Manipulation im Marketing? Soundbranding, Werbepsychologie und Generation Alpha | mit Dr. Christina Jacker-Hundt

Shownotes

In dieser Episode haben wir einen besonderen Deep Dive für Euch: Euer Host Martin Geißler spricht mit der Werbepsychologin Dr. Christina Jacker-Hundt über die oft unterschätzte Kraft von Soundbranding, spannende Strategien im Markenaufbau und die feinen Grenzen zwischen Beeinflussung und Manipulation im Marketing. Dr. Jacker-Hundt gewährt uns dabei exklusive Einblicke hinter die Kulissen ihrer Arbeit, von ihren Erfahrungen im Fernsehen über die Bedeutung von Personas fürs Markenbranding bis hin zur zielgenauen Ansprache der Generation Z und Alpha.

Freut euch auf ehrliche Anekdoten, überraschende Learnings und klare Ansagen, warum ein schönes Design noch lange keine erfolgreiche Kampagne garantiert. Egal, ob ihr euch für die Psychologie hinter Werbung interessiert, Marketing-Trends verstehen wollt oder einfach wissen möchtet, wie ein gelungenes Markenbild heute wirklich entsteht – diese Folge liefert euch mitreißende Insights und praxisnahe Tipps. Viel Spaß beim Reinhören!

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⭐️ Bulletpoints:

  • Chrissys Marketing Corner: Vom Blog zum Erfolg
  • Verkaufstricks im Supermarkt
  • Multisensorische Markeninszenierung am Flughafen
  • Optimierung der Telefonwarteschleife
  • Ganzheitlicher Branding-Ansatz durch Zielgruppenanalyse
  • Slogans und Kritische Fragen
  • Sparringspartnerin und Ideenschmiedin
  • Erfolgreich auf Instagram
  • Zielgruppenforschung Generation Alpha
  • Zukunft der Primetime im Fernsehen
  • Balance zwischen Innovation und Bewährtem
  • Herausforderung: Umgang mit Veränderung

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Dr. Christina Jacker-Hundt: Ich finde es total spannend, wie krass eigentlich Soundbranding auch noch unterschätzt wird. Weil es macht das multisensorische Erlebnis von 1 Marke eigentlich auch erst richtig rund. Also viele denken bei Marken immer an Logos und an Farben und wir sehen ein gewisses Rot, denken an Coca-Cola. Aber eigentlich macht es das Gesamtpackage aus. Also je multisensorischer eine Marke erlebbar ist, umso besser bleibt sie auch hängen. Nein, das ist absolut nicht mein Anspruch als Werbepsychologin. Sollte auch kein Anspruch überhaupt irgendeines Werbepsychologen sein und auch keines Marketers, also zumindest keines seriösen Marketers. Klar ist eine gewisse Beeinflussung vorhanden, Aber dieser Mythos mit dem Buy-Button.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Also es gibt nicht den Buy-Button. Man kann Menschen, wenn kein Grundinteresse da ist, an ein Produkt oder 1 Dienstleistung, nicht indem ich der Person tausendmal die Werbung zeige, sie dazu bringen, dass sie es kauft. Du, manchmal, hey, was ich schon an geilen Kampagnen-Ideen hatte und was aber zerpflückt wurde und, sorry, einfach echt ungeil gemacht wurde, weil sich nicht getraut wurde, weil man nicht aus seiner Haut raus konnte und meiner Frau gefällt übrigens das besser.

Martin Geißler: Wenn man ihm begegnet auf 1 Party zum Beispiel, da zucken die meisten zusammen und kehren komplett in Sicht zurück. Die Rede ist von Psychologen und darum habe ich mir auch eine eingeladen. Und zwar die liebe Dr. Christina Jacker-Hund. Ich nenne sie einfach Chrissy, weil das ist viel einfacher. Und wir sind richtig tief eingetaucht in die Themen Werbepsychologie, Branding, HR-Workshops für die Generation Z, für die Generation Alpha und, und, und. Ihr wisst, der Podcast ist noch ganz neu, ist noch ganz frisch, gerade mal Episode 3. Darum lasst mir bitte eure Kommentare, eure Likes und eure Bewertungen da, denn damit kriegen wir mehr Reichweite und Power auf das Ding.

Martin Geißler: So, und jetzt wünsche ich euch viel Spaß. Du hattest mal erwähnt, dass wenn du mal bei Stern TV auftrittst, dass du es dann für dich geschafft hast. Jetzt warst du bei Galileo zu Gast als Werbepsychologin und auch bei Stern TV. Hast du es jetzt geschafft?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Gefühlstechnisch ja. Also das war immer so ein... Ich muss da glaube ich ein bisschen ausholen.

Martin Geißler: Gerne.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ich habe ja meinen Blog, die Marketing Corner, und die ist ursprünglich mal gestartet für meine Studierenden. Ich bin Lehrbeauftragte für Konsumentenpsychologie Und das Modell von der Hochschule, wo ich bin, ist sehr autodidaktisch. Die Studierenden haben Präsenzphasen, aber bringen sich das meiste dann selber bei daheim. Und ich wollte ihnen eigentlich einen zusätzlichen Service bieten, dass sie quasi die Inhalte noch mal von mir mit Beispielen wiedergegeben bekommen. Und darauf ist der Blog entstanden und meine YouTube-Videos. Und aus dem Blog heraus hat sich dann über die Jahre so eine gewisse Bekanntheit ergeben. Also dass dann schon irgendwann mal die ersten Anfragen kamen von Radio oder auch mal von irgendwelchen Zeitschriften, die Anfangsstatement auch von 1 Werbepsychologe zu irgendeinem Thema gebraucht haben. Und hab dann eher immer so ein bisschen gewitzelt, eben wenn der Anruf von SternTV kommt, dann habe ich es geschafft, weil SternTV für mich immer auch so in der Kindheit schon so ein Format war, wo ich dachte, boah, ja, das ist irgendwie seriöser, cooler Journalismus.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Das ist Live-Fernsehen. Und vor allem 1 meiner Professoren, bei dem ich selber Werbepsychologie gelernt habe, war immer so gefühlt der Haus- und Hof-Werbepsychologe von Stern TV. Also die haben den immer mal wieder vor der Kamera gehabt und dachten, wenn ich ihn nicht unbedingt ersetzen, aber wenn ich mal statt ihm angefragt werde, das wäre so ein richtiger Schulterklopfer.

Martin Geißler: Geil. Okay. Jetzt hat es funktioniert?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Jetzt hat es funktioniert. Jetzt kam der Anruf tatsächlich. Ich war erstmal ultra baff. Es war an einem Freitagnachmittag, verpasste Anruf, ich ruf zurück. Und dann so, ja hallo, hier ist der XY von Stern TV. Ich dachte mir, okay, ich habe mich verhört. Aber was gibt es denn? Ja, wir hatten dann Nächste Woche eine Sendung und es ist eine Werbepsychologin zu dem Thema. Hätten Sie Lust und Zeit und geil, okay, ich mache alles möglich.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Und das war erst mal danach, habe ich dann aufgelegt, Handy weggelegt und bin dann rein in unsere Wohnung. Also ich habe am Balkon telefoniert, bin rein und mein Mann saß dann auf der Couch und hat gesagt, Alex, glaubst du nicht, was gerade passiert ist? Es ist das passiert, wo ich immer gesagt habe, wenn der Anruf kommt, ich hab's geschafft. Das war gerade Stern TV, die wollen mich nächste Woche in der Sendung haben. Mega. Das war ein ultrakrasses Gefühl und das war auch erstmal, ich musste erstmal so richtig realisieren, ja krass, das ist das, was ich immer gesagt habe, das ist das, wo ich immer so ein bisschen gewitzelt habe und jetzt ist es gerade tatsächlich passiert.

Martin Geißler: Und was hat es jetzt im Nachgang mit dir gemacht? Also weil du ja auch immer gesagt hast, Yes, das ist so das große Ziel. Ist jetzt dein Kapitel völlig abgeschlossen oder fühlst du dich jetzt irgendwie so, dass du ein besonderes Level erreicht hast und jetzt noch selbstbewusster bist? Oder in welche Richtung geht es bei dir?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ja, also irgendwie schon. Also ein gewisses Level jetzt erreicht. Also für mich die Bestätigung, dass das, was ich die letzten Jahre gemacht habe und vor allem ja auch unentgeltlich meinen Blog und das Ganze, dass das gesehen wird, dass es gewertschätzt wird und dass mir das einen Expertenstatus eingebracht hat. Also ich habe mich endlich in dem Bereich, in dem ich sein möchte, so positioniert, wie ich es mir immer gewünscht habe. Und habe das Gefühl, von hier auf geht es eigentlich nur noch bergauf und weiter. Also so ist gerade meine innere Motivation. Und ja, es fühlt sich so an, als bin ich jetzt an dem Punkt, von dem es einfach nur noch weitergeht.

Martin Geißler: Cool. Also da ist jetzt noch das Ende offen.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Das Ende ist offen. Oder hast

Martin Geißler: du schon ein neues Ziel, wo du sagst, ja, dann habe ich es wieder geschafft?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Witzigerweise, also mein Berufswunsch als Kind war Talkshow-Moderatorin. Ich habe immer gesagt, so ja, so was wie Brit der Talkum 1. Das könnte ich sein, Chrissy der Talk 2. Also tatsächlich, wenn es mal in ein, ja, in ein richtiges Format übergehen würde, also ich bin ja Bei Galileo bin ich jetzt schon ganz gut mit drin. Ich sag jetzt mal im Expertenpool und das macht mega viel Spaß. Aber vielleicht winkt ja da irgendwann nochmal so ein eigenes Format im Fernsehen. Das wäre noch so ein wahrgewordener Kindheitstraum. Ist jetzt aber nicht so gesagt.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Das forciere ich jetzt extrem. Wenn es kommt, dann ist super cool. Aber ich bin auch super happy mit dem, was ich sonst mache.

Martin Geißler: Cool. Jetzt kenne ich ganz viele Leute, wenn man sich irgendwie privat auf 1 Party wiederfindet oder so und dann wird einem gesagt, ja, ich bin Psychologin. Die ziehen sich dann auf einmal ganz schreckhaft zurück und passen brutalst auf, was sie von sich geben, was sie einem erzählen. Und sonst geht es dir da genauso?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Tatsächlich eher umgekehrt. Wenn ich einen Psychologen kennenlerne oder jemand, der Therapeut oder Therapeutin ist, dann werde ich sofort so, okay, bloß keine falschen Bewegungen machen, bloß nicht falsch schauen, bloß nicht suggerieren, dass du irgendwelche Traumata hast. Dadurch, dass ich mich ja immer als Werbepsychologin oder Konsumentenpsychologin vorstelle, wissen die Leute sofort, wie es zu nehmen ist. Aber was zu, bestimmt in 60 Prozent der Fälle kommt, 70 Prozent, ist, ach ja, ihr seid die, die uns manipulieren, die uns irgendwas verkaufen wollen. Das kommt ganz häufig.

Martin Geißler: Das wäre auch meine nächste Frage jetzt gleich gewesen. Manipulierst du Leute?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Nein, das ist absolut nicht mein Anspruch als Werbepsychologin. Sollte auch kein Anspruch überhaupt irgendeines Werbepsychologen sein und auch keines Marketers, also zumindest keines seriösen Marketers. Klar ist eine gewisse Beeinflussung vorhanden, aber dieser Mythos mit dem Buy-Button. Also es gibt nicht den Buy-Button. Man kann Menschen, wenn kein Grundinteresse da ist, an ein Produkt oder 1 Dienstleistung, nicht indem ich der Person tausendmal die Werbung zeige, sie dazu bringen, dass sie es kauft. Also man kann natürlich gewisse Begehrlichkeiten wecken. Aber ich glaube, der Mythos kommt immer noch ein bisschen daher. Vielleicht auch schon mal gehört, dieses Vicarie-Experiment.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Aus den 50er-Jahren, da ging es mal rum, dass in einem Kino subliminale Botschaften eingeblendet wurden. Immer so ganz schnell, trinke Cola, kaufe Popcorn. Und dass dadurch dann der Absatz von den beiden, also von Cola und von Popcorn, im Kino gestiegen ist. Und das hat sich super lange hartnäckig gehalten, dass Leute damit manipuliert werden können. Und es konnte aber nie repliziert werden. Und am Ende des Tages kam auch raus, dass es eigentlich ein Werbegag war, also dass dieses Experiment so nie funktioniert hat, nie stattgefunden hat. Und das hält sich aber bis heute. Also dieser Vorwurf der Manipulation und dass wir Marketer Menschen dazu bringen können, Dinge zu kaufen, die sie gar nicht wollen.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Aber das ist nicht möglich. Also es gibt Menschen, die sind beeinflussbarer als andere. Aber nur weil ich dir eine Werbung zeige für ein Produkt, was dich eigentlich gar nicht interessiert, bringe ich dich noch lange nicht dazu, es zu kaufen.

Martin Geißler: Aber gibt es da eine Grenze, die du ziehen würdest, wo du sagst, das ist noch, ich sage jetzt mal Manipulation in positiven Sinne oder ist das schon moralisch verwerflich?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Also moralisch verwerflich ist alles da, wo aus meiner Sicht zum Beispiel Kinder stark beeinflusst werden. Ich finde generell, Werbung für Kinder ist mit großer Vorsicht zu genießen. Da gibt es auch natürlich gewisse Richtlinien, gewisse Werberichtlinien, aber da sind die Grenzen schon hart. Also Werbung für Kinder ist oft auch extrem Stereotyp. Muss man sich mal anschauen, was da so zur Weihnachtszeit produziert wird. Also die neuste Barbie und alles rosa und alles Glitzer und Schlagwörter und Einhorn und pink und flack mich tot. Alles, wo ich sag jetzt mal kleine Mädchen natürlich drauf anspringen. Also wie gesagt sehr, sehr Stereotyp.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Am Ende kaufen natürlich die Eltern. Aber das find ich schon Da sind die Grenzen, find ich, sehr, sehr hart. Ja, wie gesagt, man kann Man kann Menschen so nicht zum Kauf zwingen oder überreden, aber es gibt schon den einen oder anderen, ich sag's mal, werbepsychologischen Trigger oder Trick, wo man natürlich etwas suggerieren kann. Also, bestes Beispiel ist Preispsychologie. Wenn man so durch den Supermarkt läuft und man sieht überall diese kleinen gelben Schildchen mit roter Schrift und dann denkt man sofort, ach, das ist ein Rabatt. Wenn man sich's dann mal genauer anschaut und oftmals ist dann der Referenzpreis angegeben, dann stellt man fest, dass da überhaupt gar kein Rabatt ist. Aber die Farbe suggeriert uns, dass da eben ein Rabatt vorhanden ist, obwohl er vielleicht gar nicht da ist. Also, das ist schon Man könnte sagen, Verkaufstrick, ich find's schwierig.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ich weiß es, wenn ich durch den Supermarkt geh. Ich glaub, viele Sachen sind aber inzwischen auch einfach total bekannt. Also, grade am Point-of-Sale. Auch dieses, dass in den meisten Supermärkten gleich ein Bäcker direkt am Anfang ist, weil Brotduft uns stimuliert, uns auch mehr tatsächlich dazu anregt, mehr zu kaufen. Aber das sind eben nur diese kleinen Marketing-Tricks, die schon bekannter sind.

Martin Geißler: Ja, aber da gibt es ja alle Handtricks von angefangenen Duft über Licht über Sound.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ja, zu deinem Thema auch wunderbare Beispiele. Also es gab ganz viele verschiedene Studien, wie uns Sound und Musik beim Einkaufen, beim Konsum beeinflusst.

Martin Geißler: Man hat

Dr. Christina Jacker-Hundt: da zum Beispiel Tests gemacht, dass in Supermärkten zum Beispiel mal eine Zeit lang oder über 2 Wochen italienische Musik gespielt wurde und tatsächlich ist der Absatz von italienischem Wein gestiegen. Dann hat man es mit französischer Musik gemacht. Dann ist die Art, ist im französischer Wein gestiegen. Und man hat auch festgestellt, dass die Art und Weise, wie wir Wein beurteilen, durch Musik beeinflusst wird. Also man hat Probanden, Probandinnen Wein verköstigen lassen und hat einmal Camina Burana gespielt, was ja ein sehr schwerer, mächtiger Song ist und genauso wurde der Wein auch beschrieben. Dann hat man den gleichen Wein nochmal verköstigen lassen mit 1 anderen Musik, 1 ganz leichten, lockeren, frühlingshaften Melodie und der Wein wurde komplett anders beschrieben.

Martin Geißler: Ich mach's gerne noch ein bisschen plakativer. Wenn ich ein Keynote halte, steige ich immer ein mit einem ganz, ja, mit einem Bild 1 Zahnarztstuhls. Und alleine nur, wenn ich das Bild aufmache, ist im Publikum dann schon immer, oh, da sag ich, okay, es wirkt schon. Aber tu mir jetzt mal einen Gefallen und macht alle die Augen zu oder schaut mal weg. Und dann spiele ich noch so einen Zahnarztbohrer vor und dann sitzen die Leute nur noch so da und ah und schreien. Es tut ihnen richtig weh. Sag ich, okay, Experiment hat funktioniert, nur euch jetzt auch nochmal runterzuholen. Danach gibt es ein wunderschönes Katzenbild und Katzenschnurren und alle sind wieder beruhigt.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Cat-Content geht einfach.

Martin Geißler: Aber was ist denn in diesem Moment passiert? Was ist, was hat Sound an dieser Stelle gemacht? Es hat Emotionen gelegt, Emotionen heraus, herauf bewirkt. Und das ist ja das, was wir jetzt hier bei Here We Go und ich in meinem Expertisebereich machen. Wir schaffen mit Sound Emotionen.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ja, das ist ein sehr guter Punkt. Ich weiß nicht, ob du schon mal bei Filmen drauf geachtet hast. Tatsächlich Musik in Filmen ist dazu da, uns zu sagen, wie wir uns zu fühlen haben. Und ganz oft hast du am Ende von einem Film irgendwie so ein guter Laune Song, damit du mit einem guten Gefühl aus dem Film rausgehst.

Martin Geißler: Schau dir doch mal gerne einen Horrorfilm an und leg da drunter Comedy Musik oder irgendwie eine fröhliche Musik und der Film, der wird sowas von langweilig. Sound macht in den Filmen so viel aus, ich würde sogar sagen 95 Prozent, wie du dich fühlst. Weil es passiert in den Filmen bis zu den gewissen Zeitpunkten, bis sich das Ganze aufbaut und du weißt, ah jetzt gleich irgendwas passiert, aber ich weiß nicht wann. Und solange diese Stille ausgehalten wird, dann BÄM, haut's rein und dann erwischt es sich halt richtig. Ja?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ja, der Takt macht ja, und der Rhythmus machen ja auch wirklich physikalisch was mit uns. Also je schneller der Beat, desto mehr kann auch unser Puls gesteigert werden. Also nicht nur von der Emotion her, sondern tatsächlich auch physikalisch werden wir da in eine Richtung gesteuert sozusagen.

Martin Geißler: Ja, und auch in Sachen Branding finde ich, das geht jetzt über die Markenwelt hinaus. Wobei es, nimm Harry Potter, nimm, also der weiße Hai. Es sind 2 Noten, die gespielt werden und du weißt, welchen Film es sich handelt. Es ist Wahnsinn, wie das in unseren Köpfen verankert oder verknüpft ist mit den Filmen, die du dann ja wieder auch als Marke hinstellen kannst und genau weißt, wenn ich die Melodie höre, dann ist es Jurassic Park. Wenn ich diese Melodie höre, dann ist es Kevin Alligns A House oder whatever. Also ist es faszinierend, wie da Marken im Kopf auch entstehen für ich nenne es jetzt mal ein Filmprodukt.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ich finde es total spannend, wie krass eigentlich Soundbranding auch noch unterschätzt wird. Weil es macht das multisensorische Erlebnis von 1 Marke eigentlich auch erst richtig rund. Also viele denken bei Marken immer an Logos und an Farben und wir sehen ein gewisses Rot, denken an Coca-Cola, oder wir sehen Blau, denken an eine bestimmte Farbe. Bei manchen Marken hat man einen Jingle im Kopf, Telekom ist zum Beispiel eindeutig. Aber eigentlich macht's das Gesamtpackage aus. Je multisensorischer eine Marke erlebbar ist, umso besser bleibt sie auch hängen. Und Sound, genau wie du sagst, lösen Emotionen aus und ist etwas, also du kannst, wenn du dir nicht gerade die Ohren zuhältst, ist Sound etwas, was ungefiltert einfach auf dich einwirkt.

Martin Geißler: Ich sag, Du kannst weggucken, aber du kannst nie weghören. Genau. Es geht so gut wie... Na, es ist eigentlich nicht möglich. Keiner wird durch die Gegend laufen, sich die Ohren zu halten. Das Coole ist ja, wenn du eine Marke hast, eine Melodie, dann kannst du die ja auch emotional verschieden Aufladen. Projekt bei uns zum Beispiel ist Fraport, der Flughafen Frankfurt, wobei die auch weltweit agieren. Und die öffnen jetzt ihr neues Terminal, das Terminal 3.

Martin Geißler: Und die haben jetzt auch gerade einen neuen Film online, wo sie mit 1 Drohne durch dieses ganze neue Terminal fliegen. Und wir haben für Frankfurt, ich glaube, mittlerweile über 20 Musiktitel, also Soundbrands zur Verfügung gestellt in verschiedenen Emotionen, in dynamisch, in ruhig, in kraftvoll, in Action, in jeglichen Arten und weisen, wie du Musik einsetzen kannst und haben dann die Melodiefolge des Soundlogos, das ist Frankfurt Airport City. Ich kann nicht singen, aber diese Melodiefolge, dann immer passend zu der Emotion dann auch abgebildet, auch mal in einem weihnachtlichen Aspekt, dann wieder auch in einem super modernen synthetischen Sound. Aber die Melodiefolge ist immer die gleiche. Aber die Emotion passt dann zum Film, zur Musik, alles dran und dann zahlt es auch wieder auf die Marke ein. Und das ist Ja, wie du sagst, also das ist dann so dieses multisensorische, wo dann jeder abgeholt wird nochmal auf 1 ganz anderen Ebene.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Wobei das ein Level ist, ich glaube davon träumen viele. Also da sage ich als Marketer, boah geil. Und ich glaube sowas sollten viel mehr Firmen tatsächlich in Anspruch nehmen und für sich machen. Also nicht nur auf ihrem herkömmlichen Soundlogo, Jingle, was auch immer, hängen bleiben eigentlich, sondern auch mal überlegen, wie kann ich das eigentlich weiterentwickeln? Wie kann ich es noch einsetzen? Mit welcher Emotion kann ich es aufladen? Genauso wie du jetzt gerade gesagt hast. Das finde ich ist dann halt Champions League.

Martin Geißler: Ja, aber es eröffnet dir auch jede Menge Möglichkeiten. Jedes Unternehmen hat ja da draußen das Problem, zum Beispiel im Social Media Bereich. Was für Musik dürfen wir verwenden? Ja, Wie ist die Lizenz bei TikTok, bei LinkedIn, bei wo auch immer du das einsetzen möchtest. Und da hast du deinen eigenen Musikkatalog. Dann kannst du selber entscheiden, wo benutze ich was und bist natürlich da rechtlich komplett safe. Also hast was super Exklusives, was Eigenes, was auch nur du dann selber benutzen kannst und bist dann multi emotional, nenne ich jetzt mal unterwegs. Ja, Punkt.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Super gut.

Martin Geißler: Ja, und dann kannst du die Soundwelt weiter aufmachen in Audio Werbung, in deiner Telefonanlage, in Image Filmen, in überall, wo du auditive Touchpoints hast ist das ja dann.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Macht ihr Warteschleifen Musik?

Martin Geißler: Das ist manchmal ein Einstieg für Soundbrands, Geschichten bei uns oder Projekte. Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel die öffentliche Oldenburg, eine Versicherung aus dem hohen Norden. Die kam mit dem Grundgedanken auf uns zu, Wir werden unser Telefonwarteschleifen System, was jetzt bei 1 Versicherung etwas umfangreicher ist mit den ganzen einzelnen Abteilungen und Schadensgeschichten und so weiter. Ja, umfangreich in Sachen Text, in überhaupt die Das ganze Konzept dieses Schaltplans, der dann auch irgendwie ineinandergreifen muss. Das war so Punkt 1 und die hatten das Problem, dass sie die Musik aus der aus der Library retortenmäßig mit der Stimme irgendwie nicht zusammengebracht haben. Und wir haben uns dann das allererste Mal den Text gekümmert. Wie ist denn überhaupt die Ansprechhaltung gegenüber des Kunden? Ist die locker? Ist die super sachlich, förmlich? Wie ist das gewünscht? Und dann haben wir eine passende Stimme dazu rausgesucht. In dem Fall ist es eine Frau geworden, weil eine Frau immer als seriöser wahrgenommen wird und ehrlicher als wie ein Mann.

Martin Geißler: Drum auch die Positionierung 1 Frauenstimme in der Alexa oder in jeder Navi App und so weiter. So und dann haben wir das Ganze miteinander gematcht. Dann haben wir ein Sound Logo entwickelt und auch Musik Brand dazu. Und der läuft jetzt auch in der Telefonwarteschleife und wir haben eine Markenstimme dazu entwickelt und die wird jetzt auch auf jeden auditiven Touchpoints eingestellt. Und so hast du jetzt auch wieder akustisch eine CI Und bist auch dort übers Hören wieder erkennbar.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Muss ich mal anrufen.

Martin Geißler: Sehr gerne. Und somit ist das tatsächlich immer ein Einstieg für uns in größere Unternehmen für ein Soundtraining Projekt. Was wir nicht sind, ist tatsächlich so, diese klassischen könnt ihr uns mal 3 Ansagen für unsere Unternehmen machen und da lassen wir raus, sondern wirklich so der ganzheitliche Aspekt, den haben wir dann im Fokus. Jetzt haben wir uns ein bisschen über meinen Bereich unterhalten, über das ganze Soundbranding-Thema. Du bist auch im Branding-Bereich unterwegs, aber ich glaube, da ist es mehr so das Visuelle, oder?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ja, also ich bin zwar keine Grafikerin, aber ich arbeite sehr visuell. Grundsätzlich, wenn es bei mir das Branding geht, habe ich einen sehr ganzheitlichen Ansatz. Ich betitle es ein bisschen als Focus-Marketing, mit Basis auf Personas, also Marketing-Buyer-Personas. Für diejenigen, die es jetzt nicht wissen, sind das prototypische Zielgruppenprofile. Das heißt jetzt nicht dieses platte Ja, meine Zielgruppe ist zwischen 34 und 45 Jahren und weiblich und hat Interesse XYZ, sondern wirklich ein Prototyp aus deiner Zielgruppe mit all seinen Eigenschaften, mit Psychographie, Pains and Gains. Also wirklich, dass du dir vorstellen kannst, du gibst der Person auch einen Namen, schreibst ihr eine Biografie, dass du dich in sie hineinversetzen kannst. Okay, für Lisa Müller habe ich jetzt dieses Produkt und diese Kampagne entwickelt. Und ich weiß ganz genau, was Lisa Müller von mir braucht.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ich weiß ganz genau, wie ich sie ansprechen muss. Ich weiß ganz genau, wo ich sie ansprechen muss. Und das ist so quasi immer die Basis von meiner Arbeit. Also ich gebe ganz, ganz viele Personaworkshops Für B2B, B2C und ganz viel aber auch für den HR-Bereich, also Candidate-Personas. Weil viele Unternehmen nicht wissen, wie sie ihre Zielgruppe, Schrägstrich Persona, wirklich ansprechen sollen. Sie haben gar kein wirkliches Bild davon, wo vielleicht der Schuh tritt. Oder gerade auch, wenn irgendwelche Neupositionierungen anstehen, wenn vielleicht ein neues Produkt auf den Markt kommt. Es bietet sich eigentlich immer an, sich mal seine Zielgruppe genauer anzuschauen und nicht nur irgendwie, keine Ahnung, mal vor 10 Jahren erstellt und dann schaue ich mir das wieder an, weil auch Menschen verändern sich.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Wir alle verändern uns. Der Markt verändert sich. Also schon regelmäßig Zielgruppenanalyse betreiben, Personas erstellen. Und das ist sozusagen dann die Basis für, wo gehe ich eigentlich mit meiner Marke hin, wo gehe ich mit meinem Produkt hin, wie sieht meine Content-Strategie aus? Weil nur wenn ich weiß, wie meine Zielgruppe tickt, dann kann ich auch sagen, okay, was sind die richtigen Botschaften? Wo muss ich die Botschaft eigentlich platzieren entlang von der Customer Journey. Und das ist sozusagen mein ganzheitlicher Branding-Ansatz, zu schauen, wer sind oder wer ist deine Zielgruppe? Wie ticken die? Wo sind die? Passt deine Marke? Was muss vielleicht angepasst werden? Und darüber hinaus dann, wobei da arbeite ich dann auch gerne wirklich mit anderen Freelancern, Profis zusammen, die wirklich im Bereich Grafikdesign auch tätig sind, dann Briefings übergeben, hey, schaut mal auf Basis von dem Personaprofil und der Strategie auch eine Logoanpassung vorzunehmen, eine CI-Anpassung vorzunehmen, eine Diversifizierung vorzunehmen. Ich bin zwar gerne der Photoshop-Philip, ich visualisiere auch sehr gerne viel, einfach auch, weil ich es damit meinen Kunden und Kundinnen veranschaulichen kann. Wenn ich sage, hey, ich scribble jetzt einfach mal einen Post oder mach einen Mockup für irgendwas oder für einen Flyer oder ähnliches, weil's vielen hilft, sich das richtig vorzustellen. Da bin ich auch dann der kreative Typ, der alles so rund Claims und Kernaussagen, USPs formulieren.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Das ist total meine Welt, da gehe ich auf, das macht mir Spaß. Ähm, gerade wenn es halt auch Produkte sind, wo man sich austoben kann. Genau, und das ist so Ich sag mal, eben dieser ganzheitliche Ansatz, sehr fokussiert und dadurch eben immer der Weg über Persona oder die Zielgruppe. Und ja, im Bereich der zunimmt, sind gerade diese HR- bzw. Candidate-Personas, wo es darum geht, potenzielle Bewerbende anzusprechen, gerade auch eine junge Generation Z, jetzt steht ja auch die Generation Alpha in den Startlöchern, weil Unternehmen da wirklich große Schwierigkeiten haben, wie mache ich die denn eigentlich zu meinen Mitarbeitenden? Wo finde ich die? Wie muss eine Stellenanzeige ausschauen? Und allein auch die Unterscheidung, ist es ein aktiver oder ein passiver Bewerbender? Also ist die Person aktiv auf Jobsuche oder eben nicht? Das sind 2 vollkommen unterschiedliche Wege der Ansprache. Das ist aber ganz vielen eigentlich gar nicht bewusst. Das ist gerade in dem Bereich so eine grundlegende Unterscheidung, die ich immer ganz am Anfang mache. Fragt euch, sucht eure Zielgruppe oder tut es nicht.

Martin Geißler: Okay, das ist wow.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ich weiß viel, aber du merkst da, da kann ich Stunden reden, da gehe ich drauf.

Martin Geißler: Okay, die Sarah Wegerle, die in einem Podcast zuvor zu Gast war, die hat genau dieses runterbrechen 1 Zielgruppe, die hat damit ihre KI gefüttert und hat sich damit unterhalten, was ich einen sehr smarten Move finde. Wie ist da deine Herangehensweise?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Also ich nutze KI da eher als zusätzliche Ressourcen. Also bei den Workshops, die ich mache, ist es wirklich so, ich gehe in die Unternehmen und wir erstellen die Personas gemeinsam. Also ich mache das für niemanden, weil ich der Meinung bin, sie werden immer besser, wenn sie unternehmensintern erstellt werden und man auch unterschiedliche Meinungen, unterschiedliche Level vertreten hat. Also ich sage jetzt mal vom Praktikanten bis, wenn sie es einrichten lässt, tatsächlich Geschäftsführung. Customer Support sind immer die, die am nächsten am Kunden sind und noch Sales. Die haben immer super viele Einblicke. Und wir befüllen quasi, es gibt ein Template mit unterschiedlichen Feldern und ich zeige, Wo findet man eigentlich Quellen und Daten zu seiner Zielgruppe? Wie kann ich diese Persona befüllen? Und mit welchen Insights brauche ich? Weil es soll ja auch irgendwo Hand und Fuß haben. Also klar, am Anfang starte ich meistens mit 1 Bauchgefühl-Persona.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Einfach zu sagen, hey, einfach mal gerade raus. Wer glaubt ihr ist dann eigentlich eure Zielgruppe? Brecht mal runter. Name, Alter, Geschlecht, was macht ihr beruflich? Was sucht ihr bei euch? Das ist oftmals eine ganz gute Basis. Da muss man es aber trotzdem mit Daten challengen. Sei es jetzt irgendwelche Generationsstudien, Social-Media-Insights und so weiter, Hosted-Insights, also es gibt ganz viele unterschiedliche Datenquellen. Aber mir ist immer wichtig, dass die Leute verstehen, woher kommt denn eigentlich die Person da? Wie setzt die sich zusammen? Und da ist KI dann natürlich auch immer ein gutes Hilfsmittel. Also dann auch mal für bestimmte Generationen Insights abzufragen. Tatsächlich kann man auch schon super viel über bestimmte Branchen finden.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Also wie ticken zum Beispiel Ärzte, aber auch da gibt's Paper ohne Ende. Also fast für jede Branche gibt's schon irgendwelche Studien oder Branchenmagazine, die das mal aufgegriffen haben. Am meisten kommt es tatsächlich dann zum Einsatz, wenn es die Biografie geht. Wo man dann sagt, okay, wir haben jetzt unser Template mal schön befüllt. Wir machen mal einen Screenshot mit allen Infos und bitten ChatGPT eine emotional geschriebene Biografie für Persona XY, die zum Beispiel eine Candidate Persona ist, zu schreiben, ähm, unter Einbezug der folgenden Größen, mit Gewichtungen, also habt da auch so ein paar Prompts, die ich gerne mit an die Hand gebe. Und dann bekommt man meistens wirklich sehr gute Biografien raus. Und dann am Ende immer challengen, sich die Personen bei Biografien gegenseitig vorzustellen und auch den Leuten, die nicht beim Workshop dabei waren, zu schauen, ob die die Leute wiedererkennen. Das ist immer das Wichtigste.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Sagen, ah, okay, cool. Ich weiß genau, wen du meinst. Ich sehe die Person vor mir. Ich weiß genau, wie ich jetzt auf die zugehen muss. Das ist immer so das Größte eigentlich. Also das ist am Ende das Ziel von so 1 Person, dass ich eigentlich weiß, wie mache ich es, wie gehe es an.

Martin Geißler: Cooler Ansatz. Ja, also das heißt, du arbeitest dann aber in den Unternehmen mit den ganzen Teams, die dafür zuständig sind, auch zusammen. Wie lang ist dann dieser Austausch? Wie lang geht dann so ein Projekt?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ganz unterschiedlich. Also es kommt immer darauf an, ob ich dann danach auch noch für die weitere Ausgestaltung von Content-Strategien mit dabei bin. Oftmals ist es auch so, dass ich als sozusagen Verstärkung von 1 anderen Agentur mit reingeholt werde. Zum Beispiel eine Website-Agentur, mit der ich viel zusammenarbeite. Wenn die irgendwelche Relaunch-Projekte haben, dann holen die mich ganz oft für einen Kick-Off mit rein, dass diese Personas erstellt werden für die Webseite und die bauen die Webseite und die SEO-Strategie dann tatsächlich auf Basis von den Personas. Und dann, also es variiert von einem Workshop-Termin und 3, 4 Follow-ups, was man je nachdem, wie zügig die sind, in 2 bis 4 Wochen bis, ich bin da 3 Monate mit mit Sparring mit dabei und Ausarbeitung. Also das ist tatsächlich sehr unterschiedlich und hängt auch ganz viel damit zusammen, wie fix tatsächlich auch die Unternehmen sind.

Martin Geißler: Okay, wir haben immer wieder die Erfahrung in verschiedensten Projekten, dass sich die Leute, die dann in den Unternehmen selber arbeiten, schon das Ziel des Ganzen kennen, aber sich nicht den Weg aufmalen können, wie es dann dahin geht oder wie man sowas entwickelt. Wenn sich jetzt da draußen jemand angesprochen fühlt und sagt, das klingt alles super spannend, Nimmst du dann aber auch jemanden, der sich da, ich sag mal, noch unsicher ist oder so, auch von Anfang an mit an die Hand und sagst, pass auf, wir gehen die Sache so und so und so an und können das so und so und so dann für euch runterbrechen Und das und das und das sind dann die Ergebnisse, die ihr auch von mir erwarten könnt.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Absolut, muss ich. Also das ist Erwartungsmanagement, das muss ich machen. Also du hast immer den einen Teil, der genau weiß, okay, das kann ich damit erreichen, und den anderen Teil, der noch nie was gemacht hat. Meistens hockst du mit beiden Parteien in einem Workshop drin. Und das heißt, meine Aufgabe ist es von vornherein zu sagen, okay, passt auf, der Workshop schaut so und so aus. Das werdet ihr am Ende des Tages von mir bekommen. Es geht danach aber noch weiter. Also das muss ich immer ganz klar sagen, es ist damit nicht getan.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ihr wollt ja damit auch arbeiten. Das heißt, danach geht es eigentlich wirklich ins richtige Doing, nämlich das Übersetzen der Personas in konkrete Maßnahmen. Wie schaut eine Customer Journey aus? Wie schaut eine Content-Strategie aus? Und so weiter. Und deswegen, Workshops mache ich eigentlich ganz selten, sei denn, es wird ganz explizit so verlangt, dass es nur bei diesem Personaworkshop bleibt, sondern immer mit, hey, wir haben noch mindestens 2, 3, 4 Follow-ups, wo wir genau diese Themen noch gemeinsam durchgehen. Weil es muss auch erst mal sacken, was da erarbeitet wurde. Es gibt immer die Leute, die sofort, ha, Geistesblitz, und hey, ich will jetzt sofort loslegen und hab jetzt richtig Bock. Und es gibt dann die, die dann auch ein bisschen brauchen und sich erst mal überlegen müssen, wie bringt

Martin Geißler: mir das jetzt

Dr. Christina Jacker-Hundt: was für meinen Alltag? Weil klar, wir wissen alle, wenn wir im Büroalltag drin sind, dann haben wir unsere ganzen To-dos. Und dann ist es erst mal eine Extra-Task, wo ich zwar irgendwo weiß, es wird mir da mal was bringen, aber man hat ganz am Anfang vielleicht noch mal so einen kleinen Widerwillen, wie lasse ich das jetzt wirklich einfließen? Und das ist halt dann auch meine Aufgabe, zu zeigen, hey, so bringt dir das was, so kannst du's machen. Und deswegen arbeite ich auch gerne selber dann noch mal Beispiele aus. Also, sie kriegen sozusagen Hausaufgaben, sagt, hey, arbeitet jetzt mal, Überlegt euch mal die Customer Journey. Einfach auch, dass sie bis zum Follow-up am Ball bleiben. Oder auch kreative Aufgaben. Jetzt gehen wir mal zusammen in Canva rein und bastelt mal eine Instagram-Ad für eure Persona. Das macht den meisten super viel Spaß und ist super greifbar.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Und ich überleg mir aber auch parallel, gebt da mal so den einen oder anderen Slogan mit an die Hand oder so einen USP, der für die Person vielleicht ansprechend ist. Stell auch kritische Fragen. Also, wenn ich merke, okay, vielleicht macht man sich's grade zu leicht, dann mal zu fragen, würdest du die Person jetzt wirklich auf dem Kanal erreichen? Oder wenn sie jetzt auf deiner Webseite ist, was soll sie dann da tun? Also das ist dann auch immer so mein Part, dieses Sparring, dass ich sie eigentlich noch mal so ein bisschen auseinandernehme, damit sie wirklich, ihnen eigentlich die Sicherheit zu geben, dass sie es gut gemacht haben, aber sie brauchen es. Andere Leute werden diese Fragen auch stellen, in Zweifel auch Kunden oder Kollegen, Personen, die nicht dabei waren. Und dann übernehme ich einfach mal den fiesen Part, stelle mir meine Fragen, und die erarbeiten wir dann. Und dann holt man die Leute schon ab. Aber vielleicht nochmal auf deine Eingangsfrage zu kommen.

Martin Geißler: Ich wollte gerade noch dazwischen hauen. Ich wollte nur erwähnen, die gute Dame gibt auch Boxunterricht in Sachen Sparring. Passt gut auf euch auf.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Also ich habe noch niemanden verprügelt, zumindest nicht physisch, gedanklich vielleicht schon öfters.

Martin Geißler: Dann müsstest du mal unsere Kunden fragen.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Aber ich verstehe das auch als meinen Job. Und das ist mir auch unglaublich wichtig, dass meine Kunden und Kundinnen verstehen, dass ich wirklich Sparringspartnerin bin und nicht so, ja gut, Servus, jetzt haben wir das gemacht, ich habe meine Kohle gekriegt, jetzt kommt mal alleine klar, sondern ich möchte auch immer das Gefühl vermitteln, hey, ich bin für euch da. Und wenn ihr irgendwelche, und das gibt's ganz oft, Denkblockaden habt, nicht wisst, wie ihr weiterkommt, dann sprechen wir halt nochmal kurz. Weil du hast so oft deine Scheuklappen, du bist so oft in deinem eigenen Rädchen drin, dass es einfach extrem gut tut, wenn jemand mal von außen sagt, hey, schon mal in die Richtung gedacht oder auch mal. Und sowas merke ich dann auch immer wieder in diesen Workshops, wo oftmals sind dann auch eben Vorgesetzte mit dabei. Und allein, wenn die mal sagen, okay, Leute, heute gibt es, ja, das geht aber nicht, gibt's heute nicht. Sondern heute schauen wir mal alles so an, als wäre in dieser Firma wirklich alles möglich. Und das braucht's manchmal, damit die Leute wirklich frei denken können.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ganz oft hat man so, ja, aber die Maßnahme können wir nicht machen. Das wollten wir in der Vergangenheit schon mal, durften es dann aber nicht, weil XYZ. Dann kommt schon immer sofort so, geht nicht, geht nicht, geht nicht. Und solche Gedankenmuster muss man schon ganz oft aufbrechen. Aber bisher, toll, toll, toll, Immer mit Erfolg. Und das Schöne ist halt dann, wenn du merkst, da kommen so Aha-Momente. So, das macht ihnen Spaß, und sie checken es, und sie erkennen ihre Kunden wieder und haben auch so richtig Spaß dabei und Feuer, dass sie jetzt loslegen wollen. Und noch mehr freue ich mich dann, wenn ich dann mal ein paar Monate später auf die Social Media Kanäle gehe oder auf die Webseiten schaue und auch diese Personas dann wiedererkenne, die wir erstellt haben.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Oder wenn ich sogar Vorschläge für Contentpieces, Contentstrategie, also wenn ich das dann auch wieder erkenne. Also einfach dieses Gefühl, ich habe dann den Impact erzielt. Das ist was, das stellt mich sehr zufrieden.

Martin Geißler: Aber das kann ich so auch nur bestätigen, weil das ist ja auch unsere Aufgabe. Unsere Aufgabe ist es zu sagen Pass auf, das funktioniert nicht aus Gründen XYZ. Wir lösen das aber dadurch mit denen und den Mitteln und haben dann für euch dann am Ende das Ergebnis da, was ihr haben wollt. Da ist ja unsere Expertise gefragt. Und da habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, auch je größer die Unternehmen werden, umso mehr musst du denen auf den Tisch hauen und sagen, hey Leute, nein, was ihr da macht, ist absolute Scheiße. Ja, da muss man auch den Mut mal haben, den Leuten so entgegenzutreten und zu sagen, nein, das ist der komplett falsche Weg, da verrennt ihr euch, das ist absolute Bullshit und so und so und so funktioniert es aber. Und da kriegen die auf einmal solche Ohren.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Das ist ja das Geile, dass wir das ja dürfen, weil wir sind nicht angestellt. Uns können sie nichts haben. Also wenn wir ehrlich sind und unsere Meinung sagen, wir tun das ja im besten Sinne, mit bestem Wissen und Gewissen, weil sie bezahlen uns dafür, dass wir ihnen helfen und sie weiterbringen. Das ist ja der

Martin Geißler: Mehrwert, den wir

Dr. Christina Jacker-Hundt: am Ende verdienen. Genau das. Und das sehe ich so als, weil der Prophet im eigenen Haus ist immer schwierig, aber wenn jemand von außen kommt und das mal sagen darf, das ist, ja, da bin ich voll bei dir. Wenn

Martin Geißler: ich jetzt mal mir überlege, wenn du solche Workshops gibst, hast du ja auch mit zig Menschentypen zu tun. Provokante Frage, ist das schon mal ein Workshop voll aus den Rudern gelaufen, wo du gesagt hast, das ist voll nach hinten losgegangen?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ich hab's tatsächlich immer sehr gut einfangen können, aber es ist witzigerweise immer so, und darauf stelle ich mich auch ein, es ist immer mindestens eine Person dabei, die querschlägt, die Scheiße findet. Die hat keinen Bock, die hockt dann auch immer schon so mit verschränkten Armen drin. Die hinterfragt alles, die findet irgendwie... Also immer eine, die die querschlägt. Aber das weiß ich, dass ich diese Person drin hab. Die kann ich auch ziemlich schnell identifizieren. Und ich hab's bisher noch immer geschafft, dass ich die auch mit eingefangen hab. Manchmal ist es tatsächlich schwierig.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ähm, da muss ich dann auch sagen, okay, ähm Ich hab das Gefühl, ich kann sie heute nicht mit abholen. Also, sie können jetzt entweder im Sinne für die Gruppe mitarbeiten, oder wir können noch gerne hier in der Runde sprechen, ob der Workshop so viel Sinn macht. Da muss man das auch ganz offen sagen, weil an 1 einzigen Person darf nicht der komplette Workshop scheitern, vor allem wenn alle anderen Bock haben. Also es ist noch nie eskaliert. Ich habe ganz oft so Überraschungserlebnisse, hatte ich bei einem Workshop. Da war 1 drin, da hat mich meine Ansprechpartnerin, die das organisiert hat, schon vorgewarnt. Der ist ein bisschen schwierig. Also da muss man aufpassen, das bitte nicht persönlich nehmen, wenn der die ganze Zeit so krantig schaut und vor allem auch, ich mache am Ende immer so eine kleine Stimmungsabfrage, wenn der sie schlecht bewertet, bitte nicht persönlich nehmen.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Und dann so, okay. Und der hat dann aber auch ganz gut mitgearbeitet. Ich habe das dann auch gemacht, das war ein Candidate Workshop. Und ich hab dem eine junge Auszubildende mit an die Seite gestellt, weil die einfach einen anderen Blickwinkel drauf hatte. Und der hat dann Also, die beiden haben sich extrem gut ergänzt, weil er durch sie auch so viele Perspektiven mitbekommen hat. Und am Ende gab's dann, und er hat auch gute Fragen immer mal wieder gestellt und ein gutes Ergebnis geliefert. Und dann am Ende bei der Stimmungsabfrage, dann hat der für mich applaudiert. Und dann dachte ich mir so, und ich schaue nur so meine Ansprechpartnerin an und sehe, wie ihre Gesichtszüge entgleisen.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Das richtig merkt, so, okay, das ist hier noch nie passiert. Und das war so ein kleiner persönlicher Triumph. Das ist so 1, der mir so angekündigt wurde. Aber man muss ja auch sagen, so ein bisschen self-fulfilling prophecy, wenn einem Leute schon angekündigt werden, wie sie augenscheinlich sind, dann geht man oftmals auch mit so 1 gewissen Einstellung rein. Ich versuche das trotzdem immer ganz neutral zu behandeln, weil ich kenne die Leute nicht. Klar, ich finde es nett, wenn mich jemand in Anfangszeichen vorwarnt, der ist vielleicht ein bisschen schwierig oder da muss man aufpassen oder dem könnte man auf den Schlips treten. Aber ich gehe da oder versuchte immer sehr, sehr offen mit meiner eigenen Meinung reinzugehen und die Person kennenzulernen. Aber das war auf jeden Fall richtig cool.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Also damit habe ich dann auch gar nicht gerechnet. Und ja, war zufrieden. Und es war gut.

Martin Geißler: Lustig, deckt sich auch mit meiner Erfahrung aus. Man ist natürlich immer froh, wenn man ein bisschen vorgewarnt wird. Aber exakt immer mit diesem Menschentyp komme ich dann immer am besten zurecht. Also ich bin sowieso jemand mit komplizierten Persönlichkeiten, komme ich super aus. Also das passt immer. Welche Person ich immer in Workshops sitzen habe, bei Soundbrinding-Projekten, immer sitzt 1 da, ja wissen sie, ich spiele ja auch ein Musikinstrument. Immer, immer. Und bei den ersten Malen, da war dann immer noch eine Kollegin von mir mit, die ist dann immer zusammengezogen, und dann hab ich gesagt, oh, oh, jetzt wird es uns richtig gezeigt.

Martin Geißler: Aber Ich bin dann immer sehr interessiert und frage dann auch nach, welches Instrument derjenige spielt. Und dann wird einem offenbart, ich habe das auch mal mit dem Soundlogo ausprobiert. Und dann sagt er, ja das ist gar nicht so einfach. Ja, ich weiß.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Das von DOR habe ich auch. Ich habe immer mindestens einen, der sagt, ich habe da ja auch schon mal personas erstellt. Ja, und wie war das so? Ja, also das war jetzt irgendwie so vor 10 Jahren, aber irgendwie haben wir damit auch nie was gemacht. Und so, ja, ja, genau so stelle ich mir das vor.

Martin Geißler: Und ich weiß warum. Genau das. Jetzt bist du ja Frau Doktor Werbepsychologe und da würde mich was interessieren. Und zwar gibt es ja ganz viel Büchermaterial, Schulungen, Workshops und so weiter. Gibt es etwas, was da Marketing werbemäßig überall gelernt wird, wo du sagst, ja das ist schön, dass das in den ganzen Lehrbüchern steht, aber das funktioniert da draußen überhaupt nicht.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ja, ich sag mal nicht so direkt aus dem Lehrbuch, aber es gibt etwas, was ich hart habe lernen müssen, nämlich dass schön nicht immer performant ist. Man ist ja in unserer Markenwelt und man überlegt sich, hey, wie kann ich ein durchgehendes schönes Branding machen, Farben, CI, Anordnungen, ansprechende Werbemittel, Plakate, alles Mögliche. Und dann gehst du da voll drin auf und dann floppt das Ding wie Sau. Und dann machst du halt irgendwas, blöd gesagt, kritzelst irgendwas hin, schau aus wie Scheiße und es performt. Und dann tragst du dich echt so, okay, was hat mir mein ganzes Verständnis von Design, Style, Markenführung eigentlich gebracht, wenn die größte Scheiße im Internet performt. Das ist so was, das hab ich bitter lernen müssen. Schön ist nicht immer performant, aber manchmal werde ich dann doch belohnt mit meiner Photoshop-Philipp-Manier.

Martin Geißler: Also lustiger Funfact vielleicht an der Stelle, weil ich kann das jetzt mal so übertragen auf mein Social Media Game. Immer dann, wenn ich meine jetzt eckig ohne Ende an, jetzt zu 100 Prozent übers Ziel hinaus geschossen, passiert exakt eine Sache. Nichts. Und dann, wenn du ganz normale Themen anreißt, die für dich komplett selbstverständlich sind, also mein viralster Beitrag war bisher und ich stehe immer noch dazu, wir nehmen keine neuen Sprecher mehr in unserer Agentur auf. Boom, explodiert. Ja, und Sprecher haben sich trotzdem beworben. Ja, so war klar.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Weißt du, was mein Beitrag mit dem besten Engagement war? Keiner von mir, sondern ich habe bei einem anderen Instagram Beitrag von einem man kann sie inzwischen als Influencer bezeichnen, Peter und Renate, möchte ich hier gleich mal ein bisschen Werbung machen, ultrageiler Account, da hab ich unter ihrem letzten Video etwas kommentiert und mein Kommentar hat knapp 600 Likes bekommen in 2 Tagen. Dachte mir, super, danke. Weißt du, da hast du selber eigentlich die meiste Expertise. Kannst anderen Leuten immer wunderbar raten, was sollen sie denn auf ihren Kanälen spielen und was performt und was ist gut. Selber kriegst du es dann doch nicht auf die Kette, sondern so ein blöder Scheißkommentar, so voll random, der funktioniert dann. Aber meine komplette Werbepsychologie-Expertise, also ich meine, ich habe schon oft viele gute Beiträge, aber die Video-Views auf YouTube sind zum Teil verhalten und dann BAM.

Martin Geißler: Aber das ist was, was ich auch widerspielen kann. Also das Engagement auf meinen Social Media Kanälen, bin ich ganz ehrlich, ist jetzt nicht das allergrößte. Aber wenn ich auf 1 Messe bin, wenn ich einen Vortrag halte, wenn ich irgendwo hinkomme, die Leute fupp kommen sofort und ja und ich habe dich ja auf Social Media gesehen und du bist sofort im Gespräch und das ist ganz komisch, weil die Leute dann dich irgendwie kennen anscheinend und du sie halt nicht. Das ist was, was mir immer auffällt, dass da viele dabei sind, die von außen auch zugucken, gar nicht folgen unbedingt, aber trotzdem den Content mitbekommen, gar nicht damit auf Social Media interagieren, aber schon mit dabei sind. Ja, das

Dr. Christina Jacker-Hundt: schon. Da lobe ich mir meinen Blog. Also, da kriege ich ja zwar schon Aufrufzahlen und so weiter, aber jetzt tue ich das direkte Feedback, aber ich werde darüber gefunden. LinkedIn habe ich für mich mehr als Kanal identifiziert. Ich glaube, weil ich da auch einfach ein anderes Publikum anziehe. Aber der witzigste Moment ist dann tatsächlich, wenn du bei dir in deiner Kleinstadt dann da irgendwo beim Grilldantler stehst und der dich darauf anspricht, ich habe dich doch im Fernsehen gesehen. So cool, danke.

Martin Geißler: Jetzt hast du vorhin die Generation Z angesprochen. Ich glaube, über die ist schon so viel gesagt worden. Für mich ist es so, ich würde diese Person in 3 Kategorien einteilen. Mitarbeiter A, B und C. C hat überhaupt keinen Bock auf gar nichts und will mit niemandem was zu tun haben. B läuft so mit und dann gibt es auch die A-Mitarbeiter, die dann für das Unternehmen brennen. Das sind die Leuchttürme, die dann auch wirklich Vollgas mitgehen. Und da ist es einfach unsere Aufgabe als Unternehmer, genau diese Mitarbeiter zu finden und diese dann für das meilige Unternehmen einzustellen und alle anderen rauszufiltern.

Martin Geißler: Jetzt hast du aber über eine neue Generation gesprochen. Alpha. Was erwartet uns denn da?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Das wird spannend. Das ist tatsächlich ich bin in die Generation Alpha noch nicht so tief reingestiegen, außer dass ich, und da muss ich mich jetzt als wahrscheinlich die neue Generation Boomer outen, ich den Humor einfach nicht check. Ich kapier's einfach nicht. Aber ist das so viel, darf ich schon mal anteasern. Ich habe mir ein wunderschönes Herbstprojekt vorgenommen. Ich komme ja auch aus der Forschung und ich möchte eine kleine Zielgruppenforschung zur Generation Alpha im Herbst machen mit 1 schönen Umfrage über Werte, Konsumverhalten, vielleicht auch dem einen oder anderen Werbewirkungstest, da ein bisschen mehr Insights zu bekommen, wie die denn eigentlich ticken. Also da kann ich dann in ein paar Monaten hoffentlich mehr sagen. Aktuell kann ich nur das mitgeben, was ich tatsächlich zum Beispiel über meine Nichten, meinen Neffen mitkrieg oder Bekannte, teilt schon über die ersten Studierenden.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Also ist es, ja, wer hätte das gedacht, noch mal eine deutlich digitalaffinere Generation, die schon auch viel von der Generation Z beeinflusst wird. Gerade auch, was KI-Verhalten angeht. Medienverhalten wird noch mal drastischer. Aber die Generation ist jetzt grad auch erst in den Startlöchern. Die fängt jetzt auch grade erst an, sich mit gewissen Plattformen auseinanderzusetzen. Deswegen, zu tief kann ich noch nicht einsteigen. Aber ich würde schon fast sagen, okay, lass uns nicht mehr viel über Generation Z reden, weil die sind jetzt auch schon aus dem Ausbildungsalter raus. Generation Alpha, da müssen wir mal reinschauen.

Martin Geißler: Wie siehst du da die Entwicklung von klassischen Medien? Also Print, glaube ich, ja klar, ist auf dem Rückgang. Also Das erleben wir auch bei unseren Kunden, dass da immer mehr eingestellt wird und natürlich im digitalen Sektor aufgebaut wird. Aber was ist denn mit den Themen lineares TV, Radio, Podcast? Wie sieht das die Werbepsychologin?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Also die, also solange es noch so viele unterschiedliche Generationen gibt, werden viele Formate auch nach wie vor ihre bewandten Zahmen. Ich schreibe auf Print noch nicht ab. Ich habe eher gerade das Gefühl, dass Print so ein kleines Revival erlebt, weil es was Besonderes ist, wenn man mal wieder eine Postkarte oder ein Mailing von einem Kunden bekommt. Also, das fällt inzwischen auf. Aber klar, damit lockst du jetzt irgendwie die Jugendlichen heute nicht mehr hinterm Ofen hervor. Man muss, glaub ich, einen anderen Zugang vor allem auch zur Berichterstattung finden. Also viel mehr auf das Medienverhalten angepasst, gerade auch was kürzere Aufmerksamkeitsspannen angeht. Und man muss dazu sagen, also Das will ich auch so ein bisschen verteidigen, weil man sagt immer, ja, hier 3 Sekunden Aufmerksamkeit und mehr kriegen sie nicht mit.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Jain, ich mein, sie haben es auch gelernt, in kürzerer Zeit viel mehr aufzunehmen. Also deswegen kann man nicht sagen, nur weil die Inhalte kürzer werden, dass sie auch deutlich weniger aufnehmen, sondern sie haben einfach eine andere Auffassungsgabe als ältere Generationen. Ist so, weil sie damit aufgewachsen sind. Dennoch muss Content sehr snackable sein. Es ist selten, dass du mit langen YouTube-Videos noch junge Generationen ran kriegst, nur für zum Beispiel Tutorials. Also wenn es wirklich darum geht, etwas mitzumachen und zu lernen. Ich weiß nicht, ob du es mitgekriegt hast, unsere Bundesregierung möchte jetzt, glaube ich, auch auf TikTok gehen. Finde ich einen ganz smarten Move.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ich meine, die Tagesschau und Co. Haben es vorgemacht, wie man auch ernste Inhalte auf Social Media rüberbringen kann, wie man vor allem Nachrichten, Berichterstattung für eine junge Zielgruppe zugänglich machen kann. Also dahingehend wird sich, glaube ich, noch viel tun. Ich glaube auch nicht, dass TikTok die Go-To-Plattform bleiben wird. Da kommt bestimmt in den nächsten 2 Jahren wieder irgendwas Neues aus dem Boden gestapft, was nochmal anders aufbereitet ist. Aber es wird schon irgendwo in diesem Kurzvideo-Format bleiben. Podcast möchte ich eigentlich gar nicht werten für eine junge Generation. Ich glaube, der Hype ist nach wie vor da.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Je nach Format ist das auch sicherlich für Generation Alpha, Generation Z auf jeden Fall. Ich meine, die Zielgruppen entwickeln sich ja auch, die Interessen entwickeln sich auch. Also ich glaube, da sind auf jeden Fall Chancen. Lineares Fernsehen wird spannend. Ich meine, es ist ja jetzt schon alles in Mediatheken wiederzufinden. 10.000 Streamingdienste, ich glaube, da wird eher die Herausforderung, wie kann ich das konsolidieren, weil irgendwann mal keiner mehr Bock hat, für 20 Streamingdienste im Monat zu zahlen. Also, irgendwo muss man das mal sinnvoll zusammenführen, dass man nicht für alles Mögliche bezahlen muss. Oder auch Bezahlschranken für TV-Inhalte.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Also, TV wird's noch lange geben, das glaub ich schon. Ich denke, es wird dann viel mehr darum gehen, wie kann ich diese Inhalte noch zusätzlich über andere Kanäle, über digitale Kanäle aufbereiten. Dann ist es halt nicht mehr der komplette Beitrag von Galileo, sondern dann ist es ein Snippet, was das Thema auf Social Media kurz zusammenfasst, aber einen ähnlichen Informationsgehalt hat.

Martin Geißler: Also es wird trotzdem so, ja, es wird trotzdem noch schneller, kürzer, kompakter, noch mehr on point als wie die große Story außenrum erzählt.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ich könnte mir vorstellen, wobei ich setze so ein bisschen drauf auf meine Generation, die ja jetzt auch alle Eltern werden oder fast alle Kinder bekommen.

Martin Geißler: Willst du mir was mitteilen?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Sorry, niemanden werde ich

Martin Geißler: da reinreiten. Dann sag es in diesem Podcast.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Nein, da werde ich nichts outen. Aber ich sehe mir mal an, hier, ich mit meinen zarten Anfang 30, hätte ein Kind, was jetzt dann vielleicht in 10 Jahren ins Jugendalter kommt, wo halt dann Social Media und Co. Eine große Bewandtnis sind. Ich meine die Millenials, sagen wir mal die 90er Jahre Millenials. Wir sind ja mit sehr viel Fernsehen aufgewachsen, mit YouTube in langen Formaten. Dadurch, dass wir, glaube ich, diese klassischen Medien noch so krass gelebt und erlebt haben, glaube ich, geben wir das wieder an unsere Generation Kinder auch weiter. Ich glaube schon, dass es immer sehr viel auch mit Eltern zu tun hat und wie zu Hause auch Medien gelebt werden. Ich könnte mir vorstellen, dass es mit der Generation unserer Kinder vielleicht noch mal eine kleine Veränderung geben wird.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Je nachdem, wie sich dann aber auch das Angebot entwickelt. Ich könnte jetzt meinen Kindern, solange ich wollte, noch irgendwie vors lineare Fernsehen knallen und sagen, du musst jetzt 20.15 Uhr aber einschalten, weil da geht es gut für das Primetime. Du musst du einschalten. Wenn es in 10 Jahren keine Primetime mehr gibt 20.15 Uhr, dann habe ich halt auch verloren. Also das ist so ein bisschen die Überlegung, die ich da noch hab, dass vielleicht eben die 90er-Jahre-Millennial-Generation nochmal einen Einfluss auf ihre Kindergeneration hat, was das angeht. Vermutlich wird es sich aber auch in den nächsten 10 Jahren zeigen, ob dieses ganze Kurzvideo- und Schnellformat noch zuträglich ist für Informationsverarbeitung, Informationsaufnahme oder ob wir uns damit richtig in die Scheiße reiten und man dann irgendwann mal sagt, okay, wir müssen eigentlich irgendwie zurückrudern, weil wir sonst nur noch eine Generation von Dummies und Fake News Liebhabern erziehen.

Martin Geißler: Da könnte man jetzt wunderbar die Brücke nochmal zurückschlagen zur Werbepsychologin. Meinst du, es gibt die Möglichkeit, wenn man eine Marke hat, die super unsympathisches Produkt herstellt, die sympathisch dastehen zu lassen?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ja, das gibt und haben wir in den letzten Jahren auch, glaube ich, ganz gut bewiesen. Ich als Nichtraucherin kann das, glaube ich, so sagen. Also ich meine, Kippe ist nicht mein Produkt, aber wir haben gesehen, es gab ganz, ganz lange den Trend zum Nichtrauchen und schädlich und keine Ahnung was und jetzt mit dem Switch zu Ersatzprodukten, Vapingprodukten haben so viele Zigarettenbrands es geschafft, wirklich als cool dazustehen und als sympathisch dazustehen. Also aber das ist vielleicht auch komplett subjektive Wahrnehmung, weil ich halt einfach kein Raucher bin.

Martin Geißler: Aber war ja früher schon so, der Cowboy-Man, der dann mit Freiheit gestrotzt hat in den Kinos dieser Welt.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ja, wobei Das ist ja schon fast wieder ein anderes Jahrtausend sogar. Ganz andere Generationen dahinter. Aber es gab auch mal eine Zeit, da war Rauchen uncool und ungesund. Und so eine Kippe in den Mund nehmen und die Zigaretten schachteln irgendwie nicht geil. Und dann mit dem Bildchen drauf. Und jetzt schaut das halt alles ultra stylisch aus. Also ich glaube schon, dass man sich da, wenn eine Marke unsympathisch ist, ich glaube schon, dass sie es durch gutes Rebranding, durch gewisse Maßnahmen auf jeden Fall schaffen kann. Es muss aber authentisch sein.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Es muss ernst gemeint sein, es muss authentisch sein.

Martin Geißler: Ähm, ich

Dr. Christina Jacker-Hundt: hatte den Files tatsächlich, ähm, für einen Dreh, wo es Guinness World Records ging, weil die ja ganz viel in den Arabischen Emiraten unterwegs sind mit ihren Weltrekorden, wo es auch darum geht, ja, Image aufzupolieren. Und klar kann ich dafür einen Weltrekord bezahlen, und dann wird der durchgeführt, hab ganz viel PR, alles cool. Mag sein, dass ich dann mal für eine Zeit lang mit der ganzen Publicity irgendwie gut rüberkomme. Aber wenn ich sonst drumherum nichts angehe, was vielleicht die Kernprobleme von meinem Land sind oder vielleicht in dem Fall von meiner Marke oder etwas, was die Zielgruppe stört, sondern nur Schau nach außen hin mache, dann wird's nicht funktionieren. Weil als Konsument bist du auch nicht blöd. Gerade, das sind wir wieder bei Generation Z, Authentizität spielt eine extrem wichtige Rolle. Die sind da auch sehr findig. Bestes Beispiel ist für mich immer das ganze Thema Diversity, Pride.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Es reicht nicht, dass ich mir als Unternehmen irgendwie einmal im Jahr mein Instagram-Logo in Regenbogenfarben anstreiche, sondern da muss halt auch was dahinter sein. Ich kann sagen, ja, ich bin diverses Unternehmen, wenn ich das aber in keinster Weise nach außen lebe. Also meine ganze Belegschaft durch und durch binär ist oder ich, ähm, ja, ich halt schlicht nicht lebe. Ähm, Generation Z sieht das. Die befassen sich damit. Die befassen sich wirklich damit, wie lebt ein Unternehmen dann aus solche Werte nach außen? Oder, wie gesagt, pinseln sie nur die Bio irgendwie an. Und da ist halt dann Authentizität das Schlagwort.

Martin Geißler: Gibt es eine Marke für dich, die in den letzten Jahren Marketing-mäßig so viel falsch gemacht hat und trotzdem richtig gut dasteht?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ui. Oh, da müsste ich ganz lange überlegen.

Martin Geißler: Wo du die Hände über den Kopf zusammensteckst und sagst, geht ja gar nicht, aber sie trotzdem richtig gut am Start ist.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Da habe ich mir tatsächlich gar keine Gedanken drüber gemacht. Ich schaue mir nämlich tatsächlich immer ganz viel Positivbeispiele an von meinen Studierenden. Ne, da bin ich jetzt gerade echt blank. Hast du eine?

Martin Geißler: Ne.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Was mich tatsächlich total nervt, ist emotionale Weihnachtswerbung. Das ist was, weil da einfach jeder nur auf das gleiche Muster auftritt und kaum 1 sich noch irgendwas Cooles einfallen lässt. Es sind immer die gleichen Emotionen, es sind immer die gleichen Bilder. Jeder zweite holt sich jetzt irgendeinen traurigen Opa, das ist so... Oder ganz schlimm, das ist so Berufskrankheit. Also ich schaue mir gerne Bewusstwerbung an und analysiere es dann auch so ein bisschen. Manchmal hocke ich dann echt nur noch da und denke mir, boah, das ist zu einfach. Und trotzdem gibt es Leute, die sich damit catchen lassen.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Aber es ist zu einfach und sowas nervt mich dann.

Martin Geißler: Wieso nervt dich das? Weil es zu primitiv ist? Ja, weil

Dr. Christina Jacker-Hundt: ich mir denke, man kann mit so viel mehr Emotionen auch einfach spielen, aber es werden halt immer die gleichen Motive bedient.

Martin Geißler: Macht es das dann einfacher oder schwerer für uns Werbeschaffende, weil man immer mit denselben Motiven spielen kann oder weil ich erwische mich immer wieder dabei, du musst das Rad ja nicht unbedingt immer neu erfinden, sondern du kannst ja immer auf Dinge aufbauen, die es schon gibt. Aber natürlich hat der Kunde auch noch zu Recht den Anspruch, immer irgendwie was Neues, was Raffinierteres zu kreieren. Aber Raffinesse und Reichweite und Aufmerksamkeit hat ja auch nicht immer unbedingt was Zielführendes wieder mit der Marke oder mit dem Produkt zu tun. Und da finde ich geht das Gap immer, immer so weit auf. Also für mich ist immer wichtig zu wissen, was ist das Ziel? Was willst du mit Kampagne X erreichen? Ist es Aufmerksamkeit? Ist es Reichweite? Okay, es muss knallen und scheppern. Möchtest du aber ein Produkt verkaufen oder eine Dienstleistung, musst du es on point erklären. Was bringt mir das? Was sind die Benefits? Was ist das Produkt hinter dem Produkt am besten? Und da geht es. Das ist für mich wieder das Komplexe, es da vielleicht herunterzubrechen, wenn du sagst, es ist dir zu einfach.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ja, Alter, ich bin da voll bei dir. Wenn das Ziel nicht bekannt ist, woher soll ich dann wissen, welche Richtung ich steuern soll? Und genau wie du sagst, wenn es jetzt wirklich Aufmerksamkeit, Reichweite, Viralität sein soll, da muss es knallen. Klar, man kann das Rad nicht immer neu erfinden. Wir sind aber auch alle keine Maschinen. Wir können nicht immer das innovativste Neue. Es muss irgendwo der Mittelweg sein. Aber manches finde ich dann einfach schon ein bisschen zu cheesy.

Martin Geißler: Aber das ist doch der Anspruch, den die meisten an Werbung oder Marketing haben, dass es auffallen muss, dass es was Besonderes sein muss. Und ich sehe immer den Fokus, nein, es muss ein Ziel erreichen am Ende des Tages.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Du musst ein Ziel erreichen und es muss auf das Ziel einzahlen und es muss auf deine Marke einzahlen. Das ist

Martin Geißler: ja, aber das ist jetzt die Frage, was will der Kunde am Ende

Dr. Christina Jacker-Hundt: des Tages haben.

Martin Geißler: Genau, das

Dr. Christina Jacker-Hundt: ist die Frage, was will der Kunde. Und ich vergleiche das immer mit.

Martin Geißler: Vielleicht wäre der Kunde das Einfache.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Du, manchmal, was ich schon an geilen Kampagnenideen hatte und was aber zerpflückt wurde und, sorry, einfach echt ungeil gemacht wurde, weil sich nicht getraut wurde, weil man nicht aus seiner Haut raus konnte, weil der Chef gesagt hat, ja nö, aber

Martin Geißler: das haben wir doch immer schon

Dr. Christina Jacker-Hundt: so gemacht und meiner Frau gefällt übrigens das besser. Da muss man manchmal echt tief einatmen, aber gut, wenn es der Kunde, du kannst manchmal kannst du so viel beraten wie du willst, wenn es der Kunde einfach nicht anders möchte, dann muss man es halt manchmal auch einfach so tun.

Martin Geißler: Aber da finde ich, dann stimmt der Prozess vorne schon nicht. Ist meine Meinung. Dann ist dein Prozess als Experte vorne falsch, weil die Frau des Chefs darf am Ende nicht entscheiden, was gut und was schlecht ist. Sondern es müssen die Entscheider an den Tisch, die dann sagen, grün oder gelb, aber nicht, wir machen das schon, wie es immer gemacht worden ist.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Da gebe ich dir vollkommen recht. Also normalerweise würde ich auch nicht reingeholt werden, wenn die nicht klar ist, sie wollen eine Veränderung. Also da habe ich auch immer das große Glück. Das sind Unternehmen, die wissen, da muss eine Veränderung her. Aber du hast ganz oft dann trotzdem die eine Person, die mit der Veränderung nicht umgehen kann. Und wenn du Glück hast, ist es eben nicht der Endentscheider. Aber dafür hast du dann meistens auch ein Team. Es war jetzt mehr, ich sag jetzt mal ein überspitztes Beispiel, aber ich glaube, das kennt man schon auch jetzt vielleicht nicht aus meiner Dienstleistungszeit, aber schon auch aus meiner Angestelltenzeit, wo du dich halt manchmal beugen musst sozusagen.

Martin Geißler: So Chrissi, jetzt sind wir in verschiedenste Themen eingetaucht. Wenn sich jetzt da jemand angesprochen fühlt und sagt, mit der Chrissy würde ich mich auch mal gerne unterhalten, könnte für unser Unternehmen, für unsere Marke auch ganz spannend sein. Wo finden sie dich denn?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Auf allen Social Media Kanälen. Vorzugsweise über meine Webseite, die Marketing Corner. Oder auch gerne über LinkedIn. Man darf mir aber zum Beispiel auch auf YouTube folgen oder auf Instagram.

Martin Geißler: Das war jetzt der Werbeblog. Liebe Chrissy, das war ein mega geiler Einblick. Ich fand es super spannend, da mal einzutauchen in die Werbepsychologie. Vielen Dank für den Einblick.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Sehr gerne.

Martin Geißler: Vielen Dank für deine Inputs und deine tollen Storys, auch behind the scenes. Mir hat es Spaß gemacht.

Dr. Christina Jacker-Hundt: Ja, du vielen Dank dir, dass ich hier sein durfte, in deinem exklusiven Studio.

Martin Geißler: Ja, vielen Dank. Welche Frage ich immer meine Gästenschlüsse jetzt beinahe vergessen, Gottes Willen ist. Wenn wir uns jetzt in einem Jahr hier wieder zusammensetzen, was ist bis dann passiert?

Dr. Christina Jacker-Hundt: Da werde ich eine neue Workshop-Reihe haben, an der ich feile. Das möchte ich aber noch nicht verraten, weil das ein großes Ziel von mir ist und man muss ja immer vorsichtig sein, dass nicht andere dann zufällig auch die gleiche Idee haben. Und wahrscheinlich werde ich noch das ein oder andere mal irgendwie im Fernsehen rumgetingelt sein. Das wird passiert sein. Und irgendeine coole Reise wird dazwischen auch passiert sein.

Martin Geißler: Top. In diesem Sinne, here we go. Here we go again!

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