KI, Emotionen und Marken: Wie menschlich muss künstliche Intelligenz im Marketing sein? Dr. Christina Jacker-Hundt

Shownotes

In dieser Folge von "hearwego a gain" spricht Martin Geißler mit seinen Gästen Sarah Wägerle und Marie Christine Reiter über das Thema Künstliche Intelligenz (KI) – und zwar aus der Praxis für die Praxis. Themen dabei u.a. sind: wie KI Marketing, Markenbildung und Social Media verändert, welche Herausforderungen und Chancen sich daraus ergeben und warum Emotionalität im digitalen Zeitalter wichtiger denn je bleibt.

Sarah Wägerle, Expertin für emotionale Markenbildung, teilt ihre Erfahrungen, wie sie KI bereits nutzt, um mit ihrer Zielgruppe authentisch und effektiv zu kommunizieren – und wo ihrer Meinung nach die Grenzen der Technologie liegen.

Marie Christine Reiter, bekannt als "KI mit Marie", bringt ihre Leidenschaft für Innovation und ihren Erfahrungsschatz als Dozentin für Künstliche Intelligenz ein. Sie schaut mit uns sowohl auf die Herausforderungen in Sachen Datenschutz und Akzeptanz in deutschen Unternehmen als auch auf die kulturellen Unterschiede im Umgang mit KI – von Amerika bis Deutschland.

Gemeinsam diskutieren die Drei, warum Social Media ohne Emotionen nicht funktioniert, wieso Radio für viele zur Gewohnheit geworden ist und wie KI den Arbeitsalltag – von der Logogestaltung bis hin zu Sprachaufnahmen – bereits jetzt beeinflusst.

Ob es nun um Potenziale, Ängste oder ganz konkrete Tipps für Unternehmer und Kreative geht: Diese Episode liefert jede Menge Aha-Momente, inspirierende Storys und ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit in einer zunehmend digitalen Welt.

Lehnt euch zurück und genießt diesen inspirierenden Deep Dive rund ums Thema KI, Marketing und Emotion – und erfahrt, warum wir alle ein bisschen mehr "hearwego" wagen sollten!

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⭐️ Bulletpoints:

  • Von Medizin zu KI-Marketing
  • Kreativer Entwicklungsprozess statt KI-Einheitsbrei
  • AI-Stimmen: Preisvorteil
  • Zukunft der Sprecher in KI-Ära
  • Emotionen verkaufen Produkte
  • Podcast statt Radio: Individuelles Hörerlebnis
  • „Fehlende emotionale Erzählkunst heute“
  • Herausforderung: KI-beauftragte finden und schulen
  • Zielgruppen-Personas für effektive Kommunikation
  • Intensive Begleitung in Marketing & Design
  • Selbstständigkeit: Zielgruppe erreichen lernen
  • Ermutigung zum Ausprobieren neuer Ideen

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🔎 Sarah Wägerle: LinkedIn

🔎 Marie Chrstine Reiter: LinkedIn

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🔥 Social Media:

Instagram: martin.geissler.hearwego

LinkedIn: Martin Geißler

TikTok: martin.geissler.hearwego

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🚀 Webseiten von Martin Geißler:

Martin Geißler: www.martin-geissler.com

hearwego: www.hear-wego.de

Transkript anzeigen

Sarah Wägerle: Und ich

Sarah Wägerle: glaube, es wird trotzdem Menschen geben, die es eben auf sich zugeschnitten haben wollen. Sagen, hey, ich möchte meine Marke spüren, ich möchte bis zum Grund gehen, meine Werte vertreten sehen. Das ist, glaube ich, super schwer einerseits der KI beizubringen.

Marie Christine Reiter: Ich liebe Eugel immer so ein bisschen mit Amerika, Weil Amerika, die machen da einfach eine große Schau draußen. Das ist nicht immer dieses, oh, wir müssen vorsichtig sein, Datenschutz und Co. Und EU, AI Act und so weiter. Ich würde das Thema eher gerne vorantreiben. Ich würde gern die Ängste abbauen. Ich würde gern sagen, ja, wir

Marie Christine Reiter: müssen natürlich... Das ist ein Werkzeug. Ich haue mir auch nicht

Marie Christine Reiter: mit dem Hammer auf den Daumen und sag, oh, das hat jetzt weh getan.

Sarah Wägerle: Also ich nutze für mich KI tatsächlich aktuell, mit meiner Zielgruppe zu sprechen. Ich habe mir

Martin Geißler: einen kleinen Bot gebaut, wo ich mir quasi einmal Zielgruppe richtig tief reingegangen bin

Sarah Wägerle: und sie dann quasi in KI umgewandelt habe.

Marie Christine Reiter: Ohne Emotionalität funktioniert Social Media nicht. Ob das ein Bild ist oder ein Video oder eine Stimme. Die Leute oder die Follower kommen nur und liken oder folgen, wenn da jemand ist, der sympathisch ist, der irgendwas rüberbringt, der eine, wie du schon gesagt hast, eine Seele hat.

Martin Geißler: Das Thema KI ist natürlich unumgänglich. Bei Sound, bei Audio und natürlich auch im Marketing. Und hier mehr in die Tiefe zu gehen, habe ich mir 2 Damen eingeladen. Und das ist einmal die Sarah Wegele, die das Thema KI in Verbund mit ihrer Expertise der emotionalen Markenbindung, den emotionalen Markenaufbau wunderbar in Einklang bringt. Und einmal die absolute Energierakete Marie-Christine Reiter, besser bekannt als KI mit Marie. Und die hat richtig tiefe und smarte Insights rausgehauen, wie man mit KI richtig in seinem Berufsalltag umgeht. Mein Name ist Martin Geißler. Ich bin Soundbranding-Experte und Geschäftsführer bei Here We Go und wünsche euch jetzt viel Spaß bei dieser Podcast-Episode.

Martin Geißler: Und nicht vergessen, wenn euch der Podcast gefällt, dann abonnieren, Lasst eine Bewertung da oder sogar Kommentare. Ich freue mich drauf und jetzt viel Spaß. Ich habe die Woche eine Mail bekommen, da stand drin, dass es einen Anbieter in Deutschland gibt, der die Möglichkeit bereitstellt, dass du dir eine Frage ausdrucken kannst, dann kannst du diese Frage an eine KI faxen und dann kriegst du eine Faxantwort zurück. Da gibt es tatsächlich einen Anbieter in Deutschland, der das macht. Es ist kein Fake. Was macht sowas mit dir und sieht es wirklich bei uns so düster aus?

Marie Christine Reiter: Also ich habe die Nachricht auch gelesen, tatsächlich genau schon vor einiger Zeit. Und was macht es mit mir? Ja, hallo Deutschland. Hat mich überhaupt nicht abgeschreckt, nicht gewundert. Ich hab gedacht, wir sind ja Fax-Land Nummer 1, hab ich mal gelernt. EU-weit sind wir tatsächlich auf Platz 1, was das Fax angeht. Sowohl für die Ärzte, wo ich ja auch ursprünglich mal herkam aus der Medizin. Da war das Fax nicht, oder ist das Fax bis heute nicht wegzudenken.

Martin Geißler: Und der Nadeldrucker, oder?

Marie Christine Reiter: Der Nadeldrucker. Der gute alte Nadeldrucker ist der beste, von dem lasse ich nichts kommen.

Sarah Wägerle: Ich habe es noch nicht ausprobiert. Ich glaube, ich habe ein einziges Mal in meiner ganzen Karriere ein Fax benutzt. Ich habe öfters schon bei einem Fax angerufen, unglücklicherweise. Das war nicht so geil. Aber sonst finde ich es Wahnsinnig, dass das noch so angeboten wird und scheinbar auch so funktioniert. Ja. Das ist irgendwie vollkommen fremd von meiner Realität.

Martin Geißler: Es existiert für mich auf diesem Planeten gar nicht. Also ich kann diese Leute nicht verstehen, die damit noch ihr Leben handhaben, aber es scheint es immer noch zu geben. Warum ist das so?

Sarah Wägerle: Macht der Gewohnheit? Angst vor Veränderungen?

Martin Geißler: Du hast

Marie Christine Reiter: mir gerade eben noch erzählt, Sicherheit.

Sarah Wägerle: Sicherheit, Sicherheit. So ein

Marie Christine Reiter: großes Thema.

Sarah Wägerle: Ja. Also, dass alles was neu ist, ja erstmal Unsicherheit reinbringt, Unbekanntes. Werde ich jetzt ersetzt? Wie geht's weiter? Und das ist dann vielleicht auch eher so, komm, wir verbinden das was mit was Altem, was wir alles schon kennen, und dann führen wir die Leute irgendwie dran. Ja, komm, jetzt mit einem Fax, das kennen wir doch alle noch, da fühlen wir uns ruhig und sicher und dann ist das auch nicht mehr so schlimm, wenn dann eine Antwort kommt. Aber den Wahnsinn dahinter, wie viel Struktur, wie viel Drucken.

Martin Geißler: Also ich glaube definitiv, dass du ersetzt wirst, wenn du noch ein Faxgerät benutzt?

Sarah Wägerle: Ja, fasziniert, dass man es noch nicht ist. Ja,

Martin Geißler: eher so. Jetzt drehen wir den Spieß Weil, wenn man sich das mal von der Perspektive anschaut, du bist im KI-Bereich unterwegs, gibst Vorträge, Seminare in Firmen, soweit ich das überblickt habe. Richtig, genau. Und jetzt gibt es aber keinen klassischen Ausbildungsberuf. Nein. Wie war denn der Weg dann dahin?

Marie Christine Reiter: Das ist eine gute Frage. Also ich habe das schon so oft gehört von anderen Menschen, die gesagt haben, ich bin da reingerutscht. Kann man auch bei mir so unterschreiben, weil ich komme ja ganz ursprünglich, habe ich ja medizinische Fachangestellte gelernt, aber mich hat es immer so ein Bereich Marketing ins Marketing gezogen. Da habe ich dann auch irgendwann hingewechselt, Fortbildung gemacht, Weiterbildung. Und dann kam eben das Thema auf KI. Das war ja ganz präsent im Jahr 2024. Und dann war mir ziemlich schnell klar, als ich mich damit beschäftigt habe, ja, das wird nichts mit der Selbstständigkeit des Social Media Managerinnen. Die KI kann mich nämlich ganz schnell ersetzen.

Marie Christine Reiter: Und Dann habe ich mir gedacht, also wie immer entweder fressen, gefressen und gefressen werden und habe mich dann mit KI beschäftigt und habe dann meine neue Liebe kennengelernt. Und es war dann auch keine Affäre mehr, so wie mit den ganzen Branchen und Jobs davor, sondern es war dann die ganz große Liebe. Es war dann wirklich Hochzeit und man ging das her.

Martin Geißler: Jetzt hast du gesagt, Social Media Manager werden ersetzt durch KI. Ja. Mit den Unternehmen, mit denen ich bis dato noch zu tun habe, ist dieses Social Media Thema auch immer noch so der neue heilige Gral, der gar nicht angefasst wird. Meinst du tatsächlich, dass es so schnell geht?

Marie Christine Reiter: Nein, also wir sind auch immer noch so im Fax-Dasein. Das heißt also auch bei den Social Media Managern wird es eine Zeit lang dauern. Ich möchte mich jetzt nicht auf eine konkrete Zahl festlegen, aber in der Geschwindigkeit, wie das hier immer alles so funktioniert in unserem Land, rechne ich schon damit die nächsten 10 Jahre sind die Social Media Manager safe. Aber wenn man im Marketingbereich arbeitet, dann hat man einfach irgendwie so diese Liebe für neue Themen. Also bei mir ist es sowieso die Technologie, die Software, alles, was neu ist, Medien. Und da hat man einfach diese Affinität dazu und dann saugt man das eben so auf. Und deswegen ist Social Media Manager gar nicht so weit weg von diesem KI-Thema. Und deswegen bin ich da so reingekommen.

Marie Christine Reiter: Nicht nur eben aus diesem Angstgedanke, mir wird der Job weggenommen, sondern ich hab da auch Spaß dran und ich möchte was mit KI machen. Dann fängt man an, Newsletter zu lesen, man fängt an, YouTube-Videos zu gucken. Ich bin auf Snipki gekommen, das ist eine ganz bekannte große Tutorial-Plattform in Deutschland. Und hab mich damit so beschäftigt, dass ich gesagt habe, das möchte ich machen. Also auch wirklich für die nächsten 20, 30 Jahre. Also kann man nicht anders sagen. Hab mich einfach da reingefuchst und hab so einen Spaß dran gehabt und das aufgesogen wie ein Schwamm. Und hier bin ich.

Martin Geißler: Gut. Wir bei Here We Go, wir bilden ja auditive Marken. Du machst das im auch ganzheitlichen Umfang, bis jetzt auf das Thema Audio, glaube ich so. Korrekt. Jetzt werde ich auch immer wieder damit konfrontiert, dass gesagt wird, ja, aber KI, das wird dich ja dann irgendwann mal 1 Tages dann ersetzen, das Ganze. Wie ist denn dein Blickwinkel drauf oder wo würdest du sagen, was hindert die KI daran, dass sie dich ersetzt?

Sarah Wägerle: Ich glaube immer noch, und das sagen ja, also der klassische Satz, ja Menschen kaufen bei Menschen. Ich bin gespannt, wie lange das tatsächlich noch gilt. Aber ich bin der Meinung, dass wir Menschen doch kreativer sind. Also wenn man überlegt, KI beruht einfach auf Wahrscheinlichkeiten und das, was wir reingeben, damit lernt sie. Das heißt, aktuell die Wahrscheinlichkeit, wie Logos aussehen, ist relativ gesetzt. Und ich glaube, so den kreativen Geist, den wir Menschen einfach mitbringen, das wird die KI, ich weiß nicht, ob sie es in ein paar Jahren lernt, ich weiß es nicht, aber aktuell kann ich es mir einfach nicht vorstellen. Ich glaube, viele Menschen werden mit KI, sag ich mal, Logogestaltung, Farbgestaltung glücklich werden, weil für ihr Niveau reicht es. Und ich glaube, es wird trotzdem Menschen geben, die es eben auf sich zugeschnitten haben wollen.

Sarah Wägerle: Die sagen, hey, ich möchte meine Marke spüren, ich möchte bis zum Grund gehen, meine Werte vertreten sehen. Und das ist, glaube ich, super schwer einerseits der KI beizubringen, zu verstehen, was das denn überhaupt bedeutet, wie tief man da denn geht und auch den Menschen dahin zu begleiten. Zu sagen, okay, gucken wir mal genauer hin. Also bei mir, wenn ich an jemand irgendwie mit 1 Marke herangehe, versuche ich erst mal zu gucken, okay, wer ist dieser Mensch? Was zeichnet ihn aus? Was ist denn so sein großes Warum? Was möchte er denn in die Welt rausbringen? Und das dann eben wieder auf den Schritt zurückzugehen und gucken, und wie packen wir das Ganze jetzt optisch zusammen? Wie kriegen wir die Tonalität hin? Was sind seine Zielgruppen? Wie spreche ich das dann an? Und optisch Bildwelt, Farben, das macht ja alles Eindrücke auf uns Menschen. Und Ich weiß nicht, ob die KI das so gut hinkriegt, so zu denken wie ein Mensch und so zu fühlen wie ein Mensch, das dann wirklich so gut reproduzieren zu können.

Martin Geißler: Meine Meinung ist ja da auch hingehend, dass mir Kunden bei uns gar nicht sagen können, was sie wirklich haben wollen. Und dann mal übersetzt, sie könnten ja gar nicht das prompten, was sie von mir verlangen. Weil ganz oft müssen wir die mit an die Hand nehmen und Cases aufzeigen, Beispiele ausproduzieren, weil wenn wir sagen, ja, es klingt jetzt gerade so, wir könnten das aber auch noch so und so machen, sollen wir das mal ausprobieren, können die sich das meistens gar nicht vorstellen. Wir arbeiten deshalb auch, wenn wir jetzt ein Soundlogo kreieren mit ganz vielen Moodboards, mit ganz vielen Beispielen, damit auch alle auf eine Hörebene gebracht werden können, weil wir können alle, ich kann jetzt 10 Leute nehmen und kann sagen, wir machen das Soundlogo dynamisch, rhythmisch, im Dreivierteltakt und am Ende wird es auch noch epochal. So, da hat jetzt jeder was im Kopf, aber bei jedem klingt es anders. Darum ist es unsere Aufgabe, erstmal alle auf einen Nenner überhaupt zu bringen und dann uns da von weg zu erarbeiten und was wirklich Uniques, was wirklich Einzigartiges zu kreieren. Und das ist ja meiner Meinung nach, was eine KI noch gar nicht kann. Ich will doch nicht den Scheiß haben, den schon hunderte andere haben, sondern ich will doch wirklich dann mit meiner Marke dastehen und sagen, geil, so klingen nur wir.

Sarah Wägerle: Korrekt. Da stimme ich dir vollkommen zu. Ich glaube, Henry Ford war das früher. Hätten wir die Leute gefragt, was sie haben wollen, wär die Antwort gewesen, schnellere Pferde. Und das ist, glaub ich, das, ich weiß nicht, wie's bei dir ist, aber bei uns in der Branche auf jeden Fall der Fall, wo wir sagen, Wir sind ja nicht dazu gemacht, das Offensichtliche zu tun. Und das ist ja genau das, was die KI momentan liefert. Das, was so die Masseninfo, wo sie halt irgendwie in ihr System reingespült bekommt, da das Wahrscheinlichste rauszurechnen, was er denn gerne hätte. Aber ich finde gerade in der Markenbildung auch, was Sound angeht und auch, was nachher die Zusammenarbeit mit der KI angeht, das ist ja einfach für mich, wo ich sage, ich möchte nicht das Wahrscheinlichste haben.

Sarah Wägerle: Ich möchte was haben, was zu mir passt und vielleicht auch ein bisschen überraschend ist. Irgendwie so ein kleiner Gimmick drin, irgendwie so ein kleines Augenzwinkern, wo man dann wieder auffällt und das einfach dann mitnehmen kann und nicht jeder irgendwie 0815 aussieht. Ich glaub, das wird in der nächsten Zeit, ich glaub, so in der ganzen Design-Grafikerwelt, wahrscheinlich in der Soundwelt dann auch, Immer mehr der Fall, weil alle mit KI arbeiten, alle das Wahrscheinlichste nehmen, was die Wahrscheinlichkeit wäre. Es sieht ja schön aus. Das geht ja inzwischen. Es ist ja gut, es ist ja nicht mehr schlecht wie früher. Es ist durchaus tragbar. Aber halt nicht nur unique, Es passt ja nicht zu jedem.

Sarah Wägerle: Es ist halt einfach ein Durchschnitt.

Martin Geißler: Zerstört KI alles irgendwo? Also ich spreche jetzt mal bei uns im Audio-Bereich. Also die Sprecherszene ist gerade auf den Barrikaden, wenn man so möchte, weil die natürlich gerade mit den Text-to-Speech und Speech-to-Speech Möglichkeiten, ja, überrannt werden tatsächlich. Und meiner Meinung nach werden da nur ganz wenige überleben, die schon einfach eine Bekanntheit im Markt haben von ihrem Markensound, von ihrer Markenstimme, die einfach nicht mehr wegzudenken ist. Aber alle anderen, auch professionelle Sprecher denke ich mal, werden da irgendwie wegbrechen. Leider. Ist so. Ich habe mich auch mit einigen Sprechern ausgetauscht, die schon lange im Business sind, die sagen, sie würden jetzt niemanden dazu raten, sich als Sprecher selbstständig zu machen, weil da geht es halt gerade ganz schön rund.

Marie Christine Reiter: Das ist wirklich spannend, weil ich hatte nämlich gerade den Fall, da bin ich auf Fiverr gegangen und normalerweise gucke ich da auch immer nach Sprechern oder eben Künstlern, die so Kleinigkeiten erledigen. Und dann gucke ich da oben rechts Kategorie AI-Freelancer. Und dann sind da wirklich künstliche Stimmen und Avatare, die mir zur Verfügung stehen, auch Fiverr, was sowieso ja eigentlich schon ein Portal ist, wo man seine Kunst für relativ wenig Geld verkauft. Und dann bieten die auf Fiverr wirklich künstliche Stimmen an. Und dann gucken natürlich zu Preisen, wo du denkst, okay, entweder ich bezahle jetzt das Zehnfache für einen echten Sprecher oder eben nur ein Zehntel des Preises. Und für mich als Laie ist ja kein großer Unterschied zu hören. Und vielleicht sind das auch Sprecher, die noch nicht so viel Berufserfahrung haben, dass ich dann denke, okay, ich habe kein so großes Budget und ich muss jetzt gucken, dass ich eben das für das Projekt alles so im Rahmen halte. Dann gehe ich ja eher dazu, neige ich eher dazu, das zu nehmen, was mir eben günstiger und genauso gut erscheint.

Marie Christine Reiter: Also das ist ein großes Thema tatsächlich, gerade bei den Sprechern.

Martin Geißler: Ja, aber es ist ja auch einfach ein Budgetthema. Also wir haben Kunden, die, wenn wir dann eine Audiowerbung produzieren, schon noch den Anspruch haben, dass es High End sein muss. Dass es ein Synchronsprecher sein soll, den man auch irgendwie mit dem Schauspieler verbindet. Also Schmid zum Beispiel mit der Synchronstimme von Kitty Bradshaw von Sex and the City. Oder wir haben auch schon mit dem Synchronsprecher Gerrit Schmidt-Voss von Leonardo DiCaprio oder Sheldon Cooper zusammengearbeitet. Ja, aber dann bekommt ja das Bot auch einfach ein Level, den du mit 1 KI definitiv heutzutage noch nicht hinbekommst. Also diese Aufnahme mit Gerrit Schmidt-Voss war der Wahnsinn, weil der hat dann ganz zum Schluss, also normalerweise kennt man das ja so, dass die Sprecher dann immer ablesen immer noch und der hat diesen 25 Sekunden, der hat gesagt, warte, warte, ich weiß, wir haben uns alles im Kasten. Und wir waren per Videokonferenz auch zusammen geschaltet und er ist dann da gesessen und hat gesagt, okay, eingebe ich euch noch.

Martin Geißler: Und er hat dann wirklich so gemacht und hat diesen Text in 1 Lebendigkeit eingesprochen. Ja. Auswendig dann auch. Also er hatte das dann ja schon zehnmal, zwölfmal vorher gemacht und hatte den dann intus in den Text und hat den dann runtergerockt. Wir sind alle da gesessen so, what the fuck ist denn hier passiert? Ja und der Take ist es dann auch am Ende geworden. Und das ist halt dann wirklich noch dieser Magic Unterschied, der es dann am Ende des Tages ausmacht.

Marie Christine Reiter: Ja, das glaube ich. Aber also absolut, ich bin ja absoluter Seniorst. Hab ich von meinem Vater gelernt. Jemand der viel von ihm beguckt, der hat so ein schönes Wort, wie er sich beziffern kann, nämlich als Seniorst. Das klingt ein bisschen grob, ne?

Martin Geißler: Man reiche mir mal ein Wein und Popcorn.

Marie Christine Reiter: Wirklich. Also so ein High Level, absolut, da kann ich mir keine KI-Stimme vorstellen. Also wie du das gerade beschreibst, da ist ja einfach Leben drin. Das Leben ist einfach in keiner KI und das merkt man auch in den Stimmen und auch in den Schauspielern. Nur so eben diese kleineren Projekte, so Erklärvideos, Da merke ich halt, fragen mich immer sehr viele Kunden, du kannst mir irgendwie eine gute Adresse geben, ich muss ein Erklärvideo machen. Das ist ja totales Low Level. Da brauche ich ja eigentlich nichts außer ein paar Bilder oder vielleicht maximal ein Tutorial oder so eine Präsentation, wie die irgendwie so ein paar Hände sich so verschachteln, was man ja auf verschiedenen Portalen kennt und dafür irgendeine Stimme, die was vorliest. Dafür reicht KI völlig.

Marie Christine Reiter: Aber alles, was so in Richtung Hörbuch geht oder eben Filme oder eben auch diese Szene oder Branding oder so, also da sehe ich das genauso. Da fehlt einfach das Leben in der Stimme von der KI. Das merkt man, das hört man.

Martin Geißler: Da haben wir auch gerade ganz, ganz viele getestet, tatsächlich auch für diesen E-Learning-Bereich, den du gerade angesprochen hast. Hier ist es tatsächlich mehr die Schwierigkeit, dass du Fachbegriffe, Größeneinheiten und so weiter dann korrekt aussprichst oder aussprechen lässt von der KI.

Marie Christine Reiter: Ja, stimmt.

Martin Geißler: Also dahingehend musst du dir tatsächlich lernen. Da haben wir mit ganz vielen Plattformen getestet und ausprobiert. Sind jetzt bei 1 hängen geblieben, Eleven Labs, das kann man ja beim Namen nennen. Ja, ich glaube, es wird sich so hingehend ein bisschen ändern in der Form, für was brauchst du die Stimme? Brauchst du sie jetzt für Werbung? Emotional würde ich immer noch einen Sprecher buchen. Ja, definitiv. E-Learning, wird mir was vorgelesen, reicht definitiv eine KI-Stimme mittlerweile aus und die Entwicklungsstufen, also es geht ja immer schneller, es wird ja immer besser. Und da glaube ich wird halt der Sprechermarkt, wenn man da drauf zurückkommt, etwas zusammenbrechen hinten raus. Und dass die natürlich dann auf die Barrikaden gehen, kann ich irgendwo auch verstehen.

Martin Geißler: Ich glaube aber auch, dass es gleichzeitig wieder andere Möglichkeiten gibt, damit wieder auch Geld zu verdienen oder halt irgendwie zu wirtschaften.

Sarah Wägerle: Die Frage, die ich mir halt stelle, so langfristig, aktuell haben wir ja noch das Glück, dass es ausgebildete Senioren gibt oder halt ältere Leute, die schon seit 10, 20, 30 Jahren in der Branche sind. Also die guten Sprecher, die haben das ja seit, keine Ahnung wie vielen Jahren gemacht. Die haben die Erfahrung, jetzt ist die Frage, wenn jetzt jemand nachkommt und er von der KI jetzt schon mehr oder weniger dann früher oder später ersetzt wird, sagen wir in 2, 3, 4, 5 Jahren, wie auch immer, wo kriegen wir dann irgendwann die guten Sprecher her? Also, die kommen ja dann nicht mehr nach, wenn sie sehen, okay, die kleinen Aufgaben, wo man sich quasi so ein bisschen in den Namen macht, wo man das lernt, wie man's kommuniziert, wie man auch Sachen betont, das seh ich grad überall. Überall, wo jetzt die KI ersetzt wird, ist die Frage, oder beziehungsweise der Mensch ersetzt wird von der KI, wie das denn ist, wenn es dann in ein paar Jahren diese Junioren nicht mehr gibt, die das quasi frisch lernen und nicht mehr die Erfahrung sammeln können. Also da ist für mich immer noch so die Frage, wo geht es denn dann hin?

Martin Geißler: Ja, das ist glaube ich, da kann man das ganze Thema weiterspinnen, weil wenn du dir jetzt mal die großen Sprecher anschaust, die wirklich auch bekannt sind durch ihre Stimme, sind das zu 99 Prozent auch Schauspieler, die im deutschsprachigen Raum als Schauspieler unterwegs sind, die haben ja exakt dasselbe Problem. Also das ist ja, die werden ja auch durch KI im Film und Co. Ersetzt mittlerweile. Also diese ganze Kunst oder nennen wir es auch gerne Magie oder Emotionalität, wird dadurch leiden erstmal.

Sarah Wägerle: Und ich bin halt auch der Meinung, dass die Menschen das relativ schnell verstehen werden. Also man merkt ja, also ich merke aktuell noch den Unterschied, was ist KI generiert und was ist von einem Menschen gemacht. Also mir fehlt da ab und dann einfach die Emotionalität und ich frage mich immer, ob das tatsächlich irgendwann so gut wird, dass der Mensch noch den Unterschied merkt, also ob diese Herzlichkeit, diese Emotionalität, die da einfach mit reinkommt, ob das langfristig dann übernommen wird oder ob der Mensch unbewusst immer merkt, hey, da ist irgendwie, nennen wir es Seele, nennen wir irgendwie, wie man es auch immer bezeichnen möchte, ob da das mit drin ist oder ob das einfach irgendwann so abgestumpft ist, dass man halt irgendwann nicht mehr unterscheiden kann. Also hat jetzt das jemand eingesprochen oder ist das von der KI eingesprochen worden?

Martin Geißler: Also es gibt ja auch die Möglichkeit, dass man von sich mittlerweile einen KI-Avatar erstellen kann. Und ich könnte dann am Tag 100 Videos zum Thema X rausballern. Ich kenne aber niemanden, der sagt, das habe ich gemacht und das war am Ende des Tages auch erfolgreich. Ja, man spart sich dazu Zeit, ja, man kreiert da Content, aber dass 1 sagt, ja, dadurch hat es wirklich richtig gut funktioniert und dieses blöde Bild, ich sitze nur noch am Pool und zähle meine Geldscheine, ja, das ist halt nicht gegeben.

Sarah Wägerle: Das heißt, das wird für dich langfristig auch nicht der Fall sein?

Martin Geißler: Ich weiß es nicht. Es kann sein, dass die ganze Masse noch vielleicht weiter abstumpft dahingehend. Dass die Emotionalität dann noch weiter verloren geht. Dass sich da vielleicht auch, ja vielleicht ist es dann auch eine budgetäre Sache, dass Leute günstigen Content lieber konsumieren und andere es zu schätzen wissen, wenn etwas teuer produziert ist. Vielleicht ergeben sich dadurch auch Dinge wie neue Luxusmarken. I don't know. Also was ist dann, wo ist die Wertigkeit? Also Klar ist es toll, wenn ich überall digitale Anzeigen in dem Markt habe und sie sekundenmäßig, wie ich gerade vielleicht Umsatz brauche, die ganzen anpassen kann. Da finde ich Digitalisierung super.

Martin Geißler: Wenn man da auf alle möglichen Dinge, die da in der Welt draußen mittlerweile passieren, sofort reagieren kann. Aber bei so emotionalen Geschichten, I don't know. Also kann ich mir nicht vorstellen, dass das langfristig gut geht und funktioniert.

Marie Christine Reiter: Wo wir ja eigentlich wieder beim Social Media Thema sind, weil ich aber schon gesagt habe, da komme ich her. Dann zur KI übergelaufen. Das sehen die Social Media Manager genauso. Also ich glaube, ich würde jetzt für alle unserer Art sprechen, die es da draußen gibt, die auch gerade zuhören. Ohne Emotionalität funktioniert Social Media nicht. Ob das ein Bild ist oder ein Video oder eine Stimme. Die Leute oder die Follower kommen nur und liken oder folgen, wenn da jemand ist, der sympathisch ist, der irgendwas rüberbringt, der eine, wie du schon gesagt hast, eine Seele hat oder so. Die würden niemals einem Produkt folgen und niemals in der Unternehmensseite, also niemals übertrieben, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering.

Marie Christine Reiter: Also im Social Media Business ist es einfach so, ein Beitrag wird nicht funktionieren oder gut laufen, wenn da kein Mensch zu sehen ist. Also das hat man schon ganz oft getestet. Da gibt es Studien zu. Es muss irgendwo ein Gesicht zu sehen sein. Am besten lächelt man. Da gibt es auch Studien, dass wenn die Zähne zu sehen sind, dann klicken die Leute 33 Prozent häufiger auf ein Bild oder schauen sich ein Video an. Übrigens für YouTube ganz gut. Für die Thumbnails.

Marie Christine Reiter: Und hier sehe ich auch das Problem, weil da gibt es ja in Amerika, ist man da ja viel offener KI gegenüber und es ist völlig normal KI zu benutzen, ob im Berufsalltag oder eben in Social Media Themen. Die sind also eigentlich schon viel weiter, auch mit den Studien. Und da zeichnet sich genau dieses Bild ab, wie wir es gerade besprochen haben. Denen fehlt auch diese Emotionalität. Die Beiträge kommen einfach nicht so gut an. Die matchen einfach nicht mit den persönlichen Bedürfnissen des Konsumenten. Und die klicken immer noch eher auf denjenigen, der eben echt ist. Also ich gebe diese A-B-Tests.

Marie Christine Reiter: Ich schicke A los, schicke B los und gucke, was funktioniert. Wo klicken die Leute drauf? Und es ist zum großen Teil der Mensch. Kommt natürlich ein bisschen darauf an, welche Branche, welche Sparte jetzt gerade. Aber man sieht eine ganz klare Tendenz. Und interessant ist auch, dass die Amerikaner, die ja kein EU-AE-Act haben und diese ganzen, diese Richtlinien und Gesetze nicht, Die dürfen ja KI im Berufsalltag einsetzen, gerade dazu tendieren, KI abzulehnen. Also da haben wir ein ganz anderes Stimmungsbild. Die sagen Ja, KI kann ich benutzen, möchte ich aber gar nicht. Das macht mir mehr Arbeit, als dass es mir nützt.

Marie Christine Reiter: Und dann ist ja die Frage warum denken die Amerikaner so? Die sind ja gerade eher die offene Kultur, die gesagt haben, oh ja, KI her damit, wir benutzen das jetzt, wir hängen alle ab. Und meine persönliche Meinung ist, dass man viel zu schnell KI angenommen, adaptiert hat, gesagt hat, ja, das ist neu, das machen wir jetzt, ohne sich mit dieser Materie auseinanderzusetzen. Also die haben das einfach benutzt und waren einfach unzufrieden mit dem Ergebnis, weil sie nie gelernt haben, richtig mit der KI zu sprechen. Dieses Prompt Engineering und so, das brauchen die alles gar nicht. Die fangen ja sofort an und sind dann enttäuscht, wenn die Ergebnisse nur so mau sind. Und wir lernen das ja hier, wir sprechen ja darüber, wir haben den EU-AI-Act, wir haben diese Ausbildung, Fortbildung, bevor wir eben damit anfangen, damit zu arbeiten und merken dann, dass man KI nicht einfach so benutzen kann, sondern

Martin Geißler: es ist ein Werkzeug

Marie Christine Reiter: und das Werkzeug müssen wir erst lernen zu benutzen und dann läuft es.

Martin Geißler: Aber wenn ich das jetzt runterbreche, dann bedeutet das doch, dass jetzt alle gerade dieser KI-Thematik hinterherrennen und das ist ja der newest Shit und das brauchen wir jetzt alle. Vollkommen das Gerenne in die falsche Richtung ist.

Marie Christine Reiter: So sieht es aus.

Martin Geißler: Weil wie du auch schon sagst, also das merke ich auch selber, dass Social-Media-Content besser oder viel besser funktioniert oder nur funktioniert, wenn da umso echter das Ganze ist. Wenn du eine Story dahinter hast, wenn du da Inhalt hast, der transportiert wird. Ich kenne auch Leute, die sind zum Beispiel im Küchenbereich unterwegs, die filmen nur Küchen, aber es sind keine Personen da und wundern sich dann, warum das… Ja, aber wir machen doch, aber es funktioniert nicht. Und dann schaust du dir den Kanal an und denkst dir so, ja, aber wo sind denn die Menschen bei euch?

Marie Christine Reiter: Richtig.

Martin Geißler: Ja, also klar geht's die Küche, aber wie geil wäre es, wenn ihr zum Beispiel da drin kochen würdet und sagt, hey, in 30 Sekunden Und das Menü, das haben wir jetzt hier in der Küche fertig gemacht. Das ist doch eine viel geilere Geschichte als wie, ah ja, hier ist da ein Kühlschrank und dann kann man hier den Auszug rausholen und schaut, wie das glänzt. Ist doch Bullshit.

Sarah Wägerle: Ja, es ist halt das Hauptthema. Menschen kaufen Gefühle. Also das finde ich super spannend, Was ich jetzt in den letzten Jahren einfach für mich wirklich begriffen hab, ist, ich kann noch so ein geiles Produkt haben. Es kann noch so gut sein, es kann noch so sehr den Leuten helfen, wenn ich's nicht hinkrieg, die Emotionen von den Leuten zu wecken, indem ich ihnen sag, hey, Küche, voll toll, man kann da ganz viele technische Daten raushauen, der Herd wird in 1 Sekunde heiß und das Wasser kocht so und so lang. Aber wenn du das umdrehst und sagst, hey, guck mal, wenn du so schnell kochst, es ist alles schneller fertig, du hast mehr Zeit für deine Familie. Also wenn man wieder zurück auf die Emotionen geht und sagt, Leute, nicht nicht das Gerät verkauft, sondern sagt, was für einen Benefit hast du denn davon? Was ist denn der Vorteil? Was kannst du denn damit mit der gewonnenen Zeit Besseres machen? Dann catcht man die Leute halt viel besser, weil es an die Sehnsüchte geht, an die Gefühle, wo du mitgenommen werden willst. Und da bringt es mir leider nichts zu wissen, dass der Kühlschrank bis minus 10 Grad runterkühlen kann und keine Ahnung mehr Eiswürfel macht, sondern ich muss es ja emotional kaufen. Das ist dann nachher ein guter Grund zu sagen, ah cool, mein Kopf, mein Verstand sagt jetzt, oh, da kann ich auch noch Eiswürfel machen für die Party dann abends.

Sarah Wägerle: Dann finden meine Freunde voll cool, dass ich innerhalb von 5 Sekunden Eiswürfel hab für ihren Cocktail. Ähm Ja, es ist es ist da so. Wir gucken, was ist unser Grundbedürfnis und wie können wir das ansprechen. Und dann sind wir wieder beim Menschlichen. Und ich weiß nicht, wieder den Bogen zur KI zu machen, ob die das irgendwann wirklich so tiefgehend versteht, wie man an diese Grundbedürfnisse kommt. Also ob das gelernt werden kann oder ob das eben gefühlt werden muss von uns Menschen, das dann zu verstehen, wie ich es den anderen beibringe.

Martin Geißler: Und da, wenn ich jetzt mal die Brücke mache zur Audio Werbung, Da ist es ja auch so, du hast immer eine begrenzte Zeit, den Werbespot auszuproduzieren oder zur Verfügung zu stellen. Entweder 20 Sekunden, 30 Sekunden und so weiter. Da passiert es ganz oft, dass uns die Kunden schon Texte mitschicken. Da brauchst du Platz aber für 3 Minuten. Das sind meistens nur diese technischen Angaben, von denen du gerade gesprochen hast. Sie versuchen aber gar nicht diese Emotionalität, also den Benefit hinter dem Produkt herauszustellen. Das ist ein Fehler. Da, wo wir dann beratend die Hände heben müssen und sagen, nein, nein, nein, also geht gar nicht, weil es ist A viel zu lang, B wird der Spot nicht funktionieren, weil es sind nur technische Daten drin, holt niemanden ab, sondern du musst die Leute auf 1 ganz anderen Ebene berühren und abholen.

Sarah Wägerle: Verbindung schaffen einfach, zwischenmenschlich. Ich glaube, früher hat es noch ganz gut funktioniert, wo Werbung noch ein bisschen neuer war, sag ich mal. Wo man wirklich nur auf den Benefit geguckt hat, okay, was kann das, und dann verglichen hat. Aber inzwischen ist ja die Produktrange so riesig geworden, wo man einfach nicht mehr danach gehen kann. Weil Ob man jetzt die eine Küche kauft, die andere, prinzipiell sind sie ja gleich, auch von der Qualität. Und dann entscheidet man sich wahrscheinlich, naja, die ist 50 Euro günstiger, also nehm ich die. Aber wenn du dann Richtung Werbung gehst oder auch in einem Spot, wenn man das dann halt schafft, emotional die Leute mitzunehmen und abzuholen, das ist ja wieder was ganz anderes. Also das finde ich ist so für mich Thema Storytelling einfach aktuell für mich das größte Thema.

Sarah Wägerle: Wie verpacke ich meine Geschichte und zwar so, dass ich eine Verbindung mit meiner Zielgruppe hinbekomme. Und das innerhalb von kürzester Zeit. Und ich glaube bei Radiospots oder irgendwie, wo man es innerhalb von 30 Sekunden, das ist dann halt Königsklasse.

Martin Geißler: Die Königsklasse ist, finde ich immer, das Soundlogo, einem Unternehmen eine Marke in 2 bis 3 Sekunden runterzubrechen und dann auch wieder Erkennung zu schaffen. Die Einzigartigkeit, von der wir ja vorgesprungen sind. Und es muss dem Kunden auch noch dann irgendwo gefallen am Ende des Tages. Und er muss dahinterstehen und sagen, Yes, das sind wir. Hört ihr Radio?

Sarah Wägerle: Ja. Bei ihr. Sonst gar nicht mehr, nein.

Martin Geißler: Okay, ja, das ist interessant, weil genau da passiert im Prinzip auch das, von dem du gesprochen hast oder über das wir uns unterhalten haben, es greifen nur noch irgendwelche Mechanismen für, also es sind dann Musikberater da, die sagen so, der Song muss so gespielt werden, dass diese Musiker müssen da auf der Hochgrund, hat alles seine Berechtigung meines Erachtens auch, Aber was mir im Radio über die letzten Jahre verloren gegangen ist, das Herz an wirklich auch geilen Storys, die Leute einfach mitzunehmen. Es ist für mich gefühlt nur noch ein Massenprodukt, bei dem geschaut wird, ja möglichst einen breiten Musikfluss hinzubekommen, den der ja nicht anneckt, der jedem gefällt. Es gibt wenige Ausnahmen an Sendern, die das noch machen. Aber auch, Jetzt der Unterschied zu Spotify ist ja, dass ich einen Moderationsblock dazwischen habe. Warum wird heutzutage immer noch über Verkehr und Wetter gesprochen? Das kriege ich doch viel schneller und aktueller auf mein Handy hin. Das war

Sarah Wägerle: auch der Grund, warum ich tatsächlich aufgehört habe, Radio zu hören. A war mir die Musiktitel einfach zu generisch, die haben mich einfach nicht mitgenommen. Und dann hat mich dieses Gelaber mit diesen Pseudoglücklichen und überemotionalisierten Sprechern einfach nur noch genervt. Es war irgendwie, ich konnte da nicht zuhören. Also ich immer, wenn dieser Sprechblock kam,

Martin Geißler: dachte

Sarah Wägerle: mir auch so, ja okay, weg damit, nervt, nein danke. Es hat mich nicht mitgenommen. Es ging einfach gar nicht mehr dazu zu hören. Weil es auch irgendwie so Gewinn spielt und dann ist man super glücklich.

Martin Geißler: Ja, das sind ja so die Klassiker, von denen gesprochen wird, warum man kein Radio hört. Mein Bruder hat zum Beispiel mal gesagt, er würde am liebsten, der hat dann eine Wegstrecke in die Arbeit gehabt von 1 halben Stunde, Er würde gerne nur Storys hören von anderen Menschen. Er würde gar keine Musik hören wollen, sondern er möchte einfach, da habe ich gesagt, ja höre halt Podcasts, da war das Thema noch nicht so weit wie heute, aber er hat gesagt, er würde mehr Wert legen auf gesprochenes Wort tatsächlich. Und die Musiker, die suche ich mir selber auf Spotify. Das wäre da so die Mischung. Ja und auch werbemäßig sage ich mal im Audio Bereich sind auch so Plattformen wie Spotify finde ich viel interessanter für den Werbemarkt als jetzt Radio, weil Radio ist für mich so das Gießkannenprinzip. Ich haue da ein Werbespot rein und erreiche jede Menge Leute, weiß gar nicht wie viele wirklich am Ende des Tages und wahrscheinlich auch zigtausend Leute, die das überhaupt nicht interessiert. Bei Spotify kann ich zum Beispiel Zielgruppen genau Ausspielen.

Martin Geißler: Also ich kann mir die Zielgruppe zusammenbauen, ich kann sie geografisch taggen, ich kann den Spot in Podcasts platzieren, wo auch die Zielgruppe unterwegs ist. Das ist meines Erachtens doch viel smarter.

Sarah Wägerle: Definitiv, klar.

Martin Geißler: Als wie ein Radiospot.

Marie Christine Reiter: Da muss ich sagen, ja Entschuldigung, ihr seid ganz schön verwöhnt.

Sarah Wägerle: Weil?

Marie Christine Reiter: Weil ihr nicht aus Düsseldorf kommt. Wenn ich mir das Thema hier Radio anhöre. Was meinst du, was du glücklich bist? Wenn du im Auto sitzt, bei, keine Ahnung, 40 Grad, wieder auf der A57 oder A52, ich weiß, das sagt hier keinem was, aber alle anderen, die vielleicht zuhören in Lüsseldorf sind, denken, ja, sag's, sag's. Und auf die Uhr schaust und weißt, okay, ich komme nicht unter 1 Stunde nach Hause, dann bist du so glücklich, dass du das Radio einschalten kannst und egal was kommt, du bist dankbar, dass da irgendwer redet und dass du Musik hörst. Klar, du kannst dein Handy nehmen, aber ein, also mein Handy, ne, ich habe ja so ein schönes iPhone 15 Pro. Alle werden mir zustimmen, Der Akku ist scheiße. Das heißt also, ich habe keinen Akku mehr. Am Ende des Tages sowieso nicht.

Marie Christine Reiter: Das Ding kann ich also weg tun oder ich muss nach dem Verkehr gucken. Dann habe ich Google Maps an. Da kann ich auch nämlich nichts hören. Und dann ist man so dankbar, wenn man irgendwelche Stimmen hört, irgendwelche Musik. Und es ist völlig egal, aber dass man nicht völlig allein da lost zwischen all diesen ganzen Autos ist, diesen ganzen Maschinen, bis man dann nach Hause kommt. Und genau das werde ich jetzt leider auch wieder haben, wenn ich im September nach Düsseldorf zurückgehe. Und ich wünsche es euch von Herzen, dass ihr das niemals brauchen und niemals vermissen werdet.

Sarah Wägerle: Also erstens Google Maps funktioniert auch mit Spotify.

Marie Christine Reiter: Das stimmt, aber mein Akku ist trotzdem alle.

Sarah Wägerle: Und es gibt Ladekabel.

Martin Geißler: Das ist auch wahr.

Sarah Wägerle: Problem gelöst.

Martin Geißler: Ja, ja, also ich möchte auch noch mal da kurz einhaken, weil es soll jetzt kein absolutes Radio-Bashing sein, weil ich war über 12 Jahre im Radio-Business selber auch unterwegs als Produzent. Ich liebe das Format Radio, aber nur wie es sich die letzten Jahre hingehend entwickelt hat, fehlt mir jetzt immer wieder bei den Worten Emotionalität. Es fehlt mir das Herz drin, es ist alles nur noch irgendwie nach irgendwelchen Mechanismen aufgebaut. Und da geht irgendwie was verloren, meines Erachtens. Ich kann mich an eine Zeit erinnern, Da waren das geile Storys, die ja auch produziert worden sind. Da sind Storylines aufgezogen worden über 3, 4 Wochen. Da bist du als Hörer mitgenommen worden. Das gibt's irgendwie nicht.

Sarah Wägerle: Wie war das mit Krieg der Welten? War das über das Radio so ein Hörbuch gemacht?

Martin Geißler: Da bin ich jetzt raus. Hol mich kurz ab.

Sarah Wägerle: Ich glaube, es war Krieg der Welten. Nagelt mich nicht fest, aber es ging ein Hörbuch. Das haben sie im Radio veröffentlicht und es ging quasi darum, dass Aliens auf der Erde landen. Und die Leute haben das nicht gecheckt, dass es ein Hörbuch ist. Und sind dann total panisch geworden, dass jetzt Aliens gelandet sind, weil sie dachten, naja, ist das Radio, es erzählt ja die Wahrheit. Und das gab auch, also, richtig wilde Geschichte. Müsst ihr euch mal dann in Detail angucken. Auf jeden Fall wurde es halt auch nur übers Radio übertragen, das heißt die Leute hatten kein Bild, haben es nicht verstanden und es wurde halt später aufgelöst.

Sarah Wägerle: Und sie haben halt einfach nur eine Geschichte erzählt. Und das ist halt sowas, was sich heutzutage, ich weiß nicht, ob sowas überhaupt möglich wäre, Aber es hat die Leute mitgenommen, es hat sie emotionalisiert, es hat sie verrückt, es hat sie wild gemacht, weil sie nicht gecheckt haben, dass das eigentlich nur ein Buch ist, was da gerade vorgelesen wird. Aber es war für sie so realistisch, dass es halt wieder abgeholt wird. Und sowas fehlt mir heutzutage einfach, weil egal welchen Sender ich einschalte, es ist irgendwie alles dasselbe. Du hast vielleicht mal ein bisschen mehr 90er, dann hast du ein paar 80er, dann hast du vielleicht noch einen, der besonders sympathisch klingt. Aber für mich unterscheiden sie sich sonst gar nicht mehr. Also ich, ne, gefühlt jeder Sender, selbes Prinzip, ein bisschen anders. Aber wie du sagst, diese emotionalen Themen, dass ich weiß, okay, bei denen bekomme ich jetzt, keine Ahnung, jeden Tag Geschichten von Unternehmern, die irgendwie erzählen, was so bei ihnen abgeht, was sie für Themen haben.

Sarah Wägerle: Und in den nächsten ist es dann eher für die Mütter, wie man sich perfekt das Kind kümmert. Es ist halt irgendwie einheitsfrei, wie du sagst. Es ist alles irgendwie errechnet worden. So und so holt man die Leute ab und dann macht das jeder, möglichst hohe Einschaltquoten zu bekommen.

Martin Geißler: Und Es gab ja auch schon den ein oder anderen KI-Sender, der auch von 1 KI moderiert worden ist und die dann auch alles nicht den Markt revolutioniert. Jetzt hast du davon gesprochen, dass da, wenn man so will, falsche Informationen in die Welt rausgeschossen worden sind. Jetzt gibt es ja auch im KI-Sektor, und ich frage mich immer warum, ich finde es selber unterhaltsam, letztens habe ich Katzen gesehen, die im Schwimmbad dann irgendwelche akrobatischen Sprünge ins Wasser machen. Wie gesagt, der Entertainment-Faktor ist bei mir angekommen, aber es sind ja immer wieder Menschen, die da sitzen und das Ganze auch entwickeln müssen. Und da frage ich mich immer, warum? Aber worauf ich hinaus will, Es gibt ja auch jetzt Videos, da wo große Tsunamis gezeigt werden, da wo Explosionen in Großstädten abgebildet werden und so weiter. Da ist natürlich auch viel Fake möglich. Wie kriegt man da es für sich hin, zu unterscheiden, das ist echt oder das ist fake.

Sarah Wägerle: Du zuerst.

Martin Geißler: Ja. Ich hab schon drauf

Marie Christine Reiter: gewartet, ich danke dir. Mein Part. Also EU-AI-Elekt, Leute. EU-AI-Elekt. Die haben das geregelt, dank der KI-Kennzeichnungspflicht. Die kommt jetzt, 2.8.2025, mitschreiben. Das ist allerdings jetzt schon verschoben worden. Ja, ich kann es auch nicht ändern.

Marie Christine Reiter: Die EU-Kommission hat sich dieselben Gedanken gemacht und hat gesagt, das kann nicht sein, dass wir nicht mehr unterscheiden können zwischen echt und unecht und wir müssen irgendwas haben, wo man eben sehen kann, okay, das sind echte Welpen, die im Schwimmbad da akrobatische, nee Katzen, akrobatische Übungen machen oder nicht. Und dementsprechend wird es so sein, dass die Anbieter, egal ob JetGPT oder Midjourney, HeyGen und wie sie alle heißen, werden dann dazu verpflichtet sein, eben das zu kennzeichnen, dass es ein KI generiertes Video ist oder eine Textgenerierung und so weiter. Also es wird wie so ein Wasserzeichen sein, visuell sichtbar, für jeden, dass man eben unterscheiden kann, okay, das ist echt und das ist unecht. Aber jetzt muss ich das noch dazu sagen, für den Anbieter wiederum ist das jetzt die Pflicht ab dem 2.8.25. Nicht für uns. Das heißt, ich kann immer noch hingehen, wenn ich ein altes KI generiertes Video habe, was ich jetzt gerade vielleicht aktuell mache und könnte das noch veröffentlichen. Und ich habe diese Kennzeichnungspflicht als Privatnutzer noch nicht. Aber ab dem nächsten Jahr, 2.8.26, auch dann genau werde ich unter die Fittiche von der EU-Kommission genommen und muss das eben auch kennzeichnen.

Marie Christine Reiter: Einfach so in den Text reinschreiben, KI generiert, Hashtag KI generiert oder irgendwo. Irgendwie kennzeichnen. Also für den Nutzer ist es ein bisschen einfacher wie für den Anbieter. Es gibt noch keine ganz festen oder einheitlichen Regeln, dass man sagt, so muss das Wasserzeichen aussehen Oder so muss eben das bei der Textgenerierung sein. Das wird sich jetzt alles in den kommenden Jahren finden.

Martin Geißler: Ist das dann das nächste Pop-up Fenster, was mich da auf 1 Webseite auch erwartet, bei dem ich klicken muss, dass ich es verstanden habe?

Marie Christine Reiter: Ja, furchtbar. Ja, es könnte tatsächlich so kommen, wenn wir uns jetzt das Jahr 2028 vorstellen, weil jetzt ist es noch sehr smooth gelöst. Das ist alles noch sehr weich, auch dass man eben eine KI Schulung braucht, KI benutzen zu können. Es gibt einen Strafkatalog, aber keinen echten Strafkatalog. Es werden zwar Strafen verteilt, aber keiner weiß die Höhe der Strafen. Und das gilt auch für die KI-Kennzeichnungspflicht. Und die Idee ist einfach, erst mal die Firmen dazu hinzubewegen, sich zu verändern, anzupassen, eben diesen Regularien zu folgen. Und wenn die nächsten Jahre die Firmen sich zusammenraufen und sagen, okay, müssen wir jetzt machen, hat die EU-Kommission so bestimmt, dann wird die EU-Kommission sehr wahrscheinlich hingehen und sagen, gut, und wenn ihr jetzt schon die ersten Maßnahmen getroffen habt, dann werden wir euch jetzt mal sagen, wo wir die Schrauben feststellen müssen, dass das eben einheitlich wird.

Marie Christine Reiter: Und dann kann ich mir gut vorstellen, genau wie du schon gesagt hast, dass da eben so eine einheitliche Regel kommt und ja, jetzt bin ich raus. Sorry.

Martin Geißler: Kein Problem. Jetzt hälst du ja ganz viel Vorträge auch zu dem Thema. Ja. Was würdest du da sagen, sind die größten 3 Baustellen in den Unternehmen heutzutage, wenn die mit dem Thema KI konfrontiert werden?

Marie Christine Reiter: Du meinst außer das Fax? Die größten Baustellen ist absolut natürlich Thema Datenschutz. Wir sind ja das Land oder die EU ist ja dafür bekannt, eben ganz hohen Wert auf Datenschutz zu legen. Wir haben den Datenschutzbeauftragten. Wir haben den Qualitätsmanagementbeauftragten. Auch das ist immer so ein Thema. Ich hatte jetzt tatsächlich gestern ein Gespräch mit dem TÜV. Dann ging es darum, dass wenn ich zum Beispiel da den KI-Managerkurs leite als KI-Dozentin, muss ich mich an ISO-Normen halten. Genau, ich habe mir schon die Zahlen gemerkt von den ISO-Normen.

Marie Christine Reiter: Und ich bin immer wieder überrascht, mit was man da eben konfrontiert wird. Aber abgesehen von diesen rechtlichen Komponenten und Datenschutzkomponenten haben wir auch das dritte Problem, die Akzeptanz. Also die Akzeptanz durch die Mitarbeiter. Da kommt jetzt was. Das ist wie das Internet. Es wird nicht mehr weggehen und jeder wird es benutzen irgendwann. Das ist die Zukunft. Das wissen wir alle.

Marie Christine Reiter: Aber ich will es nicht. Und das war ja damals genauso. Da gab es die Schreibmaschine und dann wurde das abgeschafft und irgendwann hatten wir mal die ersten Computersysteme und jeder hat gesagt, oh Gott, so Teufelswerk, Was ist das denn? Und das ist abgesehen eben von dem Datenschutz und den rechtlichen Sachen ein Riesenproblem, dass das nicht von den Mitarbeitern gut akzeptiert wird.

Martin Geißler: Okay, jetzt gehe ich doch noch ein bisschen tiefer rein, weil das sind ja die Themen, die immer wieder kommen. Was sind noch die Problemstellungen in den Unternehmen?

Marie Christine Reiter: Weiterhin noch weitere. Oh Gott. Auf jeden Fall die Ausführung, also dass da irgendjemand ist, der dafür zuständig ist, KI zu implementieren. Also man braucht hier einen KI-Beauftragten. So. Jetzt gibt es da aber keinen, der die Hand hebt und sagt, ja, bitte, das wollte ich schon immer mal machen. Ich möchte jetzt neben meinem 40-Stunden-Job mich noch da hinsetzen und überlegen, wie hole ich jetzt KI ins Unternehmen? Da habe ich total Bock drauf. Gibt es einfach nicht.

Marie Christine Reiter: Also da muss man schon sehr viel Glück haben, so einen größenwahnsinnigen zu finden, der sich da hinsetzt und sich den ganzen Tag überlegt, was machen wir jetzt, damit wir das Thema hier gut aufgestellt bekommen. Und wenn man tatsächlich jemanden gefunden hat, dann muss man den ja ausbilden. Und das ist ja durch den EU-AI-Act eben gut geregelt worden, dass man sagt, die brauchen eine KI-Schulung, dann bekommt derjenige also eine KI-Schulung. Dann hat er das nächste Problem. Also er ist KI-Beauftragter, er hat diese Schulung gehabt und jetzt sitzt er da und darf sich ausdenken, wie kann man das denn automatisieren? Zum Beispiel die Workflows oder wie kann man denn, welche KI-Tools kann man einsetzen? Dann fehlt ihm, abgesehen wahrscheinlich von einem tiefgehenden Wissen, was eben Technik und Recht anbelangt, auch die Fähigkeit hinzugehen und das auszuführen. Wir brauchen ja die ganzen Abteilungen in einem Unternehmen und die müssen sich an einen Tisch setzen, zum Beispiel die Buchhaltung, das Marketing, die Verwaltungsfachangestellten, die müssen sich alle an einen Tisch setzen und die müssten dann untereinander klären, welche KI-Tools eingesetzt werden und welche Workflows in der Zukunft von KI automatisiert werden. Und diese Szene ist nicht realistisch. Also jemanden dahin zu bekommen, sich an diesen Tisch zu setzen, das kann im Grunde genommen nur eine Führungsebene, nicht der KI-Beauftragte.

Marie Christine Reiter: Und dann muss also die Führungsebene hingehen, den KI-Beauftragten den Rücken stärken. Und dann müssten die gemeinsam hingehen und von der Abteilung jemanden beschaffen, der eben sich hier hinsetzt und sagt, okay, bestellen wir Pizza, lasst uns die Köpfe rauchen, bis wir schwarz werden, damit wir zu irgendeinem Ergebnis kommen und KI hier ins Unternehmen implementieren. Also bis man das geschafft hat, ich ziehe den Hut.

Martin Geißler: Das klingt sehr komplex. Das zeigst du den Unternehmen und Firmen auf oder dieses Problem löst du auch vor Ort?

Marie Christine Reiter: Vor Ort löse ich

Martin Geißler: es nicht.

Marie Christine Reiter: Ich zeige es nur auf. Ich bin ja Gott sei Dank in der glücklichen Lage, wenn die Leute zu mir kommen und eine Schulung möchten, ich mache das ja eben als Freelancerin, KI mit Marie, aber ich unterrichte auch an Privatinstitutionen, dann sind die schon an einem anderen Level angekommen. Dann haben die schon gesagt, okay wir wollen ein KI-Unternehmen haben Und wir wissen, wir brauchen einen KI-Beauftragten. Und ich bin der Chef und ich gebe euch jetzt das Budget frei für diese Schulung. Das heißt, wir haben schon einen Chef und wir haben schon einen KI-Beauftragten im besten Fall. Oder danach muss 1 bestimmt werden, leider. Und Das heißt, ich bin in der glücklichen Position zu sagen, schön, da sind die ersten Freiwilligen, ihr seid schon da, ich erkläre euch jetzt, wie ihr das am besten glimpflich über die Bühne bringt, dass das nicht ganz so schwer wird für euch. Und die Firmen, die noch gar nicht an diesem Punkt sind, dass da 1 sitzt und den Chef als Stärkung im Rücken hat, die kommen erst gar nicht zu mir.

Marie Christine Reiter: Also sie sind ja noch gar nicht an diesem Punkt.

Martin Geißler: Wie hältst du dich immer up to date?

Marie Christine Reiter: Oh, über Newsletter. Ich liebe die AI-Nauten. Grüße gehen raus. Sorry. Und über den AI-Quansch Und Snipki. Snipki ist super Tutorial-Plattform. Kostet leider jetzt 69 Euro pro Monat, aber sonst super. Also über die.

Marie Christine Reiter: Und ich bin in so KI-Blasen, zum Beispiel in 1 WhatsApp-Gruppe, die nennt sich AI-Dachnetzwerk. Sind aber sehr viele Techies drin, nicht ganz einfach. Und in verschiedenen Circle-Dingern und wie die alle heißen. Also man hat immer so eine KI-Blase und man kriegt immer alles mit. Und ich habe noch so ein paar bekloppte KI-Freunde, wo ich dann immer per WhatsApp werde, wenn irgendwas Neues rauskommt.

Martin Geißler: So, Marie, du musst gucken, du musst gucken, hier Bilder, schnell, geh gucken, geh gucken. Und ich denke so, Gott, Gott, Gott. Man merkt kaum, dass sie für das Thema brennt. Nee, gar nicht, gar nicht.

Sarah Wägerle: Nein, ich habe auch nicht das Glück, quasi jedes Mal, wenn ich bei Coworker so schön Mäuschen zu spüren, dass sie das Schulungen hält und dann wieder danach denkt und so wow und das ist innerhalb 1 Woche passiert. Das ist wirklich wild.

Martin Geißler: Darum habe ich jetzt auch gerade gefragt, wie man sich da up to date hält, weil ich finde es ja auch im Audiosektor, da tut sich so viel, da am Ball zu bleiben, muss man auch wirklich immer gucken, gucken, gucken, gucken und seine Fühler immer wieder ausstrecken und da wirklich auch am Ball zu bleiben. Wie ist es bei dir? Sachen emotionale Markenbildung. Genau, wie ist es bei dir? Wie ich KI

Marie Christine Reiter: nutze?

Martin Geißler: Ja, das auch. Oder kommen auch Kunden schon auf dich zu mit der Bitte, das vielleicht über eine KI zu machen?

Sarah Wägerle: Ah, jein. Also ich nutze für mich KI tatsächlich aktuell, mit meiner Zielgruppe zu sprechen. Ich hab

Martin Geißler: mir einen kleinen Bot gebaut, wo ich mir quasi einmal Zielgruppe richtig tief reingegangen bin

Sarah Wägerle: und sie dann quasi in KI umgewandelt hab und sag Leute, Hier meine 3 Persona, bitte seid das mal. Also Rollenspielmäßig, das ist ja auch so ein toller Prompt, wo ich gelernt habe. Und dann einfach sag, okay, wie finde ich euch, wie spreche ich euch an, wie, ne? Oder einen Text schreibe ich für meine Letzte.

Martin Geißler: Also pass auf, du hast 3 Personen.

Sarah Wägerle: Ich habe mir 3 Personas gemacht, genau. Also quasi 3 Personen, wie ich mir meine Zielgruppe wünsche. Richtig detailliert ausgearbeitet, das heißt geguckt, ich habe einen Namen, ich habe ein Alter, ich weiß, Familie, wo gehen Sie gerne einkaufen, Was machen Sie denn so in der Freizeit? Wie konsumieren Sie soziale Medien? Was für ein Typ Mensch sind Sie? Was für Werte vertreten Sie denn? Wo suchen Sie zum Beispiel nach Dienstleistern? Also sind Sie eher Typ, oh ich schaue auf Instagram und gucke, was da gibt? Oder eher tendenziell, naja ich habe jetzt ein Problem, ich frage mal in meinem Netzwerk nach oder in meinem Freundes-Bekannten-Kreis. Und das habe ich super detailliert ausgearbeitet, habe es dann quasi hochgeladen, in dem Fall bei Chat-GPT und gesagt, bitte, du bist jetzt Persona 1, Persona 2, Persona 3, merke dir das Und wenn ich eine Frage stelle, antworte immer als diese 3 Personen. Also nicht irgendwie so, ja, aber dann hat die und die das und das gesagt, sondern mach's emotional, rede mit mir, drück Gefühle aus. Also so ein bisschen wie Regieanweisung, dass ich dann einfach ein kleines Gespräch mit dir hinführen kann und einfach sagen, okay, wie gesagt, aktuell Thema Webseite habe ich meine Texte verfasst und dann einfach mal zum Spiegel, wenn ich so weit zufrieden war, rübergegeben, Leute schaut mal der Bereich, das und das will ich erreichen, spricht euch das an. Ja oder nein. Wenn nein, warum denn nicht? Und dann quasi direkt in meinen Zielgruppenaustausch zu gehen und zu gucken, okay, funktioniert das, funktioniert das nicht? Und in allem, wo ich dann nachträglich also die fertigen Texte gezeigt habe, Ich arbeite parallel noch mit einem Texter zusammen, der war geflasht, wie gut ich diese Texte für ihn vorbereitet hab.

Sarah Wägerle: Und war begeistert, oh Gott, Sarah, das ist ja Also einfach so treffend, so passend. Und dafür find ich's unglaublich genial. Also einfach in den Austausch zu gehen. Wer hat denn schon seine Zielgruppe nebenan, dass man sagt, jetzt hab ich hier einen Text, den würde ich kurz gerne spiegeln lassen und dann rufst du ja nicht deinen besten Freund

Martin Geißler: an und

Sarah Wägerle: sagst, ah, guck mal, hast du hier mal kurz eine halbe Stunde Zeit für mich? Ich würde gerne hier einen Textblock optimieren. Das Glück habe ich nicht, vielleicht hat das ja jemand von euch. Und genau, also so nutze ich für mich aktuell KI. Kunden sind noch nicht zu mir gekommen mit der Bitte KI. Das war eher so, ich habe mal was mit KI gemacht, kannst du mir das reinzeichnen? Da dachte ich mir auch so, mhm, kann ich gerne machen, aber wird vermutlich teurer werden. Aber gut, wenn du mich dafür bezahlen möchtest, gerne.

Martin Geißler: Wie lange hast du dich mit diesen Zielgruppen unterhalten, diesen Text zu entwerfen?

Sarah Wägerle: Das ist unterschiedlich. Das kann von 5 Minuten sein. Ich bin mit dem Text schon mal durch und ich habe aber auch schon generell, wenn es meine Positionierung geht, auch mal 2, 3 Stunden damit zugebracht.

Martin Geißler: Geht das dann über mehrere Tage?

Sarah Wägerle: Also ich habe halt ein Fenster bzw. Habe mir so ein Projekt angelegt und stelle dann die Fragen einfach rein. Also man kann auch tageweise mit denen diskutieren. Das ist ja kein Thema. Oder mit einem neuen Thema nochmal reinstellen. Genau.

Martin Geißler: Weil umso mehr Informationen du reingibst oder auch rausholst, umso besser weißt du ja dann am Ende des Tages auch Bescheid dann.

Sarah Wägerle: Ja, genau. Also A und O ist hier halt tatsächlich, dass man sich vorher richtig hinhockt und seine Zielgruppen genau durchdefiniert. Also was im Optimalfall jeder Unternehmer erstmal macht, bevor er in den Markt geht. Zu überlegen, okay, wem möchte ich denn überhaupt sprechen? Und sich das dann einmal klar ausarbeitet. Und genau, dann finde ich das eine geile Lösung. Also ich arbeite sehr, sehr gerne damit. Und bin auch schon am Überlegen, wie ich mir meinen eigenen GPT baue, dass ich's meinen Kunden mitgeben kann, so als kleines Gimmick. Zur Vorbereitung, wenn wir miteinander reden, dass ich den irgendwie so hingebaut bekomme, dass er Fragen stellt und man am Ende noch mit ihm sprechen kann als Zielgruppe.

Sarah Wägerle: Wenn man es einmal zusammen definiert hat, dass er die Rolle einnimmt und vielleicht noch ein schönes Bildchen rausprojiziert, damit man auch wieder einen emotionalen Bezug dazu hat und dann einfach so mit ihm in den Austausch gehen kann, eben genau solche Fragen klären zu können. Weil so als kurzer Impulsgeber richtig genial.

Martin Geißler: Find ich sehr smart.

Sarah Wägerle: Danke.

Martin Geißler: Sarah, jetzt hast du mir auch gesagt, du möchtest dich gerne umpositionieren. Jetzt wahrscheinlich die Frage warum natürlich. Jetzt sag bitte nicht, weil ich gelernt habe mit ChatGPT, Oh nein, das war vorher. Mir meine Zielgruppe so rauszusuchen oder so kennenzulernen, dass ich weiß, dass ich mich anders positionieren muss oder hat das was mit deiner persönlichen Entwicklung zu tun?

Sarah Wägerle: Spannende Frage. Also da muss ich tatsächlich etwas weiter ausruhen. Ich hab mich vor 3 Jahren selbstständig gemacht.

Martin Geißler: Du bist jetzt wie jung?

Sarah Wägerle: Ich bin jetzt knackige 32.

Martin Geißler: Okay.

Sarah Wägerle: Und das war aus einem Impuls raus, naja komm schon, selbstständig, läuft. Als Grafiker, als Designer, ich bin seit meiner Ausbildung, also seit 2012 in meinem Beruf drin, hatte halt schon eine gewisse Erfahrung. Einfach viel, also ich war in 1 Full-Service-Agentur, ich war in 1 Packaging-Agentur, ich war in 1 internen Grafikabteilung. Also schon so ein bisschen die Branche mitgenommen und wollte reisen. Und dachte, ja komm, selbstständig, easy. Läuft nebenbei. Und hab dann quasi alles, was ich seither gemacht habe, 1 zu 1 weitergemacht. Und dann war aber irgendwann auch schon davor dieses Gefühl, oh, du bist immer die Letzte.

Sarah Wägerle: In der Kette, du hast die Marketing, dann hast du irgendwie die Druckerei, die machen Druck, dann versammeln die Kunden irgendwie die Deadlines.

Martin Geißler: Das ist eine Lüge, wir im Audio-Bereich sind immer die Letzten. Nein, nein, nein, nein.

Sarah Wägerle: Ja, je nachdem, was ihr machen wollt. Im Print seid ihr nicht dabei. Nein, aber es hat mich irgendwann einfach genervt, tut mir leid für den Ausdruck, dass ich der Arsch für alles war. Ich musste alle Deadlines vorher retten. Und dann wurde ich nicht mehr angemessen, sag ich mal, dafür entschädigt, sondern du bist ja nur Ausführende. Du machst ja nicht den kreativen Prozess, sondern führst nur aus. Und das war dann für mich irgendwann so, das kann's nicht sein. Also dann kam halt irgendwann so dieses Gefühl, hey, ich möchte mich weiter vorne positionieren, bewusst.

Sarah Wägerle: Dann kam die KI noch mit dazu, wo ich einfach auch gesehen habe, okay, diese stubiden Wiederholungsarbeiten, irgendwelche Formulare setzen, irgendwelche Datenblätter setzen, das wird es nicht mehr lang geben, Gott sei Dank. Also ich war auch nicht scharf auf die Aufgaben, aber man hat es halt gemacht. Es ist auch irgendwie geil, mal 3 Stunden einfach Podcast reinmachen und dann stupide abarbeiten, funktioniert wunderbar. Aber es ist nicht so das, wofür mein Herz gebrannt hat. Es hat funktioniert, ich konnte es gut, alles fein, aber Da war immer so dieses Thema, wenn jemand kam, ach ich würd gern ein Logo haben, ich möchte meine Firma. So das kleine Baby. Das hat mich immer total begeistert, die Leute kennenzulernen. Was sie ausmacht, was sie dann damit auch ausdrücken möchten.

Sarah Wägerle: Und dann so über diese 3 Jahre hinweg war irgendwann so der Moment, so, ach geil, das ist schön, das möchte ich machen, das möchte ich mehr machen, das möchte ich intensiver machen. Und dann eben auch die Leute zu begleiten, nicht nur nachher das Logo und die Positionierung oder das Corporate Design, sage ich mal, Also nur die visuelle Form davon zu machen, sondern auch noch einen Schritt weiter vorzugehen und sagen, hey komm, ich hab's jetzt in den letzten anderthalb Jahren mit viel, also auch ein super geiles Coaching gehabt, was Marketing anging, weil ich so ganz klassisch hingegangen bin, haja, ich würde jetzt gerne Social Media machen und ich brauche jetzt jemand, der mir Social Media Auftritt macht, weil ich kann das nicht. Und dann kam die erste Frage, wie ist denn deine Zielgruppe?

Martin Geißler: Ich so,

Sarah Wägerle: hm, weiß nicht.

Martin Geißler: Alle. Alle war es schon mal

Sarah Wägerle: nicht, also so grob eingrenzen konnte ich es. Und dann hat die liebe Lisa damals gesagt, Sarah, wir fangen jetzt von ganz vorne an. Und mit ihr habe ich damals eben auch die Zielgruppendefinition gemacht und das war für mich so, boah, also wirklich Das Hirnexport, wie ich mir dachte, das ist der goldene Gral. Damit kannst du arbeiten, damit hast du alles in der Hand. Ich dachte mir so, hey, ich weiß ja, wie es geht. Ich lerne gerade, wie das funktioniert. Und ich spüre einfach, wie viel Energie da drin steckt, genau das dann auch weiterzutragen. Und das war eben so der Moment für mich, so Alter, das ist genau das ist es.

Sarah Wägerle: Und dementsprechend habe ich also PÖAPU angefangen, mich umzupositionieren, weil ich gemerkt habe, das ist das, wofür ich brenne. Das ist das, was ich den ganzen Tag spielen kann. Also wenn man sich überlegt, so kleine Kinder, die freuen sich ja immer und dann wird es nie langweilig beim Arbeiten. Also irgendwie, wenn sie den ganzen Tag spielen, denken sie sich, oh Gott, wann ist 15 Uhr? Wann kann ich in den Feierabend? Nein, die wollen noch bis 18, 19, 20 Uhr. Sie können ja gar nicht ins Bett gehen, so gerne spielen Sie. Und das ist das, was ich für mich wiedergefunden habe.

Martin Geißler: Kenn ich auch, also wenn ich im Tonstudio versacke und Bescheid gebe, du eine halbe Stunde, dann sind 4 Stunden und dann heißt es, du, die halbe Stunde ist schon ganz viel.

Sarah Wägerle: Genau das.

Martin Geißler: Ja, aber

Sarah Wägerle: dann merke

Martin Geißler: ich auch, das ist genau mein Ding. Das ist meine Leidenschaft, die ich dann ausübe. Ich kann das zu 100 Prozent nachvollziehen.

Sarah Wägerle: Genau. Und deswegen positioniere ich mich jetzt, Weil ich das für mich gefunden habe und weg möchte vom reinen Umsetzer. Für mich ist es so ein bisschen die Leute einerseits wieder zu verbinden, was wir vorhin schon hatten, das Miteinander wieder mehr, damit man eben auch die richtigen Leute ansprechen kann für die Dienstleistung, die man hat. Also es ist ja nicht nur Verkaufen, sondern ist ja auch ein Mehrwert, den man da mitbringt, wo die Leute ja dann auch weiterbringt. Und das war halt einfach für mich so ein logischer Schritt, zu merken, okay, ich bin nicht die reine Umsetzerin. Ich mache das immer noch, weil es mir immer noch unglaublich viel Spaß macht. Aber ich geh ihm den Schritt vor und begleite die Menschen, sie in ihre Kraft zu bringen, sag ich immer. Und das, wofür sie brennen.

Sarah Wägerle: Im Optimalfall steht's mir so vor wie bei mir. Dass irgendjemand merkt, hey, das ist das, was ich den ganzen Tag spielen will, das ist das, was ich den ganzen Tag machen will, aber ich weiß nicht, wie ich es an die Leute bringe. Ich habe eine geile Idee, ich weiß, wie ich es umsetzen will, aber ich weiß nicht, wie ich an meine Zielgruppe komme, ich weiß nicht, wie ich sie anspreche. Das ist ja, was darf man als Selbstständiger auch erstmal lernen. Also je nachdem, wo man herkommt, da hatte ich ein bisschen bessere Startbedingungen wie manch andere. Aber ich finde das so wertvoll. Ich fand das einfach, jemand zu haben, der mich da durch begleitet, so unglaublich wertvoll, weil es für einen selber, finde ich, immer am schwierigsten ist. Ich weiß nicht, wie es für euch geht, wenn ihr Content für euch produziert.

Martin Geißler: Du, super schwer. Schau dir unseren Firmennamen an. Wir haben anderthalb Jahre gesucht und dann habe ich schlussendlich alles losgelassen und hab unsere Agentur... Ich hab gesagt, bitte, bitte, Hilfe. Wir kriegen es nicht hin. Und die haben da Namen rausgeballert. Also wir hatten dann am Ende des Tages 10 Sachen auf dem Tisch liegen,

Sarah Wägerle: Ah geil.

Martin Geißler: Wo ich von allen gesagt habe, wäre alles geil. Und dann habe ich im Prinzip eine Abstimmung machen lassen. Und hier we go war dann wirklich dann tatsächlich unabgesprochen bei allen auf der Nummer 1 und dann war der Fall klar. Aber ich glaube auch die Positionierung für sich selber zu finden, kriegst du nicht. Nein, hol dir Hilfe von außen. Kriegst du nicht hin. Ja, ja, Da bin ich voll bei dir. Wenn sich jetzt jemand angesprochen fühlt und sagt, oh, das klingt aber spannend, was die Sarah da macht.

Martin Geißler: Wie findet man nicht?

Sarah Wägerle: Also aktuell?

Martin Geißler: Hier im Studio.

Sarah Wägerle: Hier im Studio, genau.

Martin Geißler: In Friedberg. Here we go. Nein, also zukünftig würdest

Sarah Wägerle: du mich unter Phoenix geben. Mit einem kleinen Gimmick, also mit einem schönen Schreibfehler drin. Statt seinem I gibt es ein Y. Weil es ja nicht mich geht, sondern dich.

Martin Geißler: Ich bin mit Schreibfehlern im Namen. Kennst du dich aus, wa? Nein, genau, also Grundgedanke, auch

Sarah Wägerle: einen Text da dabei gehabt. Genialer Typ, Simon Denninger, wenn ich hier Werbung machen darf. Genialer Typ, ich feiere ihn. Da haben wir auch 2 Namen gehabt. Und bei Phoenix, das weiß ich nicht, es hat einfach gepasst. Weil es eben diese Leidenschaft geht, aus sich heraus einmal sich zu finden und dann aber auch aus der Flamme heraus zu steigen und aus seiner Leidenschaft wieder was brennen, was hier, ich finde es geil.

Martin Geißler: Ich höre direkt ein Soundlogo, weil man auch direkt eine Story dazu hat. Ja, genau. Da kann man sich wunderbar was drunter vorstellen.

Sarah Wägerle: Geil, mega. Also Phönixmarken

Martin Geißler: findet man nicht mit Y, weil es eben nicht mich geht, sondern dich.

Sarah Wägerle: Also nicht I, sondern you. Und genau.

Marie Christine Reiter: Yes, of course.

Martin Geißler: Logisch. Marie. Wenn wir uns hier in einem Jahr wieder treffen, Was hat sich da bei dir getan?

Marie Christine Reiter: Oh, ich hasse diese Frage.

Martin Geißler: Ah, ist sehr gut.

Marie Christine Reiter: Das war immer schon diese typische Einstellungsfrage. Kennst du das?

Martin Geißler: Da heißt es ja immer, wie siehst du dich in 5 Jahren? Und das, finde ich, sollte man definitiv lassen, weil das hat in der heutigen Zeit nichts mehr verloren, weil die Welt dreht sich da draußen so schnell. Drum maximal dieser

Marie Christine Reiter: ein Jahr,

Martin Geißler: ein Jahresausblick, den man, finde ich, noch gut runterbrechen kann. Klar, die Vision, die man selber haben sollte, sollte vielleicht so 10 Jahre in der Zukunft sein. Also wirklich dann dieses ganze Big Picture, was man vorhat, sich aufzustellen. Aber brechen wir es mal runter auf die KI-Thematik bei dir.

Marie Christine Reiter: Ich versuch's, aber die 10-Jahres-Frage wäre mir lieber gewesen. Also ich seh mich so als alte Dame.

Martin Geißler: Alles klar, ist ja viel spannender. Ich wollte eher vorsichtig sein. Dann hau mir die 10-Jahres-…

Marie Christine Reiter: Die 10-Jahres-Prognose. Okay. Also ich bin stinkreich, bin in Thailand, hab ein großes Haus, viele Katzen. Alles Katzen, die keiner mehr haben möchte. Hab quasi so einen Gnadenhof für Katzen. Und ich reise viel. So sehe ich mich in 10 Jahren. Jetzt so ein Jahr aus.

Marie Christine Reiter: Was vielleicht ein bisschen realistischer ist. Möchte ich tatsächlich mich weiter dem Thema KI verschreiben. Aber gar nicht so sehr. Momentan bin ich ja sehr in dieser Dozentenebene und ich liebe auch meinen Job und ich bring den Leuten gerne was bei. Ich liebe Eugel immer so ein bisschen mit Amerika. Weil Amerika, die machen da einfach eine große Schau draußen. Das ist nicht immer dieses, oh wir müssen vorsichtig sein, Datenschutz und Co. Und EU-AI-Act und so weiter.

Marie Christine Reiter: Ich würde das Thema eher gerne vorantreiben. Ich würde gern die Ängste abbauen. Ich würde gern sagen, ja, wir müssen natürlich, das

Martin Geißler: ist ein Werkzeug. Ich haue mir auch nicht mit

Marie Christine Reiter: dem Hammer auf den Daumen und sage, oh, das hat jetzt wehgetan, sondern wir lernen einmal mit so einem Hammer umzugehen und den Nagel zu treffen und dann kann ich es auch gebrauchen. Und da möchte ich eigentlich mehr hingehen. Also auch vielleicht nicht unbedingt dieses Gespräch suchen, sondern wirklich so ein bisschen tatsächlich ins Entertainment gehen und sagen, here we go. Ich finde, das passt auch super eigentlich zu mir. Ich war halt da mit KI und einfach die Leute ermutigen, das mal auszuprobieren. Das wäre eigentlich so mein Wunsch in einem Jahr. Ich weiß nicht genau, in welcher Hinsicht oder wo ich dann da bin oder bei wem oder Video oder ich kann es dir gar nicht sagen oder Bühne. Es ist einfach mehr so ein Wunsch von mir, dass die Leute dazu zu bekommen, aus sich rauszugehen, mal was zu magen, mal zu sagen, okay, das ist was Neues, aber vielleicht gefällt es mir ja.

Marie Christine Reiter: Und wenn es mir nicht gefällt, dann so what, dann eben nicht. Aber das ist wenigstens einmal ausprobieren. Das wäre so mein größter Wunsch.

Martin Geißler: Also was bei mir wirklich hängengeblieben ist, jetzt mal aus Marketing-Sicht den Blick darauf zu haben, ist der Satz KI mit Marie. Ja. Die Problematik, die ich festgestellt habe, ist, wenn ich das Ganze bei Google eingebe, da lande ich nicht bei dir. Nein. Das ist sehr schade. Ich weiß, ich habe in meiner Bubble sehr viele SEO-Leute hier, die eben, oh, eine Zielgruppe sitzt hier am Tisch.

Marie Christine Reiter: Ja, das ist echt ein schwacher Punkt. Volltreffer. Ja, ich wollte eigentlich schon die ganze Zeit eine Seite raushauen, die ja eben KI mit Marie heißt. Ich habe tatsächlich, seit ich angefangen habe mit dem KI-Thema, so viele Aufträge und meine Auftragsbücher sind voll. Also ein einziger... Geil! Ja, es ist eigentlich geil, aber ich komme zu gar nichts mehr.

Martin Geißler: Du musst jetzt die Preise erhöhen.

Marie Christine Reiter: Ja, danke.

Martin Geißler: Mir hat mal jemand gesagt, wenn dein Terminbuch zu dreiviertel ausgebucht ist, dann erhöhe die Preise. Ehrlich?

Marie Christine Reiter: Ja. Ja, okay, guter Tipp. Nehme ich gerne mit dir vom Podcast. Habt ihr alle gehört?

Sarah Wägerle: Er ist schuld. Er ist

Martin Geißler: schuld, genau. Sorry.

Marie Christine Reiter: Ne, den Tipp nehme ich gerne mit.

Sarah Wägerle: Ich kenne jemanden, der kann Webseiten machen. Ja, ich auch. Sehr gut.

Marie Christine Reiter: Ist auf meinem Stundenplan. Verspreche ich hiermit tatsächlich im November. Warum November? Weil ich im September umziehe und da habe ich dann ein wirklich super tolles, großes Projekt mit Felix Beilharz. Das ist jemand aus der Social Media Ecke, der einen großen Namen hat. Und da werde ich 20, über 20 Stunden Videomaterial produzieren zum Thema KI. Also wieder Video-Tutorials. Geht dann eben KI-Tools wie HeyJen, Vimajourney, FreePic, Leonardo. Geht natürlich auch JGBT und Claude und Rock und Gemini und wie sie alle heißen.

Marie Christine Reiter: Und das wird mich halt wirklich ein paar Wochen gut beschäftigen. Und ab dem Zeitpunkt habe ich aber gesagt, 16. Oktober ist der Relaunch. Dann bin ich nicht mehr erreichbar. Erstmal gehe ich in Urlaub. Und danach kümmer ich mich nur noch meine Projekte. Und das ist halt im November. Das ist dann meine Webseite und noch mal ein privates Projekt www.berichtsheftleaks.de.

Marie Christine Reiter: Da geht es Berichtshefte, aber anderes Thema. Wird alles automatisiert. Also ich habe groß, ganz viel vor. Es kommt, es kommt. Ich verspreche es, die Seite kommt.

Martin Geißler: Ich merke gerade, was für ein wahnsinnig großes Glück ich habe, dich hier am Tisch sitzen zu haben. Gern geschehen.

Marie Christine Reiter: Genau, meine neue Managerin stellt sich vor.

Martin Geißler: In diesem Sinne würde ich sagen, lass uns alle Gas geben.

Sarah Wägerle: Auf jeden Fall.

Martin Geißler: Weiter voranschreiten und here we go. Here we go. Here we go.

Sarah Wägerle: Here we go!

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