Von Südtirol zur GmbH: Social Media Profi Ilse Schweigkofler über Selbstständigkeit, Mindset und KI

Shownotes

Stell dir vor: Du bist in deiner Heimat, doch deine Visionen sind einfach zu groß für dein Umfeld. Du hast das Gefühl, du passt nicht rein. Also triffst du eine Entscheidung, die dein Leben verändert: Du verlässt dein wunderschönes Südtirol, um in Augsburg ganz neue Wurzeln zu schlagen und dein eigenes Ding aufzubauen.

Ich habe die Social Media Expertin und LinkedIn Profi Ilse Schweigkofler zu Gast, die diesen mutigen Weg gegangen ist. Wir sprechen über ihren beeindruckenden Gründerweg: Wie sie schon früh die Selbstständigkeit suchte, um unabhängig zu sein , und wie sie ihre Agentur rigoros nach dem Motto "Ich muss dann halt einfach upleveln" vorantreibt. Die Gründung der GmbH war für sie dabei ein klares Statement und Commitment gegenüber ihren Kunden.

Ich wollte auch wissen: Wie geht sie mit dem KI Wandel um? Ilse verrät, dass sie ohne den Einsatz von KI die aktuelle Menge an Kunden und Projekten gar nicht betreuen könnte, was für sie aktuell ein klarer Win ist. Sie erklärt, warum KI sie effektiver und effizienter macht , aber auch, wieso strategische Kreativität und das Andersdenken auch in Zukunft zentral bleiben.

Freut euch auf ehrliche Einblicke in ihren Erfolgskurs, ihren Umgang mit Perfektionismus und die ganz persönlichen Erfahrungen rund um Mindset, Wachstum und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Egal ob Sie Unternehmer sind oder einfach Lust auf einen Motivationsschub haben diese Episode steckt voller Inspiration, Neugierde und praktischer Tipps!

--

⭐️ Bulletpoints:

  • Von Südtirol nach Deutschland
  • Mehrsprachigkeit und Bildung in Südtirol
  • Einsamkeit und Neuanfang im Studium
  • Selbstständigkeit nach Arbeitserfahrung
  • Karrierebeginn im Startup Augsburg
  • Zweifel und Sprung zur GmbH
  • LinkedIn für effektives B2B-Netzwerk
  • Podcast-Angebote strategisch präsentieren
  • Viralität: Relevanz versus Belanglosigkeit
  • Viralität durch Zielgruppenanalyse
  • Anecken und Zustimmung auf LinkedIn
  • KI: Werkzeug oder Gefahr?
  • KI ersetzt nicht Kreativität
  • Vision und Begeisterung im Fokus
  • Entwicklung, Ziele und Herausforderungen
  • Ziele und Zukunftspläne

--

🔎 Ilse Schweigkofler:

Webseite: Ilse Schweigkofler - social brandline Webseite

LinkedIn: Ilse Schweigkofler LinkedIn

Instagram: Ilse Schweigkofler - social brandline Instagram

--

🔥 Social Media Martin Geißler:

Instagram: martin.geissler.hearwego

LinkedIn: Martin Geißler

TikTok: martin.geissler.hearwego

--

🚀 Webseiten von Martin Geißler:

Martin Geißler: www.martin-geissler.com

hearwego: www.hear-wego.de

Transkript anzeigen

Ilse Schweigkofler: Ich hatte nie so einen großen Freundeskreis. Auch vielleicht dem geschuldet, dass ich immer das Gefühl hatte, ich passe irgendwie nicht rein oder meine Ideen, meine Missionen sind zu groß. Dann war ich so, okay, dann brauch ich einen Steueroperator, dann hab ich viel höhere Kosten, dann muss ich noch ein Büro. Und also das war halt dann einfach für mich, Okay, ich muss dann halt einfach upleveln. Traue ich mir das zu oder traue ich mir das

Martin Geißler: nicht zu? Ich muss einfach upleveln, ja.

Ilse Schweigkofler: Ja, ist so.

Martin Geißler: Hast du noch Kapazität für Neukunden?

Ilse Schweigkofler: Aktuell tatsächlich nicht mehr so viel. Also ich bin gerade richtig gut ausgetoben.

Martin Geißler: Das war gerade eine Fangfrage.

Ilse Schweigkofler: Also, okay. Achso. Ja, jetzt. Jetzt kommt's. Okay, das ist manchmal... Weißt du, Blonden müssen wir auch manchmal länger. Und ich nutze KI, einfach effektiver und effizienter zu sein. Und ich muss auch ganz ehrlich sagen, die Menge an Kunden und an Projekten, die ich aktuell betreue, könnte ich ohne KI nicht betreuen.

Martin Geißler: Klein, aber richtig oho. Oder besser gesagt, die liebe Ilse Schweighofler. Sie ist absolute Social Media Expertin, LinkedIn-Profi und hat mich richtig begeistert mit ihrer Geschichte, wie sie ausgewandert ist von Südtirol hier nach Augsburg und hier ihre Firma aufgebaut hat und neue Wurzeln geschlagen hat. Lasst uns doch gleich in den Episodestart. Nur vorher noch ein großes Dankeschön von meiner Seite. Vielen, vielen Dank für euer Feedback, für eure Kommentare, für eure Bewertungen. Das hilft mir und vor allem dem Podcast unheimlich immer, immer größer zu werden. Darum immer gerne weiter so.

Martin Geißler: Und jetzt geht's los mit 1 neuen Episode von Here We Go Again. Du bist Mitte 20, korrekt? Ja. Du bist aus Südtirol? Genau. Und du bist Social-Media-Managerin und hast jetzt schon eine GmbH gegründet. Genau. Du bist also das perfekte Antibeispiel dafür oder für diejenigen, die ständig irgendwelche Dinge aufschieben.

Ilse Schweigkofler: Ja. Darf

Martin Geißler: ich mich jetzt schlecht fühlen oder soll ich beeindruckt sein?

Ilse Schweigkofler: Weder noch. Ja, Also ich bin auch nicht perfekt, sage ich jetzt mal. Also ich habe schon viel gesehen, gemacht in meinem Alter, aber trotzdem sehe ich noch ganz, ganz viel Luft nach oben.

Martin Geißler: Ja, natürlich. Aber darum soll es heute so ein bisschen gehen. Also wir haben darüber gesprochen, dass wir gerne eine Podcast Episode aufnehmen wollen und das wir das Thema Social Media so ein bisschen hinten anschneiden wollen. Vielleicht rutscht es hier und da mal rein. Aber was ich gesagt habe, was ich spannend finden würde, ist der Weg aus dem Ausland, Südtirol hier nach Deutschland, Gewerbe angemeldet oder eine Firma gegründet und dann gut durchgestartet. So darf man schon sagen, weil ich weiß ja, wie du unterwegs bist und es ist schon amtlich.

Ilse Schweigkofler: Okay, dann Lass uns gerne darüber sprechen. Also ich nehme euch gerne ein bisschen mit in meinem Werdegang. Du kannst auch gerne ein paar Fragen einfach stellen, die du so hast. Ich habe bestimmt einige vorbereitet, vielleicht oder auch nicht.

Martin Geißler: Ich stelle mir nur immer die Einstiegsfrage so vor und dann lasse ich es einfach laufen.

Ilse Schweigkofler: Okay, na gut. Ja, was soll ich denn anfangen? Was?

Martin Geißler: Fang doch mal da an. Also ich mal jetzt mal einfach das Bild auf. Du bist noch in Südtirol. Ich schätze, du hast die Schule abgeschlossen in Südtirol und irgendwann ist ja der Impuls gekommen. Ich will oder ich muss hier weg?

Ilse Schweigkofler: Ja, der ist tatsächlich immer schon irgendwie da gewesen. Tatsächlich auch in den letzten Schuljahren schon, dass ich immer das Gefühl hatte, ich gehöre hier nicht her. Also das war schon relativ früh, vielleicht nicht so akut, nicht so stark, aber das hat sich dann mit den Jahren entwickelt, würde ich mal sagen, und habe dann immer stärker gemerkt, so hey, ich will eigentlich noch wissen, was da draußen sonst noch so passiert. Also wer Südtirol kennt, weiß, super schönes Land, unfassbar schöne Landschaften und die weiß ich jetzt nochmal mehr zu schätzen, wo ich jetzt in Deutschland bin. Also ich liebe Deutschland auch, aber die Landschaft dort ist einfach unfassbar Und das Wetter.

Martin Geißler: Und das Essen. Und

Ilse Schweigkofler: das Essen. Und das Essen. Und der Wein. Das stimmt, ja. Nee, und dann habe ich einfach gemerkt, also ich habe da auch studiert, also ich habe die Freie Universität Bozen besucht, habe da mein BWL-Studium abgeschlossen, den Bachelor, und habe schon während dem Studium gemerkt, irgendwie ist es nicht meins. Ich habe es wirklich gar nicht gefühlt. Ich war auch gar nicht zufrieden mit dem Studium. Ich bin froh, dass ich durchgezogen habe, weil es mich unfassbar weitergebracht

Martin Geißler: hat. Was hast du da studiert?

Ilse Schweigkofler: BWL in 3 Sprachen, also Deutsch, Italienisch und Englisch.

Martin Geißler: Selbstverständlich?

Ilse Schweigkofler: Natürlich. Es gab halt verschiedene Fächer und die waren halt dann jeweils auf 1 anderen Sprache sozusagen und das war dann schon auch herausfordernd, weil natürlich, also ich bin jetzt nicht Muttersprache Italienisch, sondern ich bin ja Muttersprache Deutsch, weil meine beiden Eltern Deutsch sind. Das wird jetzt ein bisschen den Rahmen springen, in die Südtiroler Geschichte einzudringen und das ein bisschen mehr zu erzählen. Aber kurz gesagt, es ist einfach ein Land, was zweisprachig ist. Also es gibt 2, eigentlich 3 Amtssprachen und eine davon ist italienisch und eine davon ist deutsch, weil eben Südtirol früher zu Österreich oder dem Habsburger Reich gehört hat. Genau und deshalb sind meine beiden Eltern sind deutsch und deshalb bin ich Muttersprachler Deutsch und das erste mal habe ich in der Grundschule Italienisch gelernt und das war natürlich auch dann herausfordernd, wenn man dann plötzlich die Rechtsfächer, also Privatrecht, öffentliches Recht, also ich hatte irgendwie 50 Rechtsfächer in meinem Studium und das dann in Italienisch zu machen, aber das hat mir extrem geholfen und da reinzukommen und mein Italienisch noch zu verbessern und Englisch hat mir halt auch wahnsinnig viel gebracht. Also ich glaube ich könnte heute nicht so gut Englisch, hätte ich das Studium nicht gemacht.

Martin Geißler: Jetzt hast du gesagt, du hast das schon irgendwie gemerkt, ich gehöre hier nicht so richtig hin oder das ist nicht so ganz meine Welt. Hast du das mit dir selber ausgemacht oder hast du doch mit Freunden, Bekannten, Familie schon darüber gesprochen?

Ilse Schweigkofler: Ne, ich habe das immer, also man muss vielleicht auch noch dazu sagen, ich hatte nie so einen großen Freundeskreis, auch vielleicht dem geschuldet, dass ich immer das Gefühl hatte, ich passe irgendwie nicht rein oder meine Ideen, meine Visionen sind zu groß Und immer auch wenn ich mit Freunden oder mit denen, die ich halt in der Schule auch kannte, darüber gesprochen habe und über meine Ideen, über die Sachen, die ich gerne verwirklichen würde, da kam nie eine Resonanz. Also die Resonanz hat komplett gefehlt. Was waren

Martin Geißler: das für Dinge, die du da in den Raum gestellt hast?

Ilse Schweigkofler: Es waren halt dann einfach so was Eigenes zu machen, ein eigenes Ding aufzubauen. Und das habe ich schon relativ früh gemerkt, auch in meinen Schulpraktikas. Also in Südtirol hat man immer 3 Monate Sommerferien, also relativ lange. Und da hat man dann die Möglichkeit, auch Praktikas zu machen bei verschiedenen Institutionen. Und ich habe das in öffentlichen, halb öffentlichen Unternehmen gemacht und habe dann immer nach diesem Sommer, also ich habe auch immer den kompletten Sommer, glaube ich, außer eine Woche komplett durchgearbeitet und habe dann gemerkt, Irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen, dieses 9 to 5 und dann lasse ich irgendwie meinen Stift fallen 17 Uhr und gehe dann raus. Sondern ich war immer so die Overachieverin. Ich war immer die Praktikantin, die so nach 2 Wochen alles konnte und die dann den anderen Mitarbeitern irgendwie normal geholfen hat. Und Das war immer schon so ein Zeichen für mich, da gibt es noch mehr und ich will mehr leisten, ich will mehr erreichen, ich will mehr bewegen.

Ilse Schweigkofler: Das konnte ich da halt nicht. Dann war ich so, ich muss mein eigenes Ding machen, ich will was Eigenes starten. So hat sich das dann eben schon relativ früh herauskristallisiert und dann in meinem Studium wurde der Wunsch halt immer noch größer und ich hatte halt die Hoffnung, dass halt im Studium, dass man andere Leute kennenlernt, dass da auch Gründerinitiativen dann da sind oder eben andere Gründer möglicherweise auch dort sind, aber das habe ich da auch nicht so gehabt, sage ich jetzt mal. Genau, und dann hat sich das so herauskristallisiert, dass ich irgendwie die ganze Zeit so alleine war und dazu kam halt noch Corona. Also eineinhalb Jahre habe ich dann auch Corona studiert, was natürlich schwierig war, weil es war halt komplett remote. Also von der Studiumszeit, Ich habe auch keine Freunde von der Studiumszeit. Das gibt es nicht bei mir. Das finde ich auch ein bisschen schade, aber es hat sich irgendwie nicht ergeben durch Corona.

Martin Geißler: Ich möchte mal in die Situation rein, wenn du dein Praktikum gemacht hast und nach 2 Wochen schon die Mitarbeiter so dermaßen unterstützt hast. Wie bist du damit vorgesetzt und klar gekommen? Seid ihr aneinandergeregt und du hast ab und zu die Hände über den Kopf zerschlagen und hast gesagt, ja, aber das geht doch viel besser oder das ist jetzt gar nicht logisch. Hast du auch sowas angestoßen da schon oder hast du dich da zurückgenommen?

Ilse Schweigkofler: Ne, ich habe mich da schon zurückgenommen, weil ich schon gemerkt habe, dass es auch teilweise nicht erwünscht, also dass man mehr macht. Das wurde mir auch sehr schnell vermittelt, dass es nicht erwünscht ist, dass ich noch mehr mache, weil die waren die ganze Zeit so, ja wir haben keine neuen Aufgaben für dich, wenn du so schnell bist. Also das war schon der Fall, aber ich habe da nicht angeeckt oder so. Ich habe einfach das dann besten Wissens gemacht.

Martin Geißler: Was hast du da gemacht zum Beispiel?

Ilse Schweigkofler: Im Sekretariat war ich einmal, in einem öffentlichen Amt und dann in einem halb öffentlichen Amt in der Wirtschaftsforschung und da haben wir so Interviews durchgeführt und zum Thema Innovation in Südtirol. Das war auch total spannend, weil da haben wir mit verschiedenen Stakeholdern gesprochen, also sei es aus der Unternehmerwelt, als auch aus dem politischen Kontext und das war echt spannend. Also wirklich ein cooler Job.

Martin Geißler: Und da bist du jetzt so aufgeregt gewesen, als du hier zu dir

Ilse Schweigkofler: reingekommen bist.

Martin Geißler: Ist doch eigentlich dein absolutes Naturell hier.

Ilse Schweigkofler: Nein, eigentlich nicht. Eigentlich nicht. Eigentlich bin ich eine total zurückhaltende und interpretierte Person, möchte man nicht meinen, aber es ist wirklich so.

Martin Geißler: Okay, jetzt Studium fertig. Jetzt ist ja die Frage, was mache ich? Suche ich mir einen Job oder gründe ich selber Oder war das noch gar nicht Thema?

Ilse Schweigkofler: Nein, das ist tatsächlich ein bisschen anders verlaufen. Während dem Studium habe ich mich schon selbstständig gemacht, weil ich so gefreelanced habe, weil ich Geld verdienen wollte. Ich wollte einfach unabhängig sein. Ich wollte jetzt nicht meinen Eltern auf der Tasche liegen, sondern ich wollte einfach für mich unabhängig sein und für mich mein eigenes Geld verdienen. Das war mir immer schon sehr wichtig. Ich habe ja auch zu Hause gearbeitet. Meine Eltern haben einen Bauernhof mit Ferienwohnungen und da habe ich immer Samstag, Sonntag geholfen, Ferienwohnungen zu putzen. Da ist auch dieser Ursprung entstanden.

Ilse Schweigkofler: Ich habe schon für andere Leute geputzt sozusagen und ich möchte das nicht mehr. Also ich möchte einfach was anderes machen.

Martin Geißler: Wie groß war das? Wie viele Leute haben da Urlaub gemacht?

Ilse Schweigkofler: Wir haben 4 Ferienwohnungen und da passen immer so 3, also 4 bis 5 Leute. Das ist

Martin Geißler: schon viel.

Ilse Schweigkofler: Genau. Und das war dann, also meine ganzen Sommerferien waren immer voll mit Arbeit. Also unter der Woche in dem Unternehmen oder in der Stelle da und dann am Wochenende dann noch bei meinen Eltern. Und dann habe ich mich eben noch, also Das war in der Schulzeit und danach hat mir das ein bisschen gefehlt im Studium, weil dann hatte ich plötzlich Zeit und ich war so, was mache ich damit die ganze Zeit jetzt? Und da habe ich mir eben gedacht, so hey, probier doch mal was anderes aus und ich habe mich auch nach einem Job umgesucht, aber habe dann nicht wirklich was gefunden, was eben auch diese Flexibilität mir irgendwie gegeben hat, für das Studium auch. Weil ich war so, ja okay, es gibt Zeiten, wo ich mehr arbeite und es gibt Zeiten, wo ich weniger arbeiten kann und ich möchte halt auch örtlich flexibel sein. Und das war damals halt vor Corona konnte man sich das auch fast nicht vorstellen, da irgendwie flexibel im Homeoffice zu arbeiten. Das gab es da eigentlich irgendwie nicht. Und dann habe ich mich selbstständig gemacht.

Ilse Schweigkofler: Und dann, also selbstständig gemacht, indem ich ein Mentoring gekauft habe. Also es war so ein richtig schädiges Mentoring, muss man dazu sagen. Und da ging es halt das Thema Social Media Marketing, wie man eine Agentur aufbaut. Also so richtig shady, wie man sich das vorstellt.

Martin Geißler: Also so richtig scammy.

Ilse Schweigkofler: So richtig scammy, genau. Aber das Ding ist, ob ich jetzt da was gelernt habe, bestimmt.

Martin Geißler: Aber alleine, dass es Leute gibt da draußen, die wahrscheinlich das Geld abknöpfen und nichts dabei rumkommt.

Ilse Schweigkofler: Also es waren schon Inhalte drinnen. Aus heutiger Sicht denke ich mir, es war schon nicht ganz so umfangreich, sage ich jetzt mal, für den Preis, den es dann auch gekostet hat. Aber nicht so viel eigentlich. Also für heutige Verhältnisse ist es nicht mehr so viel für mich. Für mich damals als Studentin war es schon viel. 2000 Euro.

Martin Geißler: Ja, das ist schon mal eine Investition in sich selbst.

Ilse Schweigkofler: Ja, heute nicht mehr. Vor allem als Student schon. Also Heute im unternehmerischen Kontext spielt man natürlich mit anderen Summen auch im Weiterbildungsbereich. Aber trotzdem, als Student ist es schon eine Summe, wo auch viele gesagt haben...

Martin Geißler: Also überlegt man sich dann dreimal, ob man das macht.

Ilse Schweigkofler: Genau, aber ich habe dann den Ruf gespürt, ich war so, nee, ich mache das, ich ziehe das durch. Ja, dann hatte ich das und dann war ich so, scheiße, jetzt muss ich das abbezahlen und ich muss das jetzt halt eben bezahlen oder ich habe das so viel Geld ausgegeben, jetzt musst du schauen, dass du das wieder reinbekommst. So, Return on Invest. Und dann habe ich so Connections von früher, von den Praktikas aktiviert, hab mir gedacht, ja, vielleicht kann ich da irgendwo mal einen Vortrag machen zum Thema Social Media und halt irgendwie da reinkommen, also irgendwie in die Unternehmerwelt reinkommen, irgendwie mich positionieren und das habe ich dann auch gemacht. War 4 Wochen vorher so todesaufgeregt, ich konnte nicht schlafen, nichts. Und dann habe ich bei so einem kleineren Unternehmerkreis da vor 15, 20 Unternehmerwährenden gewesen, eher im Handwerksbereich, eher kleinere Unternehmen, aber trotzdem habe ich dann Vortrag gehalten zum Thema Social Media Marketing und wie man eben Kunden darüber gewinnen kann. Und dann habe ich meinen ersten Kunden darüber gewonnen. Stark! Tatsächlich.

Ilse Schweigkofler: Und genau, dann habe ich halt einfach weiter gemacht. Dann habe ich auch auf Plattformen wie zum Beispiel freelancer.com oder wie die ganzen Plattformen heißen eben nach Stellen gesucht, also Unternehmen, die halt einfach Freelance in dem Bereich suchen. Und unter anderem habe ich da auch im Unternehmen gefunden, ein Startup hier aus Augsburg und das ist auch der Grund, warum ich jetzt hier in Augsburg bin.

Martin Geißler: Okay, aber das, also Wenn wir in den Zeitpunkt reinspringen, wo du sagst, erster Kunde, das war immer noch in Südtirol.

Ilse Schweigkofler: Genau. Ja, also ich war immer noch in Südtirol. Ich habe auch, ich glaube, also ich hatte mein komplettes Studium fertig und dann im Sommer, wo ich meine letzte Prüfung geschrieben habe, bin ich dann schon ab und zu nach Augsburg gekommen, also für 2, 3 Wochen, weil ich da für das Unternehmen dann gearbeitet habe und ich war ganz viel bei denen und das war so mein Hauptkunde eigentlich und ich habe das total gefeiert. Das war ein junges Team, ein Startup im E-Commerce Bereich. Ich bin da total aufgegangen und dann meinten die so, ja du kannst ja auch einfach mal vorbeikommen und mit uns da, also bei uns arbeiten. Ja voll gerne, ich komme gerne halt nach Augsburg und ja dann hat sich so ergeben und dann bin ich 2 oder dreimal hier gewesen und fand es so, also so begeistert war ich einfach, dass ich gesagt habe...

Martin Geißler: Also ich kann mir das einfach nicht...

Ilse Schweigkofler: Doch, doch.

Martin Geißler: Du bist ja wahrscheinlich aufgewachsen in den Bergen.

Ilse Schweigkofler: Ja, genau.

Martin Geißler: Da kommst du ja hier und sagst, hier ist geiler.

Ilse Schweigkofler: Ja, weil die Möglichkeiten halt einfach anders sind. Es ist halt einfach auch, und von den Menschen muss ich auch sagen, es hat sofort gevibet mit jedem. Also mit jedem, den ich hier treffe, es vibet einfach sofort. Und das habe ich bei mir zu Hause nicht immer so, tatsächlich. Das ist halt einfach...

Martin Geißler: Darüber haben wir ja auch schon mal gesprochen, dass du da relativ viel angeeckt bist, oder nicht auf einen Nenner gekommen bist, auch mit den anderen, dass da keine Gesprächsthemen da waren. Was ist denn so, ich denke in Südtirol ist es vor allem Tourismus und Handwerk ist so die Haupteinnahmequelle.

Ilse Schweigkofler: Landwirtschaft auch viel, aber es gibt auch sehr spannende Unternehmen. Also das muss man schon sagen. Also viel ist natürlich an den Tourismus auch gekoppelt. Ich

Martin Geißler: wollte gerade sagen, weil vor allem im Tourismus brauchst du ja auch viel Social Media, Marketing, Werbung, da auch herauszustechen. Da gibt ja jeder Vollgas gefühlt.

Ilse Schweigkofler: Ja, aber da gibt es so ein paar etablierte Agenturen, aber da wollte ich irgendwie, das hat mich nie, also Tourismus hat mich irgendwie nie gereizt, da reinzugehen. Genau, und deshalb habe ich mich irgendwie anders orientiert oder das anders wahrgenommen. Und ich wollte einfach schon mal immer weg. Also es war ja immer schon mein Wunsch und dann hat sich das so ergeben. Und dann dachte ich mir so eigentlich wollte ich ja immer nach München, aber das hat sich nie ergeben. Und dann war ich in Augsburg.

Martin Geißler: Wenn du dir heute dein Kundenportfolio anschaust, was sind da so deine Lieblingskunden? Welche würdest du da herausstellen?

Ilse Schweigkofler: Das ist schwierig. Also ich mag alle meine Kunden. Natürlich. Auf die

Martin Geißler: Antwort habe ich jetzt auch gerechnet. Alles andere wäre auch verkehrt gewesen.

Ilse Schweigkofler: Also ich mag alle meine Kunden. Sie sind sehr unterschiedlich, also sehr viele Bereiche, sei es im Cyber Security, KI-Entwicklung, B2B, aber auch im Großhandel-Bereich. Also es sind sehr unterschiedlich, sehr sehr unterschiedlich. Und trotzdem hat jeder seine Eigenheiten und das mag ich sehr gerne. Also dass ich einfach verschiedene Branchen habe, wo ich auch reinschauen kann und die ich auch mit begleiten kann. Das finde ich schon echt spannend auch. Und was, also ein gemeinsamer Nenner ist einfach viel B2B. Also Entscheider erreichen, das ist einfach ein großes Thema auch.

Ilse Schweigkofler: Also wie erreiche ich Entscheider von Unternehmen? Genau, Und da begleite ich meine Kunden dabei.

Martin Geißler: Top. Wo kam dann der Switch vom Einzelunternehmer zu GmbH? Was hat dich dazu bewogen?

Ilse Schweigkofler: Ja, eigentlich war es so, ich habe 2 Kollegen, mit denen ich im Coworking war. Und mit denen bin ich sozusagen ein bisschen gewachsen, sagen wir mal so. Und die hatten beide einen GmbH, der andere hat sie gerade eben auch in dem Zeitraum gegründet und der andere hatte sie schon ein Jahr. Und dann war ich so, ja, nee, ich brauche jetzt auch den GmbH. Weil ich messe mich ja immer dann auch mit meinen Leuten oder halt mit denen, mit denen ich dann da unterwegs bin. Und dann war ich so, nee, ich könnte es eigentlich schon machen, Aber mein Innerer, ich bin dann schon eher ein Mensch, der fünfmal Dinge überdenkt oder zehnmal oder sogar zwanzigmal. Und dann dachte ich mir so, schaffe ich das schon? Also nicht, dass ich es überdenken würde, aber ich zweifle manchmal an mir selbst, ob ich das überhaupt schaffe. Und GmbH war für mich immer so, viel mehr Aufwand, dann brauche ich einen Steuerberater, vorher habe ich alles alleine gemacht, die ganzen steuerlichen Themen und das hat auch gut funktioniert so und ich kenne mich da auch aus durch das Studium und so, aber dann war ich so, okay, dann brauche ich einen Steuerberater, dann habe ich viel höhere Kosten, dann muss ich noch ein Büro und also das war halt dann einfach für mich okay, ich muss dann halt einfach upleveln.

Ilse Schweigkofler: Traue ich mir das zu oder traue ich mir das nicht zu?

Martin Geißler: Ich muss einfach upleveln, ja.

Ilse Schweigkofler: Ja, ist so.

Martin Geißler: Nur weil da GmbH steht.

Ilse Schweigkofler: Ja, aber es ist ja ein anderes Statement auch und ich finde schon, dass es ein anderes Commitment ist gegenüber auch den Kunden.

Martin Geißler: Nach außen hin, ja.

Ilse Schweigkofler: Ja, und das hat mir so ein bisschen eben den Push gegeben und ich glaube auch dieses Jahr, das dieses Jahr ist mein erstes Gründungsjahr als GmbH. Es ist schon anders. Es ist eine andere Außenwirkung und du hast einfach ein anderes Standing.

Martin Geißler: Ich wollte gerade fragen, was ist das andere für dich? Also das ist die Außendarstellung.

Ilse Schweigkofler: Genau, Außendarstellung. Und halt das Thema, auch wenn du Mitarbeiter anstellst. Also jetzt habe ich hier eine. Das ist halt einfach besser, wenn du eine GmbH hast, als wenn du es als einzelne Gewerbe machst.

Martin Geißler: Was macht die bei dir?

Ilse Schweigkofler: Die macht Content Creation, also die kümmert sich einfach

Martin Geißler: Ah ok, schon voll in der Produktion. Also bei den meisten stellen die ja als erstes eine Assistenz ein, die so den ganzen kleinen Kram am Abend, am Abend, am Tag wegrockt und einem da, also so habe ich es auch gemacht, die einem da Zeit verschafft, sich die wichtigen Dinge zu kümmern.

Ilse Schweigkofler: Ich wollte jemanden haben, der mir operativ unter die Arme greift und die dann auch anpacken kann und sagen kann, hey, schneid mal das Video, bearbeite mal das Foto, dass ich einfach so operative Dinge auch abgeben kann und mir da einfach als operativ mehr Luft schaffe, halt eben strategischer zu denken oder halt mehr für die Kunden dann da zu sein.

Martin Geißler: Und das macht die auch, die ist festangestellt?

Ilse Schweigkofler: Nee, die ist Werkstudentin noch.

Martin Geißler: Werkstudentin, okay.

Ilse Schweigkofler: Genau.

Martin Geißler: Ja, sehr smart, alles aufgebaut so. Also es sieht aus, wie es wenn ein Plan dahinter steckt, aber ich glaube, es ist auch viel Intuition dabei.

Ilse Schweigkofler: Sehr viel, sehr viel tatsächlich. Aber Das ist einfach so, wie ich agiere. Ich habe ein Gefühl, ich weiß, da ist eine Baustelle, da möchte ich etwas verändern. Das ist die Vision, dahin möchte ich. So agiere ich. Ich schaue immer, wo möchte ich hin, wo ist der Status Quo und welche Hürden oder welche Blockaden, welche Sachen muss ich ändern, damit ich zur Vision komme.

Martin Geißler: Wie ist denn da dein Business aufgebaut? Oder vorher die Frage, was ist denn deine Stärke im Social Media Content Bereich? Ist es diese Content Creation, sind es Ads, ist es eine bestimmte Plattform oder wo bist du besonders stark für deine Kunden unterwegs?

Ilse Schweigkofler: Also primär bin ich auf LinkedIn unterwegs. Das macht auch Sinn, weil B2B einfach super interessant ist. Also LinkedIn bietet einfach super viele Möglichkeiten, Entscheider zu erreichen, seine Personal Brand aufzubauen und einfach mit interessanten Kontakten in Kontakt zu kommen, die man so nie hätte akquirieren können. Und es öffnet halt einfach Türen. Und das ist halt einfach ein Tool, wo man halt Menschen, die die bestimmte Positionen haben, die Zielgruppe einfach super schnell und einfach erreichen kann. Und es gibt natürlich viel scammy Sachen da draußen, die sofort bei der ersten Vernetzungsanfrage direkt Pitch raushauen. So macht man es nicht. Ich habe

Martin Geißler: da heute an dich gedacht, weil mich 1 zum dritten Mal angeschrieben hat und mich gefragt hat, ob ich jetzt denn privat oder gesetzlich versichert bin und wie es denn bei mir aussieht. Und ich sollte ihm doch mal eine Antwort schicken und ich habe ihn dann 42 zurückgeschickt. Damit konnte er nichts anfangen, Damit war er mir auch schon durchgefallen.

Ilse Schweigkofler: Ja, also es ist natürlich die Art und Weise ist schwierig, weil natürlich auch die Menschen genervt sind, wenn jeder 10 Cold Outreach Nachrichten jeden Tag bekommt. Es muss halt einfach super relevant sein auch, also wenn man dieses Outreach macht und es soll halt einfach maximal Mehrwert für die andere Person haben und nicht einfach darauf abzielen, dass ich jetzt Geschäft mache, weil ich jetzt gerade einen Kunden brauche.

Martin Geißler: Hast du noch Kapazität für Neukunden?

Ilse Schweigkofler: Aktuell tatsächlich nicht mehr so viel. Tatsächlich nicht mehr so viel. Also ich bin gerade richtig gut ausgebucht und ja, muss auch schauen, dass ich meine Kapazitäten gut plane.

Martin Geißler: Das war gerade eine Fangfrage.

Ilse Schweigkofler: Also okay. Achso.

Martin Geißler: Ja, jetzt.

Ilse Schweigkofler: Jetzt kommt's. Weißt du, blondes Frau manchmal länger.

Martin Geißler: Kein Problem, ich

Ilse Schweigkofler: kläre nach

Martin Geißler: dem Nein auf.

Ilse Schweigkofler: Ja, aber genau sollte ich mich fragen. Das ist ja, weißt du, das ist einfach... Das braucht doch keiner. Also keiner reagiert doch auf sowas. Nein, also ja, du

Martin Geißler: reagierst schon, aber mit Abneigung.

Ilse Schweigkofler: Ja, genau, genau.

Martin Geißler: Es ist ja genau konträr zu dem, was eigentlich gewollt ist. Also das kann man so machen, aber funktioniert halt nicht. Schauen wir uns doch mal einen Prozess an, der funktioniert für dich. Wie gehst du jetzt ran, dass du sagst, nehmen wir jetzt mal die Agentur hier, wie würdest du sagen, was wäre denn ein Best Case, wenn du ihn aufmalen oder skizzieren könntest, wie man vielleicht kurzfristig oder vielleicht sagst du gleich nichts kurzfristig, sondern Martin, es wäre eher langfristig, wie man sowas aufbaut.

Ilse Schweigkofler: Das ist nichts vorbereitet hier. Sagen wir

Martin Geißler: mal Zielvorgabe ist eine Terminvereinbarung.

Ilse Schweigkofler: Okay. Deine Zielkunden sind oder dein Wunschkunde ist?

Martin Geißler: Mal ich mal folgendes Szenario auf. Energieversorger wäre toll. Ab 100 Mitarbeiter plus. Der hat Bock auf ein Podcast Format. Hat auch eine Social Media Problematik, weil er kein Content produziert bekommt und möchte da einfach im Audio-, Video- und Social-Media-Bereich das würde er am liebsten alles auf einmal abgedeckt bekommen.

Ilse Schweigkofler: Okay. Dann würde ich als erstes natürlich mit dem Geschäftsführer, mit Marketingleitung zu vernetzen. Das macht immer total viel Sinn. Und dann nach Anhaltspunkten zu suchen, also wirklich konkreten Mehrwert zu suchen. Wie kann man jetzt mit dem eigenen Angebot im Unternehmen wirklich weiterhelfen. Und das natürlich jetzt nicht direkt pitchen, also bitte nicht einfach reingehen, ich habe total tolle Angebote, wir müssen unbedingt sprechen, sondern mal nach Anknüpfspunkten suchen. Wenn du zum Beispiel auf 1 Messe bist, dann gehst du ja auch nicht zu jemandem hin und sagst, übrigens wollen wir gleich einen Termin machen. Also du lernst dich auch mal kennen, du fragst, welches Unternehmen, klar, das weiß man jetzt schon, aber man sucht nach Gemeinsamkeiten.

Ilse Schweigkofler: Und dann kann man zum Beispiel schauen, okay, war die Person, also Man kann auf den Content von der Person eingehen oder einfach mal sagen, hey, ich habe da ein White Paper, eine Case Study von einem anderen Unternehmen, wo ihr so ein Podcast-Format durchgeführt habt, einfach zu zeigen, was sind die Zahlen, was ist die Reichweite gewesen, Was sind die Ergebnisse gewesen, die ihr mit dem Podcast erreicht habt? Welche Pain Points habt ihr damit gelöst? Und das so aufbereiten, dass sie sagen Okay, ja, ich schaue mir mal das an. Und dann muss man immer den nächsten Schritt erst verkaufen. Das heißt nicht direkt ein komplettes Podcast mit Social Media und Soundbranding am besten noch dazu verkaufen, sondern einfach, was ist der nächstmögliche Schritt? Also was ist so, wenn jemand dich jetzt anfragt, was ist so das kleinste Offering oder was wäre der nächste Schritt, der jetzt gemacht werden kann oder was du ihm bieten kannst? Also ich breche nochmal für mich herunter. Ich connecte mich erst mit ihm, damit er mit in meiner Bubble ist, sag

Martin Geißler: ich mal, und auch mit dem Content, den ich raushaue, auch bespielt wird. Genau. Bleib bei ihm aber auch dran, kommentiere eventuell seine Beiträge, gib vielleicht den einen oder anderen Mehrwert dann dazu und punkte dann mit eigenen Content, der erstellt wird aus Referenzprojekten, die man selber erstellt hat.

Ilse Schweigkofler: Genau und du kannst natürlich auch in den Outreach gehen. Also eine Nachricht würde ich immer verfassen. Also einfach mal sagen, hey, danke, dass wir vernetzt sind oder cool, dich kennenzulernen. Ich vernetze mich immer gern mit interessanten Menschen oder mit interessanten, also ja okay, Also das ist jetzt ein bisschen plakativ. Das würde ich

Martin Geißler: zum Beispiel schon wieder scammy finden.

Ilse Schweigkofler: Ja, aber weißt du, einfach so, dass man sagt, man hat wirkliches Interesse. Also wie zeigst du wirkliches Interesse? Wie zeigst du

Martin Geißler: in der heutigen Zeit wirkliches Interesse?

Ilse Schweigkofler: Also ein Kompliment funktioniert immer gut. Aber bitte ernst gemeint, Komplimente. Also nicht, ich finde das total beeindruckend. Bullshit. Da muss man auch einfach zeigen, was findest du denn wirklich interessant an der Person Und wenn es überhaupt was gibt. Also wenn du keinen Anhaltsknopf, Anhaltspunkt findest, dann würde ich halt auch nicht in den Outreach gehen. Sondern nur wenn du weißt, okay, du findest da wirklich einen Anhaltspunkt. Du hast da eine Connection dazu.

Ilse Schweigkofler: Vielleicht kommentiert und liked die Person auch bei dir. Das heißt, wenn du Content postest, der auf den Schmerzpunkt einzahlt oder der dich als Person nahbar darstellt und die Person liked dann auch zum Beispiel mal bei dir, dann kannst du das auch als Aufhänger nehmen, weil dann weißt du, okay, die Person ist interessiert. Zum Beispiel bei einem Kunden, da ging es das Thema KI-Automationen auch, Da haben wir einen Beitrag verfasst, der ist viral gegangen. 200 Likes, 180 Kommentare und irgendwie 18.000, 20.000 Impressions. Und davon waren halt 30 Leads dabei, weil du halt einfach dann siehst, okay, wer kommentiert da, was kommentieren die da und wer liked den Beitrag. Und das ist ja schon mal ein erstes Interesse. Man hat einen gemeinsamen Aufhängepunkt, wo man dann das Gespräch starten kann. Und das ist halt wichtig.

Ilse Schweigkofler: Wo startet man das Gespräch? Also Es geht ja immer ums Gespräch, den Dialog und es ist ja nicht einfach nur so, hey, ich will dir was verkaufen und ich habe ein ganz tolles Angebot, bitte mach einen Termin mit mir, sondern wie gehe ich auf eine Person auch zu und auch mit Respekt. Also niemand will einfach respektlos behandelt werden Und ich finde auch teilweise die Outreach-Sachen, also die Outreach, wie andere das machen, respektlos bei manchen Sachen, wo ich mir denke, ja, ich muss jetzt nicht zum dritten Mal gefragt werden, ob ich jetzt gesellschaftlich oder privat versichert bin. Es reicht jetzt auch.

Martin Geißler: Ich muss jetzt so ein bisschen schmunzeln, weil ich habe gerade gemerkt,

Ilse Schweigkofler: jetzt bist du voll in deinem

Martin Geißler: Thema und jetzt kommt das Maschinengewehr.

Ilse Schweigkofler: Das sind Themen, über die ich in den Stunden sprechen kann.

Martin Geißler: Ich habe etwas Spannendes gesagt. Da ist ein Beitrag viral gegangen. Wie wichtig ist es, deinen Kunden viral zu gehen? Und wie wichtig ist es, aus deiner Brille auf Social Media viral zu gehen?

Ilse Schweigkofler: Es glaube ich, man muss es unterscheiden. Es gibt Viralität im Themenbereich. Also wenn es relevante Viralität ist, dann ist es super und dann wollen wir das auch haben. Weil das heißt natürlich, dass dein Themenbereich, dass deine Expertise an möglichst vielen, möglichst vielen Menschen ausgestrahlt wird. Hingegen, wenn man jetzt ein Katzenfoto postet oder ein Meme postet, was jetzt vielleicht witzig ist und viral geht, aber nichts mit dir zu tun hat oder nichts mit deiner Person oder mit deiner Expertise, dann kann es helfen, Menschen auf dich aufmerksam zu machen, aber es wird wahrscheinlich kein Kunde dabei rumkommen und man kann jetzt auch nicht identifizieren, ist das jetzt ein Lied oder nicht. Also Es gibt dann halt nicht wirklich einen Anknüpfspunkt. Und ich glaube, das ist halt auch einfach ein Unterschied, wenn man halt auf LinkedIn viral geht für einen Fachbeitrag, den man macht, dann ist das halt echt, echt krass. Oder man hat jetzt irgendwie einen TikTok gepostet und das ist total nicht, also ist vielleicht auch ein Fachbeitrag oder zahlt auf deine Personal Brand ein, aber es ist halt, es verweht im Wind, also es bleibt nichts hängen.

Ilse Schweigkofler: Und bei LinkedIn hast du halt eben die Möglichkeit, dadurch, dass du halt siehst, okay, was sind das für Personen, welche Position haben diese Personen und könnten die deine Zielgruppe sein, hast du halt einfach ganz einen anderen Aufhänger, sag ich jetzt mal, als wie auf TikTok, wo du einfach nur die Likes und die Aufrufe siehst und gar nicht weißt, wer steckt eigentlich dahinter. Und das ist so ein bisschen der Unterschied. Deshalb Viralität auf LinkedIn ist auch anders zu betrachten als Viralität auf TikTok zum Beispiel.

Martin Geißler: Der viralste Beitrag auf LinkedIn, den ich hatte, der hatte ungefähr 100.000 Impressions.

Ilse Schweigkofler: Okay, das ist schon mal spannend.

Martin Geißler: Das war das Thema, dass wir keine neuen Sprecher mehr in unserer Agentur aufnehmen, weil wir kriegen ja zig Bewerbungen und bei uns läuft das Spiel andersrum. Also wenn wir ein Projekt haben, wir buchen nicht so viele Sprecher und wenn wir welche raussuchen, dann ganz explizit und haben wir jetzt, wir haben auch eine große Ausfallfeste in unserem Haus, also Nachschub brauchen wir da nicht wirklich. Und da haben sie natürlich sehr viele Sprecher und Sprecherinnen echauffiert. Und ich muss sagen, Obwohl wir gesagt haben, wir nehmen keinen neuen mehr auf. Wir haben noch so viele Bewerbungen bekommen wie noch nie. Natürlich. Natürlich.

Ilse Schweigkofler: Aber das ist auch super, weil die Menschen nehmen dann diesen Kontext her von wir brauchen keine Sprecher mehr und bewerben sich dann drauf. Also es ist einfach schon. Oh, jetzt

Martin Geißler: habe ich eine Idee. Wir brauchen keine neuen Kunden

Ilse Schweigkofler: mehr. Ja, das ist eine gute Aufhängung. Ja, aber das ist halt der Unterschied auch. Das ist ein guter Aufhänger. Das ist der Unterschied. Das zeigt, dass du ein Thema gefunden hast, das Anklang findet und du es geschafft hast, dass Menschen darauf reagieren. Das ist ja schon mal gut. Und dann muss man eben Themen identifizieren, die vielleicht dann darauf abzielen, dass deine Kunden sich dann melden.

Martin Geißler: Spannend. Finde ich gut. Und ich finde die Herangehensweise bei dir sehr smart, da so einen langfristigen Weg zu gehen, der aber halt dann auch einfach ganz anders ist, als wie diese Massenmails, die dann da rausgehen, mit der Hoffnung da irgendwie einen Kunden abzubekommen, der mit so 1 fishy Mail irgendwie dann abgeholt wird. Also den Kunden möchte ich auch gar nicht haben, der auf sowas reagiert am Ende.

Ilse Schweigkofler: Ja, Das ist natürlich dann eine andere Sache. Also ich habe das auch bei einem Kunden, dass wir das auch so eher ein bisschen pushier machen, sage ich jetzt mal. Aber dann muss das Offering schon richtig gut sein und wirklich maximaler Mehrwert sein für die andere Person. Und dann wirklich, es muss einfach was Individuelles sein.

Martin Geißler: Wenn ich sagen würde, ich brauche morgen einen Post von dir, der viral gehen muss, könntest du sowas kreieren?

Ilse Schweigkofler: Also ich müsste mich intensiv mit deiner Zielgruppe auseinandersetzen und Das bedarf schon viel Vorlaufszeit. Also wenn wir jetzt im Gespräch wären, würde ich schon einige Themen identifizieren können, die Viralitätspotenzial haben. Aber es kommt natürlich auch stark darauf an, wer liked den zuerst, wer teilt den. Das hatte ich auch mal bei einem Kunden, der war ein Beratungskunde. Vorher waren es immer nur so ein, 2, 3 Likes auf den Beiträgen und dann ist plötzlich ein Beitrag viral gegangen mit 500 Likes, glaube ich und so. Also das ist aber dann schon, Also man kann das nicht planen, aber man kann Schritte unternehmen, damit es passiert.

Martin Geißler: Okay, ja, weil es ist immer so, wenn ich von mir aus gehe und denke, ah jetzt bin ich aber super edgy unterwegs und jetzt werde ich da arg anecken, passiert gar nichts. Und dann jetzt auf TikTok gerade aktuell ist ein Video aus dem vorletzten Podcast viral gegangen, als ich die Magdalena Montazza zu Gast hatte, die Synchronsprecherin von Jenna Otega von Wednesday, die darüber spricht über einen Stimmenwechsel in der Serie. Bäm! Krass. Und zig Kommentare und nein und oh. Ist jetzt nicht 100% Zielgruppe, aber war trotzdem lustig zu beobachten, wie auf einmal so ein Video knallt.

Ilse Schweigkofler: Ja, aber TikTok ist natürlich auch unberechenbar.

Martin Geißler: Ist der Link denn berechenbar?

Ilse Schweigkofler: Es gibt schon so eine Art Beitrag, die Viralitätspotenzial hat. Weil bei TikTok geht ja manchmal auch ganz das stupide Viral, sag ich jetzt mal so. Wo du denkst, das gibt es jetzt ja nicht. Am besten ist das Video komplett ungescriptet, komplett sieht es so aus, als hättest du einfach dein Handy genommen und hättest es aufgenommen. So geht am besten auf TikTok was viral oder es eckt halt an. Auf LinkedIn ist es eher eben persönliche Sachen.

Martin Geißler: So jetzt kommt das Geheimrezept.

Ilse Schweigkofler: Nein, also wenn ich das Geheimrezept hätte, dann würde ich vielleicht nochmal woanders stehen. Aber was ich halt so beobachte oder was ich auch selber durch die Nutzung von LinkedIn auch viel sehe oder auch bei meinem Kunden sehe, es muss halt aneckend sein oder es muss halt was Persönliches sein, wo Menschen zustimmen. Also dieses Zustimmung ist auf LinkedIn extrem. Also wenn ich einen Punkt habe, wo ich sage, okay, ich positioniere mich als Experte oder ich positioniere mich für mein Thema im Bereich, dann brauche ich einen Punkt, wo ich sage, okay, da stimmen Leute zu. Das interessiert Menschen. Die wollen das, also die haben ein Bedürfnis danach, ihren Unmut oder ihre Zustimmung zu äußern. Und das ist so ein ganz, ganz Knackpunkt, den man empfinden muss.

Martin Geißler: Ich habe gerade gemerkt, dass ich vorhin gesagt habe, dass wir gar nicht so tief in dieses Ingenieurthema

Ilse Schweigkofler: eintauchen wollen. Aber jetzt sind wir trotzdem drin. Und

Martin Geißler: jetzt sind wir ganz schön weit drin. Aber wir können wieder rausgehen. Wir können

Ilse Schweigkofler: auch was anderes machen.

Martin Geißler: Okay, zoomen wir nochmal raus. Was mich jetzt interessieren würde, so die Kontakte, die du früher gehabt hast, mit denen du da nicht ganz auf 1 Augenhöhe damals warst. Wie ist es heute, wenn du nach Hause fährst? Kriegst du da jetzt das irgendwie auf ein Nenner Oder ist es dann für dich, ich komme nach Hause, ich habe mit meinem Job gar nichts mehr zu tun und es ist einfach nur Heimat für dich?

Ilse Schweigkofler: Also ich sehe, zu Hause habe ich jetzt nicht mehr so viele Kontakte, sage ich jetzt mal. Also mein Haupt-Lebensmittelpunkt ist eigentlich schon in Augsburg. Also ich habe auch meine meisten Freunde und also ich bin eigentlich in Augsburg jetzt zu Hause, würde ich sagen. Zu Hause bin ich halt viel mit meiner Family noch. Also das schon. Meine Familie ist auch recht groß mit Tanten und so weiter und Cousinen und Cousins. Und da bin ich eigentlich schon bedient, wenn ich zu Hause bin, wenn ich die irgendwie alle mal besuche. Aber wenn dann noch Zeit bleibt, dann mache ich schon ab und zu auch mit Freunden was.

Ilse Schweigkofler: Und das ist dann auch okay. Also die verstehen halt, die verstehen schon, okay, ich bin jetzt in Deutschland, aber die verstehen nicht so ganz oder können das auch ab und zu gar nicht greifen, was ich mache. Und auch meine Familie kann das teilweise gar nicht. Also die können nicht so wirklich, die wissen nicht, was ich eigentlich den ganzen Tag mache. Und meine Eltern verstehen sowieso nicht, was ich mache. Die denken sich so, keine Ahnung, was die macht. Also die wissen halt irgendwas im Marketingbereich und that's it.

Martin Geißler: Es ist lustig, weil ich das Gefühl habe bei ganz vielen, die hier schon zu Gast waren, dass das ein Thema ist, weil die mir alle gesagt haben, hey Martin, meine Eltern haben den Podcast sich angeschaut, angehört und die haben sich so gefreut und haben gesagt, sie haben zum allerersten Mal einen Einblick bekommen, was mache ich eigentlich so den ganzen Tag. Bin gespannt, wie es bei dir ist. Ich hoffe, es ist genauso.

Ilse Schweigkofler: Ja, ich denke schon.

Martin Geißler: Würde mich wahnsinnig freuen, wenn das so ist.

Ilse Schweigkofler: Ja, also Sie haben halt einfach nicht viel Berührungspunkte, weil das einfach ja ist auch zu weit weg. Aber das ist auch verständlich. Ich glaube, Social Media ist halt nicht mal die im Corporate-Kontext arbeiten, verstehen ganz, was es ist. Und geschweige denn jetzt, sage ich jetzt mal, meine Eltern, die jetzt nie im Corporate-Kontext gearbeitet haben.

Martin Geißler: Dann lass uns doch da für deine Eltern noch eine Schippe drauflegen und sagen, also was ich jetzt merke, du bist da mit absolutem Herzblut in diesem Thema drinne und ich habe jetzt auch schon ein, 2 Vorträge von dir gesehen, wo ich mir dachte, also wie man jetzt so 1 großen Gruppe in 1 halben Stunde Social Media wirklich greifbar machen kann, so dass man es auch versteht und on point erklärt bekommt, finde ich Wahnsinn. Also du hast sehr viel Know-how und sehr viel Leidenschaft drin und jetzt kommt da dieses ganze KI-Thema irgendwie da von hinten angerollt. Wie stehst du dazu? Ist das, sagst du, geiles Werkzeug oder sagst du, Gefahr? Ich sehe da so meinen Job wegfallen oder wie auch immer.

Ilse Schweigkofler: Also weder noch. Also ich habe ein sehr gutes Gefühl. Ich liebe KI. Also ich würde es noch gern mehr nutzen. Ich würde mich noch gern mehr einarbeiten, wo die Zeit ab und zu einfach fehlt leider tatsächlich. Aber ich nutze KI schon, ich würde schon sagen, also Chachibiti ist bei mir eigentlich 8 Stunden offen am Tag, so kann man das betiteln. Und ich arbeite schon auch viel mit verschiedenen Tools und liebe es, mich auch da rein zu fixen, irgendwie da neue Sachen zu lernen. Klar habe ich auch Respekt davor, weil natürlich auch das Verständnis, ich kann ja mal einen Text schreiben, warum brauche ich dann dich? Es wird schon schwieriger, das zu verargumentieren.

Ilse Schweigkofler: Und gleichzeitig sehe ich meine große Stärke im strategischen Bereich. Und das bekomme ich auch immer wieder von meinen Kunden gespiegelt, dass im Gespräch mit mir in den Kundencalls, in den Besprechungen, da kommen Ideen raus, da kommen Sachen raus, die niemals von der KI kommen würden. Ich sehe es so, ich bin einfach Sparings-Partner für meine Kunden. Ich begleite sie, ich begleite sie auch operativ und ich nutze KI, einfach effektiver und effizienter zu sein. Und ich muss auch ganz ehrlich sagen, die Menge an Kunden und an Projekten, die ich aktuell betreue, könnte ich ohne KI nicht betreuen. Also es ist eigentlich ein Win aktuell für mich.

Martin Geißler: Es ist lustig, dass du das sagst, weil der Martin Jäger, der Hunter Coach, der ja auch Unternehmen KI-mäßig berät, der war im letzten Podcast zu Gast. Und da ist eine Kernaussage, ein Unternehmen mit 5 Leuten, was mit 1 KI durchautomatisiert ist, kann locker ein Unternehmen mit 50 Leuten an die Wand fahren.

Ilse Schweigkofler: Ja, also so genau bin ich jetzt noch nicht drinnen und das kann ich auch nicht analysieren, aber ich glaube schon, es ist schon viel möglich. Und gleichzeitig muss man aber auch aufpassen vor AI-Slobs. Ich weiß nicht, ob dir der Begriff was sagt. AI-Slobs ist sozusagen die, wie sagt man das, Verramschung von Marketingmaßnahmen oder von Marketinginitiativen, weil Menschen erkennen, hey, das ist KI, warum nutzen die jetzt KI? Zum Beispiel schlechtgeschriebene LinkedIn-Posts mit KI, wo man schon von weit ist.

Martin Geißler: Tauche ein in eine Welt von...

Ilse Schweigkofler: Genau, ja so. Also diese ganzen Formulierungen auch. Und dann ist es für mich die Challenge eben nicht wie eine KI zu klingen, sondern das Ganze menschlich klingen zu lassen. Und das ist halt, ich glaube das ist das, was auch in Zukunft noch relevant sein wird. Einfach diese Kreativität, dieses Andersdenken, dieses Andersrumdenken. Und ich glaube, das ist schon ein zentraler Aspekt und wird auch immer bleiben.

Martin Geißler: Kann ich so nur bestätigen, also auch wir machen natürlich ganz viel und probieren hier im Soundbereich auch ganz viel aus. So die Kombination von Strategie, Konzeption, kreativer Input und was du dann da rausholen kannst mit auch guten Prompts Und vor allem empfinde ich im Marketingbereich, wie du dir Feedback einholen kannst über, ja früher hast du da ganz große Marktstudien und sonst irgendwas gemacht, da gibt es Kniffe mit KI, die ich sehr, sehr smart finde und die sehr aussagekräftig sind.

Ilse Schweigkofler: Willst du mal ein paar droppen?

Martin Geißler: Nein, diese behalte ich für mich, weil die sind mir auch an die Hand gegeben worden mit benutzesiver Eise. Und einen kleinen Vorteil möchte ich mir am Markt immer

Ilse Schweigkofler: noch halten. Das ist das Ding. Ich glaube schon, dass man also wettbewerbsfähig bleibt, wenn man KI effizienter einsetzt. Also es geht nicht darum, dass du ersetzt bist, sondern du musst es halt einfach smarter einsetzen als deine Konkurrenz oder halt die, die das nutzen.

Martin Geißler: Ja, also ich denke auch, dass viele davon ausgehen, weil ja viele mal so einfach den Satz rauslassen, ja, das macht doch nur noch alles KI mit euch. Oder ich hatte heute auch einen Anruf, das sind mir 2 Produzenten angeboten worden und da auch die Frage, ja, oder macht ihr nur noch alles mit KI? Ich glaube, dass die Leute sich das ein Ticken zu einfach vorstellen, beziehungsweise bin ich mir immer nicht sicher, von welchem Level oder von welcher, wie sagt man das am besten, von welcher Qualität sie ausgehen, weil also ich kann ja, komponier mir einen Musiktitel, der wie Schlager klingt. Werde ich ein Ergebnis rausbekommen? Aber ist es das, was ich wirklich will? Ist es einzigartig? Ja, das schon mal gleich gar nicht. Also das funktioniert dann nicht. Noch nicht vielleicht? I don't know. Ich weiß nicht, was in Kürze oder längerfristig da passiert in dem Sektor. Aber ich finde immer noch, ah, das Wort Anspruch habe ich gesucht vorhin, Weil es werden ja trotzdem immer noch auch Sprecher bei uns gebucht für Werbe- und Audio-Kampagnen. Es wird immer noch bei uns in-house Musik produziert von Hand.

Martin Geißler: Weil es immer noch Kunden gibt, die da wirklich auch Wert drauf legen, dass es noch den dementsprechenden Kniff hat. Dass da immer noch eine Idee drin ist, da kommt eine KI heutzutage noch nicht drauf. Dass du da irgendwas einbaust, wo du sagst, das ist aber, das ist raffiniert, das finde ich geil. Und wenn du da KI auch mit hinzuziehst und es kombinierst mit dem, was du dir ausdenkst und ja, wenn es einfach matcht, dann kommt glaube ich was richtig Großes am Ende des Tages raus.

Ilse Schweigkofler: Ja, ne ich sehe das genauso. Also einfach diese Einzigartigkeit Und ich habe das genauso bei meinen Kunden. Also einen Kunden explizit, da habe ich mal eine Zeit lang mit KI die Texte geschrieben und dann war das so, nee, das geht so nicht. Wir müssen wieder anders machen. Und dann ist mir aufgefallen, dann habe ich mir halt von der Konkurrenz auch Texte durchgelesen, so Instagram Captions waren das. Die klingen 1 zu 1 alle gleich. Also wirklich jede Caption ist 1 zu 1 gleich. Es macht jetzt keinen Unterschied, ob das Unternehmen A oder Unternehmen B ist.

Ilse Schweigkofler: Man weiß es nicht. Und das ist, glaube ich, der Punkt, wo man sich diversifizieren kann. Und das ist halt dann die Eigenschaft oder auch das Talent, was du mitbringen musst, dich anders auszudrücken, komplexer auszudrücken, sich so auszudrücken, wie die KI sich nicht ausdrücken kann. Oder eben auch so die KI zu trainieren, dass sie sich so ausdrücken kann, wie du das gerne haben möchtest. Und nicht einfach nur rein prompten, ja, mach mir irgendwie einen Instagram-Caption für den Bereich und dann kommt da halt immer Standard-Text raus. Und das ist halt schon ein bisschen so die Sache, die man da beachten muss.

Martin Geißler: Meinst du, eine KI wäre auf unseren Firmenname gekommen?

Ilse Schweigkofler: Also auf deinen sicher nicht. Auf meinen schon.

Martin Geißler: Ja, ja, ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Wortspiel da stattgefunden hätte.

Ilse Schweigkofler: Ja, ich finde deinen Namen sowieso total toll. Also, here we go.

Martin Geißler: Here we go, Drops gehen immer wieder raus an die Agentur Zwetschge. Genau. Also, ich muss ganz ehrlich sagen, ich finde es krass. Ich habe gesagt, vorhin Mitte 20 schon so am Start und so geradlinig auch, finde ich, irgendwie. Also du hast irgendwie einen ganz klaren Blick, finde ich, so von außen. So was. Wo bin ich jetzt? Wo komme ich her? Wo will ich hin? Wie kommt denn so was zustande? Wo kriegst du denn dieses? Ich würde es ja klar Mindset nennen, wo kriegst du dieses große Denken her und diese Klarheit, diesen Fokus auf die Sachen?

Ilse Schweigkofler: Also ich schaue immer danach, was mich begeistert. Also Begeisterung ist ein ganz großes Thema. So für was begeister ich mich oder wenn ich jetzt eine Vision für mich entwickle, wo möchte ich hin? Begeistert mich das. Also was würde mich total abholen und wo sehe ich mich in 15 Jahren? Ich weiß es nicht tatsächlich. Also Ich habe nicht so einen konkreten Plan, ich habe nur so eine grobe Vision, wie es sich anfühlt, wo ich stehe, was ich mache. Aber ich weiß jetzt nicht konkret ausgemalt, alles im Detail. Aber das ist so, wie ich da vorgehe. Also Ich habe so eine große Vision und dann schaue ich, was kann ich heute machen, dahin zu kommen.

Ilse Schweigkofler: Und dann breche ich mir das ganz explizit runter in Ziele und ich schreibe das dann auch immer auf. Dann private Ziele, Business Ziele. Und mein Freund hat das mal gesehen, vor allem in der Anfangszeit, wo wir uns kennengelernt haben.

Martin Geißler: Jetzt sind 50% der Hörer weg.

Ilse Schweigkofler: Achso, okay. Na gut. Ja, aber jedenfalls, also wenn das jemand anderes sieht, wie ich das so mache, auch Freunde, die zu mir kommen und sagen, wie machst du das eigentlich mit Zielsetzungen? Und die sagen dann, ich kenne niemanden, der Ziele und Punkte, die er reichen möchte, so granular aufschreibt. Aber ich liebe das.

Martin Geißler: Granular heißt, wie lang ist der Satz?

Ilse Schweigkofler: Nicht lang, aber halt wirklich konkrete Punkte. Also ich möchte zum Beispiel meine Fitness verbessern, deshalb gehe ich zweimal in der Woche in den Sport. Und dann habe ich wirklich Checkboxen und dann habe ich wirklich eine Woche durchgeplant und dann checke ich das ab am Wochenende. Habe ich das geschafft oder nicht? Und wenn ich es nicht geschafft habe, dann bin ich so, jetzt reiß ich mal zusammen und nächste Woche schaffst du es wieder.

Martin Geißler: Wenn du sagst, du gehst da so konkret vor, jetzt gibt es, und du hast auch von Begeisterung gesprochen, jetzt sag ich mal, jetzt gibt es da Projekte oder Kunden, Die sind auch mal nervig, weil du dich auch weiterentwickelt hast, weil du über den Kunden hinausgewachsen bist, weil der Kunde bleibt auf dem Level, du entwickelst dich weiter und irgendwann wird er zu klein. Bist du dann so rigoros und schneidest den ab?

Ilse Schweigkofler: Also ich würde schon sagen, dass ich das schon gerne so mache, dass man sich in die gleiche Richtung entwickelt. Und das ist ja wie in der Partnerschaft, in der Freundschaft generell oder bei einem Arbeitgeber auch. Man schaut einfach, was sind die Ziele, passt man zusammen und kann man die Ziele gemeinsam erreichen. Und wenn das nicht der Fall ist, dann kann man sagen, nee, also es war bis jetzt gut, aber jetzt trennt sich der Weg sozusagen. Also dieses Jahr hatte ich es gar nicht. Also aktuell bin ich total zufrieden mit meinen Kunden, muss ich sagen. Und die sind auch teilweise schon eine Herausforderung, wo ich sage, okay, ich bin an der Herausforderung dran und es challenged mich auch. Ich liebe das ja auch, wenn es mich challenged, auch wenn ich dann manchmal, also auch manchmal challenged mich auch zu viel.

Ilse Schweigkofler: Wie macht

Martin Geißler: sie das bemerkbar?

Ilse Schweigkofler: Ja, Also ich nehme dann schon gerne Themen auch mit in den Schlaf und auch mit ins Private. Und das merkt man mir dann schon an, wenn es mir dann mal zu viel wird. Und weil ich mache mir halt einfach sehr viele Gedanken. Also ich liebe es mir Gedanken zu machen und bin es sehr viel in meinem Kopf. Und ja merke das dann schon, wenn mir Themen zusetzen oder wenn ich merke, hey, vielleicht schaffe ich das trotzdem nicht oder vielleicht können wir Ziele trotzdem nicht erreichen, die wir definiert haben und das setzt mir dann schon auch persönlich zu, weil ich einfach weiß, okay, ich möchte, dass wir meinen Kunden erreichen und ich möchte das Beste geben. Und da ist halt einfach dieses Thema, okay, ist einfach ein Thema mit mir selbst.

Martin Geißler: Wo kriegst du deine Erholung?

Ilse Schweigkofler: Ja, das ist immer so ein Thema.

Martin Geißler: Oh, ein bisschen einen munden Punkt damit.

Ilse Schweigkofler: Ich mache nicht so viel Urlaub tatsächlich.

Martin Geißler: Du hast die Woche nur 3 Tage gearbeitet?

Ilse Schweigkofler: Nein, nein. Also ich arbeite meistens von 8 Uhr morgens bis 19, 20 Uhr. Also so sieht ein normaler Tag eigentlich bei mir aus. Da gibt es eigentlich nicht so viel dazwischen. Also ich gehe gerne ins Fitness, da kann ich abschalten. Sauna, ich gehe in Wellness. Genau, einfach so das kürzere Wellness-Trips, die mache ich ganz gerne. Ja, aber ansonsten mache ich nicht so viel Erholung.

Ilse Schweigkofler: Also am Wochenende halt ab und zu, aber am Wochenende arbeite ich meistens auch.

Martin Geißler: Aber so 3 Wochen irgendwie mal eine Rundreise oder so?

Ilse Schweigkofler: Nee, keine Chance.

Martin Geißler: Keine Chance? Hättest du Bock drauf?

Ilse Schweigkofler: Nee, tatsächlich. Also nein. Nee, also ich finde, also im Sommerurlaub so eine Woche, 10 Tage, mal ein bisschen rumfahren, ein bisschen was anschauen, aber danach reicht es mir auch wieder.

Martin Geißler: Bist du auch nervös?

Ilse Schweigkofler: Nein, aber nein, das nicht. Also ich mag das schon auch abzuschalten, aber ich bin dann so, weil in dieser Zeit, in dieser Zeit, wo ich nichts mache, fallen mir dann wieder 1000 Dinge ein, die ich gerne mache. Und dann sitze ich wieder am Laptop, auch im Urlaub und das ist halt dann schwierig. Also ich liebe das halt einfach kreativ zu sein und ich könnte glaube ich nicht ohne dem sein, was ich gerade mache.

Martin Geißler: Okay, da muss ich jetzt noch ein bisschen tiefer einsteigen, weil wie macht denn das dann dein Freund mit?

Ilse Schweigkofler: Der arbeitet auch viel und der hat total viel Verständnis dafür tatsächlich. Und ich mache das dann schon so, wenn Paarzeit ist, dann ist Paarzeit und dann kommt da auch kein Laptop rein.

Martin Geißler: Auch selbstständig?

Ilse Schweigkofler: Juri ist nicht selbstständig, aber arbeitet viel.

Martin Geißler: Okay, ja, also da hast du den Freiraum auch und er hat das Verständnis dafür, dass er cool ist.

Ilse Schweigkofler: Genau, und am Wochenende, er schläft immer sehr lange und dann habe ich am Morgen immer Zeit zum Arbeiten. Das trifft sich ganz gut.

Martin Geißler: Bist du ein Frühaufsteher?

Ilse Schweigkofler: Ich würde sagen jetzt nicht Frühaufsteher, aber so 7, 8 Uhr bin ich dann schon am Wochenende wach und dann mache ich halt irgendwas.

Martin Geißler: Ilse, wenn wir uns hier in einem Jahr wieder treffen würden, was ist bis dahin bei dir alles passiert?

Ilse Schweigkofler: Boah, das ist echt eine schwierige Frage, weil in einem Jahr passiert so viel. Also letztes Jahr, also vor einem Jahr hätte ich auch nicht gedacht, dass ich jetzt hier bin. Bei dir vor allem jetzt im Podcast. Aber ich denke, also was ich unbedingt machen möchte, Also natürlich Umsatzziele, aber die droppe ich jetzt nicht. Umsatzziele sind immer da. Eine Vollzeitangestellte, das wäre echt ein Thema, wo ich sage, ja da würde ich das. Also Auch in

Martin Geißler: der Content Creation?

Ilse Schweigkofler: Genau, im operativen Bereich. Mein eigener Podcast, der gelauntet ist und der erfolgreich funktioniert. Das würde ich mir auch wünschen, dass ich auch so spannende Gäste interviewen kann. Und ich glaube, das ist das Hauptziel. Einfach mehr Außenwirkungen erzielen einfach mehr in die Sichtbarkeit gehen, wachsen und ein, 2 spannende Kunden noch mit anziehen und dann glaube ich bin ich auf einem ganz guten Weg.

Martin Geißler: Cool, weil das ist glaube ich auch schwierig für dich, sich wahrscheinlich auf Social Media selber zu präsentieren, wenn man die ganze Zeit bei anderen Kunden in dieser Thematik drin ist.

Ilse Schweigkofler: Tatsächlich schon. Kann ich

Martin Geißler: mir vorstellen.

Ilse Schweigkofler: Tatsächlich schon. Also ich liebe es für meine Kunden Content zu kreieren und habe da die besten Ideen und bin immer on fire und dann mache ich das Ganze für mich und dann habe ich das mein Backlog, aber dann bin ich nie zufrieden. Ich kenne das, ja. Wenn du aus diesem Perfektionisten aus der Hause herkommst, ist das echt schwierig. Ich bekomme auch

Martin Geißler: ganz oft die Frage gestellt, warum habt ihr keine eigene Sound-Logo?

Ilse Schweigkofler: Ganz schwieriges Thema. Am liebsten würde ich mein eigenes Social Media abgeben. Das wollte ich dir gerade

Martin Geißler: als Tipp noch mit auf den Weg geben. Das war bei uns wie bei der Namensfindung, wo wir ein Jahr unterwegs waren und dann relativ fix einen Input von außen bekommen haben. Gib's ab. Lass es jemand anders machen. Und dann mach auch die Augen zu. Macht ihr, Weil ich glaube, sonst verbesserst du dich nur kaputt an der Stelle.

Ilse Schweigkofler: Und halt auch dieses Perfektionistische einfach mal ablegen. So einfach mal machen. Das ist vielleicht auch, also ich mache schon viel, aber ich würde gerne noch mehr einfach machen.

Martin Geißler: Mach mehr für dich.

Ilse Schweigkofler: Ja, genau. Vielleicht so.

Martin Geißler: In diesem Sinne, liebe Ilse, vielen Dank, dass du heute da warst. Vielen Dank für deine ganzen Einblicke und Geschichten und dein Mehrdergang. Wie gesagt, ich feiere das total, finde es auch total spannend. Du sagst, du bist introvertiert. Ich weiß, was du meinst, aber da steckt ganz, ganz, ganz viel dahinter. Danke, dass du da warst.

Ilse Schweigkofler: Danke, dass ich hier sein durfte.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.