja und jetzt Also intern hat man dann ja Hände hoch abgeklatscht und alles cool. Aber so Feedback von außen bekommst du ja beim Radio.
Paul Johannes Baumgartner: Bekommst du natürlich beim Radio nicht, aber dieses Bedürfnis nach Feedback, es ist ja wirklich ein zutiefst menschliches Grundbedürfnis, Feedback zu bekommen, Das bekomme ich eben bei den Vorträgen bei den Seminaren. Also dieses Bedürfnis wird gestillt. Insofern ist es eine wunderbare Ergänzung einerseits die Anonymität im Radiostudio auch zu antizipieren. Was könnte lustig sein für die Hörer? Wie könnte ich oder wie erreiche ich sie emotional ohne es zu wissen? Weil du wirst nie wissen hat ein Gag funktioniert. Du wirst auch nie wissen hat eine Geschichte die mich persönlich vielleicht emotional berührt hat die auch meine Zuhörerinnen meine Zuhörer berührt. Du wirst es nicht wissen. Aber was du schon als Moderator relativ früh lernst, ist Antizipation. Also zu überlegen, okay, was könnte jetzt, naja, welche Worte benutze ich jetzt, eine gewünschte Wirkung auch zu erzielen.
Paul Johannes Baumgartner: Weil du hast ja nur diesen einen Versuch. Also du bringst die Meldung und dann sollte das optimalerweise sitzen und dann sollte optimalerweise der Hörer verstehen, worüber du gesprochen hast. Dann sollte vielleicht noch eine Emotion mitschwingen, die ihm überlassen ist, aber die ja oftmals in der Geschichte, die die Geschichte oftmals mitbringt. Aber du selber kriegst nichts mit. Ich möchte nichts anderes haben. Ich möchte genauso in dieser Aufteilung Vorträge, Seminare, Coachings, Bücher schreiben, Radio bei Antenne Bayern. Das ist für mich die perfekte Kombi.
Martin Geißler: Also wenn ich dir da jetzt mal ein Feedback auf ein Feedback geben kann, was ich nämlich immer sensationell fand, war, dass du in jeder Radiosendung, also die wir miteinander absolviert haben auf jeden Fall, am Ende immer gesagt hast, hey und danke an die Credits rausgehauen hast, jeden namentlich genannt hast, weil sonst war man ja immer unsichtbar. Das hat mich immer sehr stark abgeholt tatsächlich.
Paul Johannes Baumgartner: Und das ist ja eine Teamleistung. Also einen Erfolg hat ja nicht immer nur einen Vater oder eine Mutter, sondern da stehen ja ganz, ganz viele Leute dahinter.
Martin Geißler: Paul, wenn wir uns in einem Jahr hier wieder treffen würden oder treffen werden, was ist bis dann bei dir passiert im Leben?
Paul Johannes Baumgartner: Das weiß ich nicht. Also vielleicht habe ich nochmal ein Buch geschrieben. Ich hätte schon den Titel, aber leider keine Inhalte. Der Titel
Martin Geißler: wäre jetzt, mussten ihr verraten.
Paul Johannes Baumgartner: Ja genau, das Buch würde also wirklich eigentlich nur aus dem Cover bestehen und zwar würde der Titel lauten, das ganze Leben ist eine Mischkalkulation.
Martin Geißler: Boah, ja da steckt viel drin.
Paul Johannes Baumgartner: Das ganze Leben ist eine Mischkalkulation. Zahlst du, zahl ich? Nein, zahl halt, weil im Endeffekt wirst du es sowieso wieder zurückbekommen. Also diese Matcher, Giver oder Taker Geschichte gibt interessante Studien, wonach es so ist, dass Menschen, die gerne geben, am meisten vom Leben profitieren. Sie kriegen am meisten Anerkennung, Wertschätzung zurück, am meisten Emotionen, am meisten Liebe und sogar monetär rechnet sich das auch. Deswegen zahlst du oder zahl ich. Das ist für mich keine Option. Wenn ich Bock habe zu zahlen, zahle ich und da überlege ich nicht, ob ich letztes Mal auch schon bezahlt habe. Das Leben ist eine Mischkalkulation.
Paul Johannes Baumgartner: Auch die Balance, wenn es Emotionen geht. Ruf ich jetzt meinen Kumpel an oder ach ich habe letztes Mal gerade angerufen, vielleicht warte ich jetzt mal bis er anruft. Ja kann man machen, aber besonders erfüllend ist es nicht. Jeder von uns kennt die Situation. Also jetzt
Martin Geißler: muss ich aber mal noch eine Story auspacken, weil du hast ja sogar Angst ans Telefon zu gehen, wenn du von mir angerufen bist, wenn du dich dran erinnerst.
Paul Johannes Baumgartner: Nein, jetzt musst du mir weiterhelfen.
Martin Geißler: Wann war das? Das war irgendwie vor 2-3 Jahren, als du gesagt hast, du bist nicht ans Telefon rangegangen, weil du irgendwie an mich gedacht hast und 3 Minuten später...
Paul Johannes Baumgartner: Naja, also Entschuldigung, das war eine andere Nummer. Nur ganz kurz zur Einordnung, liebe Hörerinnen. Also folgendes, ich habe an den Geißler gedacht und noch bevor mein Gedanke zu Ende war, hat er mich angerufen. Also wenn das nicht cringy ist, dann weiß ich auch nicht.
Martin Geißler: Dann hast du mich zurückgerufen und hast gesagt, du hast dich nicht getraut ans Telefon.
Paul Johannes Baumgartner: Weil ich zu Tode erschrocken bin. Ich stelle mir vor, ihr denkt an einen Menschen und genau dieser Mensch, noch bevor der Gedanke an diesen Menschen zu Ende gedacht ist, ruft euch an. Siehst im Display, Geisler ruft an. Entschuldigung, da kannst du doch nur in den Graben fahren.
Martin Geißler: Du warst auch im Auto unterwegs. Okay, sehr gut. Jetzt habe ich dich unterbrochen.
Paul Johannes Baumgartner: Nein, das war es schon. Also wie gesagt, ein Buch, vielleicht wird es wieder ein Buch. Große Projekte stehen momentan nicht an, aber es ist auch so ein bisschen Erntezeit. Es waren viele große Projekte, die ich jetzt absolvieren durfte. Und für mich ist es jetzt so eine Inhaltestelle, dass ich selber mal auf das Erreichte zurückklicken kann dass mich freuen kann dass mich auf die neue Wohnung auch in der ich jetzt seit ein paar Wochen wohnt da akklimatisier ich mich momentan wie gesagt ist eine Systemumstellung wenn man nach 20 Jahren aus seiner Hut auszieht ich weiß es nicht aber ich bin Ergebnis offen und ich freue mich wenn wir uns in einem Jahr wiedersehen.
Martin Geißler: Genauso machen wir es. Paul, danke für deine Zeit.
Paul Johannes Baumgartner: Danke für die Einladung. Untertitel von Stephanie Geiges
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