"Sound ist wichtiger als Inhalt!" Markus Kästle über Omnipräsenz, sein Weg zur Top-Voice in Deutschland & The Taste
Shownotes
heawego! Deutschlands wohl bekannteste und omnipräsente Stimme "Markus Kästle" ist zu Gast!
Er provoziert direkt mit seiner These: "Sound ist wichtiger als Inhalt!" und erklärt, warum Psychoakustik oft der entscheidende Faktor ist, der in den Köpfen der Hörer sofort eine Emotion oder einen Geschmack auslöst. Wir sprechen darüber, wie er als Top-Voice zur Stimme der Omnipräsenz in Deutschland wurde und wofür der deutsche Werbemarkt oft noch "zu fein" ist.
Wir unterhalten uns über Sprecher-Tricks, wie der amerikanische Casting-Markt funktioniert, wie man seine Demo-Aufnahmen für den maximalen Erfolg aufbaut und warum guter Sound bei einer Markenbildung so wichtig ist.
Markus Kästle gibt schonungslos ehrliche Einblicke in die Denkweise eines Audio-Profis. Ein Muss für alle, die Werbebudgets ausgeben und ihre akustische Markenidentität aufbauen oder weiterentwickeln wollen.
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⭐️ Bulletpoints:
- Technologische Disruption und menschlicher Vorteil
- KI vs. menschliche Sprecher
- Stimmenvielfalt für Werbekampagnen
- Effiziente Sprecherbuchung
- Markus Kästle's Medienanfang
- TV vs. Radio
- Radio: Magie nutzen, Veränderung wagen
- Die Rolle des Sprechers als Schnittstelle
- Erwartungen übertreffen durch Kreativität
- Sichtbarkeit in der heutigen Medienbranche
- Sprecherkarriere im Wandel
- TV-Präsenz für Business-Erfolg
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Markus Kästle: Willkommen in einer Welt. Wenn man was machen würde mit mir, wahrscheinlich wäre es mehr so in Richtung Optimus Prime. Psychoakustik ist natürlich eine Bitch, könnte man sagen. Und ich hab natürlich meine Demos immer lauter gemacht. Wir verraten alle Tricks hier, das dürfen wir nicht machen. Eigentlich ist auch ein großer Unterschied im Vergleich zum amerikanischen Markt. Wie ist es da nur Punktcastings? Dein Job als Sprecher ist jeden Tag in der Kabine zu sein und einen casten nach dem nächsten zu lesen. Also da ist Punktcasting eigentlich Usus.
Martin Geißler: Sind wir uns da hier in Deutschland zu fein für?
Markus Kästle: Ich bin nie über den journalistischen Ansatz reingekommen. Ich war immer der Soundguy. Für mich war, wie es klingt, wichtiger als was ich sage. Redakteure und Redakteurinnen schlagen sich die Hände vor den Kopf, aber es ist so. Ich bin immer noch der Auffassung, wenn du irgendwie einen mittelmäßigen Inhalt richtig geil rüberbringst, es ist besser als einen hochwertigen Inhalt, der einfach scheiße klingt.
Martin Geißler: Seine Stimme kennen. Ich würde behaupten, 80 Prozent der Menschen in Deutschland, die die Medien wie Radio oder TV konsumieren, die haben sie auf jeden Fall schon mal gehört. Egal ob Station, Voice, Werbespot oder Dokumentation. Markus Kestle ist hier, ja man könnte schon fast sagen omnipräsent. Wie war der Weg dahin, eines der bekanntesten Stimmen in Deutschland zu werden? Wie ist die Lage aus seiner Sicht der Dinge in Sachen KI, Voice und was hat das alles mit Kochen zu tun? Lasst uns direkt in die neue Episode rein starten. Vorab die Lasst mir gerne wie immer Kommentare, Fragen und eure Bewertungen da und abonniere Natür nicht vergessen. Damit helft ihr mir und den Podcast immer größer zu werden und so grandiose Gäste wie heute einzuladen. So und jetzt let's go mit einer neuen Episode von Here we Go Again.
Martin Geißler: Eleven Labs, die Plattform kennst du sicher. Da kann man wunderschöne KI, habe ich.
Markus Kästle: Noch nie davon gehört.
Martin Geißler: Da kann man wunderschöne KI Stimmen generieren, sei es mit Texteingaben oder selber, wenn man das vorspricht. Da gibt es eine Stimme, die nennt sich Markus Kesteler und da habe ich zwei Fragen. Frage Nummer eins, Hast du die eingestellt? Wahrscheinlich nicht.
Markus Kästle: Die habe ich nicht eingestellt, aber du bist nicht der Erste, der danach fragt.
Martin Geißler: Ah OK. Weil die zweite wäre jetzt gewesen. Was macht sowas mit dir, wenn du sowas mitbekommst? Also wir können auch gerne mal kurz reinhören. Also sie kommt nicht an dich ran.
Markus Kästle: Also ich ja, sie uns auf eine wilde Reise durch das unentdeckte Land, durch das Unentdeckte ist ein bisschen zu kehlig, finde ich.
Martin Geißler: Verstehe die Idee dahinter auf jeden Fall.
Markus Kästle: Letzten Endes könnte man sagen, ist es ja fast eine gewisse Ehre.
Martin Geißler: Sehr gut finde ich eine gesunde Ansicht.
Markus Kästle: Dass man sagt, okay, Markus Kästle steht irgendwie für eine gewisse Markenstimme, eine gewisse Brandvoice, die eben diese Eigenschaften hat. Und klar könnte man auch sagen, es ist letzten Endes auch einfach ein Unding, dass jemand so was macht, Aber man könnte es eher so interpretieren. Ist doch eine Ehre, dass jemand da quasi einen Sound alike bauen wollte. Aber es ist deutlich, nicht ich, also.
Martin Geißler: Deutlich zu erkennen, das ist meilenweit weg, aber man spürt, wo die Reise hingehen soll auf jeden Fall.
Markus Kästle: Es sollte halt so eine gewisse Präsenz und ein Druck dahinter sein, aber kommt sie halt noch nicht ganz hin.
Martin Geißler: Aber was macht dieses ganze KI Game mit dir, mit deinem Job als Sprecher? Hast du da Angst davor oder sagst du, da gibt es auch Möglichkeiten, die andere jetzt vielleicht noch nicht sehen, die du da in Betracht ziehst?
Markus Kästle: Also es ist ein bisschen ambivalent, würde ich sagen. Auf der einen Seite natürlich klar macht es insofern was in mir, dass ich Wo geht die Reise hin? Gibt es in ein paar Jahren dann noch ausreichend wirklich zu tun, auch für uns, für uns alle, auch die gesamte Branche? Aber letzten Endes glaube ich, dass es eben bei jeder technologischen Disruption immer eine gewisse Einnivellierungsphase gibt. Also ich habe bis jetzt ganz wenig Kunden gehabt, die gesagt haben, wir wollen jetzt bewusst nur noch mit KI arbeiten, Sondern oft ist die Ernüchterung dann größer, weil der Aufwand nämlich sich aufs Prompten verschiebt. Also wenn man keine wirkliche Sprechervorlage hat, dann hat man auf einmal das Problem, man muss ganz viel prompten, merkt ich kriege aber erst nach dem fünften, sechsten Mal das Ergebnis raus. Die Melodiebogen, die Melodieführung, die Betonung, die man eigentlich möchte. Insofern, da haben wir noch einen großen Vorteil, weil wir Kontext verstehen. Also das ist ein großer Vorteil. Wir lesen einen Text als Sprecher, ah OK, ich habe schon eine Idee, wo geht die Reise hin? Und so betone ich meistens dann auch gleich, mache also gleich einen Vorschlag und dann kommt der in den meisten Fällen ziemlich gut hin.
Markus Kästle: Auf der anderen Seite ist natürlich so Wenn man die Möglichkeiten in Betracht zieht, die jetzt schon da sind und extrapoliert das mal ein paar Jahre, es wird ja auch alles mal besser werden. Also sprich, ich glaube schon, dass da ein großer Kuchen vor allem für Newcomer nicht mehr da sein wird. Und gerade Training on the Job ist halt so wichtig, mit kleinen Projekten anzufangen, um sich dann so reinzufuchsen und diese Eigenheiten mal so ein bisschen selber zu erleben. Das ist halt das große Problem an der Geschichte, dass du keine Chance mehr haben wirst, wirklich an einem Projekt zu wachsen oder hineinzuwachsen. Also du musst von vornherein als menschlicher Sprecher auf alle Fälle so ein Niveau haben, dass du da mithalten kannst.
Martin Geißler: Aber hat man so ein Niveau durch eine Sprecherausbildung, wenn man da mal eine genießt, sofort am Start oder sagst du, da muss man auch reinwachsen?
Markus Kästle: Ne, muss einen Weg gehen. Also da geht es auch vor allem darum, die ganzen Workflows kennenzulernen. Wie ist es im Studio? Wie ist es bei einer Remote Aufnahme mit Kunden? Das ist eine spannende Agentur, Kunde, Tonmeister, alle eine Meinung und die sind nicht unbedingt immer konvergierend. Da muss man dann eben auch schauen, wie macht man sowas oder wie geht man damit um? Also vieles, was am Rande auch dazugehört.
Martin Geißler: Ja, ja.
Markus Kästle: Also es ist nicht nur schön sprechen können und eine schöne Stimme haben, Es ist auch viel mehr natürlich das Drumherum begreifen, wie ist das Game zu verstehen, wie spiel ich das Game? Diese Geschichten sind schon.
Martin Geißler: Kann man da ein bisschen tiefer reingehen, weil das klingt jetzt spannend, das Game aussenrum. Also am Ende des Tages, ja, ist dein Job, vom Mikrofon zu performen, das rüberzubringen, was sich der Kunde vielleicht auch oder der Kunde vorstellt, wie es dann am Ende klingen soll. Aber was ist das Aussenrum oder was sind die wichtigsten drei Punkte?
Markus Kästle: Gute Frage. Die wichtigsten drei Punkte. Okay, ich versuche mal so eine Hitliste zu machen. Also ein Punkt ist, dass du dich eben auch im Alltag als Sprecher verstehst. Also dass du mit dem Thema Stimme und Sprache, ich kriege, das würde jetzt.
Martin Geißler: Für mich bedeuten, ich gehe jetzt zum Bäcker, ich hätte gerne drei Semmeln, eine mit Mohn, eine wäre ein geiles Experiment.
Markus Kästle: Könnte man mal probieren. Nenne aber, dass man das Thema Stimme bewusst in Alltag integriert. Also zum Beispiel, man hat eine gewisse Morgenroutine hat dann zum Beispiel Zähneputzen als Routine mit dabei, aber kaum jemand wärmt die Stimme auf.
Martin Geißler: Ah, OK.
Markus Kästle: Sprich Stimmhygiene, Stimmtraining, dass man auch wenn es nur fünf Minuten sind am Tag, ein bisschen was für die Stimme macht, Artikulationsübungen oder einfach bisschen Stimmen aufwärmen, Training und so was, Ein paar kleine Übungen, die sehr effektiv sind, dass man das integriert. Das ist einmal ein Punkt. Also das ist ja nicht so, dass man sagt, man kommt kalt ins Studio und Mikrofon, es geht los. Klar, irgendwann nach ein paar Jahren hat man das drauf, aber gerade am Anfang ist es so, dass die Stimme natürlich bei, viele sagen, am Morgen ist sie schlechter oder dass man keine so Niveauunterschiede mehr hat.
Martin Geißler: Ja, das kann ich auch bestätigen. Also das merken wir bei ganz vielen Aufnahmen, vor allem wenn es mehrere Takes sind oder mehrere Versionen, dass dann die ersten drei Takes schon gut sind, aber du merkst, dann wird irgendwann die Stimme warm, dann ist man drin, auch im gesamten Feeling. Und dann, was wir ganz oft machen, ist auch die ersten Texte noch mal.
Markus Kästle: Mit neu aufnehmen, retournieren zum Anfang. Ja, das ist eine gute Methode, aber oftmals gar nicht mehr notwendig, wenn man wirklich richtig schön, ich sag mal so warm gesprochen und wenn die Stimme schon gegerbt ist, so wie gutes Leder, so richtig schön schön warm gesprochen ist.
Martin Geißler: Jetzt kommt natürlich dann jeder und ja, vor allem viel rauchen und dann am Abend ein Whisky ist aber wahrscheinlich genau das Gegenteil.
Markus Kästle: Also ich bin überzeugter Nichtraucher und harte Alkoholiker ist auch nicht meine Welt, der feine Weißwein, aber ansonsten ist es wirklich eher weniger davon. Die Stimme sich erholen lassen auf alle Fälle auch. Genau. Also ein Stimmhygiene und Stimmtraining in den Alltag integrieren als fester Bestandteil. Zweiter ganz wichtiger Punkt, dass man genreoffen bleibt. Oft hat man ja so einen Sprecher für ein Thema, der kann das besonders gut. Klar, also Typecasting, Thema Type Casting, dass man dennoch versucht, auch bei anderen Genres offen zu bleiben. Also zum Beispiel in meinem Fall, dass ich eben nicht nur Stationvoice mache oder Promos und diese markigen Sachen, sondern eben auch mal eine Trickstimme mache, eben mal ganz andere Ranges bediene, weil man sonst nämlich ein bisschen faul wird, Performance faul.
Martin Geißler: Hast du eine Lieblings Trickstimme? Weil ich könnte jetzt gar nicht sagen, dass ich dich als Trickstimme schon mal.
Markus Kästle: Nein, nein nicht. Also jetzt bei mir ist in meinem Fall natürlich nicht, aber dass man sagt, man bleibt offen. Ja, da gibt es schon ein paar ganz coole Geschichten. Wobei, wenn man was machen würde mit mir, wahrscheinlich wäre es mehr so in Richtung Optimus Prime, entweder ganz tief oder ganz hoch und dann in die Richtung, in die Range mit Lispeln oder so. Also dass man versucht, die Register, die man hat, dass man nicht immer nur ein Register bedient. Da hat man das Problem als Sprecher, man klingt in dem Register gut, aber in einem anderen Register klingt man irgendwie scheiße. Ja, klar, weil man die nie austrainiert hat. Das ist ein wichtiger Punkt.
Markus Kästle: Und ein Punkt 3, was könnte der dritte Punkt sein? Bin am überlegen. Punkt 3, also Stimmhygiene, Stimmvariabilität. Breathwork ist ganz wichtig. Also Atemtraining als Atmen ist grundsätzlich eine.
Martin Geißler: Gute Idee immer, aber das ist natürlich.
Markus Kästle: Aber gezielt Breathwork machen, also wirklich Zwerchfelltraining und Zwerchfellatmung. Die Sachen sind also auch für viele andere Sachen echt ein Gamechanger, weil die Stimmlage einfach viel ruhiger ist und man generell einfach auch in viel entspannteres Fahrwasser kommt. Die drei Sachen sind es letzten Endes.
Martin Geißler: Das ist ja meistens immer so ein Trugschluss, den wir bei Briefings zum Beispiel mit auf den Weg geben. Es soll möglichst tief klingen, aber auch laut und dabei würde die Stimme viel tiefer, Was ich jetzt wieder als Technik sehen würde. Du gehst nah ans Mikrofon, du wirst viel leiser, du redest viel mehr aus dem Bauch raus. Was ich auch immer ganz spannend finde, dass ich jetzt hast du auch mit der Trickstimme gespielt, dass sich Kunden gar nicht vorstellen können, was du auch noch für eine Varianz in deine Stimme mit einbauen kannst, weil die hören dann meistens Demos. Ja, aber das klingt ja viel zu getragen oder das klingt dann viel zu werblich. Wir können auch den Part dazwischen bauen. Hatten wir zum Beispiel auch aktuell mit der Kampagne, die wir für REWE Dortmund entworfen haben. Die haben eine junge Damenstimme gesucht, junge Frau, und ich war am überlegen, wen nehmen wir, wen nehmen wir, wen nehmen wir? Und ich habe dann durch Zufall Wednesday im Fernsehen gesehen und dachte mir, die Synchronstimme von Jenna Ortega, die klingt von der Stimmfarbe richtig genau nach das, was REWE Dortmund sucht.
Martin Geißler: Dann haben wir uns Demos angehört und da war sie super jung hat viel jünger geklungen als in der Serie selber. Ich konnte mir aber gut vorstellen, dass dieses Gap genau dazwischen in dieser Zwischenwelt zwischen super jung und dynamisch und dieser Jenna Ortega eher getragen und schon fast, ja, ich habe gar keinen Bock auf die ganze scheiße Stimme, dass das Gap dazwischen genau das Richtige ist. Und so war es dann am Ende des Tages auch. Also da ist noch viel Spielraum auch dann da, was die meisten gar nicht draußen auf dem Schirm haben.
Markus Kästle: Of the Demo ist auch ziemlich alt. Also Demopflege ist auch ein wichtiger Punkt. Ja, aber es kommt oft vor, du gehst in eine Session rein und dann bekommst du ein Demo vorgespielt und das ist aber vor zehn Jahren gewesen. Bekommt man meistens hin. Geht schon ganz gut, aber ist kein Selbstläufer. Also aktuelle Demos sind natürlich immer gut. Oder was mir auch sehr recht ist, Punktcastings, dass du sagst, okay, wir haben für diesen Job, wollen wir was ganz Spezielles, können wir ein Punktcasting machen mit dem Text oder nahe dem finalen Text, ein kleines Segment ist für die Kunden oft leichter vorstellbar, als wenn du sagst, okay, ich habe jetzt hier ein paar Demos, geht es in die Richtung, ja.
Martin Geißler: Ich habe auch zwei, drei Sprecher, haben wir in unserem Pool. Wenn wir da irgendwie Bescheid geben, sagen wir schicken Sachen raus an Kunden, dann fragen die immer schon, hast du einen Text da? Weil dann sprechen die den tatsächlich einfach mal for free ein und sagt, schick mit. Und ich kann sagen, in 90 Prozent der Fälle bekommen die auf den Job. Also weil dann es sich einfacher vorstellbar ist für den Kunden ist auch ein.
Markus Kästle: Großer Unterschied im Vergleich zum amerikanischen Markt. Wie ist es da nur Punktcastings, dein Job als Sprecher, es jeden Tag in der Kabine zu sein und ein Casten nach dem nächsten zu lesen. Okay, also da ist Punktcasting eigentlich Usus.
Martin Geißler: Sind wir uns da hier in Deutschland zu fein für?
Markus Kästle: Ja, okay, Ja, also die Riege ist da sich ein bisschen zu fein. Ich kann doch nicht jeden Tag irgendwie hier für umme Texte lesen. Gut, auf der einen Seite ist es Übung. Was machst du, wenn du nicht im Studio bist? Du musst ja in Übung bleiben. Alles, was du use it or lose it, also was du nicht regelmäßig verwendest, wird auch ein bisschen schwammig oder nicht mehr ganz so präzise. Kennst du einen Fußballer, der zwei Wochen nicht trainiert und dann Champions League spielt. Ich kenne keinen.
Martin Geißler: Also da ist, finde ich zum Beispiel Ronaldo ein krasses Beispiel.
Markus Kästle: Der erste, der kommt, der letzte, der geht. Also wenn du den Job machen willst, dann musst du ihn so, dann musst du ihn machen. Und das heißt auch wirklich jeden Tag eben Stimmtraining und einfach sich an Genres ranwagen, die auch so einen aus der Komfortzone rausbringen. Schon wichtig Und viele sind da, glaube ich, ein bisschen zu bequem geworden.
Martin Geißler: Was ich ganz spannend finde, ist, also wir kennen uns ja auch, glaube Ich, schon über 10 Jahre, glaube ich, und haben uns mit Sicherheit an mehreren Stationen sind wir uns über den Weg gelaufen. Und was ich ganz spannend oder was mir aufgefallen ist, ist, du warst einer der ersten, die so ein Online Tool hatten, wo man sich Termine hat buchen können, wo du wirklich gleich dann Angaben gemacht hast, um was geht's, was ist die Gage, wo habe ich meine freien Termin Slots? Das fand ich super smart und da warst du 99 Prozent aller anderen Kollegen voraus.
Markus Kästle: Naja, hast du recht. Kam daher, weil ich auch die andere Seite kennengelernt habe, als Producer und Sprecher buchen und nicht zu wissen, kann der, kann der nicht, weil man pain in the butt, das war immer so. Ich erreichte nicht, versuch's am Abend, da kommt er vielleicht aus dem Studio raus. Ich fand es immer wahnsinnig mühsam. Ich erreiche nicht, ich weiß nicht, ist der da, kann der zu dem Zeitpunkt, wenn der Kunde möchte und ich hatte damals auch sehr viel Langstreckenaufnahmen, also viel Dokumentationsaufnahmen und da bist du dann zwei, drei Stunden weg vom Fenster, bist nicht erreichbar Und so hatte ich eine gute Möglichkeit, dass sich Leute eben direkt einbuchen konnten. Das war alles. Synchronisiert ist es ja heute noch mit Kalender und Das klappt in 98 Prozent der Fälle sehr gut. Es gibt manchmal Überschneidungen oder wenn der Termin zu nah dran liegt und es das Fahrzeit noch mit zu berücksichtigen gilt, dann wird es manchmal etwas komplexer.
Markus Kästle: Aber wenn es von meinem Studio ist, easy.
Martin Geißler: Ich finde es ein super smartes Tool. Hast du eigentlich auch mit no Shows zu tun, dass dann auch mal Aufnahmen nicht stattfinden? Also kenne ich jetzt nur vertrieblich, dass irgendwie mit Kunden einen Termin zum Kennenlernen.
Markus Kästle: Also viele nutzen das auch, die schon lange Kunden sind, also Sender oder eben Studios, die mich regelmäßig buchen oder auch wenn es mal Coaching Klienten sind, die einen Termin buchen wollen, Vorgespräch zum Beispiel oder sowas, ist es auch immer gerne genommen. Und da gibt es eigentlich so gut wie nie ein no Show, weil das Interesse so groß ist zu Ich möchte das oder sie brauchen es eben, weil sie eben einen Sendetermin haben und sie.
Martin Geißler: Brauchen, die meisten haben auch Druck. Ich frage nur, weil wirklich aus vertrieblicher Sicht bei uns war es ein Gamechanger, dass sich die Leute einen Termin bei uns buchen, auch in so einem Online Tool, wo unsere Termine freigeschalten sind, wo sie sich einen aussuchen können, weil sie haben sich dann den Termin ausgesucht und nicht wir haben jetzt drei Vorschläge gemacht, sondern sie haben sich eingebucht und seitdem ist dieses Thema no Shows bei uns keins mehr.
Markus Kästle: Ich nenne es mal so Open Table im Bereich Restaurants.
Martin Geißler: Genau. Ja.
Markus Kästle: Weil du hast den Berührungspunkt, den ersten, der ist über Smartphone oder eben über die Website und da hast du auch nicht diesen ersten Impuls, die Hürde zu ü Ich muss anrufen, sondern geht schnell, zack und fertig. Weil viele haben ja vielleicht erst mal so eine Hemmung, erst mal einen Termin zu buchen.
Martin Geißler: Ja, also du kennst die Stimme aus dem Fernsehen, du kennst die Stimme aus großer Werbung, da kann ich doch jetzt.
Markus Kästle: Nicht einfach anrufen und sagen, wenn er direkt dran ist und sowas. Ich hatte auch schon so, Du klingst wirklich so, ist keine KI, ist keine KI. It's the real deal. Also auch hier ist kein Prozessor. Das ist schon. Das bin ich, finde ich wieder lustig.
Martin Geißler: Ich erinnere mich gerade an eines der ersten Aufnahmen, die ich mit der hatte und da war ein Mediaberater vom Radio daneben gesessen und wir haben danach noch off the record dann einfach irgendwie, es ging damals, glaube ich, war die Umstellung von diesen ganzen ISDN Leitungen auf Voice over IP und so weiter. Die haben da ein bisschen technisch hin und her geschwafelt und dann ging es halt noch 10 Minuten hin und her und dann sagt Alter, diese Stimme, das ist ein einziger Werbespot, den du dir.
Markus Kästle: Da.
Martin Geißler: Fand ich sehr lustig. Geil. Bevor wir jetzt noch weiter, weil du hast auch noch andere technische Raffinessen, finde ich, in deinen Businessalltag mit integriert. Lass uns doch mal kurz an den Anfang gehen. Du hast jetzt schon gerade kurz angesprochen, du warst auch auf der Produzentenseite. Wie bist du denn dazu gekommen, dass du am Ende des Tages gesagt, yes, ich stelle mich vor Mikrofon und verleihe Dingen meine Stimme kurz oder lang Version, wir haben ein bisschen Zeit, ich mach.
Markus Kästle: Mal, ich mach mal so eine so eine mittlere Version. Also das Thema Stimme und Sprache hat mich schon jung interessiert und zwar war es ja so, ich war ja in meinem Jugendalter schon Moderator für Jugendsendungen. Ah OK, ich hab mit Moderation angefangen. Das war so mit 13, 14 ging es los bei mir. Mich hat das Thema Radio einfach fasziniert damals. Es war für mich so eine ganz eigene Welt, nur mit Audio was schaffen zu können, was da rüberkam, fand ich irgendwie geil. Das war total faszinierend für mich. Und es gab damals ja nicht viel anderes.
Markus Kästle: Es gab quasi Radio, Fernsehen, Print, es war in drei Medien, das war alles noch in den Kinderschuhen, der Rest, das kam erst später. Und dann ging es los mit 13, 14, da gab es in München ein Angebot und zwar das Ding hieß Störfunk bei M. Das war eben so ein Aus und Fortbildungskanal, konnte man hingehen sagen, ich möchte da gerne mal mitmachen und ich habe da Bock drauf und so bin ich eingestiegen. Da gab es auch erste Seminare über Interviewtechniken und über Sprechen und so erste sprecherzieherische Maßnahmen, also wie spricht man gewisse Dinge aus und was ist die korrekte hochdeutsche Aussprache und wie sind wir im Süden geprägt und so weiter. Fand ich alles sehr spannend und hab mich halt da so reingefuchst und war dann jede Woche da, jede Woche. Man musste die Sendungen auch selber schneiden damals auf einem auf einer Software, die hieß Triple Dud, war so eine, aber.
Martin Geißler: Band war schon kein Thema.
Markus Kästle: Band war kein Thema, ne, waren schon die Anfänge der Digitalisierung. Wir mussten die Platte aber vorher leer räumen, weil die Recording Time war genau zwei Stunden und fünf Minuten, die man auf der Platte hat. Man musste auch die Musik in Realtime wirklich recorden, sagen, okay, schieb das dann hin, weil es gab halt kein digitales Musikarchiv. Es war, ich möchte das spielen und also nehme ich was mit und wir machen dann Realtime Recording, also sehr aufwendig und wurde dann anschließend auf eine DAT ausgespielt. Digital Audio Tape, das war damals so.
Martin Geißler: Der heiße Scheiß, irgendwie Kassetten, wenn es für jemanden noch begriffen.
Markus Kästle: War, aber digital schon und hatte eben eine gute Qualität, war aber ein bisschen zickig manchmal, wenn man den Startmarker nicht gesetzt hatte oder so was. Es war ein bisschen zickig das Ding, aber war alles gut. Auch ein Real Time Ausspiel, also sprich alles irgendwie Echtzeit. Und das war mein Anfang. Und dann war ich mit 16 bei Gong in München, weil die hat einen Moderatorencheck veranstaltet, einen Moderatorenwettbewerb. Und den habe ich dann in der Tat gewonnen mit 16. Und so war ich dann drin auf einmal mit den ganzen anderen Jungs, die ungefähr 15 Jahre, 20 Jahre älter waren als ich und hab da ganz gut mitgehalten, denke ich. Und so bin ich reingerutscht.
Markus Kästle: Und parallel das Thema Produktion und Audiotechnik fand ich immer faszinierend. Also ich bin nie über den journalistischen Ansatz reingekommen. Ich war immer der Soundguy. Also für mich war, wie es klingt, wichtiger, als was ich sage, okay, Redakteure und Redakteurinnen schlagen sich die Hände vor den Kopf, aber es ist so. Ich bin immer noch der Auffassung, wenn du irgendwie einen mittelmäßigen Inhalt richtig geil rüberbringst, ist es besser als einen hochwertigen Inhalt, der einfach scheiße klingt. Okay, Also ist meine Erfahrung, weil letzten Endes genau der Effekt, der Typ, der ist ein einziger Werbespot. Vielleicht war die Minute inhaltlich jetzt nicht ganz so superklasse, aber die Leute waren entertaint. Es war Entertainment, darum ging es mir letzten Endes.
Markus Kästle: Ich wollte ja nie hochtrabenden Journalismus machen. Es war mir mehr, also Musikshows waren immer so mein Ding. Also Musikshows, Spezialsendungen, egal ob Chartshows oder hatte auch ein ganz tolles Format mit dem DJ John Munich, Munich's Finest, damals der Sohn von Udo Jürgens und der ist in München recht bekannter DJ und legt halt auch für große Events auf. Mit denen hatte ich dann wöchentlich auch eine Show mit zweistündiger Show, wo ihr aufgelegt habt. Wir haben gemeinsam moderiert. Tolle Zeit.
Martin Geißler: Ich glaube, das ist aber auch ein großer musikalischer Austausch dann sicherlich da immer.
Markus Kästle: Genau, weil wir immer dann in den Breaks auch dazwischen hey, was könnten wir noch? Und dann wäre es mit dem. Und mein Zugang war immer Musik. Und Musikalität wiederum ist fürs Sprechen unglaublich wichtig. Wenn du kein tontechnisches musikalisches Verständnis hast, wird es sehr schwer. Also Rhythmusgefühl, rhythmisieren können, Sprachrhythmus, Betonungen erkennen, ob ich eben da da oder da da betone, ist, wenn das jemand nicht kann, Wird es schwierig mit sprechen?
Martin Geißler: Also im Radio stelle ich es mir schwierig vor, weil du hast meistens keine Zeit und es muss so schnell wie möglich eingesprochen werden. Aber wenn du jetzt zum Beispiel sagst, Musik hilft dir für TV Dokumentation, hilft es dir da, wenn du auch schon die Musik, die nachher drunter gelegt wird, dass du die schon hörst bei der Aufnahme? Absolut. Wird dir sowas zur Verfügung gestellt oder ist es heute so schnelllebig, dass es.
Markus Kästle: Nein, im Bereich TV ist genau der Workflow invers zu dem, was du vom Radio kennst. Also wir haben die Voicetext immer trocken aufgenommen oder auf schwarz, wie man sagen würde, also ohne irgendwas anderes. Session ist leer auf schwarz und das fand ich immer ein bisschen schade, weil wenn ich das Ergebnis gehört habe, dann denk ich mir, ja gut gesprochen, aber wenn ich die Musik gekannt hätte, hätte ich vielleicht das ein bisschen anders von der Betonung gesetzt, weil du hast dann Akzente oder du hast hier einen Effekt oder was wollt ihr genau machen? Wollt ihr da so einen Effekt drauflegen oder was ist eure kreative Idee? Frage ich auch. Weißt du schon, wie du es produzieren willst? Und dann versuchen wir es so ein bisschen zu antizipieren. Also ich stelle mir in meinem Kopf, ah, wie könnte es klingen? Dann spreche ich so, aber ich weiß es ja nicht, was dann daraus wird. Beim TV ist es so, die Cutter, also egal ob es Trailer sind oder Dokumentation, die haben einen Schnitt, der fertig ist, die Bildabnahme ist vollzogen und ich komme als Topping, als Zuckerl am Ende obendrauf. Ist mir eigentlich viel angenehmer, viel lieber als ins Leere zu sprechen, kann ich mir vorstellen. Ich finde es viel besser und ich glaube auch das Ergebnis wird besser.
Markus Kästle: Nur im Radio haben wir dafür nie Zeit. Bei großen Kampagnen, bei großen Werbekampagnen macht man es eigentlich auch so, auch für Radio schon mal ein Layout gegeben hat oder eine Musikauswahl und hat die dann schon mal auf 20 Sekunden dann getimt und dann kann man drauf sprechen, stellt fest, boah, das ist aber ganz schön viel Text. Wenn wir das bisschen einkürzen könnten noch, dann wird es schöner. Ist ja oft ein Problem. Textmenge, Textlänge, das einzuschätzen, wie viel Zeit braucht der Profisprecher wirklich, weil jede Silbe dann auch da ist und dahin gehört, wo sie hingehören soll und dann braucht man einfach mehr Zeit. Aber das ist definitiv ein Unterschied zwischen TV und Radio ganz großer.
Martin Geißler: Würdest du denn auch sagen, es gibt jetzt für die verschiedenen Medien, also nehmen wir mal Radio, vielleicht auch Social Media, auf was wir später noch eingehen und TV. Gibt es da Unterschiede von der Ansprechhaltung, von der Technik, die du da an den Tag legst?
Markus Kästle: Ja, schon, würde ich sagen. Also sprechtechnisch jetzt nicht unbedingt, aber haltungstechnisch. Also wenn ich jetzt zum Beispiel für skynature was spreche, dann ist es ein bisschen edler, getragener. Wenn ich aber jetzt irgendwelche Sportinhalte habe, dann versuche ich schon diese sportliche Energie, diese Kernigkeit. Das ist dann irgendwie so ein bisschen wie so ein Motor, der heult, der aufheult. Oder wenn ich macht dann Viel Trailer für Formel 1 oder MotoGP, wo es ja richtig zur Sache geht. Da musst du dich auch durchsetzen. Also sprich, du hast ja das Soundbett, meistens so eine actiongeladene Musik und du hast viel Motorengeräusche und so was oder laute Kommentatoren, die reinbrüllen.
Markus Kästle: Da muss man sich ja durchsetzen dagegen. Und das ist schon auch ein Faktor, Wie spreche ich damit, dass auch im Mix dann am Ende gut klingt. Also eben nur die schöne Stimme, die weich, samtig und so was, die setzt sich da nicht durch. Ist zwar dann schön Formel 1 Trailer, zum Beispiel während du sagst, du machst ein Hörbuch oder eine Kindheit, Kindergeschichte oder liest irgendwas echt was mal vor am Abend, dann ist natürlich eine andere Haltung gefragt. Also Haltung ist natürlich immer extrem wichtig. Und in diese Haltungen hineinfallen zu können, ist eigentlich die Hauptaufgabe des Profisprechers, was ihn um das Thema KI noch mal anzugreifen, hauptsächlich unterscheidet, weil du musst mir nur kurz eine Musik zeigen, zwei Sekunden, ich weiß sofort, OK, das wird in die Richtung gehen, ich biete das gleich mal an. Und dann hast du so diesen Mix and Match Effekt, dass du sagst, die Stimme passt perfekt zur Musik. Geil, wird geil.
Markus Kästle: Kannst du dann schon als Produzent auch hö wird super oder wird eben nicht super, Mach doch ein bisschen mehr oder bisschen weniger. Aber du hast was, wo du schon mal regeln kannst.
Martin Geißler: Das ist das ja, was mir zum Beispiel unheimlich Spaß macht, dass ich auch während der Aufnahme noch sagen OK, lass es uns hier auch noch mal so oder so probieren, weil ich irgendwas im Kopf habe, was du wahrscheinlich gar nicht im Kopf hast und dann auch hey, ja und am Ende, wie ist es überhaupt? Bist du dann manchmal überrascht am Ende des Tages, wenn du fertige Produktionen hörst und denkst dir, so hätte ich es mir nie vorgestellt. Aber das ist ja krass.
Markus Kästle: Kommt leider immer seltener vor, weil vieles ihm sehr schnelllebig und schnell gemacht wird. Aber manchmal sage ich wow, das ist echt richtig schön geworden, richtig gut geworden.
Martin Geißler: War ja auch ganz spannende Frage, weil ganz viele, die hier sitzen, haben jetzt noch nie eine Podcast Aufnahme gemacht und so weiter und die hören auch zum allerersten Mal ihre Stimme und vollkommen eine normale Reaktion, was jeder ah ne, ich kann mich nicht hören. Ich finde das furchtbar. Ich kann mittlerweile meine Stimme sehr, sehr gut hören. Wie geht es dir? Weil du wirst ja wahrscheinlich auch da.
Markus Kästle: Ich bin derjenige, der den Kopfhörer verlangt hat. Ja, natürlich. Wenn ich sie nicht wirklich auch ein bisschen mögen würde, würde ich das auch nicht überzeugend machen können. Ich finde das schon ganz gut, was ich da mache. Es ist immer auch bei mir gibt es Weiterentwicklungspotenzial immer bei jedem. Aber ich finde schon, dass man irgendwann das überwindet auch dann. Also dieser Anfangseffekt ist ja dem geschuldet, dass du dich nie über das Außenohr, sondern über die Innenschädel-Resonanz immer nur wahrgenommen. Hast.
Markus Kästle: Das heißt, du hast nie den reinen akustischen Effekt. Wie ist es, wenn es nur von außen kommt? Und das ist eigentlich der Grund. Der Grund ist nicht, dass die Stimme hässlich ist oder scheiße.
Martin Geißler: Ist schon immer so.
Markus Kästle: Die ist schon immer so, Nur man hat sich so nie gehört. Das ist der einzige Unterschied zwischen eben Kopfhörer oder einfach Wahrnehmung von außen. Aber ich kann es nachvollziehen. Geht ganz vielen so, ist aber ganz normal.
Martin Geißler: Ich kenne das auch. Also bei mir war es am Anfang auch so, wenn ich mich da irgendwo gehört oh ne, geht gar nicht. Und mittlerweile, es ist, glaube ich auch eine Gewohnheitssache, einfach weil du ja, die.
Markus Kästle: Leute stehen auch drauf. Es darf auch in so einem Podcast oder in so einem Format wie hier, darf es auch mal ein bisschen lockerer sein. Es muss dann nicht alles super klar ausartikuliert sein. Darf eben ist ein Gespräch und dann darf man auch mal so ein bisschen einfach so sein, wie man halt ist. Ist oft die Bist du dann in deinem echten Leben auch so? Nein, natürlich ist es was ich da mache.
Martin Geißler: Wenn ich mir deinen Social Media Auftritt anschaue, denke ich mir oft, weil ich vorhin das Bäcker Beispiel gebracht habe, das hattest du glaube ich schon mal.
Markus Kästle: Ich mache das dann quasi humoristisch letzten Endes, wenn du nach dem Motto wenn du Sprecher bist, sagst du nicht einfach, sondern dann würdest du was anderes sagen. Ist natürlich aber ein Gag. Ist klar, ist ein Gag, aber ist natürlich eine lustige Vorstellung. Du gehst rein und bringst dann den. Das ist schon ganz witzig.
Martin Geißler: Jetzt hast du vorhin gesagt, du bist da mit 15 bei Radio Gong gelandet.
Markus Kästle: 16 warst du oder 16, 9. Mai 1999 war glaube ich die erste Sendung. Ich weiß doch wirklich.
Martin Geißler: Und da war es so, dass da viele ältere Leute oder Konkurrenten da waren, gegen die du dich durchgesetzt hast. Wie war denn das damals? War es damals so eine Ellbogenmentalität oder haben die dich einfach haben die haben die gesehen, ah, der hat Talent, den greifen wir mal ein bisschen unter die.
Markus Kästle: Es war eine tolle Zeit. Ganz Ehrlich, ich habe 0 Ellbogenmentalität damals gespürt. Die haben einfach alle gemerkt, wow, der Junge, der kann echt was, der will. Das waren beeindruckt. Vielleicht hatten sich manche auch boah, okay, könnte mal eine Konkurrenz werden, was ja dann auch so sich so entwickelt hat. Aber ich habe das als sehr, sehr kollegial empfunden. War ein tolles Team damals. Also ich blicke auf diese Zeit nur mit ganz viel Grinsen und Stolz zurück.
Markus Kästle: Ganz ehrlich, war eine tolle Zeit.
Martin Geißler: Wie ist es heute?
Markus Kästle: Ja, wesentlich reservierter. Es ist ein bisschen, es fühlt sich so an, als wären die goldenen Zeiten so ein bisschen vorbei. Also es ist immer noch ein tolles Medium. Radio auch eines meiner Lieblingsmedien. Definitiv. Also ich mach TV auch sehr gerne und ich mache auch Social Media meine Sachen gerne, aber für mich ist das wie so die erste Liebe. Da hast du immer so eine ganz spezielle Connection dazu. Aber wir machen zu wenig draus, finde ich.
Markus Kästle: Man könnte schon wirklich viel machen. Vor allem wenn man sich überlegt, allein hier, du hast ein Setup, du hast Licht, du hast Kameras. Im Radio brauchst du fast nichts und kannst Magie erzeugen. Das finde ich, machen wir zu wenig im Radio. Also diese Möglichkeit nutzen, auch für gutes Storytelling oder mal was Außergewöhnliches zu machen, wird zu wenig gemacht. Da ruhen wir uns auch finde ich, zu sehr auf dem Bestand aus. Also wir spielen ein paar jetzt am Stück, wir machen ein Gewinnspiel, wir machen Wetterverkehr und was wir eigentlich auch schon vor 20 Jahren gemacht haben. Oder noch länger, hat sich nicht viel geändert, nicht viel nachhaltig geändert.
Markus Kästle: Wir haben immer noch eine Morning Show, die ist die wichtigste Sendung. Wir haben eine Drive Time, die ist die zweitwichtigste. Klar, gewisse Grundprinzipien ändern sich nicht und wir machen natürlich auch Social Media, aber das ist kein eigenständiges Social Media Format. Das ist eigentlich mehr so sendebegleitend. Also es ist nicht so richtig was Eigenständiges. Es ist mehr so der Schlüssellochblick in den Sender oft hinein. Jetzt kann ich halt meine Moderatoren mal sehen. Das ist auch schön, das war früher oft Magie.
Markus Kästle: Wie sieht der aus?
Martin Geißler: Ja, ja, klar.
Markus Kästle: Man hört irgendeine Stimme von einem Moderator oder Moderatorin und dann hat man so ein Bild im Kopf und dann wird man oftmals enttäuscht oder vielleicht auch manchmal bestätigt, aber es ist eigentlich nie das Bild, was man im Kopf hat. Und das ist jetzt halt anders. Es ist schön aber vielleicht auch nicht mehr ganz so mysteriös. Ist kein Geheimnis mehr da.
Martin Geißler: Ja, vielleicht das Geheimnis, was du sagst. Ich glaube, könnte mir aber auch vorstellen, dass der eine oder andere gar nicht will, dass man hinter das, dass man reinguckt, weil du kannst ja auch vorab aufzeichnen mittlerweile. Es gibt ja so viele technische Möglichkeiten und das Radio ist ja dann gar nicht mehr so live, wie man sich das vielleicht auch als Endkonsument vorstellt. Und ich glaube, dieser Trugschluss wäre schade, wenn es Leute mitbekommen, wenn es dann tatsächlich nicht mehr so ist.
Markus Kästle: So das knallharte Aufprallen auf die Realität, auf den Boden der Tatsachen. Ja, ja, klar. Gut, auf der einen Seite sieht man halt dann, es gibt natürliche technische Möglichkeiten, einfach vorher aufzeichnen, Voice Tracks und so weiter, Aber man hat eben auch das Gefühl, da arbeiten auch noch Menschen, die brauchen einfach auch mal irgendwie, haben einfach auch einen Workflow, der halt eingehalten werden muss. Es war früher natürlich viel mehr Echtzeit. Also ich kann mich an die ersten Jahre erinnern, wo auch es noch keine zuverlässige Automation gab. Also sprich, dass Titel einfach dann vom System back to back gespielt werden konnten, dass man einfach die Sachen verknüpfen konnte. Da musste ich in den ersten Jahren wirklich, du pass auf, wir hatten immer eine Telefonassistentin mit bei Gong noch im Studio sitzen Ich muss kurz mal für kleine Jungs, wenn ich nicht wieder da bin, drückst du einfach nur hier drauf.
Martin Geißler: Und alles läuft weiter.
Markus Kästle: Und alles läuft weiter, genau. Also das musste man schon dann machen. Und man war viel mehr in der Sendung drin. Also man war einfach mehr im Flow, weil du jeden Übergang, also ich war immer derjenige, der jeden Mix auch selbst gefahren hat. Ich wollte das in der Hand haben. Also wirklich mehr auch DJ sein. Okay, ich suche den Nächsten, ich queue das sauber ein, ich mach das vor, ich übe das vor. Was nehme ich für ein Element, was für ein Jingle nehme ich, was baue ich dazwischen noch? Habe ich noch einen witzigen Funsplit O Ton, den ich noch reinbauen kann, irgendwas aus einem Film oder so, irgendeine lustige Aussage.
Markus Kästle: Und dann ist es viel geiler, weil du viel näher an deiner Sendung bist. Wenn du natürlich vier Songs hast und sagst, OK, habe ich vorproduziert, dann verlierst du auch Präsenz. Stell dir mal einen Künstler vor, der auf der Bühne ist und der lässt vier Songs einfach nur quasi Playback und Lip Sync laufen. Der ist auch dann nicht mehr im Moment, Du bist dann nicht mehr in dem Moment einfach präsent.
Martin Geißler: Das ist auch was, was die Dani Heiß von Radio Energy war hier bei mir zu Gast, wir haben uns auch drüber unterhalten. Da habe ich auch viel Feedback auf Social Media bekommen. Wenn du dir jetzt so Mühe gibst an einem Break oder an einem Übergang oder noch eine Zwischenmoderation oder wie auch immer, dass du kein direktes Feedback bekommst, sondern du stehst dann da und denkst, ah, das war jetzt schon extrem geil. Wie war das bei dir? Hast du dich dann einfach selber gefeiert und hast gedacht, okay, passt, ich habe mal meinen Job getan und was ist, wenn es mal schiefgelaufen ist?
Markus Kästle: Also A genauso, du feierst dich einfach selber. Boah, geil, geiler Mix, geiler Übergang, perfekt. Oder geile Moderation oder geil gesprochen. Also auch nach einem Take, wo du gemerkt hast, okay, den habe ich jetzt echt timing mäßig, ausdruckstechnisch, betonungstechnisch genailt. Dann yes, man darf sich auch mal freuen.
Martin Geißler: Voll.
Markus Kästle: Also man darf sich auch mal feiern, für was man gut gemacht hat. Und oft gab es dann schon auch Feedback von der Programmdirektion oder einfach auch von hey, das war geil gefahren oder du hast echt ein gutes Gespür für Rhythmik oder für Übergänge und so was. Aber du hast recht, man hat kein direktes Publikumsfeedback in dem Sinn. Ja, und wenn es schief läuft, versendet sich move on. Es bringt nichts, sich dann da total zu grämen zu boah, ich bin, habe ich das verkackt oder so. Ich bin jetzt da, hab voll ins Klo gelangt. Ist mir auch öfter mal passiert. Hab mal die falsche Leitung hochgezogen und hab den falschen Gewinner on Air genommen.
Martin Geißler: Ah schön, das hat er noch einen.
Markus Kästle: Rattenschwanz dann der andere dachte aber schon, er hat gewonnen. Also in der Hektik passieren halt Fehler. Wir haben aber bei Gong in der Tat in der Zeit alles, alle Payoffs, also Gewinnspiel Auflösungen live gemacht. Und es war immer natürlich so ein gewisser Adrenalinkick und das fand ich auch geil.
Martin Geißler: Aber dann auf beiden Seiten ist ja.
Markus Kästle: Auch gut offen gestanden. Bist du als Moderator eigentlich für sowas? Ich war immer aufgeregter als glaube ich, der Zuhörer, weil du bist ja im Lead. Du musst ja quasi den durchführen und ihm ein gutes Gefühl geben. Pass auf, wir haben noch zwei Minuten und ich spreche dich dann so an und dann machen wir das ganz locker. Ich bin für dich da, wenn du hängst, ich cover dich und so. Du musst ja auch im Vorgespräch dann für die Leute da sein und denen ein gutes Gefühl geben. Und ich war immer viel aufgeregter, wenn das Ding gut gelaufen ist, immer wow, decompress. Aber das macht's aus.
Markus Kästle: Deswegen gehst du doch ins Radio oder machst du doch sowas am Mikrofon, weil du diese Sache halt auch erleben willst, dieses Gefühl haben willst.
Martin Geißler: Und ich merke gerade, jetzt geht es gerade schon wieder gar nicht um die Stimme vom Mikrofon, sondern ganz viel um das Aussenrum. Ich hol ihn ab. Ich gebe dem ein gutes Gefühl, gebe dem einen guten Rahmen und Sicherheit auch, dass wenn er hängt, dann fange ich dich auf und alles wird gut. Dafür bist du ja zuständig. Und du machst auch noch den Sender glücklich am Ende des Tages, weil du die Stimme draußen auch schon viel Verantwortung, die da auf einen lastet. Und da geht es nicht nur darum, um irgendwelche Dinge von einem Blatt Papier irgendwo in einem Mikrofon zu sprechen.
Markus Kästle: Ja, das ist genau der Punkt. Der Kreis schließt sich quasi jetzt zum Anfang und man Was ist denn noch mehr aussenrum? Also den Leuten eben auch ein Gefühl zu Ich bin da und ich nehme das ernst, was wir hier machen und ich will euer Produkt im Bereich Werbung, wenn wir beim Sprechen wieder mal sind, nicht mehr moderieren, wo du ja quasi den Sender, die Show moderierst und einfach Inhalte hast. Wenn du aber jetzt eine Auftragsarbeit hast, wo du als Sprecher gebucht bist, dann bist du ja die letzte Schnittstelle zwischen dem Produkt oder dem Markennamen und dem Endkonsumenten. Wie kommt die Marke rüber? Wie wirkt die dann überhaupt? Und wenn die dann einfach unsympathisch oder nicht glaubwürdig wirkt, hast du halt deinen Job nicht gemacht. Und genau darum geht es, dass man sagt, okay, man macht es als Team Effort oder wenn du was als Tonmeister oder als Producer hörst du pass auf, da war es unsauber oder hier die Betonung anders wäre vielleicht noch mal geiler oder was hältst du davon? Und der Kunde auch sagt, er hätte viel lieber das betont, Das ist ihm wichtig. Dann versuche ich natürlich das umzusetzen. Es gibt gewisse Grenzen. Wenn man alles betont, betont man auch nichts.
Markus Kästle: Also man kann nicht alle Regler gleichzeitig hochfahren. Man muss schon entscheiden, aber meistens hat man dann schon ein gutes Gespür dafür. Und es ist wirklich für mich einfach auch in so einer Session mit Kunden immer auch so ein Punkt, dass die eigentlich mein Ziel zufriedener rausgehen oder rausgehen mit einem Endergebnis, was sie sich nicht hätten erträumen lassen, sondern dass es die Erwartungen übertrifft im Idealfall. Das gelingt nicht immer, weil du auch abhängig von Text und von Idee bist. Also aus einer mittelmäßigen Idee kann man halt kein Premium Ding machen. Man kann es aber doch gut machen, dass es besser wird, als die Rahmenbedingungen es eigentlich hätten vermuten lassen. Das ist genau der Punkt. Deswegen, was ich vorher gesagt mittelmäßigen Inhalt geil produziert immer noch besser als ein als guter Inhalt, der aber einfach nicht rüberkommt, einfach dein Ziel nicht erreicht.
Markus Kästle: Einfach du hast dann keine Connection zum Endkonsumenten. Geil finde ich sowas habe ich sehr oft. Aber weil auch mit den Texten natürlich auch wird auch viel geschludert mittlerweile. Aber man versucht dann in der Aufnahme.
Martin Geißler: Das ist ja dann auch die nächste Mittelmäßigkeit, die halt rauskommt, wenn du eine KI damit fütterst und sagst, Texte mal schnell genau Also du kriegst schon, wenn du auch guten kreativen Input reingibst, auch noch mal was on top obendrauf von der KI. Aber wenn du jetzt zum Beispiel sagst, ja, ich habe hier Produkt XYZ und brauchen werbespot, der darf 20 Sekunden lang sein, dann wird es halt generisch langweilig.
Markus Kästle: Es ist ja quasi eine Art Wahrscheinlichkeitsberechnung bei der KI. Also Large Language Models berechnen ja sozusagen, was könnte jetzt als wahrscheinlichstes das nächste Wort sein und geben halt es entsprechend im Kontext aus. Also kommt natürlich nur das raus, was eben auch irgendwie schon mal da gewesen ist. Weitgehend. Du bedienst Klischees, was gut ist, weil Leute verstehen die Klischees sofort, aber es ist auch schön mal was anderes zu machen, das zu brechen, eine ganz neue Idee zu haben.
Martin Geißler: Voll, ja. Also mal komplett, ja, wie du sagst. Und ich glaube, da ist die KI noch nicht so weit.
Markus Kästle: Und du brauchst aber auch Kunden auf der anderen Seite, die diesen Mut mitgehen.
Martin Geißler: Aber das war ja schon immer so. Also wenn wir zum Beispiel eine Spotkonzeption machen, dann sind es immer drei Texte. Einmal genau das, wie der Kunde uns.
Markus Kästle: Gebrieft hat, das erwartbar.
Martin Geißler: Einmal so eine mittlere Variante, wo wir schon ein bisschen mutiger an die Sache rangehen und eine dritte Version, die komplett übers Ziel hinausschießt, wo dann am Ende immer alle sagen, ey, wenn wir das so machen würden, das wäre echt geil, aber können wir aus den und den Unternehmensgründen nicht, weil wir uns dann so nicht positionieren dürfen. Version 3 Immer die mutigste, immer die alle am geilsten finde, aber was wird's meistens dann Version 1 am Ende, mach.
Markus Kästle: Doch ab sofort 4 und du machst quasi als Version 3 die, was du sagst, die mutige, dampfst die so ein bisschen ein und machst noch eine vierte, die vollkommen out of bounds ist, dann nehmen sie nämlich die 3. Und ja, OK, hab das mal irgendwann gehört, dass diese, dass man da mit der Auswahl dieses bisschen so, ich sag mal so Meinungsaufzwingen will man ja nicht machen, aber so auch so bei Mentalisten, das ist letzten Endes die Optionen, die dir gegeben werden, gehen dann so eine gewisse Richtung und beeinflussen die Auswahl am Ende. Also man kann mit der Auswahl oder mit der Präsentation der Texte natürlich schon auch viel beeinflussen und viel spielen, aber am Ende sind wir dazu da, was ausgewählt worden ist. So geil wie möglich zu machen.
Martin Geißler: Das auf jeden Fall. Ja, Mentalist ist ein guter Übergang, habe.
Markus Kästle: Ich überhaupt keine Ahnung. Das war jetzt nur so dahingesagt.
Martin Geißler: Darum hatte ich auch vorhin gefragt nach der Ellbogenmentalität. Und du sagst, dir ist damals sehr gut unter die Arme gegriffen worden. Heute sieht es ein bisschen anders aus, aber du bist ja auch im Coaching Bereich unterwegs. Was machst du da genau? Und ist es auch der Zeit geschuldet damals, wo dir unter die Arme gegriffen worden ist, dass du sagst, du willst auch da Leuten weiterbringen und helfen?
Markus Kästle: Hat verschiedene Gründe. Also ich versuche es mal aufzudröseln. Zum einen ist es natürlich so, dass ich jetzt schon einige Jahre dann in den Medien auf dem Buckel habe und das Gefühl einfach aufkam, ich würde gerne was dann zurückgeben, weitergeben, mein Know how schön komprimiert in einem schönen Format auch Leuten weitergeben. Das sind aber nicht nur Medienleute, es sind ja auch vor allem ganz viele von großen Versicherungsfirmen bis hin zu Instituten, Forschergruppen an Instituten, die einfach medienwirksamer sprechen wollen.
Martin Geißler: Ah, OK.
Markus Kästle: Also solche Geschichten gibt es auch. Und natürlich gibt es auch den Talentbereich, also Sprecher, Sprecherinnen, die sich weiterentwickeln wollen, oftmals in speziellen Sparten, sei es Dokumentation oder sei es Werbung oder sei es irgendwie so wirklich Brandvoicing. Also wie entwickle ich meine Markenstimme, wie werde ich zu einer Marke, was macht mich auch aus? Ist auch viel, ich sag mal, Motivations und psychologische Arbeit mit dabei. Oftmals merkt man, jemand hat eine stimmliche Blockade und als Beispiel dann, wenn sie spricht, dann macht sie immer den hier, weil sie näher ans Mikro will, Dann machst du aber hier alles zu. Das sind dann oft so Haltungsangewohnheiten. Hey, wenn du ans Mikro gehst, dann du überstreckst dich, dadurch klingst du eben dann zu. Und auch was sie gespiegelt hat. Ja, aber ich bin immer so eng hier im Hals.
Markus Kästle: Es fühlt sich irgendwie nicht gut an, sowas dann aufzulösen zum Beispiel aufzudröseln. Natürlich geht es auch um Betonungen. Wie mache ich dann Pausen? Wie gestalte ich dann auch Skripte oder wenn es zum Beispiel Reden sind oder irgendwelche Vorträge. Auch so was kann man machen. Aber es ist immer sehr individuell. Also ich gehe da sehr individuell ein. Es gibt eben diesen Talentbereich und ich sag mal den Business und und eben nicht Sprecherbereich. Und der Grund ist natürlich auch noch mal ganz einfach gesagt, dass ich alles, was ich an Expertise habe, sei es einfach auch tontechnisch, Workflow technisch aus meiner Radiozeit, aus meiner Zeit, wo ich sehr viel gesprochen habe, eben auch immer noch viel spreche, das eben zusammen zu komprimieren in ein Format.
Markus Kästle: Und da gab es eben so zwei, drei Zufälle, zum Beispiel, dass ich eben auch mit Kollegen aus Berlin viele Grüße an Vincent und an Jeffrey an der Stelle, der Besser Sprechen App mit dabei bin. Das ist so eine App, wo du eben auch selbstständig Self Learning, so ähnlich wie Duolingo halt nur fürs Sprechen. Und sind auch andere Kollegen mit dabei, die man kennt, Dietmar Wunder zum Beispiel oder Irina von Bentheim, also James Bond Stimme und Carrie auch Sex in the City und so. Also und dann ich bin eben für den Bereich On Air Promotion, das Ding heißt dann On Air Bootcamp, ist ganz witzig. Und dann führe ich mal so durch, so exemplarisch, wie ist das, wenn man so ein Promo spricht, auf was kommt es an und sowas. Und das hat sich so alles zu einem schönen runden Gesamtpaket entwickelt. Also Ich biete meine 1 zu 1 Sachen an, möchte auch noch ein paar Seminare geben, dann eben Gruppenseminare zu Themen, also da ist vieles am Werden, aber ich bin nahe von der One Man Show. Also ich habe da kein großes Team, was das jetzt mitmacht.
Markus Kästle: Es ist eher so, man hat so ein paar Kontakte und versucht das Beste rauszuholen.
Martin Geißler: Das ist das, was mir bei ganz vielen Sprechern und Sprecherinnen auffällt, dass die neben ihrer Sprechtätigkeit sich auch so noch, ich will es nicht sagen, Sideshops holen, aber auch noch in vielen anderen Projekten drin sind.
Markus Kästle: Viele machen Regie, im Synchronbereich machen viele Regie oder schreiben Buch, was ich auch gut finde, weil du eben die Sprachrhythmik auch von der anderen Seite siehst. Mache ich jetzt zum Beispiel nicht Synchron ist ja fast gar nicht mein Thema, außer bei One Piece, also diese Anime Serie, wo ich dann eben auch mit dem Ensemble im Cast bin als Erzähler, also auch ein bisschen losgelöst von den Charakteren, aber schon prominent definitiv drin in der ganzen Serie. Aber das ist nur für mich eher so eine Art Gastspiel. Da komm ich rein, erleb mal eine ganz andere Welt und finde es cool, ist aber nicht meine Haupttätigkeit. Andere machen ja fast ausschließlich Synchron oder spielen noch Theater oder so was. Und daher komme ich ja nicht. Ich komme ja quasi aus den Medien, bin ja sozusagen Radiokind. Ich glaube, es kommt auch sehr stark drauf an, wo du herkommst.
Markus Kästle: Wenn du von der Schauspielerei kommst, wirst du das auch weitermachen. Wenn du eben aus den Medien kommst oder irgendwie aus dem Radio, dann bleibst du auch eher den Medien, den klassischen Medien so ein bisschen treu. Ist meine Einschätzung.
Martin Geißler: Worauf ich so ein bisschen hinaus wollte, ist, weil ich bestimmt zwei, dreimal im Jahr gefragt Du, Martin, so Sprecher, Sprecherin, das könnte ich mir auch gut vorstellen. Meinst du, das wäre was für mich? B Wie komme ich in dieses ganze Business rein? Und ich denke mir lass es lieber. Also sich damit allein fokussiert auf dieses Business, sich selbstständig zu machen, sich da zu positionieren, ist, glaube ich, in der heutigen Zeit brutal schwierig.
Markus Kästle: Ja, ich antworte erst mal nicht strategisch, weil wenn ich natürlich solche Seminare anbiete, müsste ich ja sagen, ne, ist immer noch super. Aber ich antworte jetzt mal so, wie ich glaube, dass es am fairsten auch ist und auch realistisch ist. Ich denke, wenn du wirklich ein gutes Potenzial hast, ein Vorwissen und hast auch schon ein paar Sachen gemacht und es geht darum, deine Fähigkeiten zu schärfen und vor allem dich darauf einzulassen, dass du in die Sichtbarkeit auch gehst. Also nicht nur ich schick mal ein paar Demos zu Studios und hoffe und bete, ich werde angerufen. Klappt heute nicht mehr, weil ich weiß nicht, du wirst es mir eher sagen können, Aber ich habe mit vielen anderen Studio Kollegen auch gesprochen. Da trudelt eigentlich täglich irgendwas. Genau. Du musst also schauen, dass du dich irgendwie exponierst durch einen coolen Social Media Auftritt, durch irgendwie Eigeninitiative Projekte, die du selbst eben einfach gestaltest und hochziehst.
Markus Kästle: Da ist es einfach nicht damit getan. Ich nehme zehn Demos auf, ich mache drei Werbedemos, drei Dokus, einen Sachtext und ein E Learning und dann habe ich doch mit Sicherheit bald einen Job. Also so funktioniert es nicht. Du musst also in die Sichtbarkeit gehen und du brauchst natürlich schon ein gewisses Maß an Außergewöhnlichkeit in der Stimme. Ich glaube, dass natürlich das Spektrum an vorhandenen Stimmen schon gut abgedeckt ist. Also Wenn du jemanden suchst, der so klingt wie XY, dann wirst du auch wahrscheinlich zwei, drei, vier weitere finden, die das auch gut könnten. Also der Markt ist durch Corona die Zeit wahnsinnig gesättigt worden, weil viele, die vorher natürlich rein nur Schauspiel gemacht haben oder viel synchron auch gemerkt Hey, ich könnte mit einem kleinen Home Setup auch da auch noch was machen. Und dann machen die eben auch mal kleine Spots oder eine Nebenrolle in der Dokumentation, wo sie ein Voiceover sprechen, was vorher eben eine ganz andere fremde Schiene war, weil es eben nicht im eigenen Studio stattgefunden hat.
Markus Kästle: Also ich halte es wirklich für wesentlich schwieriger, aber nicht für unmöglich. Man muss aber wirklich vollkommen sich dem Thema hingeben und eben auch einen guten Plan haben. Also zum Beispiel, wenn du sagst, ich habe jetzt einen gut laufenden Hauptjob, mein Traum ist Hörbücher sprechen, würde ich sagen, das ist realistisch machbar, weil Hörbücher werden sau viel produziert, aber es ist halt sehr viel Silben für wenig Ertrag am Ende, muss man auch sagen. Musst also viel Bücher sprechen, dass du irgendwann so einen Bereich kommst, dass es sich wirklich lohnt. Die Frage ist was willst du dann? Aber der Traum von der Sprecherkarriere, der sich komplett nur darauf fokussiert, ist wahrscheinlich noch in Einzelfällen machbar, aber sehr, sehr viel schwieriger geworden als früher, aber mit einem speziellen Wunsch zu Ich möchte mehr die Schiene, die Schiene, die Schiene. Ich möchte mich da weiterentwickeln, um ein gewissen Vorwissen und Netzwerk, was man auch bespielen Hey, ich hab was Neues, ich habe ich bin da am Start. Dann sind die Chancen immer noch da. Definitiv.
Markus Kästle: Aber man muss halt einfach mehr Gas geben.
Martin Geißler: Man muss Gas geben. Wie ist es bei dir vermarktungsmässig? Also ich kenne dein Social Media Game, was ich sehr ansprechend oder auffällig finde Auf jeden Fall. Also dann Demos verschicken?
Markus Kästle: Ja, mache ich fast gar nicht mehr. Okay, gar nicht mehr ist bei mir.
Martin Geißler: Da kann ich aber auch mal Feedback geben. Kümmert euch auch mal bitte darum, dass das qualitativ in einer ordentlichen Qualität ist, weil was wir da ab und zu geschickt bekommen. Leck mich am Arsch.
Markus Kästle: Also ein kurzer Einwurf zum Thema Demos. Ich habe bei meiner Seite, wie ich die neu gemacht habe, wirklich auch das Problem gehabt, dass es sehr viele verschiedene Studios waren, mit natürlich sehr unterschiedlicher Art zu mischen und manche haben mir gut gefallen, andere haben mir nicht so gut gefallen. Also manche mischen die Stimme eher nach vorne in your face, wie man sagen würde, so richtig schön satt. Und andere betten es halt mir ein, ich möchte mir meine Stimme präsentieren. Also ich brauche einen in your face Mix. Also habe ich wirklich teilweise Sachen, nochmal Jobs, die ich wirklich gemacht habe, noch mal sozusagen reworked, einfach noch mal neu gesprochen und dann diese neuen Aufnahmen als Demo noch mal draufgepackt, um einen einheitlichen Sound zu haben. Smart ist viel angenehmer als sagen, ich habe irgendwie 20 verschiedene MPs. Das eine ist viel zu leise, nächste ist viel zu laut, das eine ist irgendwie extrem runtergerechnet, das nächste ist irgendwie zu spitz.
Martin Geißler: Das machen wir übrigens auch, wenn wir Demos rausschicken, dass wir schauen, dass jeder Sprecher in der gleichen Lautstärke ausgeliefert wird, wenn wir Demos verschicken, weil sonst der komplett falsche Eindruck.
Markus Kästle: Psychoakustik ist natürlich, ist eine Bitch, könnte man sagen. Und ich habe natürlich meine Demos immer lauter gemacht.
Martin Geißler: Logisch. Ja, oder den du selber favorisierst.
Markus Kästle: Genau, den Bären.
Martin Geißler: Oder noch ein Kleiner Tipp an DJs draußen, wenn man da Clubbetreiber kommt und sagt, mach mal ein bisschen leiser, einfach den Lautstärkeregler festhalten, ihn angucken, sagen so.
Markus Kästle: Ja besser, Wir haben es früher immer genannt, der Hollywood Fader, das war so ein Fader, den durfte dann der Kunde selber ziehen, da war aber nie was drauf geroutet. Wir verraten alle Tricks hier, das dürfen wir nicht machen, verdammt. Ja, aber ja klar, so was gibt es natürlich.
Martin Geißler: Okay, also und wenn das Thema mit den Demos steht, wir waren ja bei deiner eigenen Vermarktung, Social Media Game, wie oft postest du da?
Markus Kästle: Also ich hatte eine Phase, da war es sehr, sehr häufig, also so drei, vier Mal die Woche ein Real und jetzt bin ich gerade wieder so ein bisschen am runterfahren gewesen, einfach aus den Gründen, weil wirklich viele Sachen einfach zu sprechen waren. Und jetzt im, ja, die nächsten Wochen werde ich es wieder ein bisschen hochfahren. Ich sag mal so zwei, man sollte so zweimal die Woche in Reel und noch mal einen Beitrag dazwischen oder sowas machen, so vom Volumen, das versuche ich zu bedienen. Klappt nicht immer, aber klappt eigentlich schon.
Martin Geißler: Da geht es rein um Sichtbarkeit draußen, Also da geht es nicht darum um direkt Leads zu gän, was wahrscheinlich eh, sag ich jetzt mal, möglich ist, klar, aber wahrscheinlich super schwierig. Aber dass du einfach immer wieder auf der Bildfläche in dem Fall tatsächlich erscheinst und sagst okay, ich bring mich immer.
Markus Kästle: Wieder in Ja und auch mit einer Art und Weise, die eben nicht hey, ich habe hier was Neues gesprochen und hör doch mal mein neues Demo an. Interessiert keine Sau. Also glaube ich. Ich glaube, das ist so nach dem Motto, Das ist, was viele Kollegen und Kolleginnen sorry, no offense, aber machen sie, glaube ich, falsch. Die sagen hey, ich bin jetzt da und jetzt spreche ich wieder das und ich mache das und das. Ich glaube, interessiert keinen. Sei einfach letzten Endes entweder witzig oder sei von mir aus tiefgründig, aber mach was, was eben Leute entertaint. Social Media ist Entertainment.
Markus Kästle: Es ist keine Selbstdarstellung. Also klingt jetzt konterintuitiv, weil viele stellen sich ja selbst da, aber es ist nicht nach dem Motto kein Selbstzweck im Sinne von ich bin jetzt hier und ich zeige euch mal meinen Ausschnitt oder das Demo davor. Also es darf für mein Gefühl nicht zu offensichtlich nach Demo riechen, wenn man Ich zeige euch mal, wie ich das gesprochen habe. Ich nehme auf Bild auf, ihr könnt mal zuschauen, okay, alles cool.
Martin Geißler: Ist ja auch ein gewisser Mehrwert.
Markus Kästle: Schlüssellochperspektive, ich nehme dich mal mit, wunderbar, aber nicht nach dem Hört euch mal mein neues Demo an oder ich habe das gesprochen und hört mal rein. Das ist zu wenig. Es klappt im Bereich Social Media nicht. Du brauchst einen Hook. Die ersten 3 Sekunden müssen knallen. Deswegen wir Sprecher sagen nicht einfach, wir sagen dann hast du quasi einen Einstiegshook. Oder was ich auch gemacht habe, sind irgendwie Wörter, wo man eigentlich weiß, wie man sie richtig ausspricht, als Sprecher absichtlich falsch zu sprechen. Der Instinkt wä Ich bringe euch bei, wie man König richtig ausspricht.
Markus Kästle: Gern braucht keiner mehr lieber. Ich glaube, ich hatte ein Video über Rhododendron neulich im baumarkt Rhododendron für 7,95 und sagt Rhododendron. Und jeder weiß es, aber ich habe es halt quasi absichtlich on purpose falsch gesprochen. Als Sprecher denkt man hä, was macht ihr da?
Martin Geißler: Ich bin alleine beeindruckt, dass du es falsch aussprechen kannst.
Markus Kästle: Rhododendron oder so Andere so witzige Wörter, die man kaum auf den ersten Blick echt überlegen muss wie Altbauscham, Altbaucharme oder solche Geschichten. Also deutsche Wörter, die irgendwie so eine Art optische Täuschung fast sind und die klappen auch im Social Media Bereich gut, weil du quasi in der Coverkarte gleich das Ding halt stehen hast. Hä, OK, was ist das jetzt? Und dann geht es gar nicht darum, dass ich quasi als Sprecher mich präsentiere, sondern ich entertain die Leute. Hey, da ist ein Typ, der spricht ganz geil, der klingt irgendwie wie so ein Trailer Typ, wie so der deutsche Dawn LeFontaine oder wie auch immer und der macht so was ganz witziges. Der macht aber nicht jetzt irgendwie Ich zeige euch mal, wie ich für Antenne Bayern aufnehme oder hab ich auch mal gemacht ein paar einfach mal für Sky oder für die antenne oder NDR 2, wie so ein Trailer aufgenommen wird, die der dann klingt, ist ja auch mal okay.
Martin Geißler: Wie funktioniert das im Gegensatz zu diesen.
Markus Kästle: Entertainment Sachen tendenziell nicht so gut, sondern die Leute brauchen. Ich hatte mal ein Reel gemacht, Unterschied Ansprechhaltung. NDR Antenne Bayern hatte sehr viele Views, weil die Leute das anscheinend interessant fanden, disnuancierte, dass es für NDR 2 etwas lockerer ist. Und für die Antenne ist es ein bisschen gemütlicher, getragener. Also NDR 2 ist lockerer Emo in der oberen Range und an Henne Bayern ist Million aus dem Bauch. Genau. Also das sind so Unterschiede, wo ich auch versuche, jedem Sender so eine eigene Klangidentität zu geben. Aber das kann man mal machen.
Markus Kästle: Aber es ist nicht das, was der große Bringer ist. Der große Bringer war definitiv so Sprecher beim Brotbestellen oder sowas. Oder wenn der Sprecher Pilot ist, sagt er nicht. Er sagt und dann geht es halt los nach dem Willkommen in einer Welt, wo 50 cm Beinfreiheit die große Freiheit bedeutet. Und dann geht es halt so weiter. Du nimmst alle Klischees und wirfst sie halt in den Hollywood Trailer rein, finden Leute witzig. Und das ist auch Es geht um die sogenannte Shareability, dass du sagst hey, ich leite was weiter. Das ist echt witzig.
Markus Kästle: Musst du mal sehen.
Martin Geißler: Ja, das liebt ja auch der Algorithmus am Ende des Tages.
Markus Kästle: Genau. Aber der will nicht sehen, hey, ich habe dann, ich bin ein Fan von dem Sprecher. Jetzt zeigt er mir, wie er im Synchronstudio ist. Cool. Aber das ist nur für die Fans, also für die Ebene dahinter, für die breite Maße, die auch dann von so was entertaint ist, auch wenn sie 0 im Sprecher Game drin ist, sagen, hey, okay, finde ich jetzt auch witzig, obwohl ich mit dem Thema Sprechen, Medien, Radio, Fernsehen nichts zu tun habe. So muss man denken, man darf es nicht für die Leute machen, um brancheninternen Applaus zu bekommen. Hey, hab ich gesehen, hast du geil gemacht. Und hinterrück sagen sie oft dann ja schon wieder der Kästle hätte ich den Job, hätte ich auch gern gemacht.
Markus Kästle: Es ist manchmal so, das ist Thema Ellenbogenmentalität ist manchmal so ein bisschen, also bei den meisten ist es cool, aber es gibt natürlich schon mal den Fall, wo du sagst, okay, du warst, du warst in einem Casting, dann hast du es halt bekommen, dann kannst du dir schon auch überlegen, dass die anderen nicht begeistert waren. Ist ja auch normal, habe ich auch schon gehabt.
Martin Geißler: Wer freut sich darüber, wenn ein Job.
Markus Kästle: Nicht ist auch ganz normal. Aber gleichzeitig sagen immer Kollegen, boah, ich muss meine Demos neu machen und es sind gute Kollegen und ich mag die auch total gern. Aber das sagen sie mir halt dann seit zwei, drei Jahren, sagen ja, aber okay, kein Drive WTF, also was ist los? Dann ist es halt auch schwierig in der jetzigen Zeit, wo du halt so zugeballert wirst von allen Kanälen wirklich dich durchzusetzen, weil über die Studios, klassisch wie früher, dass du in einer Casting Liste bist und du sagst, okay, du bekommst über die Studios die Anfragen, das wird immer weniger. Also der Weg ist eigentlich andersrum. Die Kunden gehen zum Studio meiner Erfahrung nach und sagen, ich habe da einen Sprecher, den finde ich cool, das ist der und der XY, den habe ich da auf Social Media gesehen, könnte den buchen oder ich hätte gern die Stimme von irgendeine Hollywood Stimme habe ich jetzt nicht, also muss ich einen anderen Weg finden. Bin halt sozusagen der bekannte Brandvoice. Wenn du halt durch Deutschland fährst von Nord nach Süd, hörst du mich halt überall.
Martin Geißler: Du hörst dich ja überall.
Markus Kästle: Genau, aber ich bin jetzt nicht die Stimme von dem bekannten Hollywood Schauspieler.
Martin Geißler: Hat auch seine Vor und Nachteile.
Markus Kästle: Genau, hat seine Vor und NachteILE und ist auch vollkommen wunderbar, dass es andere Kollegen machen, weil es eben ihre Schauspieler. Ich könnte das auch bedienen mit Sicherheit, ist aber nicht mein Hauptfokus. Genau. Ja, das ist so der Stand der Dinge. Also die Jobs kommen nicht mehr über die klassischen Demos verschicken, die kommen wirklich über Präsenz und eben, dass die Leute dich auf eine Art und Weise kennenlernen, wie sie es vielleicht nicht vermutet hätten.
Martin Geißler: Dann ist ja Social Media Plattform Nummer 1 für dich, oder?
Markus Kästle: Ja, absolut.
Martin Geißler: Wo bist du da überall?
Markus Kästle: Also mein Hauptgame ist immer noch Insta, TikTok so ein bisschen nicht so, weil das ist eine andere Zielgruppe, aber ist auch interessant. Und ja, den Dinosaurier, also Facebook bediene ich noch so ein bisschen mit.
Martin Geißler: Okay, LinkedIn ist gar kein Thema bei dir.
Markus Kästle: Ne, ist kein großes Thema.
Martin Geißler: Okay.
Markus Kästle: Weil die Ansprechhaltung eine ganz andere ist und auch von den Kapazitäten her ist es so, Insta Videos klappen da meiner Erfahrung nach nicht so gut, weil du auf LinkedIn mehr so einen Business Ton hast. Also das klappt fürs Coaching sehr Gut. Also auf LinkedIn was zu posten, wo du sagst, du bietest zum Beispiel Seminare an oder du machst mal so eine Art offenen Workshop oder so eine Art Webinar. Das klappt gut. Aber für Social Media Game ist Insta nach wie vor eigentlich für mich die Hauptplattform.
Martin Geißler: Ah, OK. Schauen. Weil, also vom Videoaufbau hätte ich gefühlt gesagt, TikTok wäre bei dir die Nummer 1 gewesen, weil es so ein bisschen rougher ist, weil Insta so für mich so die hochglanz polierte Scheinwelt auch so ein bisschen ist immer noch. Also bei mir funktioniert es auf TikTok am besten und ich reposte einfach dann auf überall.
Markus Kästle: Ich mache auch Repostings und gewisse Dinge klappen auch gut auf beiden Plattformen, aber dass es ein bisschen rougher ist, ist bei Insta jetzt kein, für mich jetzt kein großer Nachteil eigentlich fällt man ein.
Martin Geißler: Bisschen auf, vielleicht auch in der Timeline.
Markus Kästle: Ja, fällt ein bisschen auf und ist es genau nicht so einen generischen, Rich sag mal, High Gloss Filterlook, wie du sagst.
Martin Geißler: Aber lustig ist, dass du sagst, der Dinosaurier Facebook, weil ich habe da auch vor, ich glaube, zwei, drei Monaten einfach mal, ich probiere es einfach mal wieder aus. Es ist lustig, was für Leute da einen auf einmal wieder auf dem Schirm haben, aber funktioniert nach wie vor tatsächlich. Also man darf es nicht totreden, finde ich.
Markus Kästle: Nein, es lässt sich ja auch gut mitmachen. Ist ja kein großer Ex drauf.
Martin Geißler: Ja, ja, das auf jeden Fall cool. Ja, Markus, ist schon so weit, dass es soweit ist. Jetzt ist es soweit. Jetzt pass auf, jetzt frage dich, wenn wir uns in einem Jahr hier wieder treffen, was ist bis dahin passiert? Und du hast, ich muss jetzt mal kurz anteasern. Im Vorgespräch hast du gesagt, falls die Frage kommt, dann beantworte ich die und ich beantworte die Frage mit einer Antwort. Da rechnet keiner mit. Jetzt bin ich gespannt.
Markus Kästle: Okay. Also es ist nichts, was mit dem Thema Stimme sprechen oder Coaching zu tun hat, weil das wird so weiterlaufen. Ich tue da mein Bestes und hoffe natürlich auf auf coole Projekte und coole Klienten. Aber letzten Endes ist es nicht das, wo ich aktuell jetzt mein Herzensprojekt habe. Ich bin mit dem Herzen dabei. Es gibt aber etwas, was aktuell mich noch mehr angefixt hat und ich versuche es mal. Und zwar möchte ich versuchen, dass ich meine Kochskills auf ein nächstes Level hebe, weil ich wahnsinnig gerne koche und ich versuche nächstes Jahr als der sprechende Koch bei the Taste dabei zu sein. Okay, Also es ist wirklich, ich committe mich jetzt hier quasi öffentlich dazu.
Markus Kästle: Es ist wirklich ein Plan. Ich habe da Kontakt jemanden, der für die auch schon was gemacht hat und ich finde es sehr spannend und mich fixt das Thema gerade an. Witzigerweise hat aber gut kochen auch was sehr viel mit gut sprechen zu tun oder mit gut produzieren, weil du brauchst geile Zutaten, brauchst halt geile Einzelkomponenten und nur wenn die perfekt miteinander harmonieren, kommt ein geiles Gericht raus. Und beim Spot oder bei einem Produkt, Audio Produkt oder audiovisuellem Produkt ist es genau das gleiche meiner Ansicht nach. Also die die Kreativität, die Leidenschaft für sowas lässt sich sehr gut aufs Kochen übertragen. Außerdem finde ich, braucht die da ein Hobby.
Martin Geißler: Geil.
Markus Kästle: Ich finde es mega. Und da hast du eben auch, was du eben als Sprecher nicht so hast, den Applaus hast du dann trotzdem danach beim Kochen, wenn die Leute Boah, war geil, wenn es scheiße war, ist natürlich auch nicht gut. Aber wenn es wirklich Leuten schmeckt und die finden das geil, dann hast du da ein ganz intensives sinnliches Erlebnis. Also und deswegen finde ich das spannend.
Martin Geißler: Für mich machen sich da gerade im Weg für dich, wenn das klappt, ganz viele neue Ebenen auf.
Markus Kästle: Erzähl mal was. Also vielleicht hast du was Ähnliches im Kopf, weil ich habe auch was im Kopf und eine Idee. Aber vielleicht hast du ja die gleiche.
Martin Geißler: Naja, weil du also erstens bist du hier in relativ nah umgeben. Er hat so ein Restaurant nicht mehr hier der Michi Palmer, der ja auch bei Details war und da auch den einen oder anderen Stern mitgenommen hat. Der hatte hier ein Restaurant in Friedberg, der ist jetzt weggezogen, weil das ist alles viel größer geworden, weil mega Typ, mega geiles Essen. Aber weil du auch gerade von von Sichtbarkeit gesprochen hast. TV ist ja da immer noch ein Medium, was ganz viele Primetime Show und wenn sie dann auf einmal auch wieder ein Gesicht zu der Stimme haben, könnte ich mir vorstellen, dass da auch Business mäßig auch im Coaching Bereich oder wie auch. Also drum für mich gehen da ganz viele Ebenen auf, was für dein Business auch ein sehr smarter Move wäre, da ins TV zu gehen.
Markus Kästle: Letzten Endes habe ich das Thema Kochen seit meiner Kindheit. Ich bin da bei meiner Oma quasi, also die war Köchin im Kindergarten, wo ich quasi war und ich war immer in der Küche immer, aber ich habe es natürlich nie gelernt, war auch nie ein Thema für mich, aber ich habe immer gemerkt, ich habe da eine unglaubliche Leidenschaft und es bringt mich extrem runter. Ist für mich ein richtig schöner Ausgleich, dieses Aromen abzustimmen und neue Kochtechniken zu lernen, ist es wahnsinnig spannend und es hört auch nie auf, weil du kannst immer noch einen draufsetzen. Das ist total geil.
Martin Geißler: Was ist da deine Küche jetzt vom Genre her?
Markus Kästle: Also vieles wäre schon, ich sag mal, klassisch französisch angehaucht, also von der Machart, also perfekte Garmethoden, klassische Soßen, lange gekochte Soßen, also Demi Glas aus Knochen.
Martin Geißler: Das wird auch ein Problem in der Sendung, weil du musst auf Zeit kochen.
Markus Kästle: Ja, aber kann man vorbereiten. Ich habe da schon so einige, so sagen wir Insider Informationen, dass gewisse Dinge auch dann durchaus mal genudged werden, sag ich mal. Also ich weiß auf Zeit, aber muss man sich halt die richtigen Sachen aussuchen oder Produkte halt eben vorbereitet mitbringen, die dann veredelt werden am Ende geht ja genauso. Und dann ist es so, dass ich finde, beim Kochen bringst du ganz viel Persönlichkeit auf den Teller. Also wäre es für mich eine gute bayerische Basisküche, aber mit einem vollkommen neuen Twist, sei es irgendwie asiatisch oder sei es irgendwie eine ganz andere Richtung, also dass man gewisse Dinge auf ein anderes Level hebt. Es wäre so eine klassische Fusion Küche eigentlich, aber für mich ist es immer noch auch ein Experimentieren. Aber ich mache halt sehr gerne wirklich komplexe Soßen, richtig schön umami. Es muss halt einfach auch in your face, also beim Mix in your face und beim Kochen auch schärfe, Säure, Süße.
Markus Kästle: Also ist nicht das feine, filigrane, es ist mehr das Bäm, hier bin ich, zack. Ja.
Martin Geißler: Weil hättest du mir gestern gesagt, dass wir uns heute hier übers Kochen, Ja, mega, Aber hätte ich ja nie.
Markus Kästle: Aber allein, ich würde, selbst wenn ich nur mal hypothetisch, weil der Taste viermal rot bekomme, allein im Moment hochzugehen. Ihr esst heute eine zartglasierte Jakobsmuschel. Allein der Moment, nach dem Motto, die denken, ist das ein Fake, ist das ein Gag, ist es versteckte Kamera? Allein der Moment ist natürlich geil. Und was meine Idee ist, kann ich ja auch noch kurz erzählen, generell als Konzept. Ich würde halt eine Art Eventgastronomie vielleicht sehen im Sinne von, ich würde das Dinner in Stories nennen, nach dem du buchst meine Leistung oder mein Team und es gibt halt einen geilen Abend, aber einfach mit einem immersiven Storytelling, also nicht Varieté und so was und nichts irgendwie auch kein Krimi Dinner, wo du miträtseln musst und irgendwelche peinlichen Momente erleben musst, sondern ich komme mit einer geilen Anlage, einem geilen Sounddesign, kannst ja dann du.
Martin Geißler: Machen zum Beispiel sehr gern.
Markus Kästle: Und dann hast du ein bisschen Lightshow auch dabei oder vielleicht geile Animationen auf einer Leinwand und dann wird zu jedem Gang eine Story erzählt, so richtig so mit der Stimme auch. Das ist auch ein Konzept, wo ich, das könnte ich mir gut vorstellen. Du hast quasi eine Catering Geschichte, wo du 10, 12 Gerichte hast, die Signature Dishes sind, die geil funktionieren, wo ich weiß, das klappt mit einer Küchenhilfe, wo du kommst dann an mit deinen schönen Boxen in der Küche zu Hause, baust die Soundanlage auf und machst dann für einen kleinen Kreis von 10 bis 20 Leuten einen geilen Abend zum Beispiel. Mega intim. Also sowas, also solche Gedanken gehen mir gerade in den Kopf. Das ist so das Next Level, wo ich dann dran bin. Es hat also nichts mit dem, es hat was mit Sprechen zu tun, mit Wirkung, auch mit Stimme, aber nicht jetzt vordergründig. Es nimmt eine andere Ebene mit und deswegen fixt mich das Thema gerade an.
Markus Kästle: Deswegen habe ich gemeint, ich glaube, du.
Martin Geißler: Rechnein gar nicht, aber ja auch spannend, weil wenn du, also bist ja wahrscheinlich auch etwas fit in der Küche. Also davon gehe ich aus.
Markus Kästle: Viel fitter als früher. Also in der Tat, ich bin da.
Martin Geißler: Aber du hast natürlich dann da auch die Spitzenköche an der Hand, die glaube ich auch das noch mal auf ein komplett anderes Level heben.
Markus Kästle: Also das ist ja, ich würde wirklich, wenn ich jetzt die, also sagen wir mal so, wenn ich die Freiheit hätte oder die Chance hätte, dass jemand. Pass auf, den Typen finde ich geil. Du darfst mal ein halbes Jahr mitlaufen. Ich würde das, glaube ich, wirklich machen. Ich würde dann mein Equipment mitnehmen, würde mich da irgendwo einmieten, egal ob es in Berlin oder sonst wo ist oder egal. Und würde sagen, pass auf, ich bin da, benutze mich use V, weil ich das Thema echt geil finde. Für mich ist das ein unglaublich cooles Thema. Und du machst Menschen halt so einfach glücklich.
Markus Kästle: Das ist geiles Essen ist sofort ein Türöffner. Audio ist auch geil. Ist auch geil. Es macht auch sofort eine Welt auf, aber nicht so schnell wie ein geiler Geschmack, finde ich. Boah, Alter, einfach dieses, ich will noch was, ich will mehr. Das ist für mich schon ein cooles Thema. Auf alle Fälle geil.
Martin Geißler: Also ich finde, man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist. Und du hast gesagt, man soll Menschen glücklich machen. Point. Markus, vielen Dank, dass du hier vorbeigekommen bist für deinen Input, für deine Einblicke und let's go.
Markus Kästle: Ja, gerne. Also alles Gute.
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